liebe Kätzchen für
liebe Menschen
© Renate Wald, Ciara's Ragdolls
Rassekatzenzucht trotz überfüllter Tierheime?
or einiger Zeit fand ich folgenden Eintrag in meinem Gästebuch:
"Die Seite ist ja ganz herzig und dass Katzenbabys ein jedes noch so
unsanftes Herz soft macht mit ihren Knopfäuglein... keine Frage. aber wie
kommt man auf die Idee Katzenbabys in die Welt zu züchten in der es sooo
viele Katzen in Heimen gibt. Das ganze Geld, dass man in Zucht, Forschung,
Fortpflanzungsrichtlinien, Stammbaumgschichtln... steckt, könnten viele
Tiere die in Tierheimen versauern viel besser gebrauchen.
wär das nicht vielleicht eine Überlegung und auch eine Handlung wert? In
Erwartung eines E-mails vom Züchter."
un, das ist eine durchaus berechtigte Frage, die auch immer wieder mal gestellt wird. Deshalb dachte ich, es würde nicht schaden, anstatt nur privat zu antworten (was sowieso nicht gegangen wäre, denn negative Einträge im Gästebuch werden - so wie auch in diesem Fall - gerne mit ungültiger oder ganz ohne E-Mail Adresse, unter falschem Namen bzw. namenlos hinterlassen. Im Schutzmantel der Anonymität schimpft und verteufelt sichs doch gleich viel leichter... irgendwie ganz schön feige, oder? Ich bin immer offen für *berechtigte* Kritik, aber nur, wenn der Kritisierende auch zu seinen Worten steht), einen entsprechenden Artikel zu veröffentlichen, was ich hiermit tue. Übrigens nicht als "Rechtfertigungsversuch für meine tierquälerische Zucht", wie mir schon unterstellt wurde, sondern nur zur Info :-).
ch weiß natürlich, warum *ich* mich für die seriöse Ragdollzucht in sehr kleinem Rahmen entschieden habe. Aber das ist ja lediglich die Meinung eines einzigen Katzenzüchters, deshalb habe ich den obigen Gästebucheintrag in Ragdollforen veröffentlicht, mit der Bitte um "Input". Daraufhin habe ich einige sehr interessante Antworten bekommen - herzlichen Dank!, und zwar nicht nur von anderen Ragdollzüchtern, sondern auch von "nur" Ragdollbesitzern ohne jeglicher Zuchtambitionen, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte. Doch eines vorweg - vieles gilt sicher rasseübergreifend, aber da dies eben auch speziell Ansichten von Ragdollfans sind, mögen bei anderen Katzenrassen wiederum ganz andere Aspekte eine Rolle spielen.
ine große Bitte hätte ich noch an Sie - gehen Sie erst den *kompletten* Artikel durch, bevor Sie sich Ihre Meinung bilden. Alle heiligen Zeiten kommt ein Gästebucheintrag herein, wo man sich als Argument gegen "die bösen, verantwortungslosen Züchter" und speziell diesen Artikel seltsamerweise immer nur auf die nachfolgenden Züchtermeinungen bezieht. Dabei ist dies ja nur ein kleiner Teil des ganzen Textes und man muss sich schon wundern - waren die Gästebuchschreiber nur zu happy, dass sie gleich am Anfang etwas gefunden haben, worin sie sich bestätigt fühlen und haben sich deshalb das Lesen des Rests gespart? Oder sind den Kritikern nur keine Gegenargumente zu den anderen Punkten dieses Artikels eingefallen???
ast but not least möchte ich betonen, dass ich es absolut begrüße, wenn sich jemand für eine Katze aus dem Tierheim entscheidet - da warten wirklich unendlich liebe und wunderschöne Katzen auf ein neues Zuhause, wo man nur verwundert den Kopf schütteln kann, warum sie überhaupt jemals heimatlos geworden sind (* eine Beschwerde über diesen Satz via Gästebuch und meine Antwort darauf finden Sie am Ende dieses Artikels). Aber genauso sollte man es akzeptieren, wenn jemand bewusst ein Rassekätzchen vom seriösen Züchter adoptiert. Jeder wird seine besonderen Gründe für diese sehr persönliche Entscheidung haben, siehe auch meine Ausführungen weiter unten - und an dieser Stelle sei das Wörtchen "seriös" nochmal herausgestellt. Werfen Sie nur mal einen kurzen Blick in die WWW-Seiten mit kostenlosen Kleinanzeigen aller Art. Dort finden Sie Hunderte, ja Tausende von Annoncen von gedanken- und rücksichtslosen Hunde- und Katzenvermehrern. *Da* kann es einem wirklich schlecht werden und *das* ist m.E. definitiv ein Grund, sich als Tierschützer/Katzenliebhaber aufzuregen und einzusetzen.
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uch ich wurde oft gefragt, warum ich züchte, wo doch so viele Katzen im Tierheim landen. Früher waren Kartäuser meine Favoriten, jetzt können weder mein Mann noch ich uns ein Leben ohne Ragdolls mehr vorstellen. Auch wir haben einen normalen Mäusefänger und wenn er nicht mehr ist, wird vielleicht eine andere normale Katze seine Aufgaben übernehmen. Sollte eine verwaiste, verletzte Katze meinen Weg kreuzen, wird sie gesundgepflegt und vermittelt oder vielleicht sogar bei uns ein Zuhause finden.
Ich kann nur sagen, dass die neuen Eltern meiner Raggiebabys genauso wie wir denken und nur mit Ragdolls leben möchten, weil es eben Radolls sind.
Wir finden Ragdolls schön und lieben ihr Wesen. Wenn jemand mit einem Schäferhund wegen seines Aussehens und seines Charakters sein Leben teilen will, nimmt er sich keinen Mischling aus dem Tierheim sondern geht zum Züchter."
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eit es den Menschen gibt, werden Tiere gezielt gezüchtet. Ob Rind,
Schwein, Schaf, Ziege usw. zum Verzehr, Pferde zum Sport, Hunde zum
Schutz, zur Jagd und heutzutage viele Tiere als Gefährten für den
Menschen wie Hund, Katze, Kleintiere usw.
Es wäre doch ein Jammer wenn keiner mehr unsere geliebten Raggies
züchten würde. Wir züchten doch zum Erhalt dieser wundervollen Rasse und
wenn man bedenkt dass von den knapp 8 Millionen Katzen in Deutschlands
Haushalten gerade mal 10% Rassekatzen sind, dann sollte man als Züchter
kein schlechtes Gewissen haben.
Die Tierheime sind nicht voll weil wir unsere Katzen züchten, sondern
weil unverantwortliche Menschen ihre Hauskatzen nicht kastrieren und
somit die Katzenpopulation ins unermessliche steigt.
ch finde Ragdolls kann es nicht genug geben auf dieser Welt ;-)"
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ch bin auch nur ein Katzenliebhaber und kein Züchter. Ich hatte vorher auch "normale Katzen" die ich sehr geliebt habe. Doch sind die Katzen meistens anders, nicht so sanft, so artig und so extrem gutmütig wie unsere Raggies. Aber meistens versteht das auch nur jemand, der dem Ragdoll-Virus verfallen ist. Ich verurteile auch die Züchter, die eine Rasse nur nach Aussehen züchten. Diese Tiere haben oft schwere gesundheitlich Probleme. Da hört die Tierliebe auf.
ei Tierheimtieren ist oft auch die Frage, was haben die armen Tiere durchgemacht. Oft kann man die Tiere mit viel Liebe und Geduld in ein normales Leben integrieren. Solche Experimente kann man sich aber nicht erlauben, wenn z.B. Kinder im Haus sind. Manchmal können diese Tiere ja sehr unberechenbar reagieren. Das sind meine Bedenken. Ich finde es überhaupt nicht schlimm, wenn Tiere kontrolliert gezüchtet werden (ohne körperlichen Schaden zuzufügen). Würden alle Tiere kontrolliert gezüchtet werden, wären die Tierheime vielleicht auch nicht so voll.
ch finde es sehr schön, dass unsere wunderbaren Ragdolls gezüchtet werden und hoffe sehr, dass es noch lange so bleibt."
