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Legendäre Ragdolls
"Krickelins Chili Pepper"
- Gewinner des 3. International Ragdoll Championship Congress in Rüsselsheim/Deutschland (22./23. Oktober 2004, Walter-Köbel-Sporthalle)
 Chili, 11 Monate alt |
"Krickelins Chili Pepper",
seal-colorpoint, geb. 06. Februar 2004
V: Krickelins Ambrose M: Krickelins Mynta
Z: Christine Landin/S B: Stefanie Hagenlocher/D
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Text und Fotos außer anders angegeben von Stefanie Hagenlocher:
 (Foto: Christine Landin) Baby-Chili mit 4 Wochen |
ie ein kleiner seal-colourpoint Ragdollkater namens Chili Pepper unser Heim und unsere Herzen eroberte...
lles begann an einem schönen Frühlingstag im März 2004. Ich streifte durch das Internet,
nicht plan- u. ziellos, sondern auf der Suche nach einem Kater, der meine Zucht ideal ergänzen sollte. Mir war klar, kräftig sollte er sein, einen guten Typ u. schöne Augenfarbe haben, und vor allem sollte er blau sein, am liebsten in der Version Mitted. So kam ich auch auf die Kittenseite von Christine Landin, und fand mich Auge in Auge mit einem einfach unglaublich bezaubernden kleinen Seal Colourpoint - Mann wieder, gerade mal 4 Wochen alt. Eigentlich war es da schon spontan um mich geschehen, und seine blauen Brüder betrachtete ich eigentlich hauptsächlich aus "Pflichtbewusstsein", um meinen ursprünglichen Absichten treu zu bleiben. Auch sie waren sehr schön. Auf der Stelle schrieb ich eine Mail, in der ich mich vorstellte, und zunächst einmal ganz vernünftig anfragte, ob denn das Blue Colourpoint - Katerchen (einen Mitted gab es in diesem Wurfe nicht)
eventuell noch frei wäre, auch wenn mein Herz mir ganz andere Worte in die Finger zaubern wollte. Ich erfuhr daraufhin, dass dem nicht so sei, dass aber der kleine Seal Colourpoint, wenn er sich weiterhin gut entwickeln würde, unter Umständen für mich in Frage käme.
a hat das Schicksal schon gesprochen, und im Verlauf der nächsten Wochen, einer recht bangen Zeit, in der ich mich mit vielen "wenn- und abers" auseinandersetzte, kam ich wie von selbst zu dem Schluss, dass dieser kleine Mann genau der Richtige für unsere Cattery sei. Regelmäßig erhielt ich wunderschöne Bilder, die mich darin bestärkten, und die Frage war schließlich nur noch, wann ich ihn holen könnte. Gemäß der herrschenden Ausfuhrbedingungen musste Klein-Chili 30 Tage länger als seine Geschwister in seiner Heimat ausharren, und ich bemühte mich um einen Flug. Unglücklicherweise stellte sich dann aber heraus, dass seine Züchterin an den in Frage kommenden zwei Wochenenden überhaupt
keine Zeit hatte. Unter der Woche konnte aber ich nicht, da ich für meine schulpflichtigen Töchter niemanden zur Betreuung hatte.
reundlicherweise erfolgte daraufhin das Angebot von Christine Landin, ihn mir vertrauensvollerweise per Flug zu schicken, was mich ungemein freute, aber auch mit neuen Sorgen erfüllte. Was, wenn er nun beim Umsteigen vergessen oder anderweitig falsch geleitet werden würde? Ich erkundete einen Direktflug, und als der Ankunftstag sich näherte, war mit mir vor lauter Nervosität und Vorfreude bald gar nichts Gescheites mehr anzufangen. Wir näherten uns schließlich, am Tag "X" dem Münchner Flughafen, und konnten es kaum erwarten, ihn endlich in die Arme schließen und lebensecht sehen zu können. Nach vielen umständlichen Prozeduren bekamen wir ihn dann glücklich. Sein Rufen hatten wir schon durch die ganze Halle schallen gehört... Der erste Blick in tiefblaue Augen, und noch immer war es einfach "Liebe auf den ersten Blick".
