liebe Kätzchen für
liebe Menschen
© Renate Wald, Ciara's Ragdolls
Zahn- und Zahnfleischprobleme bei Katzen


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Deutliche Zahnsteinablagerungen mit Zahnfleischentzündung bei einer 8-Jährigen Katze |
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ahn- und Zahnfleischprobleme kommen bei Katzen recht häufig vor, Auslöser ist meist ein starker Zahnsteinbefall. Futterreste, Speichel und Bakterien setzen sich zunächst als weicher heller Belag an den Zähnen ab. Durch Kalkablagerungen verhärtet sich dieser Belag später zu gelblich-braunem Zahnstein, der sich immer weiter unter das Zahnfleisch schiebt. Es kommt zu Zahnfleischentzündungen, deren Ausprägung von einer schmalen roten Linie bis hin zur Bildung von tiefen Zahnfleischtaschen reichen kann. Freigelegte Zahnhälse können sehr schmerzhaft sein und sind eine ideale Auflagefläche für weiteren Zahnstein. Ohne Behandlung ist der gesamte Halterungsapparat bald so geschädigt, dass sich die Zähne lockern und schließlich ganz ausfallen.
brigens liegt es an der individuellen Zusammensetzung des Speichels der Tiere, dass einige Katzen so gut wie gar nicht zu Zahnstein neigen, während bei anderen das Gebiss mindestens 1 x jährlich saniert werden muss, obwohl alle das gleiche Futter bekommen.
ahnstein und Zahnfleischentzündungen stellen einen ständigen Infektionsherd dar, der den gesamten Organismus des Tieres schädigen kann. Stark durchblutete Organe wie Niere, Leber und Herz sind dabei besonders gefährdet, wenn die Erreger von der Mundhöhle über die Blutbahn in den Körper gelangen. Tatsächlich sind nicht wenige Organerkrankungen älterer Tiere auf Zahnerkrankungen zurückzuführen.
ei manchen Katzen ist ohne erkennbarer Grund eine leichte chronische Zahnfleischentzündung vorhanden, und das bereits seit frühester Jugend bzw. dem Zahnwechsel von Milchzähne zu bleibende Zähne. Dabei widersetzen sich diese Entzündungen oft hartnäckigst allen tierärztlichen und naturheilkundlichen Behandlungsversuchen. Solange sich die Entzündung auf eine schmale rote Linie beschränkt, kann die Katze normalerweise gut damit leben. Leidet die Katze dagegen sehr unter der Zahnfleischentzündung, kann - wenn sonst alle anderen Stricke reißen - das Ziehen der Backenzähne (oder letztendlich gar aller Zähne) große Erleichterung, wenn nicht sogar eine völligen Abheilung der entzündeten Bereiche bringen. Diese drastische Massnahme hört sich zwar ziemlich erschreckend an, ist aber für die Katze selbst normalerweise kein Problem. Da die meisten Katzen ihr Futter sowieso kaum zerkauen - die Futterbröckchen werden oft im Ganzen heruntergeschluckt - kann i.d.R. weiterhin ganz normales, handelsübliches Fertigfutter gegeben werden. Selbst zusammengestelltes Futter oder besondere Häppchen wie rohes Fleisch ggf. etwas kleiner schneiden.
ine Zahnfleischentzündung, manchmal verbunden mit nicht-kariesbedingten Schäden am Zahnhals (in Fachkreisen unter dem Namen "neck lesions" bekannt), kann aber auch ein typisches Symptom bestimmter virusbedingter Katzenkrankheiten wie FIV - Felines Immunschwäche-Virus - sein, oder von Autoimmunkrankheiten hervorgerufen werden. Durch ein massiv gestörtes Immunsystem ist die Katze auch für bösartige Tumore in der Mundhöhle anfälliger, deshalb auffällige Veränderungen im Maul der Katze zur Sicherheit immer vom Tierarzt abklären lassen! Manchmal sind es aber auch ganz untypische Symptome, die auf ein Zahnproblem hinweisen können, wie z.B. ein im Gesicht nach außen offener Abszess neben der Nase bzw. unter den Augen, oder tränende Augen.
