liebe Kätzchen für liebe Menschen

 


© Renate Wald, Ciara's Ragdolls



Unsere Ragdoll-Kinder im neuen Zuhause


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Ashley



Ciara's Ashley-Timbavati, 8 Wochen alt

Eigentlich finde ich einen Wurf pro Jahr völlig ausreichend für mich, aber wenn doch mal zwei Würfe geplant werden, habe ich es am allerliebsten, wenn mindestens 2 Monate dazwischenliegen. Dann nämlich sind die älteren schon aus dem Gröbsten raus, ziemlich selbstständig, und man kann sich ausgiebig den Kleinen widmen, falls dies notwendig wird (ansonsten, d.h. ohne Komplikationen, sind die ersten drei Lebenswochen die bequemsten, die Mutter säugt und putzt, und für den Züchter beginnt die richtige Arbeit erst, wenn es ans Zufüttern und Kistchen gewöhnen geht). 2004 war es nach längerer Zeit mal wieder so weit, ein zweiter Wurf stand an, den ich jedoch eher nicht "angeleiert" hätte, hätte ich vorher gewusst, dass dieses Jahr wohl unter dem Motto "Handfütterung" stehen würde...



 Mami Mausilini demonstriert ihren ca. 5 Wochen alten Kindern die Kratzbaumbenutzung
Die rund-um-die-Uhr Fütterungen von Te quiero und Serafina (s. Seite 4) waren ganz schön erschöpfend und nervenaufreibend gewesen. Aber nachdem ich von Handfütterungen bis dato ziemlich verschont geblieben war, hätte ich im Traum nicht vermutet, dass es mich beim nächsten Wurf gleich wieder erwischt. Noch war ich guten Mutes, bis 1 Tag vor der Geburt lief auch alles wie am Schnürchen, bis ich beobachtete, dass Mausilini, die Mami in spe, die 8 Wochen alten Kätzchen des anderen Wurfes willig und schnurrend an ihren Zitzen nuckeln ließ. Oje, das war gar nicht gut, sofort wurde Mausilini und die "Kids" getrennt, aber da war es wohl schon zu spät... Bis Mausilinis zwei Kätzchen auf die Welt kamen, war eine der Zitzen voll entzündet - eine dicke, rotgeschwollene Beule.



 Ashley, 6 Wochen alt, beim gemütlichen Nickerchen im CD-Regal...

Na klasse. Jetzt galt es zwei Fragen zu klären - machte die Entzündung die Milch für die Babies ungenießbar, ja vielleicht sogar "giftig", und wie bekam man diese Entzündung wieder weg, möglichst schonend für Mausilini, die wegen ihres allerersten Wurfes doch ganz schön aufgeregt war. Ein zusätzlich stressender Tierarztbesuch schien mir daher wenig erstrebenswert (ich habe es auch nicht mit Antibiotika, nur wenn es gar nicht anders geht), abgesehen davon dass in einer Praxis - ähnlich wie in einem Krankenhaus - ja auch alle möglichen Keime lauern können, die ich mir angesichts der Neugeborenen und der älteren Kätzchen nicht unbedingt ins Haus holen wollte. Also blieb nur ein Versuch mit Homöopathie, außerdem beobachtete ich die Babies mit Argusaugen, um sofort eingreifen zu können.


Nun, die Milch war offensichtlich bekömmlich, zumindest für das eine Katerchen Tamino (er wird auf Seite 1 vorgestellt), das eifrig saugte und ihm dies auch nicht schadete. Ashley jedoch, der sich eine Zitze in unmittelbarer Nähe der Entzündung ausgesucht hatte, wühlte zwar immer wieder nach der Milchquelle, was ziemlich kräftezehrend war, aber wenn er sie gefunden hatte, machte er null Anstalten, die Zitze anzusaugen. Wahrscheinlich schmeckte die Milch dort nicht, oder war etwas anderes mit dem Katerchen nicht in Ordnung? Sorgen über Sorgen. Also wieder Milchpulver und Handfütterungs-Zubehör ausgepackt, ich war ja noch voll in Übung... Die für eine Gesäugeleistenentzündung üblicherweise empfohlenen homöopathischen Mittelchen schlugen zu meinem Leidwesen überhaupt nicht an, also kramte ich meinen dicken Homöopathie-Wälzer hervor und studierte die Beschreibung eines Mittels, das ich griffbereit in der Schublade hatte und mir für diesen Fall geeignet erschien. Und es wirkte tatsächlich! Innerhalb weniger Stunden hatte sich die Entzündung deutlich verringert, und nach ein, zwei Tagen war nicht mehr das geringste davon zu sehen.



