liebe Kätzchen für
liebe Menschen
© Renate Wald, Ciara's Ragdolls
Der Kontakt mit dem Züchter
oder: Katzeninteressenten, das tägliche Brot des Züchters :-)
eute möchte ich mal etwas aus dem Nähkästchen plaudern: Katzeninteressenten, einmal aus der Sicht des Züchters gesehen! Erfahrenen Katzenzüchter wird in diesem Artikel sicher vieles bekannt vorkommen, angehende Neuzüchter können sich nach dieser Lektüre schon mal seelisch darauf vorbereiten, was sie in Zukunft erwartet :-), und vielleicht ist es ja auch für den einen oder anderen Interessenten ein kleiner Denkanstoß, würde mich sehr freuen.
in ganz ganz dickes Dankeschön geht an Marion Müller, einer befreundeten Britisch Kurzhaar-Züchterin / Chequers-Cattery, für die Erlaubnis, ihren selbstgeschriebenen (Copyright!) sehr treffenden Artikel "Was einmal gesagt werden muss...", an dieser Stelle zu verwenden, der auf ihrer inzwischen leider aufgelösten Website veröffentlicht war. Ich habe Marions Artikel mit eigenen Anmerkungen ergänzt, die in eckige Klammern gesetzt und mit Anmerkung R.W. gekennzeichnet sind.
enn man sich die geballte Ladung an Erlebnisse mit Katzeninteressenten vor Augen führt, ist es doch erstaunlich, was man im Laufe seines Züchterdaseins so erlebt.... Einiges ist nur kurios, so richtig was zum Schmunzeln. Anderes dagegen ist eher ärgerlich oder enttäuschend, da braucht man schon ein dickes Fell, um die Freude an der Zucht nicht ganz zu verlieren (und weiß nette, *überlegte* Anfragen und Interessenten noch viiiiel mehr zu schätzen...). Vieles entsteht sicherlich nur aus Gedankenlosigkeit - ja, Züchter sind auch Menschen :-))), die sich über ein bisschen Höflichkeit und Respekt freuen. Aber es ist wohl auch etwas Wahres daran, dass der Erwerb eines Rassekätzchens für manche Interessenten nur ein Geschäft ist, so wie man eben schnell nebenher ein Elektrogerät oder irgendein Möbelstück kauft (ich habe tatsächlich mal eine Anfrage bekommen "Haben Sie Ragdollkitten, wann können Sie liefern?"). Solchen Leuten ist nicht klar, dass die meisten Züchter doch mit Leib und Seele dabei sind, die Kätzchen sind wie eigene Kinder, und jedesmal wenn ein Tier den Züchterhaushalt verlässt, geht ein Teil eigenen Herzblutes mit. Das mag jetzt ein wenig pathetisch klingen, aber so ist es.
.S. Es sollte vielleicht vorab erwähnt werden, dass ich im Gegensatz zu Marion Tageszeitungsannoncen schon vor vielen Jahren aufgegeben habe und somit fast alle Jungtier-Interessenten über meine Website kommen, worüber ich sehr erleichtert und dankbar bin. Denn leider musste auch ich feststellen, dass solche Zeitungsanzeigen für einen seriösen Züchter besonders frustrierend sein können. Melden sich hier doch auffallend häufig Spontan-Interessenten, die glauben, jeder der eine Katze anbietet, ist nur froh, wenn er "die unnützen Fresser" endlich an den Mann gebracht hat, so wie es leider oft bei Hauskätzchen vom Bauernhof der Fall ist. Auch kennen viele nur die Anzeigen und damit Kaufpreise der Katzenvermehrer (á la "reinrassige XYZ ohne Stammbaum für 150 Euro"), und sind auch sonst nur wenig bis überhaupt nicht vorinformiert, was Rassekatzen bzw. Rassekatzenzucht betrifft.