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ls ich vor vielen Jahren beschloss, mir Katzen anzuschaffen, habe ich auch
lange überlegt, ob ich einer Tierheimkatze ein gutes Zuhause gebe oder mir
eine Rassekatze zulege, bei der ich weiß, woher sie kommt und dass sie
gesund ist. Ich habe dann beides getan. Die "unberechenbare" Tierheimkatze
hänge ich an. "Löwe" kam dreijährig zu mir und ist vom Wesen her mehr
Ragdoll als meine Raggies, die ich allerdings auch nicht mehr eintauschen
würde.
ls ich noch Rassemeerschweinchen gezüchtet habe, versuchte ich
Interessenten auch oft an das Tierheim zu vermitteln. Ich stellte dann
schnell fest, dass es offenbar zwei Gruppen von Tierkäufern gibt: Die, die
Rassetiere wollen und die, die lieber ein Tierheimtier nehmen. Selten lerne
ich Menschen kennen, die beides machen.
ch habe mir auch früher die Gewissensfrage gestellt, ob ich Tiere züchten
sollte, von denen es viele in den Tierheimen gibt. Aber ich glaube nicht,
dass ich mit meinen gezüchteten Tieren (welcher Art auch immer) den
Tierheimtieren Konkurrenz mache. Schon allein deshalb, weil viele Menschen
eine vom Aussehen her besondere Katze haben möchten und die Tierheimkatzen
überwiegen ja meistens in den Farben grautiger und schwarz/weiß. Die wenigen
Rassekatzen, die gelegentlich im Tierheim landen sind auch oft als erste
wieder vermittelt. Selbst wenn sie Pflegefälle sind wie die achtjährige
herzkranke Ragdoll, die im letzten Jahr in unserem Tierheim saß und so
schnell wieder vermittelt war, dass ich sie noch nicht einmal sehen konnte."
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ei Hunden wird viel weniger argumentiert - so ein Suchhund, Polizeihund usw., der soll schon aus einer ordentlich Zucht stammen und "was können". Und was wären die Renn-, Dressur- und Springpferde ohne selektive Zucht? Beim Einsatz von Hunden ist jedem sofort klar, wozu das gut sein soll, auch bei speziellen Pferderassen.
Katzen sind aber "nur" Gefährten und nicht wirklich einsetzbar im Sinne einer öffentlich sichtbaren Tätigkeit.
Aber auch Rosen werden gezüchtet - und sind nur dazu da, um unser Auge und unsere Nase zu erfreuen.
an kann sich natürlich nur um die ganzen armen Katzen und anderen Tiere kümmern, denn von denen gibt es genug und die sind wirklich nicht zu beneiden.
Andererseits nimmt man mit diesem Verhalten eigentlich anderen Leuten deren Verantwortlichkeit ab.
Das ist so, als würde man alle Tiere aus Zoohandlungen freikaufen wollen oder die armen Hunde erwerben, die auf Parkplätzen aus dem Kofferraum heraus verkauft werden. In gewissem Sinne fördert man damit die Zucht oder besser gesagt die Vermehrungstaktiken von Leuten, die nur Geld machen wollen.
Solange Leute wissen, daß es Tierheime gibt - was ja an sich nichts Schlechtes ist - und daß man ein ungeliebtes Tier dort abgeben kann (wie gesagt - ist nicht Schlechtes, denn Tierheim ist immer noch besser als Umbringen!!!), kann man ja leicht ein Tier nehmen und bei Bedarf dort absetzen.
Das passiert auch unseren Stubentigern, aber doch nicht so häufig - auch wieder: leider, leider, leider, leider - wie Hauskatzen.
ch würde die Zucht von Tieren mit angezüchteten Fehlern (jeder weiß, was ich meine) strikter unterbinden und würde mir auch mehr Kontrollen von seiten der Vereine wünschen, um Hygienemängel oder ähnliches besser kontrollieren und unterbinden zu können.
is ins Extrem weitergedacht und -spekuliert, dürfte man keine eigenen Kinder haben, denn es gibt so viele arme Kinder auf der Welt.
Man dürfte sich kein schönes Kostüm oder einen schönen Anzug leisten, denn so viele Leute haben nicht genug zum Anziehen.
Man dürfte keine Bälle oder Konzerte besuchen, denn das Geld wäre sicher anderweitig besser investiert.
Man sollte sich auch den Kunstbetrieb überlegen, kurz "das Schöne" im Allgemeinen nicht mehr genießen, weil es so viel Elend auf der Welt gibt.
Ich denke aber, man darf sich "dem Schönen" durchaus widmen, egal was man nun als "schön" für sich definiert.
Das kann die Haltung und Zucht von besonderen Tieren sein, der Kauf von Kunstgegenständen, von Luxusartikeln usw.
Nur darf man gleichzeitig nicht vergessen, daß es auf dieser Welt auch viel, sehr viel Elend gibt und sollte dem durch entsprechendes Verhalten auch Rechnung tragen.
Wodurch auch immer. Das muß jeder mit sich selbst ausmachen.
nsere Welt ist nun einmal so, wie sie ist. Es gibt die wunderbare Musik von Mozart, das behagliche Schnurren einer Rassekatze, aber es gibt auch Darfur, es gibt den Irak, Nordkorea, Hunger, Ausbeutung usw. Irgendwie müssen wir es schaffen, beidem Raum zu geben, beides auszuhalten."
"
igentlich ist der Vorwurf, daß man Rassekatzen züchtet, völlig unüberlegt. Bei sehr vielen Tierarten, Pflanzenarten usw. spielt das Thema Erhalt der
Rasse, der Art, sogar Rückzuchten eine wesentliche Rolle, um die Artenvielfalt zu erhalten. Natürlich würde auch eine einzige Rosensorte genügen, aber gerade die Vielfalt erfreut das Auge. Auch bei den Katzen hat ja jede Rasse ihr eigenen Merkmale und daher auch ihre Anhänger. Die Natur, der liebe Gott, oder woran eben jeder glaubt, hat unterschiedliche Arten hervorgebracht. Eine Aufgabe des Menschen besteht darin, diese Arten - soweit eben möglich - zu bewahren und wo sinnvoll - zu verbessern.
In einer Welt in der die Individualität eine immer wichtigere Rolle spielt,
sollte es jedem überlassen bleiben, ob und welche Haustiere man für sich
bevorzugt. Schließlich lebt man mit ihnen 10-20 Jahre zusammen. das ist doch
eine ziemlich lange Zeit - für beide Teile.
ass wir alle daran arbeiten sollte, das von den Rassetieren völlig
unabhängige Katzenelend (das gleiche gilt auch für Hunde und andere Tiere)
zu bekämpfen, ist klar. Aber jeder Katzenfreund, der - vielleicht gerade
durch eine Rassekatze wie die Ragdoll - zum Katzenfan, Katzenanbeter
geworden ist - für Tierheime spendet, sich für den Tierschutz / Katzenschutz
/ Sterilisationsprogramme etc. einsetzt, hilft mit dieses Elend zu
verändern.
erade die Rassekatzenzüchter tragen durch Ausstellungen, PR, Zeitschriften,
Katzenschönheiten, entzückenden Babybilder usw. sehr viel dazu bei, ein
positives Bild der Katze in der Öffentlichkeit zu verankern. Dies führt sehr
effektiv zu einer Bewußtseinsbildung, daß Katzen entzückende, wunderbare
Geschöpfe sind, denen man helfen muß, die man aus dem Tierheim holt, für die
man spendet usw.
as bedeutet - gerade die Züchter helfen direkt und indirekt allen Katzen.
Liebe Grüße
(Keine Züchterin !) "
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a, die Argumente aus dem Gästebucheintrag sind natürlich alles Punkte, die jeder Züchter mit sich ausmachen bzw. VERANTWORTEN muss. Es ist nicht leicht. Ich habe sieben Jahre mit mir gehadert und gegrübelt, ob ich aus all diesen Gründen überhaupt züchten möchte und in dieser Zeit als Ragdollliebhaber unzählige Gedanken und Gefühle zu Tierschutz & Co gehabt. Und man hört nie auf zu überlegen, weil man auch als Rassekatzenzüchter nicht blind sein sollte, was um einen herum passiert, und die meisten sind es auch nicht.
n meiner Nicht-Züchter-Zeit habe ich mich intensiv mit Genetik, Rassetyp, Tierverhalten und Katzenlesestoff in diversen Ausführungen beschäftigt. Erstens weil es mich interessierte, und zweitens um mit diesem oder jenem meinen Tieren nutzen zu können, denn genug Wissen für einen Mehrkatzenhaushalt, egal ob Rassetier oder nicht, kann man gar nicht haben. Zudem wollte ich nicht die Rechnung: Katze mal Katze gleich viele Katzen ausführen, wie so manch anderer angehender Züchter (das heißt nicht, dass ich nicht ebenso grün hinter den Ohren bin wie jeder Anfänger, aber ich wollte für mein ethisches Empfinden mein Bestes für meine Tiere tun). Und habe gespendet, wenn Tiere damit direkt Hilfe erfahren konnten, bzw. wenn unser städt. Tierheim die Pforten geöffnet hatten.
nfangs stellte ich mir auch die Frage "Warum nicht zwei Tierheimkätzchen?" - ich kannte Katzen nur vom Bauernhof und aus der Zeitschrift. Das Wesen war mir fremd, auch wenn ich sehr viel las, den persönlichen Kontakt kannte ich nicht.
Und mir wurde etwas bang, als ich mir vorstellte, dass unsere neue Wohnung (wir sind gerade frisch von zu Hause ausgezogen) samt Möbel in Streifen geschnitten werden würde.
atürlich gibt es auch im Tierheim wunderbar sozialisierte, sehr anhängliche und liebe Katzen, aber trotzdem sind die meisten Hauskatzen einfach anders als Ragdolls (was nicht heißen will, dass es keine Ragdoll mit Allüren gibt, aber es ist seltener).
