liebe Kätzchen für liebe Menschen

 


© Renate Wald, Ciara's Ragdolls


Verhaltensprobleme bei Katzen -

Unsauberkeit


(Bitte lesen Sie auch das Vorwort Verhaltensprobleme bei Katzen, falls Sie durch einen Link oder Suchmaschine direkt auf diese Seite "Unsauberkeit" gekommen sein sollten.
Individuelle Beratungen sind mir leider NICHT möglich, s. grüner Kasten ganz unten)


Er weiß schon wie's geht: Ragdollkaterchen
im Alter von 5 Wochen

Katzenkinder sind bei richtiger Anleitung oft schon im zarten Alter von 4 Wochen verlässlich stubenrein, und was man einmal gelernt hat, das vergisst man nicht so schnell! Trotzdem gehört Unsauberkeit erstaunlicherweise zu den am häufigsten genannten Verhaltensproblemen bei Katzen. Tatsächlich scheint die Hinterlassenschaft von kleinen oder - seltener - großen Geschäften an verbotenen Stellen die von den meisten Katzen bevorzugte Methode zu sein, um auf sich aufmerksam zu machen.

 





 

Wie soll man reagieren?


Eines vorweg: Strafen wie Schläge oder das Eintauchen der Katzennase in das "Vergehen" sind als Erziehungsmaßnahme völlig ungeeignet und tragen allenfalls zur Verschlimmerung des Problems bei (einem Menschenkind bringt man das Aufs-Töpfchen-Gehen ja auch nicht bei, indem man es versohlt oder ihm die vollen Windeln ins Gesicht klatscht). Hier muss man sich nicht wundern, wenn die Katze je nach Temperament entweder scheu oder aggressiv wird und einem vielleicht aus Verzweiflung oder Frust demnächst noch einen extra See auf's Sofa setzt. Außerdem haben Verhaltensforscher herausgefunden, dass Katzen (und Hunde) Bestrafungen schon nach nur wenigen Augenblicken nicht mehr mit der ursprünglichen Tat in Verbindung bringen. Das vermeintlich "schlechte Gewissen", das ein Tier veranlasst, vor einem davonzulaufen und sich zu verstecken, ist lediglich eine - verständliche - Reaktion auf die aufgeregte oder wütende Miene des Menschen. Die Katze kann sich zwar nicht erklären, warum man sauer ist, aber sie geht vorsichtshalber in Deckung.


Sofern Sie die Katze nicht gerade auf frischer Tat ertappen (wenn doch, nehmen Sie die Katze *sanft* mit einem energischen "Nein!" auf und setzen Sie sie schnurstracks *sanft* in ihr Katzenkistchen, wo Sie sie in den höchsten Tönen loben, nach dem Motto: "hier ist's brav"), bleibt Ihnen also gar nichts anderes übrig, als die Stelle stillschweigend zu säubern, auch wenn es noch so schwerfällt.


Beobachten Sie Ihre Katze genau; oft kann man es ihr schon ansehen, bevor sie irgendwo hinmacht (einige Katzen legen es geradezu darauf an, während ihrer "Untat" von ihrem Menschen bemerkt zu werden und schauen einem deshalb direkt ins Gesicht, ob man auch zusieht - schließlich wollen sie einem ja etwas mitteilen...). Sind Sie zu weit entfernt, um sie umgehend hochnehmen zu können, hält die Katze ein warnendes "Nein...", bei eher eigenwilligen Tieren evtl. auch verbunden mit lautem Händeklatschen oder einem Strahl Wasser aus einer Wasserpistole oder Pflanzenspritze, von ihrem Vorhaben ab. Anschließend immer gleich ab in die Katzentoilette - Prozedur siehe oben (mit dieser Methode habe ich es schon mal geschafft, dass ein unkastrierter Kater künftig nur noch in sein Kistchen markierte. Allerdings muss man hier sehr konsequent sein und es klappt natürlich nicht bei jedem Tier).


Und noch etwas: setzen Sie Schimpfen (laute Stimme), Händeklatschen und Co. nur sehr sparsam und ausschließlich in begründeten Fällen ein. Eine Katze, die ständig aus für sie unerfindlichen Gründen zurechtgewiesen wird, kann echte Persönlichkeitsstörungen entwickeln.


Loben Sie Ihre Katze jedes Mal, wenn sie von sich aus ihr Geschäft im Katzenklo verrichtet hat. Ein gelegentliches Lob zwischendurch schadet übrigens auch nicht, wenn Ihre Katze kein Problem mit Unsauberkeit hat :-).


Je länger eine Katze unsauber ist, desto mehr wird sie sich an den Zustand gewöhnen und die Verunreinigung von Plätzen außerhalb ihres Kistchen irgendwann als "ganz normal" ansehen. D.h., selbst wenn der ursprüngliche Auslöser des Fehlverhaltens schließlich beseitigt ist, bedeutet das nicht unbedingt, dass die Katze ohne zusätzliche Umkonditionierung gleich wieder von selbst zuverlässig stubenrein ist.


In absoluten Härtefällen kann es nötig werden, die Katze eine Weile so unterzubringen, dass ihr gar nichts anderes übrig bleibt als ihre Toilette zu benutzen (z.B. durch Käfighaltung), um eine erfolgreiche Umerziehung zu erreichen. Aber diese Methode sollte niemals leichtfertig eingesetzt, sondern nur als wirklich allerletzter Rettungsanker ins Auge gefasst werden.


Das Wichtigste ist also, sich Gedanken darüber zu machen, warum die Katze mit Unsauberkeit reagiert und diese Ursachen schnellstmöglichst abzustellen. Vielgepriesene "Wundermittel" wie Bachblüten (ausführliche Infos zum Thema "Bachblüten" finden Sie z.B. im Buch "Mit Bach-Blüten unsere Haustiere heilen" von Renate Edelmann) oder andere Präparate aus der Naturheilkunde, oder gar vom Arzt verschriebene Hormongaben bzw. Psychopharmaka können allenfalls unterstützend wirkend, und besonders die letzten beiden sind auch nur in den seltensten Fällen wirklich nötig.