uch halte ich es mit der Anzahlung ein wenig anders, was aber sicher einfacher ist, wenn man es eben nicht mit Spontan-Interessenten zu tun hat. Meine Philosophie ist, jeder Katzenbesuch ist erst mal für beide Seiten unverbindlich (ich weigere mich grundsätzlich, am ersten Kennenlernbesuchstag eine Anzahlung zu nehmen). Danach kann sich jeder - Interessent und Züchter - in Ruhe überlegen, ob man - selbst wenn man ein, zwei Nächte darüber geschlafen hat - immer noch von dem begeistert ist, was man gesehen hat. Der Entschluss ein neues Kätzchen in die Familie aufzunehmen, oder im Falle des Züchters ein Kätzchen abzugeben, ist eine Entscheidung für viele Jahre... nur wenn einem dabei das Herz aufgeht bzw. das "Bauchgefühl" stimmt, ist es richtig.
Was einmal gesagt werden muss...
uf vielen Homepages von Katzenzüchtern wird erklärt, wie man einen seriösen Züchter findet und auf was ein Käufer beim Besuch eines "Zwingers" achten soll. Aber haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie sich ein Käufer einem Züchter gegenüber verhalten sollte?
as fängt schon bei der Anfrage per E-Mail an: In der Anrede steht ein kurzes "Hallo!", anstatt einer ordentlichen Anrede.
[Anmerkung R.W: Solche Anfragen sind unter Züchtern daher auch als "Hallo-Mails" bekannt und berüchtigt - obwohl - manchmal reicht es nicht mal für ein "Hallo", wie diese Mail zeigt :-): "Halle!haben sie ragdoll kitten zu verkaufen?danke (vorname)" .
llgemeine Anreden sind ebenfalls sehr beliebt wie "Sehr geehrter Ragdollzüchter" oder "Sehr geehrte Damen und Herren" (ein dicker Pluspunkt an alle, die sich die Mühe machen, auf der Website meinen Namen herauszufinden!! Das klappt aber nicht immer, denn außer dem relativ häufigen "Hallo Ciara" gab es auch schon ein förmliches "Sehr geehrte Frau Ciara"... :-) - ich wurde allerdings auch schon mit "Frau Ragdoll" angesprochen, oder als "Katzenfrau"), gefolgt von einer Zeile wie "Wir interessieren uns für die von Ihnen gezüchtete Rasse" oder "so eine Katze" (solch vage Bezeichnungen lassen darauf schließen, dass sich der Interessent für verschiedene Katzenrassen interessiert und praktischerweise gleich einen allgemeingültigen Mailtext formuliert hat), "bitte schicken Sie uns weitere Informationen" (Informationen welcher Art? Über die Kätzchen, ihr Aussehen, Charakter? Über die Rasse, über die Kaufbedingungen, über....???).
eine Erwähnung, in welcher Stadt oder zumindest in welchem Gebiet man wohnt (es macht schon einen Unterschied, ob der Interessent gerade ums Eck wohnt, oder auf der anderen Seite des Erdballs - in der heutigen Zeit ist alles möglich und der Wohnort ist nur selten aus einer normalen E-Mail Adresse herauszulesen). Manchmal ist nicht mal der Name des Anfragenden ersichtlich, oder höchstens der Vorname bzw. Nickname (wobei hier Namen wie "Anna Karenina, kicher" oder gar "Teufelsfratze" nicht sehr vertrauenserweckend erscheinen...). Vom Züchter wird erwartet, dass er alle möglichen Informationen von sich und seinen Katzen preisgibt, selbst bleibt man aber lieber anonym. Warum?
