liebe Kätzchen für liebe Menschen

 


© Renate Wald, Ciara's Ragdolls



Unsere Ragdoll-Kinder im neuen Zuhause


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Jonah und Mausilini



Jonah kurz vor der Abgabe im Alter von fast 7 Jahren

Jonah ist die ältere der beiden, im Jahr 2000 kam sie von Kanada nach München. So eine lange Reise ist schon ziemlich stressig für ein Kätzchen, ganz besonders wenn es alleine verreist. Muss es dann doch schon extra frühzeitig eingecheckt werden und es dauert auch noch einige zusätzliche Stunden, bis es am Ankunftsort wieder in Empfang genommen werden kann - nach allerlei Papierkram (mit vorheriger Einfuhrgenehmigung), Zoll und Amtstierarzt. Eine persönliche Abholung ist definitiv katzenfreundlicher. Deshalb war ich überglücklich, als sich Teddy und Sunnys Besitzerin (s. Seite 2) anbot, Jonah auf dem Rückflug von einer Geschäftsreise in die USA nach München mitzubringen, ersparte mir dies doch die recht zeitaufwändige und teure Reise nach Kanada - denn auch so ist ein Katzenimport schon kostspielig genug (nochmals vielen herzlichen Dank für die liebevolle Betreuung und die mit dieser Aktion verbundene Extra-Arbeit!!!). Jedenfalls musste Jonah so nur die relativ kurze Strecke von Kanada in die USA alleine verbringen, für den Rest der Reise war dank der Begleitung ein bequemes Plätzchen für sie im Passagierraum reserviert. Ich werde nie vergessen, als ich sie das erste Mal sah - laut schnurrend im Flur der Wohnung von Teddy/Sunnys "Menschenmami" herumsausend, wohl doch recht froh, endlich wieder "festen Boden" unter den Füßen zu haben.


rotzdem war es seltsam - nur wenn sie von den anderen Katzen längere Zeit getrennt war, gab es von ihrer Seite aus Schmuseeinheiten ohne Ende. Und später als sie älter wurde, ab ca. 6 Wochen vor bis Ende der Rolligkeit... Da konnte man sich kaum mehr vor ihr retten, morgens wachte ich da bereits mit einer schnurrenden Katze auf der Brust liegend auf (und da Jonah eine ziemlich große und kräftige Ragdolldame wurde, wollte das durchaus was heißen!). Ansonsten wich sie der Streichelhand nach Möglichkeit aus, so nach dem Motto: "Igitt, die will mich antatschen!!!" Das ganze ging so, bis Jonah 4 Jahre alt war. Nach ihrer ersten Rolligkeit in jenem Frühjahr hielt der "Schmuseeffekt" zu meiner Überraschung und großen Freude dauerhaft an, seit dieser Zeit war Jonah die alleranhänglichste Schoßkatze, die man sich nur wünschen kann. Da kann man nur sagen - Wunder gibt es immer wieder - bzw. hier war ihr Charakter offenbar von Hormonen gesteuert und die hatten sich anscheinend nach 4 Jahren auf irgendeine Weise "eingependelt", anders kann ich mir dieses Phänomen nicht erklären.


Da Jonah für ihr Leben gerne an Plastiksachen herumkaut, wäre es beinahe auch um ihr Leben gegangen, als sie im Alter von 1 Jahr die Plastikmanschette eines Federwedels heruntergeschluckt hatte (ich weiß bis heute noch nicht, wie sie an das Teil gekommen ist, da ich *nie* so ein Spielzeug unbeaufsichtigt herumliegen lasse). Jedenfalls musste sie operiert werden, und ich bin sehr froh, dass sie das ganze noch gut überstanden hat, nachdem mein damaliger Tierarzt die Ursache für ihr schlechtes Befinden erst nach knapp einer Woche sinnloser Antibiotika-Behandlung erkannt hat - und Jonah für die Darmoperation dann auch noch in eine Tierklinik überwies, da sowas in dieser Praxis nicht durchgeführt wird... Ja, erst wenn es um etwas anderes geht als Routinesachen wie Impfung und Kastration, erfährt man, ob und inwieweit ein Tierarzt etwas auf dem Kasten hat. Dummerweise war es inzwischen Samstag und ich "durfte" für die Not-OP daher auch noch Wochenendtarif zahlen. Aber was solls, die damals rund 1000,-- DM für die gesamte Behandlung habe ich gerne ausgegeben, Hauptsache Jonah war wieder fit.