.S.: Ich bekomme öfters Anfragen zu weitergehender Behandlung von Zahlfleischentzündung, das scheint ein echt schwieriges Thema in der Katzenhaltung zu sein. Leider (oder wie man's nimmt, zum Glück) habe ich hierzu keine intensivere Erfahrung und kann Ihnen, speziell in individuellen Fällen, nicht weiterhelfen. Deshalb würde ich mich sehr freuen, wenn mir Katzenbesitzer Behandlungsmethoden mitteilen würden, die bei ihrem Tier *erfolgreich* eingesetzt wurden. Werde diese dann gerne auf dieser Seite veröffentlichen. Schreiben Sie mir einfach, wann und mit welchen Symptomen, in welchem Alter und wie lange die Zahnfleischentzündung bei Ihrer Katze aufgetreten ist, was vorher ggf. vergeblich versucht wurde, und was letztendlich geholfen hat, wie lange die Behandlung dauerte, und wie lange das Tier nun schon beschwerdefrei ist oder zumindest die Symptome deutlich gemindert wurden. Vielen Dank.
nsonsten hat es wirklich keinen Sinn, mich wg. Therapiefragen anzuschreiben. Ich bin kein Tierarzt, kann Ihnen weder mit einer (Fern-)Diagnose noch einem Therapievorschlag dienen. Wenn Sie nicht mehr weiter wissen, versuchen Sie es doch mal in einer Tierklinik. Jede größere Tierklinik, egal ob privat oder Uniklinik, sollte eigentlich einen oder gar mehrere Fachtierärzte für Zahnprobleme haben, vielleicht kann man Ihnen dort weiterhelfen. Ich drück' Ihnen und Ihrer Katze jedenfalls ganz fest die Daumen und wünsche viel Erfolg!
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| Als "Ersatz" für meine zu dunkel gewordenen Aufnahmen beim Zahnsteinentfernen ein Foto unserer Cockerspaniel-Hündin Sandy, die sich stets bereitwillig und (wohl einmalig!) völlig ohne Narkose die Zähne mit dem Ultraschallgerät reinigen ließ und deshalb bis ins hohe Alter ein spitzenmäßiges Gebiss hatte |
eder Katzenbesitzer sollte in regelmäßigen Abständen das Gebiss seines Tieres kontrollieren. Bitte lassen Sie es nicht so weit kommen, bis sich an den Zähnen Ihrer Katze wahre "Rocky Mountains" aufgetürmt haben oder das Zahnfleisch bei der kleinsten Berührung anfängt zu bluten! Leider werden viele Besitzer erst aufmerksam, wenn die Katze stark aus dem Maul riecht, kaum mehr etwas frisst und entsprechend deutlich abmagert. Bei diesen Symptomen (die im übrigen auch für ein fortgeschrittenes Nierenerproblem oder andere innere Erkrankungen typisch sind), oder wenn die Katze aus Mund oder Nase blutet, sich auffallend stark an den Mundpartien kratzt oder den ganzen Kopf am Boden reibt, ist ein Tierarztbesuch dringend angeraten.
brigens kommt es immer wieder mal vor, dass ein Tier wegen Zahn-/Zahnfleischprobleme fast verhungert wäre, die Besitzer haben erst gemerkt, dass etwas nicht stimmt, als die Katzen so klapperig waren wie ein Skelett (streunende Katzen, die niemanden haben, der sich um sie kümmert, oder auch Wildtiere in der freien Natur sterben nicht unbedingt an simpler Altersschwäche, sondern oftmals weil sie zahnbedingt einfach nicht mehr fressen und/oder jagen können...). Wer selbst schon einmal nur einen wehen Zahn hatte, kann sicher gut nachvollziehen, wie es für eine Katze sein muss, wenn solch schreckliche Schmerzen dauerhaft bestehen, vielleicht über Wochen, Monate oder gar Jahre. Leider sind Katzen sehr duldsam, selbst bei schon ziemlich üblen Problemen leiden sie meist still vor sich hin. Wird es aber so arg, dass jedes aufgenommene Bröckchen Futter wehtut, wird erst das Fressen auf das allernotwendigste beschränkt und dann schließlich ganz eingestellt.