Das kann ich nun durch meine Erfahrung einfach so zum Besten geben. Ob Transport zum Tierarzt oder Verhalten in der Wohnung - Ragdolls sind eher Hunde-Katzen. Und mit ihr habe ich einen Hausgenossen, der sehr liebevoll und geduldig mit Kindern ist (denn diese hatte ich damals auch schon geplant und wenn, dann sollten unsere Katzen in spe auch einen Lebensplatz bekommen und nicht bei Veränderungen abgeschoben werden), mit Menschen unkompliziert zusammen lebt und sich sozial in der Katzengruppe zeigt.
ie gesagt, Ausnahmen bestätigen die Regel, jedes Tier ist ein Individuum und man kann sie nicht alle über einen Kamm scheren. Ich weiß aber, dass ich mit unseren Ragdolls genau das habe, was ich mir erträumt habe, und dass ich als Katzenanfänger mit einer Tierheimkatze, die vielleicht schon etliches an schlechter Erfahrung durchmachen musste, total überfordert gewesen wäre. Sofern es die Platzverhältnisse zulassen und auch mein Mann damit einverstanden ist, gäbe es bei uns heute auf jeden Fall einen Notfallplatz für eine Tierheimmieze. Inzwischen fühle ich mich innerlich gut vorbereitet dafür und würde diesen Bund mit einem Tierchen von dort eingehen.
ezüglich der "Vermehrung" kann ich nur sagen, dass es mir unendlich wichtig ist, diesen Punkt nicht gelten zu lassen.
Von den vorher angegebenen sieben Jahren habe ich zwei Jahre im Internet nach Ragdolls bzw. nach einem möglichen Ragdollmädchen geschaut. Es sollte mir gefallen, typvoll sein, und ich wollte nicht allzu viele Kompromisse machen. Wenn ich züchten würde, dann auch zum Wohle der Rasse.
Das heißt ein gutes Maß an Fachwissen, bzw. das Interesse daran, und somit dem Standard möglichst nahe zu kommen. Viele sehen es als eine Art "Hitler-Ader", bei einem Tier nach einem "Punktesystem" zu gehen. Würde ich aber nicht danach gehen, wäre ich kein Züchter, sondern tatsächlich nur ein Vermehrer.
ür uns ist es am wichtigsten, gesunde, wesensstarke und typvolle Katzen auf die Welt zu helfen, um den neuen Menschen das tiefe Gefühl der Liebe weitergeben zu können, die wir bei unseren Tieren empfinden.
Wie ich bereits erwähnt habe, ist die Ragdoll normalerweise nicht nur vom Äußeren, sondern auch vom Wesen her anders als eine Hauskatze. Und jemand, der dies liebt, wird sich nicht für eine Tierheimkatze entscheiden, bzw. nicht nur eine Tierheimkatze aufnehmen, weil er sonst etwas vermisst.
ines sollte vielleicht noch erwähnt werden: Vor ein paar Jahren zeigte man in einer Tiervermittlungssendung zwei Ragdollkatzen, die über das Fernsehen ein neues Zuhause finden sollten. Die Züchterin, der vorher nicht bekannt gewesen war, dass die ursprüngliche Besitzerin ihre Katzen nicht mehr haben wollte und einfach ins Tierheim abgeschoben hatte, nahm sofort mit der zuständigen Stelle Kontakt auf. Ich weiß, dass dort der Züchterin das mit der Vorbesitzerin vertraglich geregelte "Vorkaufsrecht" verweigert wurde, sie auch keine Möglichkeit hatte, für die Tierchen aus ihrer Zucht neue Menschen zu suchen. Im Gegenteil, sie wurde dort noch beschimpft als sie sie sofort abholen wollte, sie würde das Leid der Tiere noch mehr durchs Züchten verbreiten, usw. In diesen Sendungen wird immer enorm über Zuchten geschimpft, aber wenn man solch ein Rassetierchen präsentiert, wird es auch immer mit einem Satz angepriesen wie: "Hier bekommen Sie was ganz edles, ein reinrassiger XY. Etwas ganz besonderes also."
un würde mich interessieren, wie Sie diese Thematik sehen? Vielleicht können Sie sich auch einmal in einen Züchter hineinversetzen, der durch sein "Vorkaufsrecht" die Hoffnung hat, bei ausartenden Lebensumständen sein Tier wieder zurücknehmen zu können und HELFEN möchte, der Tierschutz ihm das jedoch verweigert?
as Vorkaufsrecht haben viele Züchter in den Verträgen, weil es ihnen nicht um den ausschließlichen Verkauf oder die schnelle Mark/Euro geht (wenn man das überhaupt in einer Zucht kann. Ich habe bis heute noch keinen Züchter gesehen, der aus einer seriösen Liebhaberzucht Geld schlagen konnte), sondern um die Tiere die er liebt!
Es heißt ein Leben lang Verantwortung für diese Tiere, für sie gerade zu stehen! Denn es ist nicht einfach, Tiere wieder in seine Cattery zurückzunehmen. Die meisten haben genug Katzenpopulation, Eingliederung fordert Geschick und das "Unglückstierchen" muss erst mal gesondert untergebracht werden. Quarantäne (zum Schutze des Katzenbestandes) sowie die damit verbundenen Platzumstände, und nicht zu vergessen das Seelenleben des Tierchens sind wichtige Punkte.
Ich könnte jetzt noch etliche Seiten dazu schreiben, doch ich lasse erst mal alles so stehen und hoffe, Sie können auch mal ein wenig nach links und rechts schauen, wie Sie es auch von uns Züchtern wünschen.
ch bin übrigens viele Jahre Vegetarier gewesen. Durch meine Schwangerschaft und dem massiven Eisenmangel bin ich dann leider wieder auf den Fleischverzehr gekommen. Nachdem unsere Kinderplanung abgeschlossen sein wird, werde ich sicherlich auch wieder Vegetarier.
Das muss ich dann mit mir und meiner Gesundheit vereinbaren. Lassen Sie doch bitte jedem die Wahl...
uch wenn ich auf das Fleisch (was ich auch im Moment sehr sparsam verzehre, weil es eben kein Produkt, keine Ware ist, sondern wirklich ein Tier mit Seele war) verzichte, werden viele andere Menschen eine andere Einstellung zur Ernährung, zu ihrem persönlichen Leben haben.
Ich wünschte, es wäre anders, aber so ist unsere Welt.
Volle Tiertransporter mit aus den Gitterstäben hängenden, wehenden Schweineöhrchen werden wohl immer ein Teil des heutigen Autobahnbildes sein.... und trotzdem beißen die meisten Menschen genüsslich in ihre Bratwurst oder ins knusprig gegrillte Bauchfleisch.
Jeder muss seine Wege gehen und vor sich und Gott verantworten - und in Züchtergedanken natürlich auch vor seinen Tieren. Das sind die einzigen, denen man Rechtfertigung schuldet.
ie Welt zum Postitiven verändern, und sei es nur ein bisschen, ist ein schöner Gedanke. Da gebe ich Ihnen Recht."
ch glaube, aus all diesen Meinungen geht deutlich hervor, dass Rassekatzenzucht und Tierschutz sich nicht gegenseitig ausschließt, und in unserer heutigen Welt für beides Platz ist (oder zumindest sein sollte...).
obei ich manchmal das Gefühl habe, dass Züchter dem Tierschutz gegenüber oft aufgeschlossener sind als der Tierschutz den Rassekatzen. Der o.g. Fall der beiden in der Tiervermittlungssendung vorgestellten Ragdolls ist da nur ein Beispiel. Die ganze Geschichte hatte übrigens noch ein echtes Happy End. Die neuen Besitzer wollten mehr über ihren vierbeinigen Familienzuwachs erfahren - ihnen war ja nur deren Rasse und Rufname bekannt (etwaige Stammbäume und ursprüngliche Impfpässe, eben alles, was auf die Herkunft von Rassetieren hinweisen oder möglicherweise für Zucht und Ausstellung verwendet werden könnte, wird von Tierschutzorganisationen i.d.R. vor der Abgabe vernichtet bzw. zumindest nicht an die neuen Besitzer mit ausgegeben) - und kontaktierten einen anderen Ragdollzüchter über dessen Website. Dieser konnte sich jedoch noch gut an die Tierheimgeschichte erinnern, die in der Ragdollszene einige Wellen geschlagen hatte, und verwies an den eigentlichen Züchter, der mehr als erleichtert war, seine von ihm aufgezogenen "Kinder" wiedergefunden zu haben und zu wissen, dass sie nun in einem verantwortungsvollen Zuhause bei lieben Menschen untergebracht waren. Die Vorbesitzerin, die gegen das zum Schutz der Katzen vertraglich vereinbarte Vorkaufsrecht des Züchters verstoßen hatte, wurde gerichtlich verurteilt, die in diesem Falle (zur zusätzlichen "Abschreckung", hat hier leider nicht gewirkt...) festgesetzte Vertragsstrafe zu zahlen. Hätte sie sich an den Vertrag gehalten, hätte sie sich selbst und allen Beteiligten viel Ärger und Kosten, und nicht zuletzt den Katzen etliches an Stress und Angst erspart.
in weiteres Erlebnis, das einem durchaus zu denken gibt: Eine Ragdollkatze bekommt zum ersten Mal Nachwuchs, leider gibt es Komplikationen, es wird dringend eine Amme für die Kleinen gesucht. Die Züchterin wendet sich in ihrer Not an das örtliche Tierheim, ob es dort eine Mutterkatze gibt, die die kleinen Ragdollbabies annehmen könnte. Dafür wäre sie nur zu gerne bereit, ordentlich zu spenden und diese Katze zu "adoptieren", ein lebenslanger Schmuseplatz wäre ihr sicher. Antwort des Tierheims: "Rassekatzenzucht unterstützen wir nicht!" Mit dieser schroffen Absage wurde nicht nur den Ragdollbabies eine Überlebenschance versagt, sondern auch einer heimatlosen Hauskatze ein wirklich schönes dauerhaftes Zuhause. Wo bleibt da der Tierschutz?