 Ashley und Tamino, 13 Wochen alt
(dieses Bild von Ashley ist auch Vorlage für die Eingangsseite meiner Website www.ciara.de)

Leider erfüllte sich meine heimliche Hoffnung nicht, dass sich mit dem Verschwinden der Entzündung auch die Milchproduktion normalisieren würde. Ashley hing zwar nun fleißig an seiner Zitze, aber wo nix ist, kann auch nichts kommen... Und auch für Tamino war die Milchmenge nicht ausreichend. Das bedeutete also wie gehabt weiter fleißig mit der Hand zu füttern, bis die Babies alt genug waren um selbst zu fressen.


Die meisten Interessenten können sich gar nicht vorstellen, wie nervenaufreibend, zeit- und kostenaufwändig eine Kätzchenaufzucht sein kann. Handfütterungen, auch wenn sie einen Züchter ganz schön schaffen können, sind da nur ein minimales Problemchen. Da gibts noch ganz andere Kaliber, wenn Sie mögen, lesen Sie doch mal meinen Artikel Nur mal ein Wurf - oder: Unsere Katze soll auch mal Nachwuchs haben! zu diesem Thema. Allein die Zeit, die man auch ohne Komplikationen in die Tierchen investiert, könnte einem *niemand* zahlen, deshalb ist der Kaufpreis eines Katzenkindes aus seriöser Aufzucht, wo die Kätzchen liebevoll gepflegt und aufgezogen werden, wirklich nur ein minimaler Kostenanteil. Aber das nur am Rande.






Nach Taminos Auszug war Serafinchen aus dem
älteren Wurf ein toller Kuschel- und Schmusepartner

Jedenfalls gediehen Ashley und Tamino ab der Handfütterung problemlos und wuchsen zu liebenswerten, braven und hübschen Kerlchen heran (Ashleys Zeichnung im Gesicht fand ich besonders bemerkenswert, so ähnlich hatte schon sein Onkel Clarence (s. Seite 1) mütterlicherseits ausgesehen. Im Gegensatz dazu kam Tamino ganz nach seinem Papa - sehr interessant, wie sich auch die Anlage für die Weißscheckung familienintern so vererbt). Wenn Tamino nicht schon von einer lieben Familie vorbestellt gewesen wäre, die bereits einen Kater von mir hatte, hätte ich sicher versucht, die beiden zusammen zu vermitteln. Aber schließlich fand sich auch für Ashley ein supertolles Zuhause mit einer roten Perserkatzenfreundin. Obwohl Ashley kein "Ranschmeißkaterchen" geworden zu sein scheint und in dem einen oder anderen Punkt wohl auch mal ein wenig sensibel oder eigen reagiert, wird er doch trotzdem - oder gerade deshalb? - innigst geliebt und geschätzt.


Zum Namen: "Ashley" hat altenglische Wurzeln, wird erstmals im 16. Jhd. erwähnt, und bedeutet soviel wie "von der Eschen-Wiese". Zwar ist Ashley vor allem seit Ende der 1980er Jahre vorwiegend als Mädchenname verbreitet, aber ich bin ja gerne traditionell, deshalb nahm ich eher den engl. Schutzheiligen Ashley aus dem 17. Jhd. oder Anthony Ashley Cooper, Earl of Shaftesbury, aus dem 19. Jhd. zum Vorbild, der sich zu jener Zeit sehr für eine Gesetzesänderung zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Arbeiterklasse einsetzte. Dann gibt es natürlich auch Ashley Wilkes aus "Vom Winde verweht", aber der ist mir irgendwie zu schlaffig, nach diesem Typen würde ich gewiss keine Katze benennen :-))). Timbavati ist ein privates Wildreservat im Krüger Nationalpark/Südafrika und das einzige Gebiet der Erde, in dem weiße Löwen in freier Natur geboren wurden. Erstmals von einem Europäer gesichtet wurden solche weißen Löwen (keine Albinos, eher cremefarbene Tiere und mit normaler Augenfarbe) 1975 durch den Forscher Chris McBride. Aber afrikanischen Legenden nach gehen solche Sichtungen bereits mehr als 400 Jahre zurück, weiße Löwen gelten dort als Boten der Götter, das reine Fell steht für das Gute, das in allen Geschöpfen zu finden ist.