So klappt's leider nicht...

Obwohl mir mein neuer Tierarzt bestätigte, dass ich Jonah ruhig ein paar Monate später decken lassen dürfte, habe ich zur Sicherheit doch über ein Jahr gewartet. Jonahs erster Wurf bestand aus 4 bezaubernden und ausgesprochen typvollen Kätzchen (zwei davon werden ebenfalls auf Seite 2 vorgestellt: Berry-Bärchen und Lexi). Leider war es auch ihr letzter, denn ich versuchte es Jahr um Jahr, Jonah nahm nicht mehr auf - was aber auch kein Wunder war. Sobald ihr Bräutigam sie anpeilte, fiel sie auf den Rücken, alle 4 Beine in die Luft gestreckt. Den Katern wars in der Regel wurst; wenn es nicht so schade gewesen wäre, hätte man echt lachen können: Wäre Jonah ein Mensch gewesen, hätte sie wahrscheinlich nebenher gelangweilt eine Zigarette geraucht oder ein Buch gelesen...



Typisches Bild - Jonah beim "Kinderhüten", hier mit Mausilinis Babys Tamino und Ashley

Auch wenn es mir noch so leid tat - als Jonah 6 1/2 Jahre alt war, habe ich schließlich auch die letzte Hoffnung auf Nachwuchs begraben und sie wurde kastriert. Aber nichtsdestotrotz hat sie ihre "Kinderliebe" über all die Jahre stets bei fremden Würfen ausgelebt, nachdem es mit eigenen Kätzchen ja nicht mehr klappte. Wann immer es unter dem Bett aus einem Kuschelkissen, der Kratztonne oder einem anderen gemütlichen Liegeplatz laut schnurrte, konnte man darauf wetten, dass Jonah mit mindestens einem "Adoptivkind" drinliegt, und das oder die Kleine(n) liebevollst bekuschelt und putzt. Die eigentlichen Mütter ließen es sich gerne gefallen, wurden sie bei der Kinderpflege doch ordentlich entlastet. Nur wenn die Babies noch in der Wurfkiste lagen, musste man eingreifen - Jonah machte sich dann so breit, dass die wahren Mamis gar keinen Platz mehr hatten.



Innige Zuneigung: Jonah mit Klein-Mausilini

I.d.R. hatte Jonah jeweils einen oder zwei spezielle Favoriten im Wurf, die von ihr ganz besonders ausdauernd verwöhnt wurden. Das erste Kätzchen, das jemals in diesen Genuss kam, war ein Ragdollmädchen aus dem nächsten Wurf nach Jonahs Babys - Mausilini!




Süße Mausilini...

Jonah und Mausilini (übrigens Jonahs Enkelin und die Wurfschwester von Maurizio, Clarence und Merrybelle, Seite 1) verstanden sich fortan prächtig, und mir war klar, die beiden gehören einfach zusammen. Mausilini wuchs von einem süßen Kätzchen zu einem lieben und braven erwachsenen Tier heran. Allerdings machte sich mit fortschreitendem Alter auch ein spezieller Charakterzug bemerkbar, den ich irgendwann als "Flucht-Gen" bezeichnete. Heute würde ich mir zweimal überlegen, ob ich mit einer Katze züchte, die "etwas anders" ist, wie man sich eine typische Ragdoll eigentlich landläufig vorstellt. Aber so oder so - vor Überraschungen ist man nie ganz sicher, denn wie ich schon bei Patrick und Kelly auf Seite 1 geschrieben habe, ist das Wesen eines Kätzchens halb/halb erworben und vererbt, da kann auch mal das Erbgut eines weit zurückliegenden Vorfahren "durchschlagen".



...in Action als Katzenkind...