"
ein Gott, wie groß du schon bist", war das Erste, was ich zu ihm sagte, da ich ihn mir irgendwie kleiner vorgestellt hatte, und er doch eher schon ein Teenager als ein Kitten war. Er erzählte uns sehr aufgebracht, was alles an diesem Tage hinter ihm lag, rieb sofort begeistert sein Köpfchen an unseren Fingern und schnurrte wie verrückt. Der erste Moment, als er aus dem Kennel stieg, offenbarte uns dann sein eigentliches, wahres Wesen, und wir konnten unser Glück kaum fassen: Der kleine Mann wanderte mit allergrößter Selbstverständlichkeit und Zufriedenheit umher, stiefelte sofort in die Toilette, ergründete "die Gegend", und begann nach kürzester Zeit sehr sorglos mit der ersten Nahrungsaufnahme im neuen Land. Meine kleine Tochter legte ihn sich um den Hals, und er blieb schnurrend liegen. Ich drehte ihn herum und legte ihn auf den Rücken auf meinen Schoss zum Bäuchlein-Kraulen, und er war ganz hingerissen. Chili Pepper war so quasi von Anfang an wie von selbst integriert. Er zeigte nie auch nur das leiseste Anzeichen von
Irritation oder Besorgnis. Er fauchte und knurrte nicht, und er wurde glücklicherweise
auch genauso freundlich von unseren vierpfotigen "Alteingesessenen" aufgenommen. Er hat sich eigentlich als unsere "ragdolltypischste" Ragdoll entpuppt: Wenn wir ihn hochnehmen ist er weich wie Pudding, er ist absolut unerschrocken, und die Sanftmut in Person. - Mittlerweile ist aus dem kleinen Herzensbrecher ein großer geworden.
elbstverständlich war es für uns auch sehr spannend, ihn auszustellen, zumal er auch auf Ausstellungen mit größter Souveränität agiert. Er bekam immer ausgezeichnete Bewertungen, und war einige Male nominiert für die "Best in Show". Wir machten jedoch immer wieder die Beobachtung, daß Colourpoint-Ragdolls auf unseren klassischen Shows eher etwas stiefkindlich behandelt werden, vor allem wenn Bicolours oder auch Mitteds gleichzeitig teilnehmen. Diese Versionen werden von den Richtern eindeutig favorisiert! Aus diesem Grunde hatten wir auch keine außerordentliche Erwartungshaltung, als wir den
Beschluss fassten, mit Chili am anstehenden Ragdollcongress in Rüsselsheim teilzunehmen. Das wir bei so einem großen Ereignis aktiv mitmachen wollten, war keine Frage! Schließlich findet so ein wichtiges züchterisches Ereignis nicht alle Tage statt. Es sollte nach TICA-Richtlinien im Ring gerichtet werden, eine Vorgehensweise, die wir bis dato noch nie persönlich miterlebt hatten, das interessierte uns. Als zweite Katze nahmen wir das Jungtier "Vivien vom Tannensteig" mit, damit unser Chili den Reise- u. Show- Stress nicht alleine würde aushalten müssen. Was es bedeuten würde, gleich mit zwei Katzen das
erste Mal am TICA-Richten teilzunehmen, ahnten wir allerdings nicht!
 (Foto: Britta Schmidt-Greve) Chili und Stefanie Hagenlocher |
hili Pepper war gerade 10 Monate alt, würde also bei den erwachsenen Katzen mitmachen. Zunächst waren wir, nachdem der Käfig eingerichtet und unsere Katzen in Top-Verfassung darin saßen, abwechselnd damit beschäftigt, den Katalog zu studieren, sowie unsere Nachbarn zu befragen, was wir denn nun wann tun und beachten müssten, um allmählich ein Gefühl für die Show entwickeln zu können. Dann ging es los. Nun waren wir eigentlich nur noch damit beschäftigt, mit mindestens einer unserer Katzen zu irgendeinem Ring zu eilen, zu dem wir
per Nummer aufgerufen wurden, und zu beobachten, was mit der Nummer auf dem Käfig
geschah. Sobald diese fiel, hatte man die Katze wieder herauszunehmen. Vivien gefiel es
überhaupt nicht, neben wildfremden Katzen in Käfigen sitzen zu müssen, und sie bekam
zunehmend schlechte Laune.