(Nachtrag: Ich denke, niemand hätte es der Ragdollzüchterin verübelt, wenn sie nach dieser Abfuhr nun nichts mehr mit diesem Tierheim zu tun haben wollte. Die Geschichte geht jedoch weiter, aber das soll die Züchterin selbst erzählen:
"
or einigen Jahren bekam ich einen Anruf des hiesigen Tierheims (das, welches mir damals eine Absage erteilt hatte, als ich um eine Amme gebeten hatte ...), ob ich einen Wurf Hauskätzchen von Hand aufziehen könnte, da die hierfür geeigneten Plätze bereits alle belegt seien. Die Kitten waren knapp eine Woche alt, die Mutter nicht auffindbar. Es ging ums Überleben der kleinen Kätzchen und natürlich sagte ich ohne nachzudenken zu. Kaum eine Stunde später zogen drei kleine Schwarze bei uns ein.
ie Aufzucht war natürlich ein Haufen Arbeit, zumal sich auch keine meiner Raggy-Damen für die Brutpflege wie z.B. Putzen und Wärmen bereit fand. Auch tauchten einige Probleme auf, die ich bei der Aufzucht von Ragdolls nicht kennen gelernt hatte: Sie waren allesamt frühreif und hyperaktiv ;o) und hingen bereits mit vier Wochen in Gardinen, Tischdecken und mit Vorliebe an nackten Beinen. Zum Ausgleich dafür weigerten sie sich aber beharrlich, den richtigen Umgang mit den eigenen Ausscheidungen zu erlernen. Jeden Morgen musste ich die Drei baden, da sie über Nacht, anstatt sie zu verscharren, unbekümmert durch ihre Exkremente gestiefelt waren und mindestens die Beinchen, Bäuche und Popos kräftig verschmutzt waren.
laschenkinder wachsen mir immer ganz besonders ans Herz - wen wundert's also, dass Luzi, die wildeste von allen, bei uns "hängen geblieben" ist?" )
hnlich befremdlich diese Tierheim-Reaktion: Eine Katze ist zugelaufen, die telefonische Anfrage, ob man das Tier vorbeibringen könnte, wird energisch abgeblockt, man sei "voll bis obenhin", der Anrufer müsse sich schon selbst um die Katze kümmern. Nach der Erwähnung, die Katze sähe aus wie eine reinrassige, weiße Perserkatze, ändert sich die Situation jedoch in Sekundenschnelle. Offenbar spekuliert man auf die für ein Rassetier erhöhte Vermittlungsgebühr, denn nun heißt es plötzlich: "Das sei natürlich etwas *völlig* anderes, eine solche Katze könne man gerne gleich einliefern!". Hallo??? Dass Tierheime dankbar sind über jeden Extra-Euro, ist absolut nachvollziehbar und auch in keinster Weise zu verurteilen. Aber entweder es ist noch Platz für eine Katze oder eben nicht. Dass im Notfall zwischen Hauskatze und Rassekatze unterschieden wird, egal um was es geht, ist einfach nur traurig und führt den Tierschutzgedanken ad absurdum.
atürlich kann man es nicht verallgemeinern, doch ich kenne auch persönlich einige Fälle, wo sich Interessenten im Tierheim nach einem kätzischen Gefährten umsehen wollten, aber aufgrund der unfreundlichen oder gar überheblichen Behandlung dort schnellstens davon Abstand genommen - und sich dafür bei einem Rassekatzenzüchter ein oder zwei Kätzchen ausgesucht haben!
(bzw. in einem Fall waren es dann zwei Hauskätzchen "von Privat" über eine Zeitungsannonce. Leider waren die beiden Katzenbabies durch absolute Fehlernährung, extreme Verwurmung und Ohrmilben so geschwächt, dass das Katzenmädchen die Fehlbehandlung des Tierarztes = ein nur für Hunde geeignetes, für Katzen hochgiftiges Ohrmilbenmittel - nicht überlebte. Wenigstens konnte der Wurfbruder mit hohem finanziellen und emotionalen Aufwand gerettet werden. Nachdem er sich zu einem gesunden, übermütigen Jungkaterchen gemausert und sich auch sein Frauchen wieder vom Schock erholt hatte, bekam er schließlich mit einer kleinen Ragdoll ein neues "Katzenschwesterchen" geschenkt. Die beiden leben inzwischen schon viele Jahre zusammen und lieben sich sehr)
ch möchte wirklich nicht wissen, wieviel Elend und gequälte Kreaturen man in einer Tierschutztätigkeit mitansehen muss, meine größte Hochachtung vor allen, die sich aktiv im Tierschutz engagieren. Keine Frage, dass man da absolut sichergehen möchte, dass ein zu vermittelndes Tier den bestmöglichen Platz bekommt. Aber trotzdem ist es vermutlich wenig hilfreich, in jeder Anfrage gleich einen potentiellen Tierquäler zu wittern, und ein bisschen Höflichkeit und Freundlichkeit hat noch nie geschadet.
ass Mensch und Katze ideal zusammenpassen, ist eines der wichtigsten Kriterien für eine erfolgreiche Vermittlung. Dabei hat wahrscheinlich jeder - egal ob Züchter oder Tierheim - eine andere Vorstellung, was ein "perfektes Zuhause" ausmacht. Daher muss man als Interessent immer mal damit rechnen, dass gerade kein geeignetes Kätzchen erhältlich ist/man sich ggf. bei mehreren Adressen umsehen muss, bis man erfolgreich ist. Schlechte Karten haben allerdings Interessenten, die so gar nicht in die vorgegebene Schablone passen wollen, wie es anscheinend bei der nachfolgenden Familie der Fall war. Ob es nun als positiv oder negativ zu werten ist, dass in mehreren Tierheimen offenbar keine einzige kinderfreundliche Katze dabei war, die möglicherweise für die anfragende Familie in Frage gekommen wäre, mag jeder für sich selbst entscheiden. Ein Gästebucheintrag:
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allo, habe mir gerade die Seite durchgelesen warum nicht eine Katze vom Tierheim, sondern vom Züchter. Also ich kann da nur sagen... auch wenn die Tierheime überfüllt sind, es ist gar nicht so leicht eine Katze vom Tierheim zu bekommen, wenn man ein Kleinkind hat. Selbst wenn das Kind schon Katzen kennt und auch mit ihnen umgehen kann. Habe es versucht in x-Tierheimen ohne Erfolg. Erst dann habe ich nach einer Rasse gesucht, die in unsere kleine Familie passen könnte und bin auf die Ragdolls gestossen. Das Ende vom Lied. Habe Kontakt mit einer Züchterin in meiner Nähe aufgenommen und mir die Tiere mal angeschaut und da war es um mich geschehen. Wir bekommen jetzt einen kleinen Ragdollkater. Und mein Kind ist jetzt bei jedem Besuch mit dabei. Er ist begeistert und ich freue mich über diese Sanftmut selbst bei einem Kitten. Nun bin ich dabei unser Haus einigermassen Katzensicher zu machen und unseren Garten auch in Vorfreude auf unser neues Familienmitglied."
