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FIFe Ragdoll-Anerkennungsausstellung
in Rosenheim/Deutschland (16./17.03.1991)
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eutzutage geht die FIFe-Anerkennung einer neuen Katzenrasse oft erstaunlich schnell und problemlos über die Bühne - selbst bei Rassen, die noch kaum jemand zu Gesicht bekommen hat. Als die ersten Ragdolls Anfang/Mitte der 1980er über England (GCCF-lastig!) nach Deutschland kamen, sah das jedoch noch gaaanz anders aus... Erschwerend kam hinzu, dass zusammen mit den Katzen auch die Ammenmärchen zu uns gefunden hatten, die die "Erstzüchterin" der Ragdoll, Ann Baker/USA, in Umlauf gebracht hatte, wohl um das Interesse an der Rasse zu wecken und den Markwert für das "Besondere" zu steigern. Verständlicherweise waren solch dubiose Rassebeschreibungen wie die Ragdoll wäre "schmerzunempfindlich" oder "bewegungsbehindert" nicht gerade förderlich.
enauso hinderlich war die auf den ersten Blick gewisse Ähnlichkeit der Ragdoll mit der Heiligen Birma (auf der Seite Unterschied zu anderen Rassen erfahren Sie mehr über "Ragdoll versus Birma"). Und so dauerte es schon einmal etliche Jahre, bis auch skeptische Richter und Verbandsfunktionäre überzeugt werden konnten, dass die Ragdoll eine wunderbare, eigenständige und vor allem normale Katzenrasse ist, die die Anerkennung absolut verdient hätte.
n nicht-FIFe-Vereinen war die Ragdoll dagegen schon von Anfang an anerkannt und konnte alle Ausstellungsehren erhalten. Daher zogen es nicht wenige Züchter vor, solchen Vereinen anzugehören, erleichterte dies die Zucht und Ausstellung doch ganz enorm. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, ob es für alle FIFe-Länder galt, aber zumindest in Deutschland wurden bis in die frühen 90er Jahre alle Katzen aus nicht-FIFe-Verbänden beim Umschreiben des Stammbaumes noch ohne Zwingernamen, dafür aber mit Zusatzangabe des Herkunftsvereins registriert. So wurde aus meiner "Raggy's Chayene" plötzlich eine "Chayene (DRU)" (allerdings habe ich auf den nachfolgenden Seiten alle ursprünglichen Catterynamen mitveröffentlicht). Diese Praxis war eigentlich recht erstaunlich. Schließlich machte man damit gerade bei erfolgreichen Katzen mehr Reklame für andere Katzenvereine, als der FIFe vielleicht lieb gewesen wäre. Und das ganze hat heute noch Auswirkungen, erschwert es im Nachhinein doch auch die Ahnenforschung in alten Stammbäumen.
ber auch etwaige "Hochzeiten" zwischen FIFe- und nicht-FIFe-Katzen waren gar nicht so einfach... Deckungen bei einem "freien Verband" registrierten Kater mussten erst schriftlich mit Begründung beantragt und vom Zuchtausschuss genehmigt werden. Von dem bis heute laufenden Pilotprojekt "Open Doors", das ein gegenseitiges Ausstellen von FIFe- und nicht-FIFe-Mitgliedern ermöglicht, hätte man zu der Zeit nicht mal zu träumen gewagt. Und Ausstellungen - für alle Rassen obligatorisch mit 2 Tagen Anwesenheitspflicht, aber nur einmal Richten - kosteten für nicht anerkannte Rassen nur (und zwar volle Anmeldegebühr, reduzierte Preise für Kastraten bzw. nicht anerkannte Rassen wurden erst viel später eingeführt). Ansonsten gab es außer einem gelegentlichen "Rassesieg" (heute besser bekannt als "Best in Varietät"), sofern mehr als 3 Katzen in der jeweiligen Klasse anwesend waren, was aber nicht oft vorkam, lediglich die Bewertungen I, II, III, usw. Also keinerlei Titel oder Bühnenehren.
