liebe Kätzchen für liebe
Menschen
Legendäre Ragdolls
"Patriarca Raganelson" und "Patriarca Ragakevin", die deutschen Pioniere
hne Nelson und Kevin, und vor allem ohne Karin Hughes-Dentler (Deutschland), die Besitzerin der beiden, sähe die Ragdollwelt auf dem europäischen Festland heute sicher noch ganz anders aus. Nelson und Kevin waren zwar nicht die allerersten Ragdolls in Deutschland, aber sie haben den Stein der Ragdollbegeisterung erst ins Rollen gebracht.
trat ich dem 1. DEKZV e.V. als Mitglied bei. Von nun an besuchten wir mit unseren beiden Hauskatzen Mischa und Gipsy auch Ausstellungen. Mischa war ein sehr erfolgreicher Kater. So reifte der Entschluß, einen Rassekater unser eigen zu nennen.
a ich große Katzen liebe, war die Frage Maine Coon oder Ragdoll. Blaue Augen sollte er haben, also blieb nur die Ragdoll. Aber woher bekam man eine solche Katze? In Deutschland gab es derzeit nur eine einzige Züchterin, die aber kein Jungtier unserer Vorstellung hatte. Durch Zufall bekam ich eine alte englische Katzenzeitung in die Hände. Ein Inserat hatte es mir besonders angetan - "Ragdolls". Sofort rief ich die Züchterin an, aber zu meinem Leidwesen hatte sie nur einen 3 Monate alten seal-colourpoint Kater, ich hingegen träumte von einem blue-bicolour.
a wir zu dieser Zeit häufig Ausstellungen besuchten, wollte mein Mann natürlich wissen, was ich denn mit einer Ragdoll wolle, die seien ja gar nicht anerkannt?! Mein Gegenargument: "Dann bringe ich sie eben zur Anerkennung! Ich gründe eine Interessengemeinschaft, um den Kreis der Anhänger zu vergrößern". Natürlich wurde ich daraufhin für verrückt erklärt.
ber wenn ich mir eine Sache in den Kopf gesetzt habe, dann bleibe ich auch dabei und kann mich regelrecht darin verbeißen. Außerdem hatte ich dabei noch einen Hintergedanken: Da wir ja für die Anerkennung alle drei Versionen benötigten, fangen wir mit dem Colourpoint-Katerchen an."
nd so geschah es dann auch. Im Oktober 1985 holte Karin den seal-colourpoint Nelson, geb. 28.06.1985, in Cromer, England, ab (Mutter: "Patriarca Ragablue Bajou", blue-bicolour, Vater: " Patriarca Ragfearless Fred", seal-colourpoint). Im Februar 1986 kam der am 16.12.1985 geborene seal-bicolour Kevin dazu (Mutter: "Patriarca Ragsann Tatters", seal-mitted, Vater: " Petil-Lu Willy Wombat", seal-bicolour). Einen Monat vorher, also im Januar 1986, hatte Karin die Interessengemeinschaft Ragdoll gegründet. In verschiedenen Zeitschriften erschienen Artikel über die Rasse und die Interessengemeinschaft und erregten großes Aufsehen. Die IG vergrößerte sich rapide, bald stellten sich auch die ersten internationalen Mitglieder ein.
elson war der erste Ragdoll, der jemals in der Schweiz (07./08.12.1985) und in Österreich (01./02.02.1986) ausgestellt wurde. Kevins erste Ausstellung fand im März 1986 in San Marino statt, und natürlich hatte man auch dort noch nie zuvor eine Ragdoll gesehen. Die beiden zogen auf ihren zahllosen Ausstellungen viele Besucher und Aussteller anderer Rassen in ihren Bann. Kevin bestach durch seine Größe und markante Zeichnung, während Nelson wie ein riesiger knuddeliger Teddybär aussah. Das auffallendste der zwei war jedoch ihr einmaliger Charakter. Sie präsentierten sich den Richtern stets freundlich und gelassen, und man mußte sie gar nicht großartig festhalten - sie blieben einfach ruhig auf dem Richtertisch sitzen und ließen sich bewundern.
ie Anfragen nach Ragdollvorträgen häuften sich, und auch die Richter begannen, sich ernsthaft mit der Rasse auseinanderzusetzen. Das Highlight war jedoch die Anerkennungsausstellung im März 1991 in Rosenheim. Karin hatte geschafft, was vorher viele bezweifelt hatten: Die Rasse Ragdoll war in der FIFe ab 01.01.1992 anerkannt, davon die Bicolour-Version mit CAC-Status.

Das ehemalige Hughes-Dentler- Familienauto mit Kevins Bild auf der Motorhaube |
evin war einer der Bicolours, die im Mai 1991 der FIFe-Generalversammlung in Estoril/Portugal anlässlich der Anerkennung vorgestellt wurden. Auch hier präsentierte er sich von seiner besten Seite und wurde allseits bewundert. Seine letzte Ausstellung war im November 1993. Hier erhielt er sein letztes CAPE und war somit der allererste Ragdoll in der FIFe, der den Titel EURO tragen durfte.
anach genoss Kevin sein Rentnerdasein, das nur von gelegentlichen Ragdoll-Vorträgen unterbrochen wurde. Sein letzter Auftritt in der Öffentlichkeit fand während der FIFe-Generalversammlung 1998 in Bad Kissingen statt. Karin schreibt dazu: "Hier war er ein Paradebeispiel der Veränderungen der Ragdoll im letzten Jahrzehnt". Kevin verstarb im August 1999.

Karin mit Nelson in der Karlsruher Ausstellungshalle |
fand in Karlsruhe die Anerkennungsausstellung für die Colourpoint-Version statt. Natürlich durfte auch der 11-Jährige Nelson nicht fehlen, mit dem schließlich alles angefangen hatte. Im Alter von 12 Jahren wurde er noch Premior, und seine letzte Ausstellung war im November 1997. Als krönender Abschluß seiner Karriere erhielt er dort eine erste Anwartschaft für den Internationalen Premior, wurde Bester Veteran der Ausstellung sowie nominiert für Best in Show. Nelson verstarb im Mai 2000.
it dem CAC-Status der Mitted-Version ab 01.01.1999 hat sich Karins Traum von der FIFe-Anerkennung aller drei Ragdoll-Versionen erfüllt. Über die Jahre hinweg haben viele Ragdollfreunde mitgewirkt, aber ich denke es ist nicht vermessen zu sagen, ohne Karins unermüdlichen Einsatz wäre die Rasse nie so weit gekommen. Überhaupt ist Karin ein Phänomen. Seit 1986 ist sie ununterbrochen als 1. Vorsitzende der IG Ragdoll tätig und setzt sich für die Belange aller Ragdoll-Leute ein. Und das, obwohl sie nie selbst gezüchtet hat! Aber vielleicht ist gerade das der Schlüssel zu ihrem Erfolg ;-) Jedenfalls hoffen wir alle, dass Karin noch lange an ihrer Arbeit Freude hat und uns Ragdoll-Leuten viele weitere Jahre erhalten bleibt!