Hier der Auszug eines Berichts von Ashleys Frauchen, er ist knapp 1 Jahr alt:



 "Dekorierter" Ashley... (Foto: M. de Poel)

"Er ist einfach eine Marke und ein ganz besonders lieber Kerl, wir müssen sehr oft über seine Gleichmütigkeit lachen. Kleines Beispiel, er lag bei uns gemütlich auf der Couch und wir haben ihn mit Bonbon Papier über und über "dekoriert". Er schaut uns strafend an, bleibt aber einfach so liegen. Ashley lässt sich einfach nicht ärgern. Jeder hat so seine Macken und er möchte halt nur morgens oder abends im Bett gedrückt und gekuschelt werden, damit kann ich leben. Nur wenige Katzen sind so begeistert von Besuch wie meine Tout, die meisten sind da ja eher zurückhaltend.

Er sah jetzt im Winter wunderschön aus, er hat eine ganz dichte Mähne bekommen und sein Fell ist ganz seidig. Er dunkelt wunderschön nach, er ist einfach an Schönheit und Anmut nicht zu übertreffen. Ich merke das mittlerweile gar nicht mehr, aber Besucher stellen immer wieder fest, wie groß er wieder geworden ist. Er ist mein ganzer Stolz. Manche haben mich ja am Anfang für etwas plemplem gehalten, ne Katze kaufen und dann noch so viel Geld?!?!?! Mittlerweile möchte die Beiden jeder gerne mitnehmen und versteht den angenehmen Unterschied einer ruhigen Ragdoll und Perser in der Wohnung, zu einer jungen stressigen anderen Katze. Da leiden oft die Tapeten, Regale werden ausgeräumt etc., da geht halt schon gerne mal was zu Bruch. Da sind diese sanften Riesen schon sehr viel angenehmer in der Wohnung."


...einige Monate später:


"Ashley ist einfach ein Schatzi. Heute Morgen kam ich mal wieder in den Genuss, "Opfer" eines seiner seltenen Liebesanfälle zu sein... Da bin ich ja dann immer ganz begeistert und komme halt zu spät ins Büro. Die seltenen Gelegenheiten nutze ich voll aus :-)


 Tout und Ashley (Foto: M. de Poel)

Das Kastrieren hat ihm viel mehr Mut gegeben. Besuch stört ihn mittlerweile gar nicht mehr und lässt sich sogar von manchen Menschen streicheln. Witzigerweise wird dann allerdings sofort das Fell an der Stelle geputzt. Er ist so ein schöner Prachtkerl und wird immer noch schöner. Einzelhaft könnte ich mir für Ashley so gar nicht vorstellen, dazu findet er es viel zu toll mit Toutie durch die Wohnung zu rasen. Wehe ich sperre mal einen von beiden auf den Balkon oder aus Versehen in den Schrank ein, da wird aber Terz gemacht bis ich kapiere um was es geht.

Leider sind noch keine Babyfotos auf Deiner Homepage. Schau schon immer ganz neugierig. Lass bitte kein Kätzchen in blue-colourpoint dabei sein. Das wäre noch so ein kleiner Wusch von mir. Nachdem Ashley einfach alle Erwartungen und Wünsche übertroffen hat, bin ich völlig begeistert von Ragdolls und so ein klitzekleiner Wunsch nach einer weiteren Katze wächst in mir. Mein Freund (eigentlich Hundefan) ist ja völlig begeistert von Ashley und auch so ein bisschen Ashleys Liebling... seufz... Männerfreundschaften halt. Da stoße ich natürlich bei einem neuen Ragdoll Fan auf totale Begeisterung unsere Familie doch zu vergrößern."


Und mit rund 3 Jahren:



(Foto: M. de Poel)

"Es versteht sich von selbst, dass er apportieren kann, dies aber niemals auf Zuruf erledigt. Bevorzugt wird Nachts ins Bett apportiert. Da ich schlafend nicht reagiere, bringt er das komplette Spielzeug ins Bett und ich wache morgens mit einer größeren Anzahl von Bällen und Mäusen in den Decken auf. Ab und an macht er das auch im Spiel, aber eher selten. Er sucht sich immer selbst sein Spielzeug aus der Kiste aus, sollte ich mal zum Spielen etwas aussuchen das ihm nicht gefällt, bringt er auch schon mal das ihm genehme Spielzeug.

