liebe Kätzchen
für liebe Menschen
© Renate Wald, Ciara's Ragdolls
Ragdoll-Farben
m FIFe-Standard ist die Ragdoll in SEAL-POINT,
BLUE-POINT, CHOCOLATE-POINT und LILAC-POINT
anerkannt (im Jahr 2005 bekam auch die gesamte Rot/Flame-Palette und das Tabbymuster/Lynx den CAC-Status zuerkannt).
Seal
und Blue
In der Ragdollzucht
spielen aber doch hauptsächlich SEAL
- Körperfarbe in
gleichmäßigem Rehbraun
- Points in
tiefem Sealbraun
- Lätzchen und
Brust in hellem cremefarbenen Ton
- Nasenspiegel
und Fußballen dunkelbraun, fast schwarz
und das pastellige BLUE
- Körperfarbe in
gleichmäßigem Platingrau mit bläulichem Einschlag
- Points in
tiefem Blaugrau
- Brust und Lätzchen
heller
- Nasenspiegel
und Fußballen blaugrau
eine Rolle.
Fotos von verschiedenen Ragdolls in
seal und blue
Chocolate
und Lilac
Was die tatsächliche Existenz der Farben
CHOCOLATE
- Körperfarbe
milchschokoladenfarben
- Points
schokoladenfarben
- Maske oft nicht
ganz ausgefärbt
- Nasenspiegel
schokoladenfarben
- Fußballen zimt-
bis schokoladenfarben
und LILAC
- Körperfarbe in
hellmagnolienfarben
- gletschergraue
Points mit leichtem rosa Ton
- Maske oft nicht
ganz ausgefärbt
- Nasenspiegel
und Fußballen lavender-rosa
betrifft, so gehen hier die Meinungen unter
den Züchtern sehr auseinander.
ollten Sie einmal
eine lilac- oder chocolatefarbenen Ragdoll sehen, lassen sie
sich doch mal erklären, warum gerade diese oder jene Katze
als lilac oder chocolate bezeichnet wird. Eine hellere
Schattierung macht genetisch noch keine Lilac oder Chocolate
aus. In der Vergangenheit hat so manch ein Ragdoll-Liebhaber
ein paar hundert Euro mehr für ein Ragdollkätzchen in diesen
"seltenen Farben" bezahlt (wir auch!!), nur um
irgendwann festzustellen, dass sein Kätzchen eigentlich doch
blue bzw. seal ist und sich einfach nur etwas später ausgefärbt
hat oder tatsächlich etwas heller geblieben ist, was jedoch
einen solch überzogenen Kaufpreis nicht gerechtfertigt hätte.
esonders Bicolour-Ragdolls
werden sehr gerne als chocolate oder lilac eingetragen, obwohl sie genetisch seal
oder blue sind.
Ursachen dafür sind:

12 Wochen alte Kätzchen in seal-bicolour und seal-mitted |
- die rosa
("farblosen") Pfotenballen und den rosa
Nasenspiegel der Bicolours kann man nicht zur
korrekten Farbbestimmung heranziehen
- Bicolour-Kätzchen
wirken im Gegensatz zu ihren Mitted- oder Colourpoint-Geschwisterchen
immer ein ganzes Stückchen heller, da sich die
Pointfarbe von den kältesten Stellen wie Nasenspitze
und Pfoten her entwickelt und es bei der Bicolour
stets etwas länger dauert, bis die erste Färbung an
den als "Nicht-Weiß" angelegten Stellen
erscheint.
Weitere Gründe,
warum seal/blue mit chocolate/lilac verwechselt wird:
- bei der Ragdoll
kommen - wie bei allen anderen Rassen auch -
verschiedene Farbschattierungen vor. So neigen z.B.
rein englische Ragdolls zu einer eher dunkleren und
die amerikanischen Linien zu einer etwas helleren
Pointfarbe.
- manchmal macht
den Katzenzüchtern aber auch nur ein gewisser Gelb-
bzw. Braunstich bei den Bluepoints zu schaffen, was
schon einmal als "leichter rosa Ton" fehl-interpretiert
werden könnte.