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Ursachenforschung


Krankheiten - Bevor man an irgendwelche Verhaltensprobleme denkt, sollte man als allererstes tierärztlich abklären lassen, ob hinter der Unsauberkeit nicht eine körperliche Erkrankung steckt. Hier gibt es z.B. die unrühmliche Geschichte zweier Katzenbrüder, die im Alter von 9 Jahren mit der Begründung "Unsauberkeit" ins Tierheim abgeschoben wurden. Dort wurde schnell entdeckt, dass die armen Kater jeweils an einer simplen, aber sehr unangenehmen Blasenentzündung litten, die mit ein paar Antibiotikagaben vollständig ausgeheilt war, woraufhin die Kater auch wieder brav das Katzenkistchen benutzten. Bei einer einfachen Blasenentzündung schlägt übrigens oft überraschend gut eine Behandlung mit Homöopathie an, wobei ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann, dass die üblichen, speziell für eine Blasenentzündung empfohlenen Mittel wie Cantharis nicht unbedingt wirken (ehrlich gesagt habe ich in über 25 Jahren noch *nie* jemanden persönlich erlebt, bei dem Cantharis tatsächlich angeschlagen hätte, und auch ich habe das Zeugs längst in den Abfall befördert, da ich auch keine anderweitige Verwendung dafür habe. Dafür war ich schon mehrfach äußerst erfolgreich mit Arsenicum Album D 30) und die Symptome des betroffenen Tieres individuell beurteilt werden müssen, um das richtige Mittel zu finden. Das kann, wenn man Pech hat, eine zeitlang dauern, was aber nur akzepabel ist, solange sich die Katze ansonsten in jeglicher Hinsicht wohlfühlt und absolut fit ist. Bemerkt man jedoch, dass die Katze sehr verkrampft ist und stark unter ihrem Zustand leidet - ein Harnwegsverschluss, z.B. durch Harngrieß kann lebensgefährlich sein!!, unbedingt ab zum Tierarzt!


Wenn Katzen beim Urinieren Schmerzen haben, versuchen sie häufig, das nächste Mal den Ort der Pein zu vermeiden. Dies ist der Grund, dass blasen- oder nierenkranke Katzen nur selten ihr Katzenkistchen benutzen und sich ständig andere Plätzchen für ihr Geschäft suchen. Außerdem ist der Harndrang manchmal einfach zu groß, um noch schnell das rettende Katzenklo erreichen zu können, deshalb wird gerne die nächstbeste geeignet erscheinende Stelle (herumliegende Zeitungen, Kartons, Decken...) zur Ersatztoilette umfunktioniert. Stellen Sie einfach ein paar extra Kistchen auf, bis es der Katze wieder besser geht und haben Sie bitte wirklich Verständnis, wenn es einmal daneben geht - die Katze kann nicht anders (gleiches gilt fürs "große Geschäft"... Futterunverträglichkeiten, Magen/Darm-Erkrankungen inkl. Darmkrebs, Darmparasiten, etc. können für eine schlechte Verdauung verantwortlich sein, die nicht immer mit "richtigem Durchfall" einhergehen muss. Trotzdem ist der Kot i.d.R. nicht immer ganz fest, sorgt vielleicht für Bauchweh, allgemeines Unbehagen oder Probleme beim Kotabsatz. Auch in so einem Fall geht gerne mal der eine oder andere Haufen daneben, speziell in einem Mehrkatzenhaushalt, wo die Klos schon mal "anderweitig" besetzt sein können, wenns eilt).


Übrigens gibt es auch stressbedingte, echte Blasenentzündungen, die bei manchen Katzen regelmäßig in für sie belastenden Situationen auftreten, wie kurz vor oder während einer Ausstellung, bei Baulärm in der Nachbarschaft, usw. Aber auch andere Erkrankungen, die nichts mit dem Urogenitaltrakt zu tun haben, können die Katze unsauber werden lassen, wenn sie sich elend fühlt oder Schmerzen hat (z.B. bei schweren Zahnproblemen, Arthrose, etc.).

 

 

Protest - Einsamkeit oder Stress durch zu viel Trubel gehören hier zu den häufigsten Unsauberkeitsursachen. Einige Katzen sind auch besonders feinfühlig und reagieren auf die kleinsten Veränderungen im Haushalt. Das kann ein neues Möbelstück, ein neuer Kratzbaum sein, ein Teil der Wohnungseinrichtung wurde an eine andere Stelle gerückt oder eines der Katzenkistchen wurde entfernt bzw. an einem ungewohnten Platz aufgestellt. Vielleicht wurde die Katze plötzlich aus dem Schlafzimmer ausgesperrt, obwohl sie früher immer mit im Bett schlafen durfte.


Überlegen Sie, ob Sie ein neues Parfüm, ein evtl. stark/für die Katzennase unangenehm riechendes Putzmittel benützen, mit dem die Katze nicht klarkommt, oder ob das übliche Streu durch eine andere Sorte ersetzt wurde. Aber auch ungewöhnlich lange Abwesenheiten ihres Besitzers (veränderte Arbeitszeiten, Urlaub), ein ungeliebter Gast oder ein Neuzugang in der Familie (neuer Lebenspartner, Baby, die Aufnahme eines anderen Haustieres), oder genau das Gegenteil (ein Familienmitglied zieht aus, ein liebgewonnener Katzenkumpel ist verstorben oder wurde abgegeben) kann der Katze zu schaffen machen.


Ist jemand oder gar jeder in der Katzenbesitzerfamilie gestresst, schlecht gelaunt, niedergeschlagen oder macht sich ständig Sorgen, z.B. bei Arbeitslosigkeit, Krankheiten, leidet unter Schmerzen, oder gibt's oft Ehekrach, Ärger mit den Kindern, usw., kann sich die ungute Stimmung natürlich auch auf das Haustier übertragen. Besonders menschenbezogene Katzen leiden sehr unter einer solchen Situation. Manchmal treten Unsauberkeitssymptome erst nach einigen Wochen oder gar später auf, so dass man sie eigentlich gar nicht mehr mit der eigentlichen Ursache in Verbindung bringt. Manche Tiere können durchaus einige Zeit mit einer ihnen unangenehmen Situation fertig werden, bis es ihnen eben doch ganz einfach zu viel wird.


Vorhersehbare Veränderungen sollten bei solch sensiblen Katzen also immer möglichst behutsam und schrittweise durchgeführt werden (z.B. langsamer Wechsel auf ein neues Streu, indem man täglich mehr und mehr von der neuen Einstreu dazufüllt). Spielen Sie mit der Katze rund um ein neues bzw. an andere Stelle gerücktes Möbelstück, um ihr die Scheu oder Abneigung davor zu nehmen.