an sollte als Tierbesitzer wirklich sofort schalten, wenn die Katze das Futter anknurrt, deutlich weniger frisst oder die Nahrungsaufnahme völlig verweigert. Nur selten ist eine Katze einfach "heikel" oder - siehe unten, "beleidigt", plötzliche Appetitlosigkeit oder andere Verhaltensauffälligkeiten können durchaus gesundheitliche Ursachen haben - und vor allem könnte es auch an den Zähnen liegen! (wie es der Teufel will, können zufällig bestimmte Situationen zusammentreffen, mit denen man eine momentane Futterverweigerung leicht erklären könnte, so dass man sich erst mal nichts denkt, was kostbare Zeit verplempert. Z.B. war bei einer Freundin kurz vorher ein neues Katerchen eingezogen, die beiden älteren Katzen fanden das verständlicherweise erst mal nicht so toll. Eine der Katzendamen schien besonders "beleidigt" zu sein, drehte den Mitkatzen und auch Frauchen ständig den Rücken zu und fraß nur noch ein paar Brösel, wenn überhaupt. Als ich das hörte, kam mir das allerdings doch etwas verdächtig vor und riet, zur Sicherheit erst mal zu überprüfen, ob auch sonst alles in Ordnung ist. Was auch gut so war... Es stellte sich nämlich heraus, dass die Katze ein schweres Kiefer-/Zahnproblem hatte, das sicher schon länger bestand aber eben erst jetzt zutage getreten war. Kaum aus der Narkose aufgewacht, war sie sichtbar "erleichtert", begann umgehend zu fressen und freundete sich ruckzuck mit dem kleinen Kater an). Also im Zweifelsfall bitte lieber einmal zu viel als einmal zu wenig zum Tierarzt.
ein Tipp: Fachgerechte Zahnbehandlungen können ganz schön ins Geld gehen, da kommen schnell mal ein paar hundert Euro zusammen. D.h. jede ältere/alte Katze ist ein potentieller Kandidat für eine Zahnsanierung, gut wenn man bereits rechtzeitig vorgesorgt und sich ggf. über die Jahre regelmäßig etwas für solche Zwecke zurückgelegt hat. Es wäre doch echt traurig, eine Katze einschläfern lassen zu müssen, nur weil man sich ihre Behandlung nicht leisten kann. Kommt leider vor... :-(.
inzelne Zahnsteinplatten an den Backen- oder Eckzähnen im Oberkiefer lassen sich oftmals mit dem Daumennagel nach unten "absprengen". Damit es klappt, muss der Zahnstein allerdings schon eine bestimmte Dicke erreicht haben. Außerdem ist beim Ansetzen des Fingernagels (genau zwischen Zahnfleisch und Zahnstein) unbedingt darauf zu achten, dass man nicht ins Zahnfleisch abrutscht, was für die Katze ausgesprochen schmerzhaft wäre.