Mausilini hatte in ihrem ganzen Katzenleben noch nie etwas negatives erlebt, trotzdem gab es Situationen, wo sie sich z.B. schnell unters Bett flüchtete, wenn man direkt auf sie zukam. Und gestreichelt werden war ihr extrem unangenehm, wie Jonah anno dazumal waren ihr Hände eher suspekt. Die einzige Liebkosung, die sie wirklich aus ganzem Herzen genoss, war mit den Füßen gekrault zu werden, wenn man gemütlich im Fernsehsessel saß und sie zufällig vorbeiging.



...und als Erwachsene


Aber auch da ein Wunder - als Mausilini unmittelbar vor der Geburt ihrer ersten Kinder, getrennt von den anderen Katzen, ins Schlafzimmer zog, wandelte sie sich um 180 Grad... und es zeigte sich der wahre Ragdoll-Charakter. Von der ersten Minute an schmuste sie wie ein Weltmeister, ließ sich stets von oben bis unten kraulen, streicheln und knuddeln, apportierte begeistert Papierkügelchen, die ich ihr immer wieder werfen musste (das war auch ein toller Ausgleichssport, um sich vom langen Liegen in der Wurfkiste zu erholen), kurz - hier machte es sich bemerkbar, wie Mausilini im tiefsten Inneren wirklich war. Aber als ihre Babys alt genug waren (ihr Sohn Tamino wird auf Seite 1 vorgestellt, Ashley auf Seite 5), auch die anderen Katzen kennenzulernen und alle ohne Einschränkung wieder zusammenlaufen durften, meldete sich auch das "Flucht-Gen" wieder - alles wie gehabt.


Es dauerte eine ganze Weile, wenn ich ehrlich bin, einige Jahre, bis ich mich endlich mit dem Gedanken anfreundete, dass zumindest Mausilini hier inmitten der anderen Katzen nicht zu ihrem Recht kommen konnte. Alles wies darauf hin, dass sie geradezu aufblühen/ihr anderes, eigentliches "Ich" endgültig ans Tageslicht kommen würde, wenn sie nicht mehr den ganzen Katzenpulk um sich hätte. Und wenn sie ausziehen würde, dann nur mit ihrer Freundin Jonah. Aber es fiel mir soooo schwer...



Mausilini, 4 Jahre, kurz vor der Abgabe

Also stellte ich die beiden auf meiner Website zur Vermittlung vor, allerdings mit einem recht halbherzigen Gefühl. Und ich habe es in der Vergangenheit immer wieder erlebt, nur wenn ich 100 %ig überzeugt bin, tut sich auch was, dann oft überraschend schnell. So bekam ich über die Monate auch nur gelegentliche und speziell für Jonah und Mausilini eher ungeeignete bzw. mir unsympathische Anfragen, wie z.B. diese: "Hallo, ich wäre evtl. an Ihrem Ragdoll-Pärchen interessiert. Wie alt sind die beiden? Was würde Sie für die beidne verlangen? Grüße". Hier habe ich mir dann schon erlaubt zurückzuschreiben, dass ich mich für die Anfrage bedanke, aber meine Katzen für den Interessenten leider nicht in Frage kommen, da ich meine Katzen sehr liebe und allenfalls abgebe, wenn man von vornherein von ganzem Herzen an ihnen interessiert ist und nicht nur "evtl." (die Frage nach Alter und Preis sind absolut legal, aber wenn das alles ist, was jemand über eine Katze wissen möchte, die ein zukünftiges Familienmitglied werden könnte, und sie nur interessant ist, sofern sie möglichst billig hergeht, hat er zumindest *meine* Katzen nicht verdient).