Gibt es einen menschlichen oder tierischen Neuzugang in der Familie, sollten Sie alles tun, um der Katze das Gefühl zu vermitteln, dass sie noch lange nicht abgeschrieben, sondern immer noch innig geliebtes und wichtiges Familienmitglied ist. Eifersüchteleien können im Kern erstickt werden, wenn Sie Ihre Erstkatze besonders in der Anfangszeit deutlich bevorzugen (füttern Sie sie als erstes, streicheln und begrüßen Sie sie vor allen anderen, wenn Sie nach Hause kommen, und halten Sie sich in den ersten Tagen in Anwesenheit der alteingesessenen Katze möglichst zurück, was Liebkosungen und Spielen mit dem neuen Hund oder dem neuen Kätzchen betrifft, auch wenn es vielleicht sehr schwerfällt. Ihre Katze wird dankbar zur Kenntnis nehmen, dass ihr niemand den angestammten Platz in der Familie streitig macht, während der oder die "Neue" es nicht anders kennt und sich deshalb auch nicht allzusehr an dieser Lösung stört).


Und wenn Sie aus irgendeinem Grund tatsächlich weniger Zeit für Ihr Tier haben sollten als früher, bringt es schon einiges, sich täglich wenigstens ein paar Minuten bewusst und sehr intensiv mit der Katze zu beschäftigen und sie an dem neuen Tagesablauf teilhaben zu lassen. Gibt es z.B. ein Baby in der Familie, beziehen Sie die Katze beim Füttern, Windelwechseln und Baden des Kleinen mit ein. Lassen Sie die Katze zusehen, sprechen Sie während all dieser Tätigkeiten gelegentlich mit ihr, und kraulen Sie sie jedes Mal beim Vorbeigehen an ihrem Ruheplatz. Und es schadet auch nichts, wenn man hin und wieder den Namen der Katze mit einfließen läßt, wenn man sich mit dem Baby "unterhält" (setzen Sie ruhig auch öfters den Namen Ihrer Erstkatze vor den Namen Ihres neuen Kätzchens, wenn Sie es rufen oder mit ihm sprechen, á la "das ist Maunzis Schnurrie"). So fühlt sich Ihre Katze bald mit dem Familienzuwachs verbunden.

 

 

Markieren - Erwischen Sie Ihren Teenager-Kater (ab ca. dem 6. - 8. Lebensmonat), wie er sich plötzlich an den unmöglichsten Stellen wie im Waschbecken oder Wohnzimmer-Regal verewigt, einen gezielten Strahl Urin an die Wand setzt, oder entdecken Sie in dieser Zeit seltsame eingetrocknete oder frische Tröpfchen an den Fensterscheiben, Fußbodenleisten oder der Stereoanlage, kann es sein, dass Ihr Kater erwachsen wird und beginnt, "sein" Revier mit Duftmarken/Urin abzustecken. Hier hilft eigentlich nur die baldige Kastration. Je länger ein Kater markieren darf, desto größer ist die Gefahr, dass er auch nach der Kastration nicht mehr damit aufhört. Irgendwelche Hormongaben sind aus gesundheitlicher Sicht nicht empfehlenswert (Krebsgefahr, Diabetes, etc.) und zeigen i.d.R. auch nur wenig bis gar keine Wirkung. Übrigens können auch weibliche Katzen während ihrer Rolligkeit markieren, und das nicht zu knapp!



Handelt es sich um einen markierenden Deckkater, der natürlich möglichst nicht kastriert werden soll, könnte sich ein Versuch - ohne Garantie! - mit dem homöopathischen Mittel Platinum D 1000 vom Tierheilpraktiker oder aus der Apotheke lohnen (1 x wöchentlich 5 Globuli; sollte das Tier darauf ansprechen, ist oft schon eine einzige Gabe ausreichend. Aber große Wunder sollte man nicht erwarten...). Für eine längerfristige "Ausschaltung" der Katerhormone gibt es heutzutage die Möglichkeit, den sog. Suprelorin-Chip zu setzen. Die Wirkungsdauer und der Erfolg sind allerdings recht unterschiedlich, nähere Infos dazu finden Sie auf verschiedenen Websites, das würde den Rahmen dieses Artikels wirklich sprengen.

 

 

Rangordnungsprobleme - Einige Katzen, speziell unkastrierte Macho-Kater, sehen in bestimmten Menschen (insbesondere sehr dominante Männer) eine ernsthafte Konkurrenz und versuchen Ihren Rang mit der Markierung ihres Reviers/der Wohnung zu unterstreichen. Manchmal berichten Katzenbesitzer etwas verschämt, ihr eigener Kater (kann auch ein Kastrat sein) hätte sie absichtlich anmarkiert. In einem solchen Fall handelt es sich sehr wahrscheinlich um ein sog. "Alphatier", das nicht den geringsten Respekt vor seinem Besitzer als "Oberkatze" zeigt und ihn in der Rangordnung ganz weit unten angesiedelt hat. Anmarkiererei oder sonstiges Dominanzverhalten wie Aufreiten dürfen Sie niemals dulden, hier können Sie dem Tier gegenüber schon mal sehr deutlich werden (aber auch da gilt: Klapse oder gar Schläge sind tabu!).


Auch beim Zusammenleben mit einem Hund (obwohl die Katze hier meist der Boss ist...) oder in einem Mehrkatzen-Haushalt kann es schon einmal erhebliche Rangordungsprobleme geben, was gelegentlich mit Unsauberkeit quittiert wird. Das gilt besonders für Züchter-Haushalte, wo sich eigentlich immer etwas tut (ein neues Kätzchen zieht ein, ein Wurf wird geboren oder wird an neue Besitzer vermittelt, rollige Katzen nerven andere Mitkatzen, mitlaufende, lästige Vollkater können für eine Katze - gerade wenn sie gerade selbst nicht rollig ist - eine echte Belastung sein, und der Rang trächtiger und frischgebackener Mutterkatzen in der Katzengruppe steigt sowieso jedes Mal raketenhaft an - nicht umsonst werden Muttertiere im englischen Sprachraum als "Queen", d.h. Königin, bezeichnet). Einige Katzen kommen mit diesen ständigen Änderungen besser zurecht, andere wiederum können sich überhaupt nicht damit abfinden.