uch der Tierarzt kann mit entsprechenden Kratzinstrumenten oder einer speziellen Zange gröbere Beläge entfernen. Aber für eine wirklich gründliche, schmerzfreie Reinigung ist der Einsatz eines Ultraschallgerätes unter Narkose unumgänglich (fortschrittliche Tierarztpraxen polieren und fluorisieren das Gebiss nach der Ultraschallreinigung, damit neuer Zahnstein nicht so schnell neue Auflageflächen findet und ein gewisser Kariesschutz aufgebaut wird). Bei dieser Gelegenheit können auch gleich geringfügig kariöse Zähne plombiert und unrettbar geschädigte Zahnruinen entfernt werden. Falls Sie Bedenken haben, dass Ihre Katze aufgrund ihres Alters oder anderweitiger Gesundheitsprobleme eine Narkose nicht oder nur schlecht vertragen könnte, sprechen Sie bitte mit Ihrem Tierarzt. Inzwischen gibt es recht schonende Narkosemittel und -methoden, die ggf. auch bei sehr alten und geschwächten Tieren eingesetzt werden können.
inige Zeit nach der Ultraschallreinigung sollte man das Zahnfleisch der Katze auf eventuelle neu entstandene Entzündungen hin überprüfen. Während des Reinigens kommt es oft zu leichten Blutungen, Krankheitserreger können eindringen. Gute Erfahrungen habe ich persönlich in einem solchen Fall mit einer Traumeel-Salben-Behandlung gemacht: 3 x täglich dick Salbe auf die betroffenen Partien streichen (nach dem Fressen!), nach wenigen Tagen waren die Stellen vollständig abgeheilt.
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| Zahnpflegeset |
st das Gebiss erst einmal generalüberholt, können Sie selbst dazu beitragen, dass Ihr Liebling nicht mehr so schnell zum "Zahnarzt" muss. Allerdings ist das ganze manchmal gar nicht so einfach... Beim Tierarzt oder im Zoofachhandel sind zwar verschiedene zahnreinigende Futtersorten sowie spezielle Zahnbürsten und Zahncremes für Tiere erhältlich (bitte niemals eine Zahncreme für Menschen verwenden, da sie für die Katze nicht nur giftig sein kann, sondern auch sehr unangenehm schmeckt und schäumt), aber nicht selten macht einem sein schnurriger Liebling schnell einen dicken Strich durch die Rechnung.
ie großen Futterbrocken des zahnreinigenden Spezialfutters werden lieber im ganzen runtergewürgt, anstatt sie fleißig zu zerkauen, damit die reinigende Wirkung einsetzen kann. Und auch der Gebrauch von Zahnbürste und Zahncreme - wahlweise in verschiedenen Geschmacksrichtungen wie Fisch und Hühnchen :-) - ist nicht ganz unproblematisch: die Katze ist über den Fremdkörper in ihrem Mäulchen nur wenig begeistert, während Frauchen ihre grünen Finger, die sich bei der Verwendung einer Zahnpasta mit Zahnbelag-lösende Enzyme verfärbt haben, nicht so toll findet. Trotzdem lohnt sich ein Versuch.
ie Katze sollte ganz langsam und behutsam an eine regelmäßige Zahnpflege herangeführt werden. Tauchen Sie Ihren Finger in ein bisschen Dosenfutter-Soße und reiben Sie damit sanft das Zahnfleisch Ihrer Katze ab; ca. eine Woche lang täglich wiederholen. Lässt sich die Katze diese Prozedur widerspruchslos gefallen, wird es Zeit für den nächsten Schritt: Tauchen Sie ein sauberes Stoffläppchen in die Soße, wie gewohnt das Zahnfleisch damit abreiben. Nach Akzeptanz durch die Katze können Sie dann allmählich zum Einsatz der Zahnbürste übergehen (hier gibt es praktische Borstenaufsätze, die man sich einfach über die Finger stülpt). Die erste Zeit noch ohne Zahncreme und nur mit der üblichen Dosenfutter-Soße bürsten, bis schließlich der vollständige Übergang zur Zahncreme vollzogen ist.
alls sich die Katze überhaupt nicht mit Zahnbürste und Zahncreme anfreunden kann, bringt es schon einiges, zumindest ihre Backenzähne ein- bis zweimal wöchentlich mit einem Tuch (Leinenläppchen) abzureiben. Enzymzahncremes entfalten ihre Wirkung oft schon beim bloßen Auftragen ohne zusätzliches Bürsten. Und wer eine Katze hat, die gerne rohes Fleisch frisst und es auch problemlos verträgt, kann ihr quasi als "natürliche Zahnpflege" regelmäßig einen breiten Rindfleischstreifen anbieten, an dem sie gründlich zu kauen hat.