Plastik ist seine große Leidenschaft!!! Egal was, alles im Hause aus Plastik wird angekaut. Um an Plastik zu kommen, kriecht er auch in enge Schränke oder macht sich ganz lang. Er muss einfach auf allem aus Plastik kauen.

Seine Stimme würde jeder Orientalin Ehre machen. Er spricht sehr viel und deutlich, einfach köstlich. Mein Freund meint, ich sei selber schuld, da ich ja auch immer auf ihn reagiere und ihm antworte und viel mit ihm spreche. Wir finden das sehr amüsant, besonders wenn er schimpft. Mir gefällt es einfach, wenn er mit mir quatscht. Morgens könnten wir allerdings auf diesen pelzigen Wecker gerne verzichten.

Er ist absolut sanftmütig. Er hat noch nie gefaucht, gekratzt oder nach jemanden geschlagen etc. Er findet Bürsten oder Krallen schneiden zwar total überflüssig, lässt es aber mit einem mitleiderregenden Blick über sich ergehen. UND der kann aber auch schauen.

Die Fahrt mit dem Zug von München nach Berlin hat er mit Bravour gemeistert. Die leere Wohnung hat ihn etwas eingeschüchtert. Er hat im Schlafsack geschlafen bis die Möbel eintrafen und dann war die Neugierde größer. War wirklich einfacher als gedacht.

Er hat den Sommer sehr genossen, er ist so gerne auf dem Balkon. In der Sonne liegen, die Umwelt beobachten, Mücken fangen, mit Nachbarskatze im Duett maunzen, das gefällt ihm. Im Moment liegt er auf der Couch und hält ein Nickerchen, er sieht da soooo süß aus. Muss mich zurück halten das ich ihn nicht knutsche.


 (Foto: M. de Poel)

Der Kratzbaum wird von beiden Katzen sehr geliebt und wild genutzt. Torsten und ich haben herzhaft gelacht als wir die winzigen Bettchen ausgepackt haben. Hab den Baum bei ebay ersteigert und nicht im Original gesehen, die Größe ist wohl nur für Kitten gedacht. Ashley liebt ihn trotzdem und quetscht sich drauf. Vielleicht bringt das Christkind ja einen neuen und großen Kratzbaum...

Der süße Ashley ist gesund und munter. Mein Tierarzt war ganz begeistert wie hübsch er ist und wie er gut in Form ist. Nachdem ich sonst immer nur mit der kränklichen Toutie komme, war ich froh wenigstens einen vor Gesundheit strotzenden Kater zu haben. Wird ja auch nur verwöhnt... "

 

 

Merlin, Mim (Madam Mim), Clode (Clodsahampe) und Gandalf



Der komplette Wurf, 9 Wochen alt

Eigentlich Ciara's Very Valentino, Ciara's Jinendra- Felice, Ciara's Mr. Anson Leander u. Ciara's Pablo Picasso Forever - aber da die neue Familie der Viererbande Fantasy-Fans sind, lag eine entsprechende Umbenennung auf der Hand :-). Die Stammbaum- Namen haben zwar jeweils einen eigenen Ursprung, z.B. ist "Very Valentino" ein edles Parfum aus dem Hause des legendären Modeschöpfers Valentino, "Pablo Picasso" kennt sowieso jeder (bei Pablo/Gandalf's ungewöhnlichen, witzigen Zeichnung im Gesicht dachte ich gleich an den kühnen Pinselschwung eines modernen Malers), usw. Doch aufgrund meiner damaligen Gemütslage hatte ich einfach das Bedürfnis, diesen Kätzchen bei der Taufe noch ein bisschen internes "Extraglück" bzw. "Extrastärke" per Namen mitzugeben, obwohl das der auf gut bairisch "pumperlgsunde" Wurf Gott sei Dank niemals nötig hatte. Aber mich hat's jedenfalls sehr beruhigt :-), und so bedeutet Valentino soviel wie "gesund und kräftig", Felice "die Glückliche", Leander ist von "Löwe" abgeleitet, Forever heißt "auf ewig".