brigens liefen die Ragdolls damals noch nicht als Semilanghaar-Rasse, sondern unter "andere Langhaar" (also Rasse/Farb-Nr. "13a", der EMS-Code war noch nicht erfunden) - und wurden teilweise auch von reinen Langhaar-Richtern bewertet. Sofern eine weitere nicht anerkannte Rasse ausgestellt war - zu der Zeit i.d.R. Türkisch Angora - konnte dem Ausstellungskatalog die Anwesenheit von Ragdolls leider nicht entnommen werden, denn auch alle Ragdolls wurden fortlaufend z.B. unter der Überschrift "ALH/Ankara weiss/or.Augen 13a" gelistet. Später wurde der Nummer 13a wenigstens der Zusatz "RD" für Ragdoll und diverse Nummern für die Farbe/Version angehängt, z.B. 01 für seal-colourpoint. Aber auch dann tauchte im Ausstellungskatalog selbst bei X verschiedenen gemeldeten Ragdolls nur eine einzige Farb-Nr. auf, nämlich die der allerersten Ragdoll im Katalog. Die unterschiedlichen Farben und Versionen spielten also noch keine Rolle, beim Richten wurde nur nach den einzelnen Kategorien (Jugendklasse 3 - 6 Monate, Jugendklasse 6 - 10 Monate, Offene Klasse, d.h. erwachsene, unkastrierte Katzen, sowie Kastratenklasse) getrennt.
lles in allem gesehen wurde die Anwesenheit von seltenen Rassen auf den Shows offenbar recht unterschiedlich wahrgenommen. Während ich z.B. für Chayene auf meiner allerersten Ausstellung lediglich eine Minischleife mit einer ca. 5 DM (etwas größer als ein 2 Euro-Stück) großen Rosette bekam - ich habe sie als ewiges Andenken irgendwo im Keller aufgehoben :-) -, vielleicht nach dem Motto, "Die sind eh nicht anerkannt, sollen die Besitzer doch froh sein, wenn es überhaupt was gibt!", wurde mir auf meiner allerersten Auslandsausstellung als Dankeschön fürs Kommen mit zwei Raggies anstatt schnöder Schleifen gleich 2 wunderschöne Pokale überreicht. Oder: Während ich mit meiner Chayene für die allererste FIFe-Weltausstellung 1990 wieder ausgeladen wurde, nachdem ich die Anmeldebestätigung bereits erhalten hatte (nicht anerkannte Farben waren scheinbar kein Problem, wie ich dann als Ausstellungsbesucher anhand der anwesenden Tabby mit Weiß-Perser festellen konnte...; jedenfalls wäre es sehr schön gewesen, wenn man auch die Ragdoll anlässlich dieses Meilensteins in der FIFe-Ausstellungsgeschichte "außer Konkurrenz" den anderen anwesenden Ausstellern und Besuchern aus der ganzen Welt hätte vorstellen können), wurden meine Raggies auf anderen Ausstellungen nach dem Richten oder vor der Best in Show sogar unerwartet extra nochmal aufgerufen, um sie auf der Bühne dem Publikum zu präsentieren und zu erklären.
atsächlich erschien es unter all diesen Voraussetzungen ziemlich mühsam und auch ein wenig verrückt, auf eine FIFe-Anerkennung hinzuarbeiten. Aber erstens machte es einen riesigen Spaß, die Rasse auf die eine oder andere Weise bekanntzumachen, ich kann mich nicht erinnern, dass es irgendjemand als Last und Mühe empfand, ganz im Gegenteil. Zweitens war eine weltweite Rasseanerkennung ganz sicher erstrebenswert, außerdem galt und gilt die FIFe bei vielen Katzenfreunden immer noch als der Katzenverband. Und der eine oder andere mag vielleicht über diese Ansicht spötteln, aber irgendwie erschien ein offizieller Anerkennungsprozess auch "wertvoller". Es gab Vereine, die scheinbar alles was miaut und vier Beine hat akzeptierten, Hauptsache Bargeld lacht, sowas wirkt doch reichlich abschreckend.
uch mit der Herkunft der Katzen nahmen es einige der sog. freien/nicht-FIFe-Vereine nicht so genau. So sind z.B. Fälle bekannt, wo einer nicht registrierten Katze kurzerhand ein Ragdollstammbaum mit allen Vorfahren verpasst wurde, ein Birma/Ragdoll-Mischling ("Unfallwurf") wurde problemlos als Ragdoll eingetragen - ja, und einmal akzeptierte ein Verein sogar einen reinrassigen Birmakater als "Ragdoll", da der Züchter offenbar glaubhaft darlegen konnte, bei diesem Kätzchen handele es sich um eine spontan aufgetretene neue "Ragdoll-Mutation" im Wurf (die Wurfgeschwister waren anscheinend nicht "mutiert" und blieben weiterhin Birmas)...