olche allgemeinen Mails sind für den Interessenten recht praktisch, kann er doch auf diese Art gleichzeitig und ohne großem Aufwand viele Züchter sogar verschiedener Rassen erreichen, deren E-Mail Adressen in irgendwelchen Listen gefunden wurde, die nun von oben bis unten abgeklappert werden. Irgendeiner wird dann schon dabei sein, der ein passendes Kätzchen anbietet... Allerdings kommt dann natürlich nur ein Züchter aus der allernächsten Umgebung in Frage; dass man bei dieser Aktion auch alle möglichen ganz weit entfernte Züchter angeschrieben und von jedem Jungtier-Fotos angefordert hatte - Pech für sie (was etwaige Bilder betrifft, gehts heutzutage ja noch, aber vor Internet-Zeiten musste man doch jedes Mal extra nachbestellte Fotoabzüge, oder wenns eilig war, auch Originale per Briefpost verschicken. Und wer glaubt, dass mal irgendein Anfragender an eine Rücksendung der Fotos oder gar Portoerstattung auch nur gedacht hätte, darf weiter träumen ;-) ). Ich denke es ist verständlich, wenn nach spätestens der 10. Mail dieser Art nur noch extrem höfliche Züchter oder solche, die unbedingt etwas an den Mann bringen möchten, nochmal auf eine solche Massenanfrage/Hallo-Mail antworten.
inmal erreichte mich aber auch eine "gezielte Massenanfrage". Hier hatte die mehrere hundert Kilometer enfernt wohnende Interessentin in ihrer E-Mail zumindest schon vorab darüber informiert, dass mit diesem Anschreiben gleichzeitig mehrere ausgewählte Züchter kontaktiert wurden. Jedem wurden also die gleiche Reihe "Testfragen" gestellt, z.B. zum Thema Katzengesundheit oder hochwertiger Katzennahrung. So sollte wohl herausgefiltert werden, welcher Züchter "der Beste" ist, d.h. wo man das neue kätzische Familienmitglied unbesorgt kaufen kann. Eigentlich wollte ich diese Mail schon wegklicken, eine Antwort ist in solch einem Fall sowieso vergebene Liebesmüh'. Aber dann habe ich mir doch höflichkeitshalber die Arbeit gemacht, alle Fragen ausführlich zu beantworten. Nach einiger Zeit kam dann auch eine freundliche Dankesmail, man wäre überrascht und erfreut gewesen, wieviele Ragdollzüchter doch seriös arbeiten und bestens informiert sind, aber man hätte nun schon ein tolles Kätzchen bei einem Züchter ganz in der Nähe gefunden. Ach was...
berhaupt scheinen sich einige Leute nur zu gerne mit "Testmails" die Zeit zu vertreiben. Hofft man, dass sich der Züchter mit einer Antwort blamiert, oder was denkt man sich dabei? Großes Fragezeichen. Einst erhielt ich eine Anfrage mit Bildern im Anhang, man interessiere sich für eine Katze *exakt* wie auf den Abbildungen, ob ich entsprechenden Nachwuchs hätte. Die Fotos zeigten verschiedene halblanghaarige sealpoint Katzen, aber es war mir sofort klar, das können nie und nimmer Ragdolls sein - also Birmas??? Ein Blick auf den Dateianhang bestätigte meine Vermutung, die Bilder waren alle mit "birma..." benannt, und es sah für mich so aus, als hätte sie der Interessent von irgendeiner Birmazüchter-Website heruntergeladen. Meine Antwort war, da sich der Interessent *exakt* eine Katze wie abgebildet wünscht, es sich bei diesen Katzen um Birmas handelt (was auch aus den Dateinamen deutlich hervorginge) und ich ausschließlich Ragdolls habe, könnte ihm ein Birmazüchter sicher weiterhelfen. Ein paar Wochen später erhielt ich die gleiche Anfrage noch einmal, diesmal jedoch waren die Bilder neutral umbenannt worden, wohl damit der dumme Züchter nicht gleich wieder merkt, dass man ihm Birmafotos vorgelegt hat.