Valentino/Merlin, ca. 6 Wochen

Die Geschichte, die dahinter steht, ist für mich eine recht traurige. Knapp ein halbes Jahr bevor der Wurf geboren wurde, war der letzte Nachwuchs - 2 süße Raggy-Schwestern - mit 12 Wochen zum Nachimpfen fällig. Ich konnte es kaum glauben, als während der begleitenden Allgemeinuntersuchung bei einem der Mädchen aus heiterem Himmel ein Ohrpolyp festgestellt wurde (wieder mal der Beweis, dass niemand, aber wirklich niemand vor eventuellen Erkrankungen gefeit ist, mögen die Umstände bzw. im Falle eines Züchters die Aufzuchtsbedingungen auch noch so optimal sein). Ich hatte vorher gar nicht gewusst, dass sowas bei Katzen überhaupt vorkommen kann. Jedenfalls war die einzige wirkliche Lösung eine Operation, nur war der Eingriff wohl so schwierig und gefährlich (ein wichtiger Nerv verläuft im OP-Gebiet), dass der Tierarzt eindringlich davon abriet und vorschlug, ich solle einfach mal abwarten und wenn denn mal das Trommelfell geplatzt sei, halt dann das Ohr regelmäßig mit Desinfektionsmittel behandeln.



Merlin, Gandalf u. Clode
(aus Sicherheitsgründen werden die obersten Stufen des Schlafzimmer-Kratzbaums immer entfernt, bis die Kleinen nicht mehr so einfach abstürzen können - was natürlich für die Frechdachse kein Hinderungsgrund ist, trotzdem die höchsten Höhen zu erklimmen...)

Wie bitte....????? Das konnte ja wohl nur ein schlechter Scherz sein. Von Tag zu Tag wurde es deutlicher, dass das Kätzchen litt, und bis zum Platzen des Trommelfells wollte ich schon gar nicht abwarten - da musste man doch vorher eingreifen! Außerdem konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie es funktionieren soll, einer Katze mit üblen Schmerzen mehr als einmal gewaltfrei Desinfektionsmittel ins Ohr zu schütten. Schließlich kam ich an die Adresse eines Tierarztes außerhalb Münchens, der auf Microchirurgie spezialisiert ist, und so wurde die Kleine ganz kurzfristig nur ein paar Tage vor Weihnachten operiert (schöne Weihnachtszeit...).



Pablo/Gandalf, 7 Wochen

Und der Tierarzt verstand sein Handwerk. Die Operation verlief super, das Ohr heilte wunderbar, und es traten auch keine der gefürchteten Nebenwirkungen auf, wie Taubheit, Blindheit, Lähmungen oder sonstiges. Ganz im Gegenteil, das Ragdollmädchen blühte geradezu auf, und ich war selig. Nach ein paar Monaten hatte ich keinerlei Bedenken mehr, auch fürs neue Jahr einen Wurf Ragdollkinder zu planen. Gesagt, getan. Doch kurz nach Deckung der Mutterkatze ging es dem "Ohrkätzchen" plötzlich wieder schlechter - aber nun konnte ich den kommenden Wurf auch nicht mehr rückgängig machen.



Jinendra/Mim, 9 Wochen
"Hex-Hex", mein Spitzname für sie, kommt nicht von ungefähr :-). Offenbar haben sich ihre neuen Besitzer bei der Namenswahl ähnlich inspirieren lassen, ist Madam Mim doch eine bekannte Disney Trickfilm- und Comic-Hexe, die erstmals 1963 im Zeichentrickfilm "Merlin und Mim" (bzw. "Die Hexe und der Zauberer") ihren Auftritt hatte

Tierarztbesuch folgte auf Tierarztbesuch, monatelange Dauerbehandlung und -versorgung, abwechselndes Hoffen und Bangen. Aber letztendlich musste die Kleine doch eingeschläfert werden, es war einfach nichts mehr zu machen - das brach mir wirklich das Herz (noch heute kann ich mir kaum ein Foto von ihr anschauen, da wird's mir gleich ganz anders). Das sind diese Momente, wo man sich ernsthaft fragt, ob man sich die Katzenzucht tatsächlich antun muss und nur Haaresbreite davor steht, endgültig das Handtuch zu werfen. Die insgesamt mehr als 2.000 Euro Behandlungskosten waren mir schnurzegal, nur zu gerne hätte ich auch noch mehr eingesetzt, wenn es denn eine Möglichkeit gegeben hätte, meinen Katzenschatz zu retten. Doch es sollte wohl nicht sein....