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Über die Jahre hinweg habe ich doch mal den einen oder anderen ausgefallenen Milchzahn gefunden - das ist meine persönliche Sammlung :-). Zum Größenvergleich ein 1 Cent Stück |
m Alter von 2 - 3 Wochen kommen die ersten Spitzen der Milch-Eckzähne zum Vorschein, bis zur 8. Lebenswoche ist das Milchgebiss vollständig ausgebildet. Mit 4 - 6 Monaten beginnt der Zahnwechsel zum bleibenden Gebiss, der mit ca. 8 Monaten abgeschlossen ist. Nachstoßende bleibende Zähne verursachen eine Auflösung der Milchzahnwurzel, die Milchzähne fallen aus. Oft geht das ganze völlig unbemerkt und problemlos vor sich, ausfallende Zähne werden meist verschluckt oder - seltener - ausgespuckt.
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Doppelzähne bei einem 5 Monate alten Jungtier |
inige Kätzchen plagen sich jedoch sehr mit dem Zahnwechsel. Manchmal sind die Kleinen in dieser Zeit etwas unleidlich, ihr Zahnfleisch entzündet sich (ggf. mit deutlichem Geruch aus dem Mäulchen; dieser sollte jedoch bald wieder verschwinden, im Zweifelsfall vom Tierarzt checken lassen, ob alles problemlos verläuft oder evtl. andere Ursachen hat), sie speicheln, fressen weniger oder haben Durchfall. Es ist nicht ungewöhnlich, wenn es zeitweise, insbesondere bei den Eckzähnen, zu sog. "Doppelzähnen" kommt. D.h. die bleibenden Zähne sind bereits durchgebrochen, während die Milchzähne noch nicht ausgefallen sind. Sitzt ein Milchzahn auch nach längerer Zeit noch bombenfest, obwohl sein Nachfolger bereits vollständig herausgewachsen ist, muss er ggf. unter Narkose gerissen werden. Würde man Doppelzähne auf Dauer stehen lassen, könnte sich das ganze Gebiss wegen Platzmangels verschieben. Außerdem setzen sich in den engen Zwischenräumen von Milch- und bleibendem Zahn leicht Speisereste und Bakterien fest, was wiederum die Bildung von Zahnstein, Zahnfleischentzündungen oder gar Karies fördern würde.
as normale Gebiss der Katze umfasst übrigens 26 Milch- und 30 bleibende Zähne. In jeder Kieferhälfte gibt es 3 Schneidezähne (Incisivi) und einen Eck- oder Hakenzahn (Caninus). Im Oberkiefer sind 3, im Unterkiefer lediglich 2 vordere Backenzähne (Prämolaren) ausgebildet. In jeder Kieferhälfte ist nur ein hinterer Backenzahn (Molar) vorhanden - diese Mahlzähne fehlen beim Milchgebiss vollständig.