Jonah und Mausilini, 3 Wochen im neuen Zuhause
(Foto: S. Lochner)

Dank der Vermittlung einer Züchterkollegin hätte sich dann beinahe ein neues Zuhause gefunden, allerdings hat sich das ganze letztendlich aus Zeitmangel der Interessenten zerschlagen. Aber trotzdem war es eine gute Sache, denn dadurch war mir nun endgültig klargeworden, dass es für Jonah und Mausilini wirklich besser war, wenn ich nicht länger zögerte. Und siehe da - meine Theorie bewahrheitete sich wieder einmal - sobald ich fest entschlossen war und die zwei erneut auf meine Website setzte, meldeten sich innerhalb von zwei Tagen gleich 3 Interessenten... Die allererste Anfrage erwies sich dann auch gleich als ganz großes Los! Ich bin wirklich happy, happy, happy, dass sich für meine beiden Katzenschätze so ein tolles, supergeeignetes Zuhause bei ganz lieben und geduldigen Menschen mit einem wirklichen Katzenhändchen gefunden hat, die von Anfang an optimal auf die zwei eingegangen sind. Besser hätte ich es mir nicht wünschen können!



Jonah
(Foto: S. Lochner)

Bevor nun Jonah und Mausilinis neue Menschenmami zu Wort kommt, traditionell noch die Erklärung zu den beiden Katzennamen... Jonahs Stammbaumname Fancyrags Jonah McKelsey kam folgendermaßen zusammen: Die Reality-Soap "Big Brother" finde ich längst ätzend, aber die allererste Staffel in Jonahs Geburtsjahr habe ich noch recht interessiert und regelmäßig verfolgt :-). Eine Teilnehmerin hieß Jona (Abkürzung für Johanna?), dieser Name ist irgendwie hängengeblieben, allerdings habe ich noch ein "h" angehängt, da mir diese Schreibweise einfach besser gefiel. Die Züchterin hat sich zwar ein bisschen gewundert, da Jonah im englischen Sprachraum eigentlich ein Männername ist. Aber mir gefällts, außerdem ist es z.B. in den USA mittlerweilen très chic, Mädchen einen Jungennamen zu geben... somit passt es schon wieder :-). Und McKelsey... Zu der Zeit las ich gerade einen englischen Roman während der Cowboy-Zeit im Mittleren Westen der USA, Kelsey war der liebenswerte, aber etwas verschrobene Ranch-Koch - eine wichtige Figur in dieser Geschichte.



Jonah - total relaxed
(Foto: S. Lochner)

Mausilini heißt eigentlich Ciara's Taya-Alizee. Ich versuche stets, meinen Katzen seltene Namen zu geben, möglichst einen, der mir zumindest bei Ragdolls oder noch besser überhaupt Katzen bis dato noch gar nicht untergekommen ist. Irgendwie finde ich es oberlangweilig und total fantasielos, wenn alle Katzen gleich heißen. Taya ist ein mehr oder weniger selbst erfundener Name, abgeleitet von einem kleinen Fluss im Yukon-Gebiet (wieder mal aus einem englischen Buch, dessen Geschichte in der Zeit während des Goldrausches angesiedelt ist). Daher war ich felsenfest überzeugt, dieser Name ist einmalig! So dachte ich, das kann doch wirklich nicht sein, als ich ca. 1 Jahr später mit der Besitzerin einer Maine Coon-Dame namens Taya in Kontakt kam. Des Rätsels Lösung... Die Maine Coon-Taya sah angeblich als kleines Kätzchen aus wie vom Reifen überfahren :-), deshalb wurde die Züchterin gebeten, die Kleine "Tyre" (engl. für Reifen) zu nennen. Die Züchterin hatte aber wohl "Taya" verstanden, ja so kann's gehen :-)))   (inzwischen denke ich, egal welchen ausgefallenen/verrückten Namen man auch wählt - irgendwo auf der Welt gibt es bestimmt jemanden oder etwas, der/das bereits so heißt...). Wie man vielleicht schon vermuten kann, kommt "Alizee" von der französischen Sängerin Alizée, die wiederum nach dem französischen Passatwind Alizé benannt ist. Die Namenskombination Taya-Alizee gefällt mir auch heute noch sehr, sehr gut, aber irgendwie ging mir weder Taya noch Alizee als Rufname über die Lippen, dafür Mausilini umso besser. Somit ist Mausilini eine meiner ganz wenigen Katzen, die anders gerufen werden als sie vom Stammbaum her heißen.