as ich mit all diesen Begebenheiten sagen möchte ist, dass zuweilen die Tierheime nicht ganz unschuldig sind, wenn die Vermittlungsrate nicht so hoch ist, wie man es sich eigentlich wünscht, oder das Bild in der Öffentlichkeit leidet. Dass es auch anders geht und mehr oder weniger direkte Zusammenarbeit zwischen Heim und Züchter möglich und sinnvoll ist, beweist die Geschichte einer befreundeten Britisch Kurzhaar-Züchterin. Geeignete Interessenten, die nur der Kaufpreis eines Rassekätzchen vor der Aufnahme einer Katze abgeschreckt hat, hat sie stets und ganz selbstverständlich an das Tierheim verwiesen. Und eines Tages kam völlig überraschend die erste Anfrage nach einem Britisch Kurzhaar-Jungtier, die als Dankeschön vom *Tierheim* an sie vermittelt wurde. Andere Tierheime arbeiten auch eng mit den Vermittlungsstellen der jeweiligen Rasse-Klubs zusammen, das scheint allerdings vorwiegend bei Hunden zu klappen - sobald ein Rassetier (oder manchmal auch Mischling aus einer bestimmten Rasse) in das Heim eingeliefert wurde, wird "XYZ in Not" benachrichtigt, was oft eine ganze Maschinerie in Gang setzt, damit das Tier baldmöglichst erfolgreich in ein neues Zuhause vermittelt wird. Bis dahin immer öfter sogar inkl. vollständiger Übernahme oder zumindest einer dicken Beteiligung an den anfallenden Tierarzt- und Futterkosten. Vorbildlich!
esonders in den USA machen immer wieder einmal teilweise recht fanatische Tierschutzgruppen, die auch vor militanten bzw. illegalen Einsätzen nicht zurückschrecken, um ihre Ziele zu erreichen, mit der Forderung auf sich aufmerksam, die Rassetierzucht ganz oder zumindest so lange zu verbieten, bis die letzte Katze und der letzte Hund in den Tierheimen vermittelt ist. Abgesehen davon, dass solche Kampagnen Intoleranz pur widerspiegeln, wird schnell klar, dass das ganze auch nicht funktionieren kann, da Rassetiere eben nur einen ganz geringen Anteil der weltweiten Katzenpopulation und Tierheiminsassen ausmachen. Solange es Katzenbesitzer gibt, die ihre freilaufenden Tiere nicht kastrieren lassen, Nachwuchs produzieren, ohne sich für dessen Verbleib verantwortlich zu fühlen, oder sich vor dem Urlaub bzw. wenn das Tier aus anderen Gründen "lästig" wird, bedenkenlos an der nächsten Autobahnausfahrt ihres "Lieblings" entledigen, wird der Tierheim-Nachschub leider nie ausgehen.
s ist wohl nur frommes Wunschdenken, dass plötzlich jeder ein Tier aus dem Tierheim retten wollte und würde, sobald es keine Rassekatzen mehr gäbe (und das kann ich definitiv aus eigener Erfahrung bestätigen... Während meiner Ausbildungszeit in einer Tierklinik oder auch bei Freunden und Nachbarn habe ich über die Jahre hinweg zwar viele ganz entzückende Katzen erlebt, aber erst nachdem ich 1986 die Ragdoll kennengelernt hatte, wurde der Wunsch nach einem eigenen Kätzchen übermächtig. Ansonsten würde ich vermutlich bis heute noch keine eigene Samtpfote beherbergen, egal ob aus dem Tierschutz, vom Züchter oder sonstwoher). Außerdem träfe so ein Zuchtverbot vor allem die seriösen, registrierten Züchter, die schon immer auf verschiedenste Art und Weise darauf geachtet haben, dass ihr Nachwuchs *nicht* für weiteres Katzenelend sorgt. Übrig blieben skrupellose Geschäftemacher, die dann illegal und unter der Hand den Rassekatzen-Schwarzmarkt bedienen würden, auf Kosten der Tiere - und der neuen Besitzer... Denn dann zählt nicht mehr das Wohlergehen und die Gesundheit der Tiere, sondern nur noch der größtmögliche Gewinn für die "Ware Tier".
ass diese Vorstellung gar nicht so abwegig ist, sieht man schon jetzt an anderen kleinen Beispielen. So ist es z.B. bei uns bereits seit Mitte der 1980er Jahre verboten, Hunden die Ohren zu kupieren, später gefolgt vom Schwanzkupierverbot. Trotzdem fallen in den Parks oder auf der Straße beim Gassigehen immer noch junge Hunde mit kupierter Rute und kupierten Ohren auf - alles früher traditionell kupierte Rassen. Und das sind keine "Verletzungsfälle", die also aus medizinischen Gründen amputiert werden mussten, und auch keine wertvollen Zuchthunde, die man leider, leider nicht anders aus dem Ausland importieren konnte... Wo Nachfrage ist, wird es auch immer irgendwo ein entsprechendes Angebot geben, egal ob es ethisch vertretbar bzw. gesetzlich erlaubt ist, oder nicht.
edenfalls bin auch ich der Ansicht, dass es nichts Verwerfliches ist, wenn man sich bei der Wahl des geeignetsten Haustieres seinen persönlichen Herzenswunsch erfüllt, solange es eben nicht gegen das Wohlbefinden des jeweiligen Tieres/der Art gerichtet ist. Ich glaube, kaum jemand würde sich vorschreiben lassen, nur diese oder jene Automarke fahren zu dürfen, z.B. um Arbeitsplätze zu sichern, oder seinen Wagen aus Umweltschutzgründen ganz abzuschaffen. Und bei einem Lebewesen, mit dem man - wie bereits oben erwähnt wurde - normalerweise eine lange Zeit sein Leben sehr intensiv teilt, ist doch noch weitaus mehr "Gefühl" involviert, als bei einer Maschine - oder sollte es zumindest.
or einigen Jahren habe ich zwei Ragdollbrüder an eine damals 70-jährige Interessentin abgegeben (die Versorgung der beiden ist natürlich gesichert, sollte die Besitzerin aus irgendwelchen Gründen dazu nicht mehr in der Lage sein). Diese Dame hat Zeit Ihres Lebens arme Tiere aufgenommen und versorgt, die keiner mehr wollte, dreibeinige Hunde, einäugige Katzen... Nachdem ihr letztes Hündchen in hohem Alter verstorben ist, wollte sie sich einmal in ihrem Leben ihren vierbeinigen Gefährten, wohl ihr allerletztes Tier, selbst aussuchen. Hätten Sie das Herz/ fällt Ihnen ein berechtigter Grund ein, ihr diesen Wunsch nach einem problemlosen Rassetier abzuschlagen? (ich habe meine Entscheidung jedenfalls nie bereut und kann mir keinen liebevolleren und geeigneteren Platz vorstellen. Mir wird stets ganz warm ums Herz, wenn ich höre, wie wunderbar die drei miteinander auskommen und die Kater ihr Frauchen auf Trab (= aktiv!) halten). Und dann gibt es auch noch die beiden engagierten Tierschützerinnen, die zuhause neben diversen geretteten Katzen jeweils auch eine "normal gekaufte" Ragdoll beherbergen. Soll man diesen Damen, die sich so für den Tierschutz einsetzen, die Rassekatze ankreiden/verwehren? Ich denke, nein.
elbst in der Werbung, z.B. für Katzenfutter (Whiskas, Sheba & Co), Streu (Catsan), Wandfarbe (Alpina), Schuhe (Deichmann), usw. setzen die Agenturen auf Rassekatzen, obwohl mit Sicherheit zumindest beim Futter und Streu vor allem Hauskatzenbesitzer als "Zielgruppe" angepeilt sind und wohl auch die anderen Produkte möglichst viele Menschen ansprechen sollen - und da stört sich auch niemand daran, dass es sich dabei um Rassetiere handelt. Ja, solche Werbekampagnen kommen in der Bevölkerung sogar so gut an, dass sie in der Vergangenheit schon mehrfach mit Zuschauerpreisen für die beste "tierische" Werbung ausgezeichnet wurden.
ber wem wirklich etwas am Tierschutz liegt, sollte genau überdenken, *wo* er die gewünschte Rassekatze erwirbt...
ngesichts der übervollen Tierheime finde ich es in der Tat unverantwortlich, Rassekatzen ohne Stammbaum (und ohne selbst einem seriösen Rassekatzenverein anzugehören) zu vermehren. Denn von *Zucht* kann da wirklich keine Rede sein. Auch wenn hier manchmal menschenfreundliche Gründe vorgeschoben werden á la "auch Katzenliebhabern mit kleinem Geldbeutel soll ein Rassetier ermöglicht werden" (einmal gab es sogar einen "Züchter", der seine Ragdollkätzchen nicht nur viel zu jung und ohne Stammbaum, sondern auch ungeimpft abgab, um den neuen Besitzern großzügig 'die Wahl des Impfstoffes selbst zu überlassen und damit den Kaufpreis noch weiter zu verringern'... - eine für die Kätzchen lebensgefährliche Verkaufsmasche), oder: "Wir züchten nur aus Liebhaberei/ sind *Privatzüchter*, mit den "Profizüchtern" wollen wir nichts zu tun haben, und die Vereine ziehen einem ja doch nur das Geld aus der Tasche", geht es doch in erster Linie um den Gewinn oder zumindest um ein nettes finanzielles Zubrot. Was aber nur möglich ist, wenn man in Haltung und Aufzucht auch möglichst viel einspart.