- Zahnformel der Katze:
Milchgebiss
3 . 1 . 3 . 0
------------ = 26
3 . 1 . 2 . 0 |
Bleibendes Gebiss
3 . 1 . 3 . 1
------------ = 30
3 . 1 . 2 . 1 |
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Abgebrochener Zahn (inkl. digitale Röntgenaufnahmen vom Katzengebiss)
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Beim Eckzahn im Oberkiefer fehlt ein ganzes Stück... eine Plombe ist unumgänglich, will man der Katze Schmerzen ersparen und den Zahn retten (das Zahnfleisch war übrigens vollkommen in Ordnung, der rote Rand ist lediglich ein beim Scannen aufgetretener Effekt)
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ähne halten zwar einiger Belastung stand, aber bei einem gezielten Schlag oder Stoß kann ein Zahn durchaus abbrechen. Vorwiegend sind hier die Eckzähne betroffen, oft genügt schon ein ungeschickter Fall der Katze vom Kratzbaum oder Sofa. Ein abgebrochener Zahn muss nur gerissen werden, wenn es gar nicht anders geht. Solange lediglich die Spitze des Zahnes abgebrochen ist, der Wurzelkanal (Nerv) aber nicht offen liegt und die Kanten des beschädigten Zahnes die Katze weder stören noch verletzen, kann man den Zahn unverändert lassen. Ansonsten besteht die Möglichkeit, scharfe Kanten unter Narkose zu glätten und/oder den Zahn mit einer speziellen Füllung zu verschließen. Bei Hunden mit wesentlich größeren Eckzähnen wird der abgebrochene Teil manchmal durch eine Metallkrone ersetzt, bei Katzen kommt eine solche Zahnreparatur wahrscheinlich kaum in Betracht.
bgebrochene Milchzähne sind noch etwas problematischer. Aufgrund der geringer vorhandenen Zahnsubstanz ist die Gefahr groß, dass die Zahnhöhle bei einem Unfall geöffnet wird. Eindringende Infektionserreger können die Anlage des bleibenden Zahns schädigen, ein abgebrochener Milchzahn sollte deshalb baldmöglichst vom Tierarzt gezogen werden. Daher auch bei einem kleinen Kätzchen öfters das Gebiss kontrollieren, um abgebrochene Zähne so früh wie möglich zu entdecken.
.S: Abgesehen vom abgebrochenen Eckzahn, der bei unserem damals noch jungen Ragdollkater plombiert wurde, haben sich seine Zähne über die Jahre überraschend gut gehalten. Auch zahnsteinmäßig hielt es sich lange Zeit in Grenzen, was sicher darauf zurückzuführen ist, dass Cameron regelmäßig am Sisalseil unseres früheren Schlafzimmer-Kratzbaums herumgekaut hat - vermutlich vergleichbar mit dem Einsatz von Zahnbürste und Zahnseide :-). Allerdings wird früher oder später doch mal eine intensive Gebissüberprüfung unter Narkose fällig, bei Cameron konnten wir glücklicherweise warten, bis er fast 10 Jahre alt war. Ansonsten liegt das Durchschnittsalter dafür eher bei ca. 6 - 8 Jahren, oder auch früher.
achfolgend sehen Sie drei digitale Röntgen-Aufnahmen dieser Untersuchung. Dank solcher Bilder sind wirklich erstaunliche, gestochen scharfe Einblicke in das Gewebe und die Knochensubstanz möglich.
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Ansicht des plombierten Eckzahns: Selbst nach all den Jahren sitzt die Füllung noch bombenfest und auch der Zahn sieht noch prima aus |
| Hier sieht man das Unterkiefer mit den beiden Eckzähnen und noch allen erhaltenen Schneidezähnen |
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Nicht zu übersehen: Wurzelschaden mit Zahnfleischentzündung im umgebenden Gewebe. Aufgrund des mangelnden Haltes hat sich der Zahn geneigt und drückt auf den Nachbarzahn (der helle Fleck ist die Kontaktstelle beider Zähne). Da bleibt nur eines - raus damit! Zum Glück war es der einzige Defekt im Gebiss |
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| Fistel im Zahnfleisch |
nd weil es gerade ein wenig zum Thema passt, gleich noch 2 Bilder hinterher, nämlich von Camerons 15-Jähriger Mama Neala. Wie man sieht, sind auch ihre Zähne noch gut erhalten, leider hatte sich am Zahnfleisch unter einem ihrer Eckzähne eine Fistel gebildet (eine Fistel kommt bei Katzen eher selten vor und ist sozusagen die Ausgangsröhre einer eitrigen Entzündung. Ursächlich ist meist ein Infektionsherd irgendwo an der Wurzel eines Zahnes. Die "verbrauchten" weißen Blutkörperchen, die auf die Bakterien losgehen, sowie die abgetöteten Bakterien selbst werden als Eiter nach außen abgeleitet).