Was nun die neuen Kätzchen betraf, so kann ich wirklich dankbar sein, dass die 5 Zwergis so brav und - beinahe - problemlos waren. Sie haben es mir offenbar nicht krumm genommen, dass ich ihnen wegen des enormen Stress mit dem kranken Kätzchen während der ersten Lebenswochen nur einen Bruchteil der Zeit widmen konnte, wie ich es sonst immer tue (abgesehen von der mittlerweile fast schon üblichen Zusatzhandfütterung von 2 Babies, die ich aufgrund meiner zwischenzeitlichen Routine allerdings schon mehr oder weniger "nebenbei" absolvierte; gleiche Mamikatze wie bei Te quiero/Serafinchen = gleiches Problem: zwei nicht funktionierende Zitzen, die sich nach dem Überspringen ihres vorhergehenden Nachwuchses bei diesem Wurf mal wieder bemerkbar machten. Definitiv Grund für eine baldige Kastration, denn wissentlich muss man sich eine potentielle Handaufzucht wirklich nicht aufhalsen!). Wie von selbst wurden sie stubenrein, brauchten keine großartige Anleitung zum selbstständigen Fressen, usw. Kurz, einfach ein ganz toller, lieber Wurf - der allerdings einer gehörige Portion Action zwischendurch auch nicht abgeneigt war :-). Aber das brachte mich wenigstens wieder auf andere, positive Gedanken.



Leander/Clode mit 7 Wochen

Wie immer, wenn es an's Thema "Abgabe" geht, bin ich nur mäßig begeistert. Diesmal umso mehr, denn eigentlich war ich recht froh, dass wieder ein wenig Ruhe eingekehrt war und alles seinen gewohnten Gang ging. Aber schließlich raffte ich mich doch auf, die Kleinen auf meiner Jungtierseite vorzustellen. U.a. bekam ich eine Anfrage aus Wien/Österreich. Da ich jedoch meine Kätzchen bekanntlich i.d.R. selbst ins neue Zuhause bringe, war mir das aber von Haus aus zu weit und zu umständlich, noch dazu gerade jetzt in der Urlaubszeit - und angesichts meiner derzeitigen persönlichen Situation schon doppelt und dreifach. Zudem hatte ich zufällig 2 Wochen vorher eine Beschwerde-Mail einer mir unbekannten Ragdollbesitzerin aus Österreich erhalten, die mit ihrem Kauf bei einem anderen deutschen Züchter überhaupt nicht zufrieden war.


Bis jetzt hatte es, toi, toi, toi mit meinen Kätzchen im neuen Zuhause zwar immer prima geklappt, aber wer weiß schon, welche Überraschung das Schicksal für einen bereit hält... Jedenfalls hatte mir diese Mail mal wieder deutlich vor Augen geführt, dass es bei einer großen Entfernung/Abgabe über die Ländergrenzen hinweg schwierig sein kann, etwaige Probleme zu lösen. Aus all diesen Gründen gab es meinerseits erst mal eine Absage, doch die Interessenten gaben nicht auf, in einer sehr netten und ansprechenden Art. Zumindest zeigte mir diese Entschlossenheit, dass es ihnen wirklich wichtig war. Nun ja, ein unverbindlicher Besuch schadete ja nichts, dann würde man schon weitersehen.



Beim Spielen...



...und danach :-)

Und ich muss zugeben, ich war sehr froh, dass ich mich sozusagen "überreden" ließ (klappt aber nur, wenn ich auch tatsächlich von vornherein ein positives Bauchgefühl habe, mich nicht "belagert" fühle - und insbesondere bei "weiter weg-Platzierung" nur als absolute Ausnahme!). Die Interessenten waren sehr sympathisch, kamen wunderbar bei den Katzen an, und auch sonst stimmte alles. Somit war ich durchaus damit einverstanden, wenn denn ein oder zwei Kätzchen die Reise nach Wien antreten würden. Doch schon während des Kennenlern- und Streichelbesuchs kam plötzlich das Gespräch auf "drei oder vier Kätzchen". Auch nach dem obligatorischen "mindestens eine Nacht über die Entscheidung drüberschlafen" war sich die Familie sicher, 4 kleine Ciara's sollen es sein! Wenn ich ehrlich bin, war ich erst mal baff. In der Schweiz lebten zwar schon 4 Raggys aus meiner Zucht in einer Familie (siehe Seite 1), aber es waren 2 x je zwei Wurfgeschwister, die in größerem Abstand eingezogen waren. Die gleichzeitige Adoption von 4 Kätzchen erschien mir doch sehr ungewöhnlich.