olche Leute entziehen sich bewusst der öffentlichen Kontrolle. Kein Mensch weiß, wieviele Würfe die Mutterkatze im Jahr aufziehen muss, ob auch alle Katzen gesund und geimpft sind, ob die Kätzchen tatsächlich von den angegebenen Elterntieren stammen, ob mit Erbfehlern oder viel zu engen Linien gezüchtet wird, etc. etc. Außerdem ist auffallend, dass in solchen Fällen gerne mal über ein vertraglich vereinbartes Zuchtverbot des ursprünglichen Züchters hinweggesehen und illegal mit als Liebhabertier gekennzeichneten Katzen gezüchtet wird. I.d.R. hat es aber einen triftigen Grund, dass ein Tier eben nicht für die Zucht freigegeben/ geeignet ist. Ich würde sagen, eine Zucht mit Liebhabertieren ist eigentlich kein besonders deutliches Zeichen, dass einem wirklich etwas an der Rasse und an seinen Katzen liegt. Und: wer schon bedenkenlos den Züchter betrügt, warum dann nicht auch die Käufer der eigenen Kätzchen...?
enauso ist der Tierhandel (der heutzutage in recht subtiler Form auftreten kann, wie: vor allem im Ausland werden ganze Würfe aufgekauft, man gibt sich aber als deren Züchter aus. Per Annonce werden die Kätzchen dann entweder in der eigenen Wohnung oder buchstäblich aus dem Kofferraum heraus verkauft - man trifft sich z.B. mit dem Interessenten auf halbem Weg auf der Autobahn) keine geeignete Quelle für ein Rassekätzchen. Nicht selten sind solche Kätzchen krank und verhaltensgestört, da sie möglichst billig "produziert", viel zu früh von Mutter und Geschwistern getrennt und von jemandem vermehrt wurden, dem es egal ist, wo sie letztendlich landen, Hauptsache der Rubel rollt. Kurz bevor ich diesen Absatz verfasste, hatte eine Münchner Tageszeitung innerhalb einer Woche zwei erschreckende Vorfälle gemeldet: 1) Ein Tierhändler wurde verurteilt, da er kranke oder unverkäufliche Tiere auf bestialische Weise umgebracht hatte, und 2) Ein bayerisches Tierheim ist dem Ruin nahe, da es eine Ladung schwerkranker Hunde aufgenommen hat, die einem Tierhändler abgenommen wurde und die Tierarztkosten ins Unermessliche steigen - dabei sind bereits 2 Hunde gestorben, weitere werden vermutlich folgen...
ür eine verantwortungsvolle Zucht sind die im Gästebucheintrag angeprangerten "Fortpflanzungsrichtlinien" und "Stammbaumgschichtln" einfach unverzichtbar. Auch ein seriöser Züchter - und es sei nochmal 'seriös' extra betont, denn natürlich gibt es leider auch mal unter registrierten Züchtern schwarze Schafe. Aber dann hat man bei Verstößen wenigstens die Möglichkeit, über den Verein an sein Recht zu kommen - züchtet nur aus Liebhaberei, aber sorgfältig geplant und mit allen Konsequenzen, und nicht zum Geldverdienen (für die meisten Züchter ist die intensive Beschäftigung mit ihren Tieren und allem was rund um Zucht und Ausstellung dazugehört ein wichtiges, geliebtes Hobby, so wie andere Leute vielleicht ihre Zeit mit Surfen, Verreisen in ferne Länder, künstlerische Tätigkeiten, usw. verbringen).
inem seriösen Züchter ist es wichtig, eben nicht nur zwei beliebige Katzen zusammenzustecken und den Nachwuchs daraus höchstbietend zu verscheuern, sondern dass in punkto Aussehen und Charakter möglichst rassetypische und gesunde Kätzchen auf die Welt kommen, die ihren neuen Besitzern viel Freude machen. Ein seriöser Züchter achtet darauf, dass nur geeignete Menschen seine mit viel Liebe und Sorgfalt (was natürlich auch die beste Versorgung, d.h. hochwertiges Futter, kompetente Tierarztbetreuung, etc. bedeutet) aufgezogenen Katzenkinder adoptieren, er fühlt sich ein ganzes Katzenleben lang für die von ihm gezüchteten Tiere verantwortlich und steht den neuen Besitzern stets mit Rat und Tat zur Seite. Das alles kostet den Züchter viel Zeit, Geld, manchmal auch eine ordentliche Portion Herzeleid..., braucht enormes Wissen, Einfühlungsvermögen und Engagement, was sich dann natürlich auch in einem angemessenen Verkaufspreis widerspiegelt. Aber dafür bekommt man als Käufer auch ein glückliches Kätzchen, mit dem man rundum zufrieden ist.
llen Katzeninteressenten sollte bewusst sein, dass für jedes Tier, das aus finanziellen Gründen oder Mitleid aus schlechter Aufzucht/Haltung gekauft wurde, wieder ein Platz frei wird für neuen Nachwuchs in ebenso schlechter Aufzucht/Haltung. Und es wird sich erst etwas daran ändern, wenn solche Geschäfte mangels Nachfrage einfach nicht mehr lukrativ genug sind.
nd was die "überflüssige Forschung" betrifft: Hauskatzen können genauso krank werden wie Rassekatzen und an allen möglichen erworbenen oder vererbten Erkrankungen leiden. Somit kommt eine entsprechende Forschung auch *allen* Katzen zugute, egal ob mit oder ohne Stammbaum. Viele früher gefürchtete Krankheiten und Seuchen, oft mit tödlichem Ausgang, konnten erst durch ausführliche Langzeitstudien entschlüsselt und "entschärft" werden, und ohne Forschung gäbe es auch die für uns heute in der Tiermedizin so selbstverständlichen Impfstoffe, Tests und Medikamente nicht. Da stellt sich die Frage - wer initiiert diese Studien, wer trägt die Kosten?
a wird es den einen oder anderen Katzenfreund vielleicht überraschen, dass gerade die "Rassekatzen-Leute" einen nicht unerheblichen Anteil daran haben. Schon lange vor Zeiten des Internets haben Rassekatzenzüchter eng zusammengearbeitet, sich persönlich, z.B. auf Katzenausstellungen, oder über Fachartikel in Katzenmagazinen und Clubzeitschriften ausgetauscht, die elektronische Kommunikation heutzutage hat dies über alle Ländergrenzen hinweg natürlich noch wesentlich vereinfacht. Solch ein stetiger "geballter" Informationsfluss macht schnell klar, welche Probleme in der Katzenhaltung auftauchen und vorrangig einer Lösung bedürfen. Und organisierte Züchter tun sich oft leichter als ein "normaler" Katzenbesitzer, die zuständigen Ansprechpartner zu kontaktieren und einen Forschungsauftrag ins Rollen zu bringen.
ft geschieht dies über spezielle Einrichtungen. Eine der ältesten und heute vermutlich bedeutendste Organisation dieser Art ist dabei sicher die 1968 von der CFA (Cat Fanciers Association) - also einem Katzenverein - ins Leben gerufene und nach dem damaligen, lange Jahre für die CFA als Rechtsanwalt und Berater tätigen Robert H. Winn benannte Winn Feline Foundation. Die Winn Foundation hat es sich zur Aufgabe gemacht, finanzielle Mittel für medizinische Studien und Aufklärungsarbeit zu sammeln und zu koordinieren, die der Gesundheit und dem Wohlergehen der Katze dienen.
chon beachtliche 1,5 Millionen Dollar konnten bis heute über die Winn Foundation für diese Zwecke bereitgestellt werden, und es würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, alle Studienaufträge und Forschungsergebnisse aufzuzählen, von denen heute jeder einzelne Katzenhalter profitiert, auch wir hierzulande. Deshalb nur kurz einige Schlagwörter: FIP, Augen-, Knochen-, und Hauterkrankungen, Herzprobleme, Krebs, Impfstoffe, Narkose und Schmerzbehandlung, Zahnheilkunde, ansteckende Krankheiten, Parasiten, etc. etc. Wer sich genauer über die Winn Feline Foundation (leider nur in Englisch) informieren möchte, klicke bitte auf den entsprechenden Link. Unabhängig der Vereinszugehörigkeit oder des Wohnortes ist es für viele Katzenzüchter selbstverständlich, regelmäßig die Winn Foundation und ihre Projekte, oder auch andere wichtige Forschungseinrichtungen im In- und Ausland finanziell zu unterstützen.