Meiner persönlichen Ansicht nach ist es Tierquälerei, eine Katze zum andauernden Zusammenleben mit bestimmten anderen Tieren oder Menschen zu zwingen, wenn sie trotz aller Bemühungen nicht mit der ihr aufgezwungenen Gesellschaft oder den herrschenden Lebensverhältnissen klar kommt und sich dabei todunglücklich fühlt. Können sich zwei freilebende Katzen nicht leiden, würde eine davon früher oder später in ein anderes Gebiet abwandern. Bei einer eng begrenzten Wohnungshaltung ist das natürlich nicht möglich, und wir sind dafür verantwortlich, dass es in der von uns zusammengestellten Katzengruppe (die auch aus nur zwei Katzen bestehen kann) friedlich zugeht.


Nicht wenige Katzenbesitzer glauben, nur bei ihnen hätte es eine Katze gut und sie würde sich niemals woanders einleben. Manchmal werden auch Befürchtungen laut, dass eine unsaubere Katze diese Unart auch in ihrem neuen Zuhause beibehält - was man ja tatsächlich niemandem zumuten könnte. Tatsache ist jedoch, dass viele ehemals als Problemtiere bekannte Katzen in einer neuen Umgebung geradezu aufblühen, von Verhaltensproblemen keine Spur. - Vorausgesetzt, der Vorbesitzer hat sich entsprechende Gedanken und Mühe gemacht und auf eine wirklich optimal geeignete neue Heimat geachtet (und man sollte sich fairerweise auch bereiterklären, die Katze im Ernstfall wieder zurückzunehmen, falls sich nach dem Besitzerwechsel und einer gewissen Eingewöhnungszeit wirklich nichts an der Unsauberkeit ändern sollte).


Zuweilen ist eine einzige überdominante Katze Auslöser, dass Verhaltensprobleme in einer Katzengruppe auftreten. Hier ist es sicher sinnvoller, den "Stinkstiefel" neu zu platzieren, damit wieder Ruhe einkehrt, als die unter diesem Dominanzprotz leidenden - und sich dagegen auflehnenden - Mitkatzen abzugeben.

 

 

Fremde Gerüche... - ...werden mit Vorliebe mit eigenen Duftmarken überdeckt (und eigene Duftmarken von Zeit zu Zeit erneuert...). Markiert eine Katze im Haushalt, z.B. weil noch unkastriert, ist die Gefahr groß, dass auch andere Katzen irgendwann nachziehen. Auch kätzische Eindringlinge oder andere fremde Tiere sind im eigenen Revier normalerweise nur ungerne gesehen, besonders wenn es ihnen gelungen ist, Urinspritzer im umliegenden Grundstück/an der Hauswand oder sogar in der Wohnung selbst zu hinterlassen. Ähnlich verhält es sich mit Urinstellen bzw. -tröpfchen von Hundewelpen oder Kleinkindern. Lassen Sie benutzte Babywindeln oder ähnliches niemals herumliegen, Teppichvorleger im Bad (Toilettenumrandungen) sollten ggf. regelmäßig gewaschen werden - oder gleich ganz entfernt werden (apropos Herumliegen... manche Katzen pieseln überhaupt mit Vorliebe Sachen an, die da eigentlich gar nicht hingehören, z.B. achtlos herumliegende Kleidungsstücke auf dem Boden oder quer über dem Wohnzimmersessel, Taschen und Tüten im Eingangsbereich... Hier hilft nur aufräumen und absolute Ordnung).


Bei der Reinigung von Urinflecken ist es wichtig, dass die Flecken nicht nur oberflächlich entfernt werden, sondern gleichzeitig auch jeglicher Geruch neutralisiert wird - einfaches Darüberdeodorieren wirkt nicht, die empfindlichen Katzennasen sind in der Lage, auch unterschwellige Düfte wahrzunehmen (Achtung: manche Reinigungsmittel wie Glasreiniger enthalten Ammoniak (Salmiak). Ammoniak ist Bestandteil des Katzenurins, was die Katze animieren könnte, gleich nochmal über die eigentlich frisch geputzte Stelle zu markieren). Manchmal hilft es, den bevorzugt angepieselten Gegenstand für längere Zeit zu entfernen und danach gereinigt und absolut neutral riechend wieder an den gewohnten Platz zu geben.


Seltsamerweise scheinen auch bestimmte Materialien wie Wolle (Wollteppiche), Plastik (Plastiktüten, Bodenmatten aus Kunststoff) oder mit Federn gefüllte Kissen, Bettdecken etc. eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf manche Katzen auszuüben; tatsächlich hat man festgestellt, dass z.B. gewisse Bodenbeläge oder andere Materialien einen für uns Menschen kaum wahrnehmbaren, dem Katzenurin ähnlichen, Geruch ausdünsten. Unterlagen wie Betten und Matratzen sind aber auch aus anderen Gründen sehr beliebt für Pieselstellen, versickert der Urin doch dort so schön, außerdem gibt diese Unterlage besonders schwachen/kranken Katzen wunderbar Halt und fühlt sich vielleicht für die Pfoten auch angenehmer an als normales Streu.

 

 

Ein Katzenklo muss sein... - Auch wenn Ihre Katze Freigänger ist und sich sonst stets in der freien Natur erleichtert, sollte zur Sicherheit doch immer ein sauberes und leicht zugängliches Katzenklo im Haus parat stehen (ab und zu kontrollieren!). So sind Sie gewappnet, wenn die Katze entweder nicht rechtzeitig hinaus kann (es ist niemand zu Hause, die Katzenklappe klemmt) oder selbst nicht hinaus möchte (der verhasste Nachbarkater streift gerade durch den Garten, lärmende Kinder spielen vor dem Haus).


Überprüfen Sie jedes Mal vor dem Verlassen der Wohnung, ob auch alle Tiere da sind - besonders wichtig bei mehreren Katzen! In der Eile kann schnell mal eine Katze versehentlich in ein Zimmer oder gar den Kleiderschrank eingesperrt werden, und je nachdem, wie lange das arme Tier in seinem "Gefängnis" ausharren musste, kann man es ihm nicht verdenken, wenn es nicht mehr anders konnte, als sich ohne Katzenkistchen-Zugang in einer stillen Ecke zu erleichtern.