(Jonah und Mausilini nach 3 Wochen in ihrem neuen Zuhause - ich freue mich *riesig*, dass es so schnell so gut lief - und dass ich mit meiner Einschätzung offenbar goldrichtig lag, dass Mausilini so richtig auftaut, wenn sie mal nicht mehr die ganzen anderen Katzen um sich hat. Für mich war sie schon immer eine wirklich tolle Katze, nur konnte sie es nie so richtig rauslassen, jetzt geht es eben - und ich denke, es wird mit der Zeit bestimmt noch weitaus besser. Ja, und sicher ist auch Jonah froh, dass sie nun den ganzen Tag schmusen kann, ohne lästige Unterbrechung von anderen Katzen, die man nicht unbedingt braucht... :-)  )


"Liebe Frau Wald, ich dachte mir zu Jonah's Geburtstag muss ich mich mal wieder melden und Ihnen eine kurze Mail schreiben. Den beiden geht es sehr gut und Mausilini hat sich nun auch sehr gut eingelebt. Sie ist mir gegenüber gar nicht mehr schüchtern und bleibt mittlerweile sogar mitten im Weg liegen und ich muss über sie drübersteigen. Manchmal macht sich das "Fluchtgen" zwar noch bemerkbar und sie verzieht sich unter den Schrank, aber das hält nicht mehr lange. Meistens maunzt sie dann ganz fürchterlich und wenn man sie dann ruft kommt sie sofort zu einem her. Nachts schläft sie bei mir im Bett und morgens weckt sie mich mit ihrer Pfote auf dem Gesicht auf. Nach dem Motto: "Ich bin wach und will gestreichelt werden, steh jetzt auch auf!".
Aportieren tut sie auch ganz fleißig. Nicht nur Papierkügelchen, nein, auch eine Stoffmaus mit langem Schwanz hat es ihr angetan. Die wird dann am Schwanz gepackt und mir hinterhergetragen bis ich diese wieder werfe.

Jonah ist ein richtige Schmusekugel. Sie liegt ständig auf dem Rücken, streckt alle Viere von sich und will immer nur gestreichelt werden - oder spielen. Neugierig ist sie auch und will immer noch alles erkunden. Gestern nacht saß ich noch auf dem Balkon - der mittlerweile bis oben mit einem Netz abgesichert ist - und beide Katzen haben mir Gesellschaft geleistet. Da gab es natürlich auch viel zu entdecken. Die Nachbarskinder, Lichter in den anderen Häusern, Geräusche von der Straße, und und und ...

Meine Mutter ist ganz vernarrt in Jonah und kommt jeden 2. Tag vorbei. Jonah hat sie aber auch ins Herz geschlossen und rennt bereits mit gestelltem Schwanz auf die Tür zu, wenn die Klingel ertönt.
Mausilini ist gegenüber Fremden immer noch misstrauisch, aber ich denke das legt sich vielleicht auch noch, wenn sie noch mehr Vertrauen zu mir fasst. Sie verschwindet immer nach oben, wenn Leute kommen, aber sobald wieder alles ruhig ist, maunzt sie und dann kommt sie auch wieder runter und legt sich zu mir auf die Couch oder unter den Tisch, wenn ich arbeite. Wenn ich sie dann nicht beachte, kann es schon passieren, dass sie mich leicht in den Zeh beißt, damit ich sie endlich streichle.
Meine Wohnung ist mittlerweile zum Abenteuerspielplatz für die beiden geworden. Wenn die Katzen ihren "G'spinnerten" haben, dann jagen sie vom Wohnzimmer in die Küche und wieder zurück. Dabei wird dann aber über die Couch gesprungen, über mich und die Treppe wird auch noch mitgenommen. Das Ganze geht dann ca. 10 Minuten, bis beide KO sind und wieder zum Kuscheln ins Wohnzimmer kommen.

Sie sehen, bei uns ist alles okay und wir genießen das Leben und den Frühling.

Wie geht es Ihnen? Vermissen die anderen Katzen Jonah und Mausilini schon?

Wir werden heute abend noch ein bißchen Geburtstag feiern mit einer ausgiebigen Streichelstunde und einer Extra-Spielstunde.