o ließ sich also eine Gruppe unerschrockener Ragdollfreunde :-) nicht beirren, die FIFe-Anerkennung der Ragdoll war das große Ziel! Vor allem Fam. Hughes-Dentler gebührt hier eine ganz besondere Auszeichnung! Ohne Karin und ihrem Mann Fritz wäre der Siegeszug der Ragdoll hierzulande niemals möglich gewesen. Es war Karins Idee und Entschlossenheit, die Rasse zur Anerkennung zu bringen. Und obwohl beide nie gezüchtet haben, haben sie sich stets völlig uneigennützig und auf eigene Kosten unermüdlich für die Bekanntmachung und Etablierung der Ragdoll eingesetzt, durch Gründung einer Interessengemeinschaft, unzähligen Ausstellungsteilnahmen und Rasse-Vorträgen im In- und Ausland, Pressearbeit, und, und, und. Doch insbesondere auch Frau Waltraut Sattler, langjährige Vorsitzende des 1. DEKZV, sowie allen anderen Richtern und Funktionären, die der Ragdoll eine Chance gegeben haben, möchte ich im Namen aller Ragdoll-Leute an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für ihre Unterstützung aussprechen, die uns vieles erst ermöglicht und erleichtert hat.
ie "Ragdollgemeinde" hielt eisern zusammen. Deshalb war es auch kein Problem, als 1991 zwar langersehnt, aber ziemlich kurzfristig und überraschend die sensationelle Nachricht hereinkam, für die Ausstellung Rosenheim in 2 Wochen wäre die nötige Anzahl Richter und Richterinnen aus der Internationalen Richterkommission anwesend. Unsere Rasse könnte also endlich zur Anerkennung vorgestellt werden, allerdings müssten es mindestens 15 verschiedene Katzen sein. Doch bereits am nächsten Tag stand fest, dass wir über 20 Katzen präsentieren werden.
atürlich gab es zu dieser Zeit schon weitaus mehr Ragdolls in FIFe-Züchterhand, aber wie es auch heute noch so ist - nur wenige Züchter begeistern sich auch für's Ausstellen. Aber ich glaube, man kann ohne Übertreibung sagen, ohne jeglicher Aussteller und Ausstellungen wäre die Ragdoll bei uns in Deutschland/Europa oder gar weltweit weder besonders bekannt noch verbreitet... und jeder, der den Sinn von Katzenshows anzweifelt oder Ausstellern unterstellt, ihr einzigstes Motiv sei die Pflege ihres eigenen Egos, "Pokal-Geirigkeit" oder die Aussicht auf einen besseren Verkaufspreis für Jungtiere aus preisgekrönten Eltern - was wohl nur in den seltensten Fällen klappt, die Ausstellungskosten übersteigen alle *eventuell* daraus entstehenden Vorteile um ein Vielfaches - sollte einmal überdenken, ob er denn ohne Einsatz all der willigen Aussteller überhaupt jemals eine Chance und die Möglichkeit gehabt hätte, sein Leben mit unserer liebenswerten, wunderschönen Rasse zu teilen. Interessanterweise haben sich von jeher auch oder gerade Kastraten-Aussteller für die Ragdoll engagiert. Aber das nur am Rande...
or der Ausstellung war noch eine ganze Menge Papierkram zu erledigen, z.B. musste ein dreisprachiger Standardentwurf und alle Stammbäume der ausgestellten Katzen vorgelegt werden (die Stammbaumkopien kamen in die Richtermappe, damit jeder Richter die Abstammung überprüfen konnte). Aber schließlich ging es los. Auf der Bühne wurden alle Ragdolls der Reihe nach den Richtern gereicht, die jede einzelne Katze genauestens unter die Lupe nahmen. Dabei waren die Bicolours eindeutig in der Überzahl, überdies haperte es insbesondere bei den Mitteds noch deutlich in punkto Zeichnung (zu damaliger Zeit war eine wirklich perfekte Weißscheckung noch eine echte Rarität. Die heimische Ragdollzucht steckte bei uns ja noch in den Kinderschuhen, und was Auslandsimporte betraf, so musste man froh sein, überhaupt eine Ragdoll zu bekommen - egal wie sie aussah...). Ein Mitglied der Richterkommission meinte, unsere Colourpoints sähen den Perser Colourpoints in dessen Heimatland viel zu ähnlich - was allerdings recht verständnisloses Kopfschütteln erntete. Konnten wir etwas dafür, wenn die Perser Colourpoint dort wirklich soooo rasseuntypisch aussah!!??
chließlich zog sich die Richterkommission zur Beratung zurück, und nach endlos erscheinender Zeit wurde uns das Ergebnis mitgeteilt: Man würde auf der nächsten FIFe-Generalversammlung die Rasse Ragdoll zur Anerkennung vorschlagen (alle Mitgliedsländer müssen dann für das Endergebnis abstimmen), allerdings würde dann erst mal nur die Bicolour-Version CAC-Status erhalten. Natürlich wäre es uns lieber gewesen, wenn auch die Mitted und Colourpoint gleich für den CAC-Status in Frage gekommen wäre, aber nach all diesen Jahren war es doch ein unglaublicher Erfolg, der gebührend gefeiert werden musste!!