 

 

...oder mehr?/Toilettenhygiene - Die meisten Einzelkatzen sind mit einem einzigen Katzenklo zufrieden, wobei es aber auch Katzen gibt, die sich geradezu davor ekeln, ein auch nur einmal benutztes Kistchen zu betreten, geschweige denn zu benutzen. Hier gibt es zwei Lösungen: entweder das Kistchen jedesmal nach Benutzung ausräumen (manchen Katzen ist das jedoch nicht genug, hier ist auf jeden Fall die Aufstellung von 2 Klos angesagt - es hat schon Tiere gegeben, die 10 Jahre lang ohne zu murren 1 Kistchen benutzt hatten, dies aber plötzlich nicht mehr ausreichend war), oder - falls das aus zeitlichen Gründen nicht möglich ist - gleich mehrere Katzentoiletten aufstellen, Anzahl nach Bedarf.


Man kann sich solche "Etepetete-Katzen" aber auch selbst heranziehen, indem man ohne Not nach jedem Klobesuch der Katze bereits mit Schaufel und Beutel bewaffnet bereit steht, um das Kistchen zu säubern. Auf der anderen Seite sollte die Katze aber auch nicht gezwungen werden, sich erst mal eine Stelle Streu zwischen diversen Häufchen und Pfützen freischarren zu müssen. Eine tägliche Säuberung der Katzentoilette ist ein absolutes Muss!


Je nach Anzahl und Genügsamkeit der Tiere mag ggf. auch in einem Mehrkatzenhaushalt ein Katzenklo ausreichend sein, aber ich würde zur Sicherheit doch mindestens zwei oder mehr Kistchen empfehlen. Selbst wenn eine Erstkatze in der Anfangszeit das einzige vorhandene Katzenklo willig mit einem kätzischen Neuzugang teilt, muss man damit rechnen, dass sie irgendwann mit Unsauberkeit dagegen protestiert. Wenn Sie mindestens zwei Toiletten aufgestellt haben, werden Sie wahrscheinlich feststellen, dass sich die Katzen - das gilt auch für Einzelkatzen - die Kistchen aufteilen: ein Klo wird mit Vorliebe für das große, und das andere am liebsten für das kleine Geschäft benutzt.


Auch wenn die Kunststoffschalen unverwünstlich scheinen, handelt es sich doch um mehr oder weniger poröses Material, das auf Dauer Schaden nimmt. Besonders wenn die Oberfläche durch Scharren und Kratzen aufgerauht ist, können sich trotz gründlicher, regelmäßiger Reinigung Urinrückstände und Gerüche festsetzen, die vielleicht nur für die Katze wahrnehmbar sind, ihr jedoch recht unangenehm sein können. Daher schadet es sicher nichts, allein schon aus Hygienegründen, die Klos ca. 1 x jährlich auzutauschen.

 

 

Apropos Katzenklo... - Nicht weniger wichtig ist der richtige Standort und das ideale Toiletten-Modell. Das Katzenkistchen sollte an einem ruhigen, aber trotzdem leicht zugänglichen Ort aufgestellt und nicht ständig an einen anderen Platz gerückt werden. Lange, umständliche Wege, etwa vom Dachgeschoss hinunter in den Keller, womöglich noch durch zwei Katzenklappen, tragen nicht unbedingt dazu bei, dass die Katzentoilette allzu freudig aufgesucht wird. Das Kistchen gehört niemals direkt neben den Futternapf! Auch eine lärmige Umgebung wie laute Elektrogeräte oder spielende Kinder halten manche Katzen von einem Klobesuch ab. So hat man schon von einer Katze gehört, die immer an einem bestimmten Tag unsauber war. Schließlich stellte sich heraus, dass das Katzenklo gleich neben der Waschmaschine stand und die Familie an genau diesem Tag in der Woche ihren Waschtag zelebrierte...


Während ihrer "Sitzung" darf die Katze nicht gestört werden. Es hat tatsächlich Katzenbesitzer gegeben, die die Hilflosigkeit der Katze in dieser Situation ausnützten und ihr auf dem Kistchen mit Gewalt eine Tablette in den Hals schoben. Verbindet die Katze den Aufenthalt in der Katzentoilette einmal mit einer sehr unangenehmen Situation oder hatte sie dort sogar ein echtes Schockerlebnis (ein Gegenstand fiel laut krachend auf den Deckel des Katzenklos oder die Katze hat sich im Klo ernsthaft mit einer anderen Katze gefetzt), kann es sehr lange dauern, bis sie wieder Vertrauen fasst. Achten Sie gleichfalls darauf, dass Ihre Kinder die Katze niemals, auch nicht scherzhalber, vom Besuch der Katzentoilette abhalten oder sie während ihres Geschäfts ärgern (am Schwanz ziehen, mit Wasser bespritzen, etc.). Auch andere Tiere, z. B. neugierige Hunde, sind in der Nähe des Katzenklos fehl am Platze.


Im Fachhandel werden die unterschiedlichsten Katzentoiletten-Modelle und Größen angeboten. Ein Katzenklo kann sehr wohl zu klein sein, niemals aber zu groß. Manche Katzen bevorzugen sowieso die hinterste Ecke eines Katzenklos; sind die Ausmaße des Kistchens dann auch noch von vornherein zu knapp bemessen, hängt schnell mal das Hinterteil der Katze über den Rand und das Geschäft geht unbeabsichtigt daneben.


Was die Ausstattung betrifft, so ist sicherlich nicht jede Katze mit einem Katzentoiletten-Dach glücklich, andere wiederum würden sich "ohne" nicht sicher genug fühlen (so eine Haube ist auch bei unkastrierten Katern empfehlenswert, die gerne im Stehen pieseln/ins Kistchen markieren; bestimmte Katzenklos sind so konstruiert, dass Dach und Unterschale beim Aufeinandersetzen völlig dicht abschließen und deshalb auch bei einem gezielten Urinstrahl "durchlaufsicher" sind). Auch die manchmal eingebauten Katzenklappen sind nicht jederkatz Sache (darauf kann man meiner Ansicht nach sowieso gut verzichten), ganz zu schweigen von elektrisch betriebenen Geruchs-Filtern oder gar Rechen, die nach dem Katzenklobesuch die Streu automatisch durchsieben. Einstreu gibt es mittlerweile in allen möglichen Varianten und Duftnoten, nicht alle Katzen können sich problemlos mit irgendwelchen exotischen Toilettenfüllungen anfreunden.