ie Schmerzen waren für Neala anfangs fast unerträglich gewesen, zum Glück konnte ich der Ärmsten die Zeit bis zum OP-Termin mit der Gabe von homöopathischen Arnika D 30 Tabletten ganz gut überbrücken, ansonsten wäre es sicher nicht ohne Schmerztabletten gegangen. Wirklich erstaunlich, schon nach kurzer Zeit sah man ihr deutlich an, wie die Höllenpein nachließ. Nichtsdestotrotz musste der Zahn raus. Dem Tierarzt tat es zwar in der Seele weh, noch dazu, da er eher den danebenliegenden Schneidezahn verantwortlich machte. Aber bei einer Katze im fortgeschrittenen Alter sollte man ja doch lieber kein Risiko eingehen, nicht dass sie demnächst nochmal eine Narkose gebraucht hätte.
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Der herausoperierte Reißzahn mitsamt dem vermuteten, eigentlichen "Corpus Delicti", ein weitaus kleinerer Schneidezahn. Besonders beim Reißzahn ist die Wurzel fast doppelt so lang wie der oberhalb des Kiefers sichtbare Teil. Daher ist das verbleibende Loch nach der Entfernung doch ganz schön groß, sowas muss trotz Wundnaht erst mal von innen her zuwachsen...
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a beide Zähne ja noch ganz fest im Kiefer saßen, mussten sie richtig rausoperiert werden, was Neala wirklich große Probleme bereitete. Einige Tage lang konnte sie nicht mal selbst trinken, ca. 2 Wochen lang nicht fressen. Daher gabs in dieser Zeit seitlich mit einer großen Einmalspritze ohne Nadel mehrmals tägliche Wasser- und Futtereingaben. Damit die Entzündung abklingt und sich keine neuen Eiterherde bilden können, waren außerdem ausreichend lange Antibiotikagaben nötig. Aber danach war alles paletti, der Eingriff hat sich echt gelohnt!
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iet-was??? Nun, es ist wirklich keine Schande, wenn Sie noch nie etwas von einem sog. Nietzahn gehört haben. Dieses bei Katzen noch viel seltener als bei Hunden vorkommende Phänomen gibt es aber tatsächlich und soll daher auch kurz auf dieser Seite erwähnt werden. Die Namensähnlichkeit mit einem Nietnagel ist nicht ganz zufällig. Ein Nietzahn sieht in etwa aus wie eine spitze Stopfnadel und ist ein wenig länger als die Backenzähne. Es ist noch ungeklärt, wann sich ein Nietzahn entwickelt, ob er quasi ein Überbleibsel der Milchzähne ist, sich erst mit den bleibenden Zähnen, oder gar noch später ausbildet. Kommt i.d.R. nur einzeln im hinteren Oberkiefer vor und kann lange Zeit, vielleicht sogar das ganze Katzenleben lang unentdeckt bleiben. Ein Nietzahn kann durchaus auch neben der normalen Zahnreihe, also quasi im Kiefer, fast schon in der Backentasche durchbrechen. Wenn er so platziert ist, dass er die Katze beim Kauen behindert, vielleicht dabei gar ins Unterkiefer oder in die Backe sticht, kann es zu vermehrtem Speichelfluss, Zahnfleischentzündung oder Fressunlust der Katze kommen. Da man aber bei einer normalen Untersuchung gar nicht so weit hinten ins Mäulchen blicken kann und so ein Nietzahn auch unter Narkose nur schwer zu entdecken ist, bleibt die Ursache für die Symptome oft ungeklärt. Deshalb zur Sicherheit bei entsprechenden Problemen auch immer an die Möglichkeit eines Nietzahnes denken.
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