ber Spenden, egal ob fürs örtliche Tierheim, für Forschungszwecke, oder akute Notfälle, sind ja nur eine Facette der "öffentlichen Hilfe" durch Rassekatzen-Leute. Natürlich ist es nicht jedem möglich, aktiv in Tierhilfsorganisationen mitzuarbeiten (wobei ich es an dieser Stelle nicht versäumen möchte, stellvertretend für alle ähnlichen Institutionen die Interessengemeinschaft Hauskatze im 1. DEKZV zu erwähnen, wo die Mitglieder - allesamt Rassekatzenzüchter - Kastrations- und Vermittlungsaktionen für Hauskatzen durchführen, und auch sonst auf verschiedenstem Weg gegen das Elend und die Not von "normalen" Katzen vorgehen). Aber neben der bereits oben erwähnten allgemeinen "PR" für Katzen ist auch die Beratung und Aufklärung zu unterschiedlichen Aspekten der Katzenhaltung ein, wie ich finde, wichtiger Beitrag zum Katzenschutz.
erhaltensstörungen und andere Schwierigkeiten im täglichen Zusammenleben sind Ursache Nummer eins, sich von seinem Haustier zu trennen, es - ja, auch im Tierheim abzuliefern. Manchmal sind nur kleine Änderungen nötig, um Probleme aus der Welt zu schaffen, oder der eine oder andere Tipp, um den Weg in die richtige Richtung zu weisen. Doch während sich Besitzer von Rassekätzchen aus seriöser Zucht bei Fragen jederzeit an "ihren" Züchter wenden können, fehlt anderen Katzenfreunden oft ein geeigneter Ansprechpartner. Deshalb geben viele kompetente Züchter gerne auf Infoshows und Katzenausstellungen, in Katzenzeitschriften, auf der eigenen Züchter-Website, oder mehr oder weniger anonym in öffentlichen Katzenforen ihr Wissen weiter (leider gibt es aber auch reichlich Katzenbesitzer, die Züchter mit einem kostenlosen Auskunftsdienst zu verwechseln scheinen. Hier sollte jeder Verständnis haben, dass auch dem hilfsbereitesten Züchter schon allein aus Zeitgründen Grenzen gesetzt sind, täglich mehrere per E Mail oder Telefon eingehende Anfragen zu beantworten und jeweils eine individuelle Beratungen für ihnen völlig unbekannte Menschen und Tiere zu erteilen. Wäre es anders, hätte jeder Züchter vermutlich schon längst auf einen Fulltimejob "Katzenberatung" umgesattelt und würde sich auf diese Weise sein Katzenfutter verdienen).
hne langjähriger Erfahrung in Katzenhaltung und "Management" eines Mehrkatzenhaushaltes sind kompetente Beratungen jedoch kaum möglich - zumindest trifft das auf mich zu. D.h. ohne Züchter zu sein, könnte und würde ich nicht beraten (Antwort auf eine entsprechende Mail eines Tierschützers: Nein, meine Artikel hätte ich als "normaler Katzenhalter" mit höchstens 2 Kastraten aus dem Tierheim niemals geschrieben oder schreiben können, aus dem einfachen Grund, da ich nur etwas ins Netz stelle, von dem ich Ahnung habe. Glauben Sie mir, "normale Katzenhaltung" ist in keinster Weise vergleichbar mit den Situationen und Erfahrungen, die man über viele Jahre als Züchter und damit dem Zusammenleben/der Aufzucht verschiedenster Katzen sowie dem Austausch mit anderen Züchtern erlebt. Und das passende Bildmaterial gäbe es ohne meine Zucht auch nicht. Übrigens - gaghalber habe ich mal gezählt, allein in einem Jahr habe ich mich *freiwillig* in rund 180 schriftliche Anfragen zu Katzenproblemen aller Art eingearbeitet und diese beantwortet - d.h. alles Fälle, um die ich mich überhaupt nicht hätte kümmern müssen...). Außerdem ist und bleibt meine Website mit den Infoseiten zu Katzengesundheit und -haltung eine *Züchterwebsite*, von der ich - vom Feedback her zu schließen - einfach mal behaupte, dass davon schon viele Katzenfreunde profitiert haben, darunter durchaus auch Besitzer von Bauernhof- und Tierheimkatzen. Wenn ich einmal ganz zu züchten aufhöre, wird somit auch diese Website gelöscht werden.
o, mehr fällt mir zu diesem Thema nun nicht mehr ein, aber ich würde mich sehr freuen, wenn ich mit diesem Artikel zumindest ein bisschen dazu beitragen konnte, gewisse Vorurteile bezüglich *seriöser* Rassekatzenzucht / Rassekatzenzüchter abzubauen.
* "Hallo Frau Wald, Ihre aufwändig gestaltete HP beeindruckt mich auch im Hinblick auf die sicher sehr zeitintensive Arbeit der Erstellung. Die Fülle an Informationen lässt kaum Fragen offen. Allerdings bin auch ich über die Seite "Tierheim"/"Zucht" sehr zwiegespalten. Ganz besonders mißfällt mir Ihr Satz "da warten unendlich viele liebe und wunderschöne Katzen.....wo man nur verwundert den Kopf schütteln kann, wieso sie überhaupt jemals heimatlos geworden sind...".Das kommt bei mir so an als ob bei Ihnen nur pflegeleichte und optisch einwandfreie Tiere eine Chance hätten.. (und eine "normale" Katze bei Ihnen nur zum Mäusefangen taugt)... Meine Sammy, die leider im Juni über die Regenbogenbrücke ging, wurde mir damals im Tierheim als aggressiv, vielen Macken und und und beschrieben und würde "halt optisch nicht in jedes Wohnzimmer passen". ERSCHÜTTERND!!! Sammy wurde mein ein und alles - vielleicht WEIL sie "anders" war. Die tiefe Liebe, die zwischen uns wuchs, sucht seinesgleichen. Nach ihrem Ableben ging ich wieder in's Tierheim, fragte nach einem Notfall den keiner will und am nächsten Tag zog Pattexx bei mir ein; mit nur einem Auge. Er scheint den Begriff Schmusekater erfunden zu haben. Ich handhabe es mit Tieren so wie mit Menschen - das Äußere interessiert mich nicht. Und meiner Erfahrung nach kann man auch Tieren, die in der Vergangenheit viel erleiden mussten und sich dementsprechend verhalten, mit sehr viel Liebe, Geduld und Toleranz "Macken" auch wieder abgewöhnen. Ich bin mir nicht sicher ob sich Jemand als "Tierlieb" bezeichnen sollte der Unterschiede macht wie "Schönheit" und keinem pflegeleichten Verhalten, welches widerum dem Verhalten der Menschen zuzuschreiben ist. Kein Tier kommt hässlich oder aggressiv auf die Welt!!!!
Meine Erfüllung ist es, gerade den benachteiligten Tieren zu helfen. Ihr Bestreben mag sein, Pokale und Geld für Äußerlichkeiten zu gewinnen. Nun, Jedem das seine...."
eine Antwort:
"Hallo Frau oder Herr? XYZ,
vielen Dank, dass Sie sich für Ihren ausführlichen Beitrag extra Zeit genommen und u.a. von Ihren beiden schnurrigen Lieblingen berichtet haben. Ich möchte hier keine Diskussion eröffnen, denn dies ist ein Gästebuch und kein Diskussionsforum, und so soll es auch bleiben. Trotzdem will ich Ihren Eintrag nicht einfach so stehen lassen.
Dass das Tierheim Ihre Sammy damals so negativ beurteilt hat, ist natürlich ausgesprochen bedauerlich. Ich kann nur zu gut verstehen, dass Sie auch heute noch sehr darüber aufgebracht und Ihnen deshalb Ungerechtigkeiten gegenüber Tieren ein doppelter Graus sind. Aber wie schade, dass meine Zeilen so missverständlich bei Ihnen ankamen. M.E. ist es in der Tat so, dass die Mehrheit der Tierheiminsassen weder eine äußerliche noch eine charakterliche "Macke" haben und es sich mit normalem Menschenverstand in keinster Weise nachvollziehen lässt, warum diese wunderbaren Tiere jemals ihr Zuhause verloren haben.
(Nachtrag: Hierzu fällt mir die folgende Geschichte ein... Eines sonnigen Tages, die Familie frühstückte am Wochenende gerade gemütlich auf der Terasse, 'flog' buchstäblich eine Katze im hohen Bogen über den Zaun. Im Hintergrund hörte man, wie sich ein Auto mit quietschenden Reifen entfernte. Leider konnte nie herausgefunden werden, wer sich auf diese gefühlskalte und brutale Weise seines Haustieres entledigt hatte. Aber da das verängstigte Tierchen, das vor allem vor Männerfüßen zusammenzuckte - offenbar war es Tritte gewohnt - zu irgendeinem Zeitpunkt seines Lebens mit einem Mikrochip gekennzeichnet worden war, konnte man wenigstens nachvollziehen, dass es 11 Jahre oder älter sein musste und - eigentlich kaum vorstellbar - in dieser Zeit schon *mindestens* 6 x (!!!) in den verschiedensten Tierheimen von Baden Württemberg bis Bayern gelandet war und immer wieder neu vermittelt wurde.