- die Pigmentierung der Haut kann bei allen Pointrassen sehr unterschiedlich ausfallen. Eine gut pigmentierte Haut - siehe z.B. das Mitted-Kätzchen auf dem Foto oben - lässt die Ohren auf der Innen- und Außenseite dunkel erscheinen, eine wenig pigmentierte Haut - so wie beim Bicolour-Brüderchen daneben - ergibt ein roso erscheinendes Innenohr, und auch die Ohrenaußenseite schimmert unter den Haaren heller durch.
ermutlich sind sog. Polygene (eine Gruppe von "Kleingenen", die als einzelnes Gen unbedeutend sind, aber wenn sie in einer Gruppe vorhanden sind, die Ausprägung des Hauptgenes - hier also das Gen für die Farbe - in die eine oder andere Richtung beeinflussen können) für solche Farbunterschiede verantwortlich.
eider
habe ich noch nie eine echte chocolate oder lilac Ragdoll
live gesehen, geschweige denn fotografiert (wird sich sicher bald ändern, nachdem es bei uns nun endlich auch *echte* Chocs. und Lilacs gibt, s. unten). Aber ich freue mich, dass ich
Ihnen nachfolgend einstweilen Fotos von chocolate/lilac Birmas bzw.
Britisch Kurzhaar präsentieren kann (mit freundlicher Genehmigung
der IG Ragdoll), im Vergleich zu einer - angeblich - "lilac-mitted"
Ragdoll.
ußerdem hatte ich das Glück, dass mir Gerda Stapel, eine australische Ragdollzüchterin, einige Fotos ihres offiziell genehmigten Outcross-Zuchtprogramms zur Verfügung stellte. Sowohl in den USA als auch in Australien begannen Mitte der 90er Jahre einige Züchter andere Rassen wie Birma oder Perser Colourpoint in die Ragdoll einzukreuzen, um das Chocolate-Gen nachweislich in die Ragdoll einzubringen (darunter sogar Züchter, die sich schon lange vorher auf die Zucht von "chocolate" und "lilac" Ragdolls spezialisiert hatten, bis sie schliesslich selber merkten, dass ihre bis dahin produzierten Katzen lediglich seal und blue sind - leider wurden trotz dieser Erkenntnis die Stammbäume dieser falschen Chocolates/Lilacs nur in den seltensten Fällen abgeändert, das hängt uns auch heute noch nach...).
olch ein Zuchtprogramm ist ein langer und steiniger Weg - die Farbe ist zwar relativ schnell erreicht, aber bis der Typ stabilisiert ist, dauert es oft viele Jahre. Doch wie man an den Fotos der in den "Dancingmist"/"Icedoll"-Catteries geborenen, über Balinesen gezogenen Katzen ersehen kann, hat sich die Mühe gelohnt - die chocolate- bzw. lilac-Farbe ist eindeutig, und der Typ verbessert sich von Generation zu Generation.
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as ist unsere auf dem Foto 13 Jahre alte Kirsty, die wir 1990 als lilac-mitted Ragdoll erworben hatten.
Allerdings mussten wir sie aufgrund einiger Richterberichte bald in blue-mitted umschreiben lassen. Ihre Pointfarbe und der schiefergraue Nasenspiegel sind aber auch ganz typisch für eine blue-point. Hier können schon die Farben
der Eltern nicht korrekt sein, denn chocolate (Vater) x lilac
(Mutter) kann wiederum nur chocolate oder lilac hervorbringen,
niemals aber blue.
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NACHTRAG: Nachdem sich das Chocolate-Gen inzwischen per DNA-Untersuchung feststellen lässt, wollte ich natürlich gaghalber auch mal so einen Test durchführen lassen, selbst wenn ich schon vorher wusste, wie es ausgeht...
eider ist Kirsty 2006 im Alter von 16 Jahren über die Regenbogenbrücke gegangen. Daher blieb nur noch, einen ihrer Nachkommen zu testen (nochmals vielen herzlichen Dank an "Thomies" Besitzerin für die Unterstützung!), der, wenn denn Kirsty wirklich lilac gewesen sein sollte, auf jeden Fall ein Träger des Chocolate-Gens sein müsste. Aber leider, leider... der Befund vom 10.07.2007 der DNA-Untersuchung (hochoffiziell vom Tierarzt abgenommenes und ans Labor eingeschicktes Blut) von Kirstys 15-jährigem Sohn "Ciara's Navarro-Jardian" alias "Thomie", seal-colourpoint, geb. 26.4.1992, ergab folgendes: "Die untersuchte Katze ist reinerbig für das Wilddtyp-Allel und trägt nicht die Anlage für die Fellfarbe chocolate. Die Katze prägt phänotypisch die Wildtypfärbung aus. Sie kann an ihre Nachkommen nur das Wildtypallel, aber kein chocolate-Allel weitergeben". Kurz gesagt: Thomies Mutter Kirsty war auf jeden Fall blue, damit ist endlich auch bewiesen, dass auch die Farbe ihrer Eltern nicht lilac bzw. chocolate waren.