Und last but not least der Erfahrungsbericht eines Katzenzubehör-Händlers (keine Ahnung, ob dies den Tatsachen entspricht, wenn nicht, dann ist es zumindest gut erfunden): Verwendet man eine auf irgendeine Art elektrisch betriebene Katzentoilette oder ein chemisch reagierendes Streu (z. B. aus Silicatmaterial) und weigert sich die Katze permanent, das Katzenklo aufzusuchen, oder springt sie umgehend nach Benutzung wieder heraus, sollte man unbedingt überprüfen, ob ein technischer Fehler vorliegt (Stromschlag) oder - im Falle des Streus - ob die Katze, speziell Kater, mit ihrem Geschlechtsteil an das Einfüllmaterial kommt (angeblich Gefahr der Verätzung).

 

 

Probleme mit einer neuen Katze? - ist Ihr neues Kätzchen noch extrem jung (unter 7 Wochen) und/oder stammt es vom Bauernhof oder aus einer vernachlässigten, unseriösen Zucht, kann es sein, dass es die Benutzung der Katzentoilette erst lernen muss. Meist ist es ausreichend, der Katze zu zeigen, wo das Kistchen steht und sie ein paar Mal hineinzusetzen, speziell nach den Mahlzeiten. Manche Katzen fühlen sich auch animiert, das Klo zu benutzen, wenn man vor ihnen mit lobenden Worten mit den Fingern im Streu kratzt oder die Streu ein wenig umschaufelt.


Babykätzchen aus eigenem Wurf werden am schnellsten stubenrein, wenn man ihnen bereits ab der 3. Woche, also noch bevor sie normalerweise zugefüttert werden, ein oder zwei kleine Katzenkistchen in die Wurfkiste stellt. Dabei ist zu beachten, dass der Rand problemlos überwunden werden kann (Spezialklos in dieser Größe - ca. DIN-A4 Fläche, 8 cm hoch - gibt es in guten Fachgeschäften, übers Internet oder auf Ausstellungen, entweder direkt unter der Bezeichnung "Baby-" oder "Ausstellungsklo") und die Einstreu ungefährlich ist (z.B. kein klumpenbildendes Streu, da so ziemlich alle Kätzchen anfangs Streukügelchen fressen. Könnte u.a. zu lebensgefährlichen Darmverschlüssen führen). Je begrenzter die zur Verfügung stehende Freilauffläche in der Wurfkiste/im "Kätzchenlaufstall", desto problemloser die zuverlässige Benutzung der Kistchen.


Auch außerhalb der Wurfkiste muss unbedingt mindestens ein größenmäßig angepasstes Kistchen in unmittelbarer Umgebung bereitstehen. Damit der Weg und Standort des Kistchens eingeprägt wird, die Katzenkinder einmal hineinsetzen (ein paar Körnchen gebrauchte Streu zeigen den Babies, was hier stattfinden soll, wenn man denn muss...) und selbst die Toilette verlassen lassen. Die ersten Ausflüge außerhalb der Wurfkiste überhaupt mit Argusaugen überwachen, damit man sofort eingreifen kann (sanftes Hineinsetzen ins Streu, loben!, ggf. zusätzlich ein wenig mit den Fingern im Streu scharren), sobald eines der Kleinen Anstalten macht, sich irgendwo hinzusetzen und "recht angestrengt zu schauen", manchmal auch verbunden mit hilfesuchendem Piepsen - Pulleralarm oder "Big Business"!!. So ein Hilfe-Mau ruft nicht selten sämtliche erwachsene Katzen auf den Plan, um das Kleine aus der vermeintlichen Gefahrenzone zu retten. Aufpassen, dass die Erwachsenen das Baby da nicht aus dem Kistchen schieben oder tragen. Erst wenn man sich hundertprozentig sicher ist, dass alle Kätzchen das Kistchen selbst finden und bei Bedarf auch aufsuchen und benützen, kann man die Kleinen ohne Aufsicht herumlaufen lassen.


Aber egal ob Katzenkind oder erwachsenes Tier: Ein Neuzugang in der Familie sollte niemals überfordert werden, d.h. behalten Sie - zumindest bis sich die Katze eingelebt hat und deutlich in ihrem neuen Zuhause wohlfühlt - das bisher gewöhnte Streu und die Art der Katzentoilette bei. Stellen Sie in der Anfangszeit ggf. mehrere Katzentoiletten in der unmittelbaren Umgebung auf (keine langen Wege!), besonders, wenn bereits andere Katzen oder Haustiere im Haushalt leben.


Manchmal traut sich eine neue Katze schlichterdings nicht an den alteingesessenen Tieren vorbei, oder Katzen mit älteren Rechten verwehren - zuweilen ganz subtil, mit nur einem gezielten, drohenden Blick - dem Neuzugang die Benutzung der Katzentoilette oder auch den Ausgang daraus. Halten Sie deshalb stets ein waches Auge auf die Vorgänge in der Katzengruppe! Damit die neue Katze das Klo in einer brenzligen Situation leichter aufsuchen und auch wieder in alle Richtungen verlassen kann, ist es hilfreich, in der ersten Zeit eine evtl. vorhandene Haube zu entfernen und das Kistchen nicht direkt an die Wand zu platzieren.

 

 

Altersbeschwerden - Kommen Katzen einmal in die Jahre, fällt der Toilettengang oft aus körperlichen Gründen schwer. Hier können Sie die Katze unterstützen, indem Sie besonders flache Toilettenschalen aufstellen oder eine kleine Rampe zum Eingang bauen. Oder setzen Sie Ihren Liebling mehrmals täglich ins Katzenklo - auch sehr nützlich bei schon etwas senilen Tieren, die einfach vergessen, rechtzeitig ihr Kistchen aufzusuchen. Nierenprobleme, eine unterschwellige Darmentzündung und evtl. damit verbundene Unsauberkeiten sind typisch für alte Katzen, sprechen Sie bitte mit Ihrem Tierarzt, ob und wie man den Gesundheitszustand und die Kondition Ihrer Katze verbessern könnte.