Liebe Grüße von uns Dreien."



Und der Auszug eines weiteren Berichts, 6 Monate später:


"Von uns dreien gibt es einiges zu berichten. Sie werden es fast gar nicht glauben, wenn ich Ihnen sage, dass Mausilini mittlerweile verschmuster ist als Jonah. Sie liegt im Moment mal wieder neben mir und schaut mit großen Augen zu, was ich mache. Außerdem maunzt sie die ganze Zeit, wenn ich sie nicht sofort mit Streicheleinheiten verwöhne. Sie ist wirklich ein kleiner Sonnenschein und wartet schon vor der Türe, bis ich heimkomme. Auch wenn Besuch kommt ist sie gar nicht mehr so scheu wie früher. Klar, Skepsis ist immer noch da, aber sobald sie mitkriegt, dass ich auch noch da bin, dann kommt sie neugierig von oben runter und schaut mal, wer oder was da im Wohnzimmer ist.


Jonah geht es natürlich auch sehr gut. Sie hat das Herz meines besten Freundes im Sturm erobert, obwohl er kein Katzenfan ist (war). Er kommt fast jeden Tag bei mir vorbei und kämmt und spielt mit Jonah bis sie müde ist. Sie sehen, meine Katzen werden nicht nur von mir gehegt und gepflegt :-)"

 

 

Te quiero und Barrymore



Ciara's John Barrymore, 11 Wochen alt

Die beiden seal-bicolour Katerchen (Geschwister von Reya, Seite 2) stammen aus einem Wurf, der als denkwürdiges Ereignis in die Ciara's Geschichte eingegangen ist :-). Nachdem uns unser blue-mitted Kater Cameron 5 lange Jahre auf die Folter gespannt hatte, hat es schließlich doch noch geklappt: seine allerersten Ragdollkinder!!!


Da man vorher aber nie weiß, ob es nicht auch der letzte Nachwuchs ist (siehe Beispiel Jonah...), beobachtete ich die Kätzchen diesmal besonders intensiv, ob sich evtl. eines davon für die Weiterzucht, sprich zum Behalten, eignen könnte, und wenn ja, welches. Die beiden Bicolour-Kinder hatten es mir schon sehr angetan, deshalb hatte ich es gar nicht eilig, mich von ihnen zu trennen. Aber irgendwann muss man sich ja doch entscheiden, und die Vernunftsgründe sprachen alle für eine Abgabe... :-(.


Die Besitzerin eines seal-colourpoint Mädchens, inzwischen eine sehr liebe Freundin von mir, hatte eine Nachbarin, die sich total in deren "Mädi" (Ciara's Cara-Domenica) verschossen hatte. Genau so eine Katze "mit dunklem Gesicht" sollte es sein und keine andere! Da aber Reya, die einzige seal-colourpoint aus meinem aktuellen Wurf, nicht mehr zu haben war, vermittelte ich die Interessentin gerne (und erfolgreich) an eine befreundete Züchterin.



Ciara's Te quiero, 11 Wochen, mit seinem Lieblingsspielzeug...

Eines Tages um die Mittagszeit klingelte das Telefon - besagte Züchterin war am Apparat, es wäre gerade eine Katzeninteressentin zu Besuch, die sich ausgerechnet in ein Katerchen verliebt hatte, das bereits vergeben war und die anderen Kätzchen kämen für die Dame nicht in Frage (also witzigerweise die gleiche Situation wie vorher bei mir). Aber ich hätte doch auch noch kleine Kätzchen, ob denn da nicht etwas passendes dabei wäre. Hm, in der Tat hatte ich Te quiero und Barrymorchen noch, aber als ich hörte, dass das gewünschte Katerchen eigentlich für die 70-jährige Mutter der Interessentin wäre, stutzte ich schon erst mal. Ich erinnerte mich an ein weniger erfreuliches Erlebnis einer befreundeten Britenzüchterin, die einst ein Kätzchen an eine ältere Dame abgegeben hatte, die aber mit so einem lebhaften Jungspund total überfordert war und das Kleine deshalb nach einigen Wochen postwendend wieder zurückkam. Außerdem - auch wenn man es nicht so gerne hört, muss man doch bedenken - was passiert, wenn man vielleicht irgendwann nicht mehr für eine Katze sorgen kann? Im fortgeschrittenem Alter kann doch mal schnell das eine oder andere dazwischenkommen.