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zwei Britisch Shorthair-Kätzchen im Alter von ca. 12 Wochen
links: lilac-point
rechts: blue-point
Foto: IG-Ragdoll |
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chocolate-point
Birmakater im Alter von 3 Jahren
Foto: IG-Ragdoll |

(Dancingmist Chocolate Daisy) |
ein chocolate-colourpoint Katzenmädchen (Outcross-Programm 2. Generation). Typmäßig sind die Balinesen-Vorfahren zwar noch unübersehbar, aber die Farbe ist eindeutig
Foto: G. Stapel
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ier ist das Zuchtziel schon fast erreicht - lilac-bicolour Kater und lilac-colourpoint Kätzin, eindeutig Ragdoll (Outcross-Programm 4. Generation):

(Icedoll's Ventura, lilac-bicolour; Foto: G. Stapel) |

(Dancingmist Desiree, lilac-colourpoint; Foto: G. Stapel) |
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unverwechselbar -
links: Schwanzfarbe eines blue-point Jungtiers
rechts: Schwanzfarbe eines lilac-point Jungtiers
Foto: G. Stapel |
us diesen o.g. Zuchtprogrammen (Australien und USA) sind inzwischen auch etliche oft schon wunderschöne und wirklich typvolle Zuchtkatzen zu uns nach Deutschland bzw. in die angrenzenden Nachbarländer gekommen, die teilweise bereits für eigenen Nachwuchs gesorgt haben. Somit werden in den nächsten Jahren *endlich* auch echte chocolate und lilac Ragdolls eine Rolle im weltweiten Zuchtgeschehen spielen.
er Fortschritt macht auch in der Katzenzucht keinen Halt, somit ist es übrigens heute zum Glück möglich, das Vorhandensein - oder Fehlen - des Chocolate-Gens mittels einer Blutprobe oder Backenabstrichs genetisch nachzuweisen (s. auch das DNA-Ergebnis oben bei "Kirsty"). Schade, dass es solch eine DNA-Überprüfung nicht schon früher gegeben hat, dies hätte den Züchtern und auch Käufern so manches Kopfzerbrechen und Unklarheiten in den Stammbäumen erspart.
rotzdem ist mir aufgefallen, dass es inzwischen wieder Züchter gibt, die sich auf Ragdolls in choc./lilac spezialisiert haben, deren Ragdolls aber nur z.T. "richtige" Chocolates und Lilacs bzw. chocolate- und lilac-Träger sind (hier ist es ganz offensichtlich, dass diese Züchter *keinen* DNA-Test machen, sonst käme der Irrtum schnell zu Tage). Die "falschen" gehen meist wie eh und je auf die frühen angeblichen Chocs. u. Lilacs zurück - und man kann es drehen und wenden wie man will, aus diesen Katzen kann kein chocolate/lilac entstehen! Doch der Stammbaum sagt etwas anderes, und das ist das Fatale daran - darauf verlassen sich immer noch viel zu viele Züchter.
aher mein Rat, um weitere Farb-Verwirrungen zu vermeiden: Wer insbesondere eine chocolate oder lilac Zuchtkatze sucht, sollte kein Kätzchen ohne DNA-Nachweis kaufen, egal ob die Eltern getestet sind oder nicht (am besten von einer Probe, die hochoffiziell in einer Tierarztpraxis abgenommen und von dort ins Labor weitergegeben wurde, um einen versehentlichen oder ggf. auch absichtlichen Katzenvertausch auszuschließen). Da eine Zuchtkatze sowieso nie ohne diverse Bluttests abgegeben werden sollte, kann das gleich ohne größeren Aufwand miterledigt werden.
Tabby
und Rot
u den auffallendsten Änderungen in der Rasse Ragdoll gehören sicher die sog. "neuen Farben", d.h. Tabby bzw. "Lynx" und die im englischen Sprachgebrauch auch als "Flame" bekannte Rot-Palette, die seit Januar 2005 in der FIFe anerkannt sind.