och auf der Ausstellung wurde Karin/die Interessengemeinschaft Ragdoll gefragt, ob wir auf der demnächst stattfindenden FIFe-Generalversammlung in Estoril/Portugal 4 Bicolour-Ragdolls präsentieren und ein wenig über die Rasse referieren könnten, damit sich auch die anderen dort anwesenden internationalen Richter noch intensiver mit dem Ragdollstandard vertraut machen können. Natürlich waren wir gleich Feuer und Flamme. Schließlich wurde ausgemacht, dass Karin ihren Patriarca Ragakevin mitnimmt, Claudia Herdegen ihre Patriarca Rageileen, Christl Ungeheuer ein selbstgezogenes, aber bereits an eine andere Züchterin verkauftes Jungtier Pink Wizard's Asia (eine der ersten deutschen Bicolour-Nachzuchten mit - fast - weißen Beinen...), und ich meine Raggy's Chayene.
a immer nur 2 Katzen pro Flieger mitreisen durften, eine im Passagierraum und eine im Laderaum, waren Claudia mit Eileen und ich mit Chayene von München aus nach Lissabon vorausgeflogen - ganz schön aufregend, immerhin war es mein allererster Flug! Karin mit Kevin und Christl mit Asia kamen in einer Maschine aus Nürnberg nach. Die Reisekosten wurden übrigens erst mal komplett von jedem einzelnen selbst bezahlt. Etliche Spenden von großzügigen "IG'lern" machten die Auslagen im Nachhinein erträglich, aber egal was es gekostet hätte, die einmalige Chance, unsere Rasse zu promoten, hätten wir uns niemals entgehen lassen!
eit dieser Zeit wird mir allerdings auch ganz anders, sobald ich auf einer Speisekarte "Entrecote" lese... Während unseres 4 Tage dauernden Aufenthalts gab es, egal in welchem Restaurant/Hotel wir uns auch befanden, scheinbar nur 2 Gerichte - gebratener Fisch und Entrecote. Ab und zu wurden die Gerichte unter anderem Namen angeboten, aber wenn dann die hoffnungsvoll erwartete Mahlzeit aufgetragen wurde, entpuppte es sich doch nur wieder als gebratener Fisch bzw. Steak mit Bohnen und Kartoffeln... Und auch der Barkeeper in unserem Hotel war ein kleiner Schelm. Als wir mit dem Wechselgeld bezahlen wollten, das wir kurz vorher von ihm für eine andere Bestellung bekommen hatten, lehnte er empört ab, es handle sich dabei um "alte" Escudos, diese abgelaufenen Geldscheine könne er keinesfalls annehmen!! - allerdings hatte er gegen unsere geballte Frauenpower keine Chance :-).
nsere 4 Raggies wurden auf der FIFe-Generalversammlung ausgesprochen interessiert und positiv aufgenommen, Karins Vortrag aufmerksam verfolgt, und die Anerkennung der Rasse Ragdoll mit CAC-Status der Bicolour-Version ab 1. Januar 1992 von den Vertretern der FIFe-Länder mit großer Mehrheit beschlossen. Es war sehr aufschlussreich, auch mal die Hintergründe der FIFe-GV mitzubekommen, wie alles abläuft, was sich während dieser Tage so tut (damit es unter den verschiedensprachigen Mitgliedern keine Mißverständnisse gibt, bekam z.B. jeder Anwesende - also auch wir - einen Kopfhörer, verbunden mit einem entsprechenden Simultanübersetzer, der von einer verglasten Box aus die Statements in eine der offiziellen FIFe-Sprachen übertrug). Und auch da gebürt Fr. Sattler ein dickes Lob und Dankeschön, die stets dafür sorgte, dass wir uns überall herzlich willkommen und miteingebunden fühlten.
b der nächsten Seite habe ich nun etliche Fotos von der Anerkennungsausstellung Rosenheim und unserer Reise nach Portugal zusammengestellt. In Rosenheim hatte ich erstmals meine brandneu gekaufte Kamera dabei, aber keine Ahnung wie man sie richtig bedient. Deshalb sind die Motive nicht unbedingt umwerfend, außerdem hatten auf den Fotos so ziemlich alle Katzen glühendrote Augen, die ich damals mühseligst mit schwarzem Filzstift ausmalte... :-). Aber ich denke, so ein bisschen "Nostalgie" ist trotzdem ganz interessant und durchaus archivierungswürdig. Nur schade, dass ich damals nicht alle Ragdollbesitzer mitfotografierte, die "ersten Pioniere" haben es wirklich verdient, unvergessen zu bleiben!