Aber so war's. So blieb nur noch zu klären, welche der 4 Geschwister in Frage kommen, und wie und wann die Kätzchen in ihr neues Zuhause transportiert werden. Ich freute mich sehr, dass sich eine Freundin bereit erklärte, mich nach Wien zu begleiten. Mein Auto ist zwar ein bisschen schneller, hat aber keine Klimaanlage. Und da es an diesem Tag sehr heiß werden sollte, entschieden wir uns kurzfristig, doch lieber mit ihrem Wagen zu fahren (dummerweise hatten wir nach dem Umladen der Kätzchen mein Auto auf ihrem Duplex-Tiefgaragenplatz abgestellt, so brauchten wir nicht lange nach einem Parkplatz vor ihrem Haus zu suchen. Als wir spätabends zurückkamen, hatte ich eine Beule im Dach, mit abgebrochener Antenne - mein Auto ist wohl ein paar Zentimeter höher als das meiner Freundin. Und obwohl wir natürlich vorher überprüft hatten, ob es auch von der Höhe her reinpasst, kam anscheinend die Plattform des oberen Standplatzes in Schwingungen und drückte unerwartet stark nach unten, als dessen Besitzer mit einem schweren Wagen einfuhr....).


Zur Sicherheit - die Kleinen sollten sich ja nicht erkälten - konnten wir die Klimaanlage allerdings nur gelegentlich anschalten, einfach wenn es anders gar nicht mehr erträglich war. Aber da wir sehr früh losgefahren waren und einen "Schleichweg" genommen hatten, um zumindest der größten Mittagshitze und dem Hauptreiseverkehr auszukommen, blieb sogar noch ohne schlechtes Gewissen Zeit für ein kleines "Überraschungsfrühstück" auf einem ruhigen Autobahn-Rastplatz (meine Freundin hatte ohne mein Wissen einen ganzen Korb leckere, selbstgemachte Sachen dabei, die wir nun in der frühen Morgensonne im Freien genossen). Doch auch so hielten sich die Kätzchen tapfer. Um eben unnötige Überhitzung möglichst zu vermeiden - auch gegenseitige Körperwärme kann schon zu viel sein - hatte ich jeweils nur zwei Geschwister in einen extragroßen, luftigen Kennel gesetzt. Gelegentlich tappste mal eines der Kleinen mit einer Pfote durch das Gittertürchen, aber kein Gemaunze oder anderweitiges Gemeckere, einfach lieb!


In ihrem neuen Zuhause angekommen, kamen die Geschwister je nach Mutigkeitsfakor mehr oder weniger umgehend aus ihrem Kennel. Flugs wurde gemeinsam die Treppe bis ganz oben erkundet, und auch der Rest der Wohnung sofort in Beschlag genommen. Nach den ersten Rundgängen konnte sich die Viererbande auch gleich für ein flottes Federwedelspiel mit ihrer neuen Familie begeistern - kurz, die Kätzchen fühlten sich schon wie zuhause. Wenn man es genau nimmt, hatte sich außer der bisherigen Bezugsperson (wobei ich ja noch eine zeitlang da war) und der Umgebung auch nicht allzuviel geändert. Die Anwesenheit der anderen Geschwister gab Sicherheit, und wenn sich einer traute, trauten sich auch die anderen. Wahrscheinlich ist nichts so einfach, als die gleichzeitige Eingewöhnung von mehreren Katzengeschwistern. Jedenfalls konnten wir nach einiger Zeit beruhigt und mit einem guten Gefühl die Heimfahrt antreten, obwohl mir der Abschied - und die Rückkehr in eine auf einen Schlag ziemlich ruhige Wohnung - doch sehr schwerfiel....



Ich freue mich sehr, dass auch die neuen Besitzer (und ihre Besucher) viel Freude an den Kerlchen haben. Im Laufe der Zeit bekam ich schon einige putzige Schnappschüsse, von denen ich Ihnen hier gerne ein paar zeigen möchte:


4 Monate alt, in voller Action - als Programm-Act "Flying Ragdolls" könnte man fast Eintritt dafür verlangen :-)





Knapp 1 Jahr alt:



(...mit Besuchshund "Brandy")





Ca. 2 1/2 Jahre:


"Clode im Glück"


"Merlin beim Lesen"


"Gandalf beim Schmusen"


"Clode, Mim, Merlin"


"Mim - noch pass ich rein..."



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