 (Foto: Britta Schmidt-Greve) Chili relaxed im Ausstellungskäfig |
icht so unser Chili! Der war munter und relaxed wie immer,
reagierte umgehend auf jedes "richterliche Spiel-Angebot", und präsentierte sich so, wie er einfach ist: ein großer Schmuser, den so leicht nichts erschüttern kann. Klein-Vivien fauchte nicht mehr nur die Nachbarskatzen, sondern auch die Richter an, was mit einem umgehenden Fall ihrer Nummer quittiert wurde. Eine Ragdoll hat eben keine Menschen anzufauchen! Sollten wir bezüglich Viviens Schönheit Hoffnungen gehegt haben, so begruben wir sie angesichts ihrer Stimmung sehr bald. Als der eigentliche Kittenring angesagt war, entfernten wir sie aus Versehen viel zu früh, sie wurde antscheinend noch mehrfach ausgerufen, was wir
blutigen TICA-Anfänger gar nicht mehr mitbekamen. Bei der Endauswahl war sie also leider nicht mehr dabei, bekam aber dennoch den 9. Platz unter den schönsten Kitten, vermutlich hätte sie da trotz allem noch besser abschneiden können.
 (Foto: Ute Wangelick) Richterin Beth Hicks und Chili |
nser Chili hingegen machte in jedem Allbreed-Ring, also in Konkurrenz gegen alle möglichen anderen Rassen, gleichbleibend souverän einen Platz unter den ersten vier besten Katzen, und eine Richterin kürte ihn in ihrem Ring so ganz nebenbei auch noch zu ihrer schönsten Ragdoll. Da waren wir äußerst überrascht, hatten allerdings auch die Erläuterungen nicht ganz und gar verstanden. Die internationalen Richter aus aller Welt referierten während dem Richten eigentlich nur auf Englisch, und in all der Aufregung mit dem uns fremden System des Richtens bekam ich sowieso nur die Hälfte mit...
Zusätzlich wurden nach dem Richten kleine Banderolen verteilt: Chili bekam in den 6 Ringen 6 Hellblaue, auf denen 25 Punkte sowie "Best of Color" stand, außerdem in den 6 Ringen noch 5 Hellgraue, auf denen "Best of Division" stand, und wiederum 25 Punkte, die sechste war "2th.best Division". Wir dachten uns, na ja, das wird schon nicht so übel sein, 25 Punkte. Später erfuhren wir, dass es die höchstmögliche Punktezahl war!
 (Foto: Ute Wangelick) Federwedel-Spielen macht Spaß - in allen Lebenslagen!! |
ann kam der für uns wichtigste Ring, der Ragdoll-Congress. Nun waren alle teilnehmenden erwachsenen Ragdolls in allen möglichen Farben u. Versionen versammelt. Die Richterin begutachtete sie sorgfältig, und gab wie gehabt zu jeder Katze eine Erklärung, dann setzte sie sie wieder zurück in die Käfige. Sie verteilte die Punkte, sowie insgeheim auch die Plätze. Unser Chili saß gut gelaunt direkt vorne an der Käfigtür, betrachtete quasi lächelnd das Geschehen, und putzte sich ein wenig. (Siehst du, er macht sich schon schön, sagte mein Lebensgefährte, für die Preisverleihung... Ha, Ha! erwiederte ich, weil ich überhaupt nicht davon ausging, dass er bei der Konkurrenz weltbewegende Chancen haben könnte). Wann immer die Richterin sich mit einem Federwedel näherte, brach unser Chili in wahre Begeisterungsstürme aus, er spielte so konzentriert und rasant wie daheim, was den Richtern in jedem Ring bei ihm wohl auch ziemlich gut gefiel.
ls krönenden Abschluss verlas sie die zehn besten Katzen, beginnend mit dem 10. Platz. Mir wurde zunehmend mulmiger, je näher wir den niedrigen Zahlen kamen. Chilis Schild mit seiner Nummer stand immer noch, also musste er dabei sein, es kam Platz 7, Platz 6... Mir wurde ganz schlecht vor Aufregung. Platz 5, Platz 4... noch immer nicht Chilis Nummer, allmählich setzte bei mir akute Atemnot ein. Platz 3, Platz 2..., Sternchen begannen vor meinen Augen zu tanzen, Platz 1. Das durfte doch nicht wahr sein!!!! Unser Prinz!!!! "This is my best Ragdoll" erklärte die Richterin Beth Hicks im Brustton der Überzeugung, und mit
einem souveränen Lächeln im Gesicht, während sie unseren immer
noch entspannten Schatz auf beiden Armen gen Himmel reckte, und ich, mit Gummi-
Knien und einer Ohnmacht nahe, heranwankte, um ihr unseren Kater abzunehmen. Dann
durften wie erst mal noch posieren, es wurde von allen Seiten gratuliert und geknipst, was das Zeug hält, und wir konnten unser Glück einfach nicht fassen. Unser "kleiner" Chili Pepper, erst zehn Monate alt, gegen die ganzen z. Teil schon vollständig "ausgereiften Schönheiten", und gewinnt als schlichter Colourpoint!