.S: Wer genau nachzählt, wird feststellen, dass nur 20 Katzen in diesem Artikel vorgestellt werden. Eigentlich waren es lt. Katalog sogar 22 Meldungen. Aber wenn ich mich recht erinnere, war ein Jungtier nicht anwesend, und ein anderes konnte - großer Leichtsinn des Ausstellers! - nicht der Richterkommission vorgestellt werden. Hier wurde dem Tierchen vor der Show irgendein Beruhigungsmittel eingegeben, so dass es auf der Ausstellung ständig wegnickte, mit Schiel-Pupillen. Im Ernstfall hätte es für das Kleine übel ausgehen können, abgesehen davon, dass durch diesen Vorfall auch die Rasseanerkennung hätte den Bach runter gehen können. Man stelle sich nur vor, es wären genau die erforderlichen 15 Katzen gemeldet worden (Karin hatte übrigens bereits in weiser Voraussicht zur Ausstellung von mindestens 18 Katzen aufgerufen...) - da hätte ein solcher "Ausfall" langfristige Konsequenzen gehabt.
s passt zwar jetzt nicht ganz zu diesem Artikel, aber ich möchte das Thema "Beruhigungsmittel" bei dieser Gelegenheit doch noch ein bisschen ausführlicher behandeln: Normalerweise stecken Katzen Ausstellungen wie nichts weg und verbringen die meiste Zeit gemütlich schlafend im Ausstellungskäfig. Manche sind anfangs ein bisschen aufgeregt, aber das gibt sich i.d.R. recht fix. Einige Kätzchen tun sich dabei leichter, wenn man ihnen eine ganze Zeit lang am Käfig Gesellschaft leistet, für andere ist es wiederum besser, wenn der Besitzer sich länger vom Käfig entfernt. Sollte sich herausstellen, dass sich ein Tier dauerhaft ernstlich fürchtet oder andere Probleme hat, kann man es immer noch vom Richten zurückziehen und es bleibt auch in Zukunft zu Hause. Nicht jede Katze ist zum "Showstar" geboren, manche fühlen sich daheim in gewohnter Umgebung einfach wohler. Wer trotzdem seine unwillige Katze von Ausstellung zu Ausstellung schleppt, ist in meinen Augen ein Tierquäler.
ber so oder so, Beruhigungsmittel sind ein ganz großes "No-No". Natürliche Mittel zur Unterstützung der Seele wie Bachblüten oder Homöopathie sind wohl noch akzeptabel. Aber selbst diese Methode ist mit Vorsicht zu genießen, wie ich einmal vor vielen Jahren auf einer französischen Ausstellung am eigenen Leib erleben musste... Meine Chayene hat Ausstellungen eigentlich immer recht problemlos gemeistert. Trotzdem möchte man ja stets das Beste für seinen Liebling und bildet sich ein, man müsste noch etwas Besonderes tun, um ihm alles so einfach und stressfrei wie möglich zu gestalten. Also dachte ich, ich gebe mal ein paar für Ausstellungen empfohlene Bachblüten, aber das hatte genau den gegenteiligen Effekt!
ährend Chayene sonst auf dem Richtertisch immer ganz brav war, knurrte und grummelte sie bereits während des Richtens ständig vor sich hin. Schon das war mir unglaublich peinlich, auch unter dem Gesichtspunkt, dass Ragdolls ja vor allem für ihr liebes Wesen bekannt sind... Der unfreundliche Charakter einer einzelnen Katze wirft gleich ein schlechtes Bild auf die ganze Rasse (aus gleichem Grund sollte auch ein sehr rasseuntypisches Kätzchen nicht ausgestellt werden). Trotzdem wurde Chayene für die Best in Show nominiert (die sie dann auch gewann), und da glaubte ich, mich trifft der Schlag - holt Chayene auf der Bühne doch glatt mit der Pfote aus und hackt in Richtung einer Richterin. Ich habe mich in Grund und Boden geschämt und ein paar Tage später schriftlich bei der skandinavischen Richterin für das Verhalten meiner Katze entschuldigt, für das eigentlich *ich* verantwortlich war. Selbstverständlich habe ich mich zukünftig gehütet, Chayene nochmal irgendetwas vor Ausstellungen einzugeben, und so war sie auch zukünftig wieder so lieb wie eh und je.
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