Da aber die Interessentin schon für "geeignet" befunden war :-), sonst wäre ich sicher nicht angerufen worden, verließ ich mich auf das Urteil der Züchterin und entschied mich, beide Damen - Tochter und Mutter - einfach mal für einen gegenseitigen, unverbindlichen Kennenlernbesuch am Abend einzuladen. Ob letztendlich etwas daraus werden würde, würde man dann schon sehen.



...eine schon recht abgewrackten Fellmaus

Am Abend erhielt ich schließlich einen Anruf, man wäre nun da und dort ganz in der Nähe und würde in Kürze eintreffen. Sobald ich aufgelegt hatte, traf es mich wie der Blitz - in dieser Richtung gab es doch eine weitere Ragdollzüchterin, die ich allerdings nur von ein paar E-Mails her "kannte". Hatten sich die Interessenten dort etwa gerade Katzen angesehen??? Jeder Haushalt, besonders mit Tieren, hat seine ganz eigene "Bakterienkultur", gegen die die im Haushalt lebende Familie längst immun ist, die aber speziell für Jungtiere in einem anderen Zuhause gefährlich werden könnte. Außerdem ist es durchaus möglich, dass sich in einem Zwinger eine ansteckende Krankheit befindet, die vielleicht der Züchter selbst noch nicht bemerkt hat, aber der Interessent kann diese Krankheit an den Schuhen und der Kleidung weiter zum nächsten Züchter tragen.



Beide Brüder beim Toben

Man kann wohl davon ausgehen, dass Züchter, die sich kennen und öfters gegenseitig besuchen oder gar Katzen austauschen, in etwa das gleiche "Klima" zuhause haben und man überhaupt weiß, wie es jeweils dort aussieht und zugeht. Daher war es für mich absolut ok, dass man mittags bereits bei der befreundeten Züchterin war, ein möglicher zweiter Züchterbesuch gerade eben stimmte mich allerdings sehr bedenklich. Und mein Verdacht hatte nicht getrogen - die Interessenten hatten (so wie die meisten Katzenfreunde auch) nicht gewusst, dass man im Interesse der Tiere - und auch in ihrem eigenen, denn schließlich wünscht sich doch jeder ein gesundes Kätzchen - verschiedene Züchter nur mit einem Tag Abstand und dann "frischgeduscht" und "schrankfrisch eingekleidet" aufsuchen soll und waren in der Tat direkt von dieser anderen Züchterin gekommen (daher hier nochmal meine eindringliche Bitte an alle, diesen "Züchter-Besucher Code" wirklich zu beherzigen).


Nach einiger Überlegung - meine Jungtiere waren schon etwas älter und voll geimpft, von der Züchterin hatte ich bis dato nur Gutes gehört - kam ich dann doch zu dem Schluss, ein Besuch wäre in Ordung. Allerdings nur mit vorheriger Handdesinfektion, sozusagen zur mentalen Beruhigung, denn im Ernstfall wäre alleiniges Hände desinfizieren sicher nicht ausreichend.


Sei es wie es mag, es wurde noch ein wunderschöner Abend. Die beiden Damen waren unheimlich nett und sympathisch - und man merkte, dass beide nicht nur tierlieb sind, sondern auch etwas ausstrahlen, das Katzen sehr anzieht - was wiederum mir ausgesprochen wichtig ist. Ich erfuhr, dass die Mutter in all den Jahren viele arme Tiere aufgenommen und gepflegt hatte, die keiner mehr haben wollte wie dreibeinige Hunde, einäugige Katzen, einen Rupferpapagei - und einmal sogar ein Äffchen. Aber nachdem das letzte Tier, ein kleiner Hund, im hohen Alter verstorben war, wollte man doch einmal im Leben ein unkompliziertes Tier, das einen gleich ansprach, selbst aussuchen. Tja, aber es gefiel nicht nur einer, sondern beide Kater - die liebe, liebe Schmusebacke Barrymore, weil er gleich zum Gestreicheltwerden aufs Sofa hüpfte, und der bei unbekannten Leuten eher schüchterne Te quiero gerade, weil er sich erst mal hinter dem Schrank versteckte.