 

 

Untragbare Verhältnisse - Katzen sind zwar relativ genügsam in ihren Ansprüchen, aber wenn nicht mal ihren Grundbedürfnissen entsprochen wird, müssen sie ihrer seelischen oder körperlichen Not ja irgendwie Ausdruck verleihen. Zu diesen Grundbedürfnissen gehört z.B. ein angstfreies Leben, genügend Nahrung, Platz und Zuwendung. Leider hört man immer wieder von armen Tieren, die ständigem Stress ausgesetzt sind (werden von anderen Haustieren oder Mitkatzen bedroht, Kinder lassen sie nicht in Ruhe, oder sie werden gar mit Fußtritten oder ähnlichem traktiert), die lediglich im Gang und in der Küche der Wohnung hausen "dürfen" und ansonsten ausgesperrt bleiben (kommt öfter vor, als man denkt...), oder die vernachlässigt und ohne großartige Zuwendung ihres Menschen dahinvegetieren, da ihre Besitzer so gut wie nie zu Hause sind und sich kaum um ihre Tiere kümmern (10 Minuten kuscheln vor dem Schlafengehen und einmal kurz streicheln am Morgen vor dem "aus-dem-Haus-gehen-bis-spät-abends" mag zwar für den Katzenbesitzer befriedigend sein, für die Katze ist das jedoch ein qualvolles, einsames Dasein). Hier kann man diesen bedauernswerten Geschöpfen eigentlich nur wünschen, dass es ihnen irgendwann möglich ist, in ein anderes Zuhause mit besonders liebevollen, verantwortungsbewussten Menschen umzuziehen.

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Weitere Tipps


Ebenfalls einen Versuch wert: Verewigt sich die Katze ausschließlich an einer bestimmten Stelle, dem Tier den Zugang zu diesem Ort möglichst nur unter Aufsicht gestatten. Schließen Sie die Zimmertür, wenn Sie nicht zu Hause sind, decken Sie die Stelle vollständig ab (Betten z.B. mit einer Plastikplane/Duschvorhang), oder füttern Sie die Katze ausschließlich auf ihrer bevorzugten - gründlich gesäuberten und neutral riechenden - Pieselstelle und lassen Sie auch während Ihrer Abwesenheit Futter oder Leckerlis dort liegen (Katzen neigen eigentlich nicht dazu, ihren eigenen Futterplatz zu verunreinigen, wirkt aber leider nicht immer). Macht die Katze am liebsten in die Badewanne, kann man sie davon abhalten, indem man stets ein paar Zentimeter hoch Wasser in der Wanne stehen lässt.



Last but not least drei tolle Tipps aus dem Buch "Unsere Katze spinnt", Müller Rüschlikon-Verlag, herzlichen Dank an die Autorin Christine Klinka für die Erlaubnis, Buchauszüge auf dieser Seite zu veröffentlichen:


  • zwar nicht sehr wohnlich, aber in vielen Situationen durchaus hilfreich - den bevorzugten Ort der Unsauberkeit, z.B. das Sofa, für einige Wochen geradezu mit Kuschelhöhlen und Toilettenschalen zupflastern, nur schrittweise reduzieren


  • bei einem als Katzenklo mißbrauchten Blumentopf die Erde komplett auswechseln, dem Wurzelballen eine gründliche Dusche gönnen und einen neuen Topf kaufen. Anderenfalls würde nach jedem Gießen der Geruch "wiedererweckt". Danach die Erde mit Steinen so bedecken, die so klein sind, dass noch Luft durch kann und groß genug, dass die Straftäterin sich nicht über das neue Spielzeug freut. Anfangs kann man auch noch frische Zitronenscheiben darüber platzieren - die meisten Katzen lassen sich schon allein durch den Zitrusduft abschrecken!


  • weicht Mieze regelmäßig ihre eigenen Schlafbettchen ein, hat sie womöglich zuviele und versucht damit, Inbesitznahme durch Artgenossen oder imaginäre Feinde abzuwehren. Einfach die Anzahl reduzieren und/oder durch Kunststoffschalen mit leicht waschbarem Innenleben ersetzen



Herr oder Frau Rauchkopf hat mich an eine Möglichkeit erinnert, die ich ganz vergessen hatte, die aber tatsächlich schon bei einigen Unsauberkeitsfällen erfolgreich eingesetzt wurde - die Verwendung von sog. "Gesichtspheromonen". Herzlichen Dank für den Tipp! Solche Pheromone sind den Geruchsstoffen nachgebildet, die die Katzen verteilen, wenn sie durch Köpfchen-Reiben ihre Umgebung markieren (für Menschen nicht wahrnehmbar). In der Theorie entspannt sich das Tier und fühlt sich sicher, wenn diese "friedlichen" Geruchsstoffe bereits vorhanden sind. D.h. - je nach Ursache der Unsauberkeit - hat die Katze dann gar keinen Grund mehr, selbst ihr Revier zu markieren.


Solche Pheromone gibts z.B. beim Tierarzt unter dem Namen Feliway als Spray und - bei Unsauberkeit in der Wohnung wahrscheinlich wirksamer - als Verdunster (wird einfach in eine Steckdose angebracht, die Stoffe verteilen sich dann je nach Wohnungsgröße gleichmäßig im Zimmer oder in der ganzen Wohnung). Allerdings sollte man keine Wunder erwarten - Pheromone wirken nicht bei jedem Tier, genauso wie auch nicht jede Katze auf Catnip/Katzenminze anspricht, und es hat auch schon potente Deckkater gegeben, die genau in den Verdunster gepisst haben :-). Aber ein Versuch lohnt auf jeden Fall.

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Reinigung von Urinflecken (ohne Gewähr!)


Alles was sich problemlos waschen lässt, waschen. Am besten in der Maschine, aber auch sorgsame Handwäsche mit geeignetem Waschmittel (Feinwaschmittel ist ok) kann erfolgreich sein. Große, unhandliche Bettdecken können ggf. in der Badewanne über einen Wäscheständer gehängt werden und dann mit Brause und Waschmittel teilgewaschen werden. Ansonsten frische Pieselstellen mit Haushaltstüchern, trockenen Putzlappen oder alten Handtüchern abtupfen, bis schon mal jegliche überschüssige Flüssigkeit aufgenommen ist. Mit Haushaltsreiniger (wie bereits oben erwähnt bloß kein Mittel mit Ammoniak verwenden!), dem aus der Hobbythek bekannten Orangex, oder bei empfindlicheren Oberflächen mit ein bisschen Schmierseifen- oder Feinwaschmittelschaum - evtl. vor der Behandlung an einer versteckten Stelle ausprobieren - nachwischen.