Anfangs war nicht mal richtig zu erkennen, was man da überhaupt vor sich hatte. Das arme Geschöpf bestand nur noch aus Haut und Knochen, das dünne, verklebte Restfellchen zeigte ein unklares wischi-waschi Graubraun. Leider konnte die Familie den "Überraschungsgast" nicht selbst behalten. Aber der Vorfall wurde dem örtlichen Tierheim gemeldet und die Katze zog zur Schwester des "Finders" = eine Freundin von mir. Diese päppelte nun mit viel Liebe und Geduld das Kleine auf. Als es sich nach langer Zeit vollständig erholt hatte, entpuppte es sich als wunderschöne, garantiert reinrassige black-tabby Perserkatze mit einem ganz süßen Puppengesicht ohne Triefaugen & Co., die ihr Vertrauen in die Menschen vollständig wiedergefunden hatte und sogar vor Füßen nicht mehr zurückschreckte. Noch fast 10 Jahre dufte meine Freundin ihr Leben mit ihrer geliebten Herzenskatze verbringen, und wie oft habe ich in dieser Zeit von ihr Sätze wie diesen gehört: "Ich versteh' einfach nicht, was an dieser Katze verkehrt sein soll, dass sie wie ein Wanderpokal ständig weitergegeben und sogar ausgesetzt wurde".
Reinrassig, schön, sehr, sehr anhänglich, lieb und brav, verträglich mit anderen Tieren, ganz allgemein total problemlos und kerngesund bis ganz zum Schluss - heutzutage offenbar auch keine Garantie auf ein dauerhaftes Zuhause....)
Leider ist dies in der Öffentlichkeit noch viel zu unbekannt. Die Ansicht, nur Katzen oder Hunde, mit denen "etwas nicht stimmt" würden ausgesetzt oder im Tierheim abgegeben, ist noch weit verbreitet. Und gibt es überhaupt "hässliche" Katzen? Definitiv nein. Jede Katze ist auf ihre Weise einzigartig und wunderschön, aber die Schönheit liegt immer im Auge des Betrachters und die Geschmäcker sind einfach verschieden. Was der eine toll findet oder mit was jemand leben kann, muss für den anderen noch lange nicht zutreffen.
Ich fand es wichtig, das ganze mal so deutlich herauszustellen, denn besonders Katzenanfänger sind meist noch ein wenig unsicher und wünschen sich ein möglichst pflegeleichtes Tier. Und nicht jeder hat ein psychologisches Händchen, die Zeit, Geduld und Toleranz, ein potentielles Problemtier in ein einfach zu haltendes Familienkätzchen umzuwandeln. Somit mögen gerade meine Zeilen solche Katzenfreunde ermutigen, sich zuerst in einer Tierschutzeinrichtung nach einem neuen Kätzchen umzusehen, was sie sonst nicht getan hätten (und wer weiß, vielleicht verliert man sein Herz bei dieser Gelegenheit ja doch an eines der besonders armen Tierchen und nimmt es mit nach Hause). Und die anderen Interessenten, die - so wie Sie - sich lobenswerterweise bewusst für eine schwerstvermittelbare Katze entscheiden - und die damit auch willig das Risiko eingehen, dass so ein Tier trotz aller Mühen und Zuwendung lebenslang ein Problemfall bleiben könnte oder wird, deren erster Weg würde sowieso ins Tierheim führen. Aber zu Ihrer Beruhigung und damit zukünftig weitere Missverständnisse vermieden werden, werde ich bei Gelegenheit meinen von Ihnen kritisierten Satz ergänzen.
Sie schreiben, "Ich handhabe es mit Tieren so wie mit Menschen - das Äußere interessiert mich nicht". Hmm, kann ich ehrlich gesagt nicht so ganz glauben. Sonst würden Sie mir nicht unterstellen, und das *ohne mich zu kennen*, ich würde nur Wert auf Äußerlichkeiten legen und mein Bestreben wären Pokale und Geld. Diese Klischees mögen vielleicht auf den einen oder anderen Züchter zutreffen, aber es ist doch recht anmaßend und ehrenrührig, alle Züchter inkl. mir über einen Kamm zu scheren.
Eigentlich hatte ich den "Züchter-/Tierheimartikel" verfasst, um interessierten Lesern einmal ganz allgemein die Hintergründe einer seriösen Rassekatzenzucht näherzubringen. Aber nachdem Ihre Vorwürfe speziell an mich gerichtet sind, gebe ich gerne folgende Information dazu: viele Jahre, bevor "meine" Katzenrasse, die Ragdoll, anerkannt war, d.h. überhaupt irgendwelche "Pokale" hätte gewinnen können (Geldpreise gibts auf Katzenschauen übrigens keine, dafür sind die Ausgaben rund um eine Ausstellungsteilnahme umso höher...), habe ich damals als *Liebhaber* und ohne zu züchten, im In- und Ausland ausgestellt, einfach um die zu der Zeit noch extrem seltene Ragdoll bekannter zu machen, um nette Katzenleute zu treffen und von ihnen zu lernen. Allein für diese Kosten hätte man sich stattdessen so manchen Traumurlaub leisten können. Tatsächlich konnte ich dann nach der Anerkennung etliche Ausstellungstrophäen mit nach Hause nehmen. Das hat mich auch sehr gefreut, aber ein Lebensinhalt? Nö, ganz gewiss nicht. 2001 war meine letzte Katzenausstellung, ganz einfach weil es sich danach nicht mehr ergeben hat. Und ich werde bis zum nächsten Wurf, so es noch einen geben sollte, schon mindestens 4 Jahre Zuchtpause hinter mir haben, so wie ich auch in der Vergangenheit eben nur in allerkleinstem Rahmen gezüchtet habe.
Um es kurz zu machen: Eine Minizucht wie die meine rentiert sich über die Jahre gesehen finanziell in keinster Weise, ganz im Gegenteil. Wenn Sie die Ausgaben und Einnahmen bezüglich meiner Katzen hätten, würde Ihnen das kalte Grausen kommen und jeder normale Mensch würde einem angesichts so einer Bilanz nur noch den Vogel zeigen. Denn insgesamt gesehen kostet eine seriöse Zucht in all ihren Höhen und Tiefen ohne Ende. Und wenn man dann noch die emotionale Achterbahn berücksichtigt, der man als Züchter ausgesetzt ist (ja, auch solche Angriffe wie die Ihren gehören dazu...), dann wundert es einen schon, warum es überhaupt noch *seriöse* Züchter gibt, die all das auf sich nehmen und nicht tatsächlich schon den Geschäftemachern und Vermehrern das Feld überlassen haben."
ästebucheinträge sind sowieso immer wieder höchst interessant. Einer davon lautete folgendermaßen:
"Wir haben uns mit Begeisterung durch Ihre informative Website gelesen, unser großes Kompliment - meine Eltern waren auch Raggie-Fans.
Wir möchten aber trotz allem einen kurzen Kommentar zur Katzenzucht hinterlassen: Was uns immer wieder verblüfft, ist die Tatsache, dass ausgerechnet der EKH die Zucht- und Existenzberechtigung in Anbetracht der Tierheimsituation abgesprochen wird. Wir erwarten die Tage den ersten Wurf unserer Hauskatze. Da wir bisher nur Rassekatzen, Perser (vom Züchter) und eine Main Coon (aus dem Tierheim) hatten, und in der Familie eine Colour-Point-Zucht hatten, kennen wir eigentlich die ganze Palette. Obwohl alle unsere Katzen typvoll und hübsch waren, hatten wir noch nie so viele Anfragen wie auf unsere Hauskatze ( 8 Anfragen ). Wen immer wir von den potentiellen "neuen" Katzeneltern gefragt haben, warum ausgerechnet Nachwuchs von unserer Lilly, war die Antwort: Weil sie so ein tolles Wesen hat!
Wir geben Ihnen recht, dass unkontrolliertes Vermehren von Hauskatzen (z.B. auf Bauernhöfen) ein großes Problem darstellt - deshalb sind wir aktiv im Tierschutz verankert. Aus unserer Sicht sind Tiere jedoch oft aufgrund ihres Alters, von Krankheiten und Verhaltensauffälligkeiten nicht oder schwer vermittelbar. Die verantwortungsvolle Zucht von EHK, in der die Tiere genau den gleichen Schutz (gesundheitliche Vorsorge, Kauf- und Schutzvertrag, Prüfung der Fähigkeit, Katzen zu halten bei den zukünftigen Besitzern etc.) wie Rassekatzen bekommen, ist hingegen aus unserer Sicht nicht verantwortungslos."
un, dieser Eintrag ist bereits ein paar Jährchen alt, aber seit damals wurde kein zweiter Wurf auf der angegebenen Website vorgestellt. Womöglich ist die Katzenzucht, egal ob mit Rassekatzen oder Hauskatzen, doch nicht so lustig, wie man sich das oft so denkt...??? In diesem Zusammenhang möchte ich als kleines Beispiel nochmal auf zwei andere Seiten meiner Website verweisen, nämlich Nur mal einen Wurf... oder: Wir wollen auch mal züchten und Der Kontakt mit dem Züchter - Katzeninteressenten.