Interessiert wird das neue Zuhause erforscht...

Also zogen Te quiero und Barrymorchen zusammen in ihr neues Zuhause um - und es war auch überhaupt kein Problem. Als ich dort beide aus dem Transportkorb ließ, erkundeten sie gemeinsam die Wohnung (interessanterweise war nun Te quiero vorneweg, Barrymore brauchte noch ein paar Minuten länger) und ließen sich freudig "bespielen" und knuddeln (einer der Kater demonstrierte auch sehr anschaulich, dass bestimmtes Spielzeug nur bedingt geeignet ist... Kaum hatte ich ausgesprochen, dass so eine Katzenangel mit Gummiband nur unter Aufsicht zum Einsatz kommen und nach Gebrauch gleich weggeräumt werden sollte, da es sonst gefährlich werden könnte, war das Gummiband auch schon - knips, knips - zweimal durchgebissen...).



Te quiero, ca. 3 Wochen alt, nach einer Handfütterungsmahlzeit

Eigentlich sollten Te quiero und Barrymore (nach John Barrymore aus der legendären Bühnen- und Hollywood Filmschauspielerfamilie) in die Rufnamen "Miez und Maunz" unbenannt werden, aber dann blieb es doch bei Te quiero und Barrymore   :-). Te quiero ist spanisch für "Ich liebe dich"; diesen - vorher bei Ragdolls und anderen Katzen noch ungehörten - Namen hatte ich viele Jahre für einen besonderen Kater in der Schublade aufgehoben. Bei diesem Wurf merkte ich das erste Mal, dass seine Mutter wohl eine Mischung aus funktionierenden, nur wenig funktionierenden und völlig trockenen Zitzen haben muss... Kätzchen entwickeln sehr schnell eine Zitzenpräferenz, um bei der Suche nach der "babyeigenen" Zitze keine wertvollen Kräfte zu verschwenden. D.h. sobald mal eine Zitze angesaugt ist, bleibt man ihr treu, egal ob Milch kommt oder nicht. So musste ich Te quiero voll (sonst wäre er geradewegs verhungert) und seine Wurfschwester Serafina zusätzlich viele Wochen lang rund um die Uhr alle paar Stunden mit der Hand füttern. Puh, eine ganz schön erschöpfende und nervenaufreibende Arbeit, noch viel anstrengender als ein paar Jahre zuvor bei Puschel und Schnurrie (Seite 1)... aber es hat sich gelohnt! Sowas schweißt natürlich zusammen, und zum Andenken habe ich deshalb dieses Ölbild malen lassen.



Noch ein Bildchen aus Te quieros Kindertagen - manchmal gehen die Vorstellung, was ein bequemer Schlafplatz ist, doch sehr auseinander... :-)

Während ich diesen Text schreibe, wohnen die beiden Kater schon 3 Jahre bei ihrem neuen Frauchen - und ich freue mich immer sehr, wenn ich ab und zu einen Anruf erhalte und mir die neuesten "Katergeschichten" berichtet werden. Ich denke, sowohl für Mensch als auch Tier ist diese Gemeinschaft unglaublich bereichernd und beglückend - Te quiero und Barrymore bringen Leben in die Bude, halten aktiv und sind tolle Gesellschafter, während die Kater kaum einen intensiveren Kontakt zu ihrem Menschen haben könnten - den ganzen Tag über werden sie liebevollst umsorgt und verwöhnt. Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass dies noch viele, viele, viele Jahre so möglich ist und möchte die Vorstellung von Te quiero und Barrymore mit einem Satz ihrer Besitzerin abschließen - schöner kann man es eigentlich nicht ausdrücken: "Die beiden sind die Liebe meines Lebens!".



Unsere Ragdoll-Kinder im neuen Zuhause, Seite 5



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