m Schluss der Ausstellung konnte man sich noch wunderschöne Schleifen abholen, diese wurden anhand der Bewertungen verteilt. Summa summarum fanden wir das TICA-Richten
sehr spannend, und es hat uns gut gefallen. Die Richter agierten mit beeindruckender Souveränität und sehr gleichmäßigen Resultaten. Das gibt es auf unseren Shows in dieser Form nicht. Die TICA Richter kamen unabhängig voneinander zu fast gleichen Ergebnissen, also verstehen sie ihr Handwerk äußerst gut! Bei unseren konventionellen Shows kann es passieren, dass ein Richter den einen Tag eine Katze total schlecht findet, und am nächsten Tag bekommt sie vielleicht einen Sonderpreis und gewinnt die "Best in Show"! Diesen Aspekt der TICA- Show fanden wir äußerst bemerkenswert.
ir haben danach Chilis Ausstellungskarriere ziemlich bald beendet, er wurde im Zuge
seiner Entwicklung noch um einige Nuancen dunkler, und damit hätte er auf einer konventionellen Show ohnehin keine Chancen mehr gehabt, herausragend abzuschneiden.
TICA hätten wir ihn jederzeit noch einmal ausgestellt, aber es ergab sich nichts mehr
in unserer Nähe, und ich bin auch der Meinung, dass ich ihm das wirklich ersparen kann. Er hat es immer gut weggesteckt, aber so richtig toll kann im Grunde keine Katze das Ausstellen finden, und wenn es keinen triftigen Grund mehr gibt, muss man das m.E. auch nicht exzessiv betreiben...
 Chili im Alter von 2 Jahren |
hili, mittlerweile drei Jahre alt, hat sich inzwischen zu einem traumhaften erwachsenen Kater entwickelt, und seine Augenfarbe ist berauschender denn je. Wir sind wirklich glücklich, ihn um uns haben zu dürfen, und durften mittlerweile auch feststellen, dass er seine hervorragenden Eigenschaften, die sich in seinem Erscheinungsbild wie in seinem Wesen gleichermaßen wiederspiegeln, auch an seine Kinder weitervererbt. Er hat mittlerweile drei Würfe in unserer Cattery gezeugt, mit unterschiedlichen Katzendamen, und die Kitten hatten fast durchwegs einen sehr schönen Typ, wunderbare Augenfarben und das äußerst softe, anschmiegsame und floppige Wesen ihres Vaters. Vatersein nimmt er übrigens äußerst ernst. Man kann ihn bedenkenlos zu den Kleinen mithineinlassen, er pflegt sie hingebungsvoll, spielt mit ihnen und wacht über ihre ersten Schritte, wie es die Mama nicht besser könnte.
uch zu den Damen des Hauses ist er "ganz Gentleman", er kann einfach nicht anders, als sanft und rücksichtsvoll zu sein. Immer, wenn ich mich am Computer niederlasse, ist mein Kater zur Stelle. Entweder legt er sich auf meinem Schoss nieder, oder er nimmt angeschmiegt an meinen "Maus-Arm" Platz,
und verfolgt gespannt und leise schnurrend das Geschehen auf dem Monitor. Jedenfalls
braucht er nach wie vor "gaaaaaaaaaanz viel Liebe", kann auch vom Kämmen und
Bürsten nie genug bekommen, und belagert beharrlich einen großen Platz in unseren Herzen... Seinen Namen bekam er wohl, da er als Kleiner äußerst lebhaft und agil war, eben "Pfeffer im Hintern" hatte...! Diese muntere Art hat er sich bewahrt, auch wenn er ruhiger geworden ist, aber er ist einfach, was er ist: Ein wundervoller und außergewöhnlicher Ragdollkater.
iele Grüße an alle Ragdollfans von
Stefanie Hagenlocher
uf der Seite Fotos vom 4. Internationalen Ragdoll Congress werden auch alle anderen anwesenden Ragdolls auf dieser Ausstellung vorgestellt, mit vielen Fotos und Ausstellungsergebnissen