Dampfreiniger eignen sich prima für eine Tiefenreinigung, aber bitte niemals bei echten Wollteppichen oder ähnlichen Teilen anwenden, wenn Ihnen etwas an Ihren besten Stücken liegt (zieht das Wollfett heraus, was das Gewebe zukünftig schneller verschmutzen lässt und den Fasern schadet - bis hin zur Auflösung des Gewebes). Nasse Stellen zur Trocknung mit einer ausreichend dicken Schicht Zeitungspapier belegen. Sollte nach dem Trocknen immer noch ein mehr oder weniger starker Uringeruch vorhanden sein (besonders bei feuchtwarmem Wetter zumindestens unterschwellig wahrnehmbar), muss ein Reiniger her, der den Geruch nicht nur überdeckt, sondern auf biologische Art abbaut. Solche Präparate arbeiten oft auf Enzymbasis oder über Mineralsalze.



Mittlerweile gibt es X verschiedener solcher Reiniger, z.B. "Airodeen", "Bio-Fresh", etc., etc. (in der Werbung angepriesene Mittel gegen Gerüche, z.B. "Febreze" sind für echte Reinigungszwecke normalerweise nicht stark genug). Da muss man einfach mal das eine oder andere ausprobieren. Allerdings sind auch das alles keine Wundermittel. Manchmal müssen die Stellen mehrmals hintereinander behandelt werden, und der Geruchsabbau geht auch nur allmählich, d.h. über Tage voran. Jedes Mittelchen hat da einen mehr oder weniger angenehmen Eigengeruch, da weiß man oft nicht, was unangenehmer ist, der ursprüngliche Pieselgeruch oder der des Reinigers... Aber i.d.R. ist die Reinigung dann letztendlich doch von Erfolg gekrönt, der Uringeruch ist vollständig verschwunden. Evtl. noch vorhandene störende Restgerüche des Reinigers lassen sich dann mit Essigwasser neutralisieren. Besonders mit einer ggf. trächtigen Katze oder kleinen Katzenbabies im Haus, bzw. wenn Sie selbst schwanger sind oder Kinder haben, sollten Sie sich jedoch stets vergewissern, dass die zu verwendenden Geruchskiller unschädlich sind. Außerdem alle Präparate stets außer Reichweite von Kind und Tier lagern, und während der Anwendung alle aussperren, denn selbst ein simpler Essigspritzer kann Augen verätzen...



Relativ neu auf dem deutschen Markt sind kleine batteriebetriebene Geräte, die UV-Licht aussenden, im Zoohandel erhältlich unter äußerst passenden Namen wie "Stink Finder" oder "Urine Finder" :-). Damit lassen sich im abgedunkelten Zimmer nicht nur alle bis dato nicht auffindbare Urin-, Kot- oder Erbrochenenstellen lokalisieren, sondern auch Pilzsporen! Aber zur Sicherheit nur mit aufgesetzter Sonnenbrille mit UV-Schutz verwenden, und auch Katzen und andere neugierige Tiere während der Suche aus dem Zimmer verbannen.

 

 

Haben auch Sie einen bei Unsauberkeit der Katze erfolgreich erprobten Ratschlag, der an dieser Stelle noch nicht erwähnt wurde und den Sie mit anderen Katzenfreunden teilen möchten, schreiben Sie mir doch einfach. Ich freue mich über jede Ergänzung dieser Seite, wie z.B. die nachfolgende aus einem Eintrag in unserem Gästebuch:



"Da um weitere Tips zur Geruchsbeseitigung gebeten wurde, hier meine bislang erfolgreichste Waffe: Hochprozentiger Alkohol (meist reicht schon ein billiger Wodka) in eine Sprühflasche gefüllt. Wurde irgendwo gepieselt, putze ich diese Stelle erst mit normalem Reiniger und besprühe sie anschließend mit dem Alkohol. Sobald dieser verdunstet, sollte die Stelle geruchlos sein (bedarf manchmal der Wiederholung eh der Geruch völlig verschwunden ist, je nach Material der "Unfallstelle"). Da ich mich nicht mit fremden Feder schmücken möchte, sei noch gesagt, dass ich diesen Tip dem MietzMietz - Forum entnommen habe!

Liebe Grüße,

Alisha"

 

 



Aufgrund dieses Artikels bekomme ich regelmäßig Mails oder Anrufe, in denen mir Katzenbesitzer ihre ganz speziellen Unsauberkeitsprobleme mit ihren schnurrigen Lieblingen schildern und um Lösungsvorschläge bitten. Ich freue mich sehr über Ihr Vertrauen und ich verstehe nur zu gut, dass man in einer solchen Situation für jede Hilfe dankbar ist. Aber haben Sie bitte Verständnis, dass ich - wie schon an anderer Stelle erwähnt - KEINE gelernte Verhaltenstherapeutin bin, sondern nur eine private Katzenzüchterin und es mir schon allein aus zeitlichen Gründen unmöglich ist, mich in mir völlig unbekannte Fälle einzudenken und individuell darauf einzugehen - AUCH NICHT AUSNAHMSWEISE!

(NACHTRAG: Nachdem dieser Hinweis anscheinend geflissentlich ignoriert wird und trotzdem STÄNDIG persönliche Problemberichte eingehen, bleibt mir leider nichts anderes übrig, als hiermit bekanntzugeben, dass solche Anfragen ab sofort kategorisch weggeklickt werden, entsprechende Mails sind daher sinnlos. Und noch sinnloser sind "Beschwerdemails" wg. fehlender Antwort - ganz schön dreist!).


Auf dieser Seite habe ich eigentlich alles, das mir im Moment zum Thema "Unsauberkeit" einfällt, zusammengestellt. Falls Ihnen diese Tipps und Hinweise alleine nicht weiterhelfen, wenden Sie sich bitte an einen professionellen Tierpsychologen, z.B. unter der Adresse www.katzenpsychologie-online.de, der sich intensiv mit Ihrem Tier beschäftigen kann.

Vielen Dank und alles Gute für Sie und Ihre Katze(n)


 


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