 Ragdollfräulein in seal tabby-/lynx-bicolor Foto: H. Büchner |
ür die "alten Hasen" unter den Ragdollzüchtern war es zuweilen nicht so leicht, sich mit den "andersfarbigen" Ragdolls anzufreunden, galt doch viele, viele Jahre international das ungeschriebene Gesetz: "Alle Ragdolls müssen auf die Ursprungskatze Josephine zurückgehen", und "Ragdolls gibt's nur in den vier Grundfarben Seal, Blue, Chocolate und Lilac" (wobei die letzten beiden Farben wieder ein anderes Thema sind - siehe oben). Und auch heute noch sind die Vorlieben sehr unterschiedlich - während sich die einen Ragdollfreunde auf Anhieb in die neuen Farben verliebt haben, werden sie von anderen immer noch kategorisch abgelehnt oder zumindest misstrauisch bis vorsichtig beäugt. Vielleicht werden bei den neuen Farben deshalb oft auch ein wenig kritischere Maßstäbe angesetzt, weil sie eben "anders" aussehen, als man es früher von der Rasse gewohnt war. Aber nachdem ich letzthin mal wieder ausgiebig durch alle möglichen Ragdoll-Websites weltweit gesurft bin, hat mich dies in meiner Meinung bestätigt, dass der Unterschied zwischen den neuen und den traditionellen Farben eigentlich gar nicht so groß ist - in jeder Kategorie gibt es sowohl wirklich typvolle als auch nur wenig rassetypische Katzen.
 Ein attraktiver red-/flame-mitted Ragdoll mit Blesse Foto: H. Büchner |
s kursieren verschiedene Geschichten, wie Lynx- und Flame-Ragdolls entstanden
sind. Einige berichten, dass es red-point und tabby-point
in dieser Rasse ja schon immer gegeben hat, d.h.,
dass auch Ann Baker bereits Ragdolls in diesen Farben gezüchtet hätte. Andere Züchter wiederum machen kein Geheimnis daraus, dass Rassen wie Perser Colourpoint, Balinesen oder Birma eingekreuzt
wurden, um rot und tabby in die Ragdoll einzubringen (was man
allerdings der einen oder anderen Ragdoll typmäßig auch heute
noch ansieht. Leider betrifft das inzwischen auch traditionelle Farben, die solch eingekreuzte Vorfahren im Stammbaum haben. So wirken z.B. große Maine Coon-Ohren mit ausgeprägten "Luchspinseln" oder ein flaches Persergesicht bei einer Ragdoll nicht unbedingt ästhetisch). Weitere mögliche Gefahren von Einkreuzungen, speziell wenn sie ohne große Überlegung und nur unter dem Gesichtspunkt "Farbe" durchgeführt wurden, wäre die Einbringung von Krankheiten, die bis dato nur bei anderen Katzenrassen bekannt waren, wie PKD, oder eine Änderung des typischen Ragdollcharakters. Begeisterte Fans von Rot und Tabby heben dagegen gerade den tollen Charakter ihrer Katzen hervor... im Zweifelsfall muss man sich bei Interesse einfach selbst ein Bild davon machen und sich entsprechend informieren.
in anderes Problem ist - auch hier! - die korrekte Farbbestimmung. Wer sich einigermaßen mit Genetik auskennt und gelernt hat genau hinzusehen, dem gruselt es, wie oft gerade bei den neuen Farben Fehler unterlaufen. So hat man z.B. selten so viele angebliche "chocolates" gesehen, als neuerdings wieder bei Tabbys/Lynx. Und auch so manch andere Farbeintragungen sind wirklich erstaunlich und weisen auf große Ahnungslosigkeit in punkto Genetik oder viel Phantasie des Züchters hin. Manche Ergebnisse sind mit den angegebenen Elterntieren einfach nicht möglich, d.h. auch hier gilt: entweder hat die betroffene Katze andere Eltern, der Staumbaum der Katze ist also gefälscht, oder ihre Farbe ist doch eine andere und muss nachträglich korrigiert werden. Am meisten erstaunt dabei allerdings, dass es anscheinend nur wenigen Katzenvereinen wichtig ist, die eingereichten Wurfmeldungen und Stammbäume einer Genetikprüfung zu unterziehen.
Solids und Minks
Text folgt