ie Betreffzeile der E-Mails werden von den Anfragenden je nachdem recht eifrig oder gar nicht genutzt. Gar nicht so selten ist überhaupt kein Betreff angegeben, da besteht immer die Gefahr, dass solche Mails von Anti-Spamprogrammen oder vom Empfänger selbst bereits im Vorfeld automatisch aussortiert und gelöscht werden, d.h. diese Anfrage den Züchter überhaupt nicht erreicht. Es gab aber auch schon Anfragen, da wurde *ausschließlich* die Betreffzeile verwendet, so wie bei den hintereinander eintrudelnden E-Mails des gleichen Absenders. Die 1. Mail enthielt erst mal überhaupt keinen Text, die 2. im Betreff den folgenden Wortlaut, der aufgrund der Länge gar nicht vollständig angezeigt wurde (Übersetzung aus dem Englischen): "Ich bin von Ihrer Website fasziniert und wollte anfragen ob Sie Ragdolls verkaufen denn ich liebe sie und möchte wissen wo Sie die verkaufen und welche Farben übrig sind da wir alle interessiert sind freundliche Grüße (Vorname)". Auch die 3. Mail enthielt nur einen Betreff, ähnlich wie in Mail 2, aber noch etwas verstümmelter.
un, das spricht eher für einen Computer/E-Mail Neuling, aber es gibt auch "Profis" hierzulande, die es eigentlich besser wissen sollten. So war im Betreff einer Mail an mich folgendes zu lesen: "Haben Sie ein oder zwei Kitten für uns?" Und weiter im eigentlichen E-Mail Feld: "Grüße", sowie ein 11-zeiliger automatisch erstellter Absender, der erkennen ließ, dass die "Interessentin" auf einer verantwortungsvollen Stelle in der Hauptzentrale einer renommierten deutschen Großbank tätig war und die Mail wohl von der Arbeit aus abgeschickt wurde.
in ähnliches Schreiben kam aus dem benachbarten Ausland, vermutlich eine Züchteranfrage, nix genaues weiß man nicht. Betreffzeile: "!!", Text: "have girls ragdolls? how much sell your cats? I seek a girl!", plus Name und Vorname, sowie Land. Im Gegensatz zu vielen anderen Interessentenschreiben (wie auch diese reichlich unpersönliche und wenig aufschlussreiche "Zuchttieranfrage", aus der ich allenfalls mal grob herauslesen würde, dass dem Anfragenden eigentlich wurst ist, was er da zur Zucht verkauft bekommt, Hauptsache billig: "Hallo, ich suche eine Zuchtkatze, Farbe egal, was kostet das bei Ihnen?") war das ja schon mal eine ganze Menge. Nichtsdestotrotz sollten eigentlich gerade Züchter aus eigener Erfahrung wissen, wie unterschiedlich diese oder jene Jungtieranfrage ankommt, da erscheinen solche Zeilen doch recht spärlich. Hut ab, dass man sich an einer fremden Sprache versucht hat, aber wenn es nur für ein paar Brocken reicht, wie will man damit eine Katze aus dem Ausland kaufen, wo doch vorher eine ganze Menge abzuklären ist?
olche "Sparanfragen" machen null neugierig auf den Interessenten. Wer sich mit seiner Anfrage so wenig Mühe gibt, der kann doch auch kein richtiges Katzeninteresse haben?? Oder zumindest kann derjenige nicht erwarten, dass sich ein seriöser Züchter angesprochen fühlt, dem seine Kätzchen wirklich am Herzen liegen und braucht sich später nicht zu wundern, wenn er an einen windigen Geschäftemacher geraten ist. Denn nur solchen Leuten ist es egal, an wen und wohin sie verkaufen. Ich habe meine eigenen Anfragen bei anderen Züchtern jedenfalls stets als eine Art "Bewerbung" angesehen. Schließlich möchte ich einen guten Eindruck machen und hoffe, dass ich bei diesem bestimmten Züchter - den ich mir auch nicht zufällig ausgesucht habe - als zukünftiger Katzenbesitzer in Frage komme.
nzwischen gehen solche Anfragen - klick und weg - normalerweise direkt ab in den Papierkorb (langjährige Erfahrung macht hart...). Aber manchmal mache ich mir doch die Mühe und antworte im gleichen Stil, in der - wahrscheinlich vergeblichen - Hoffnung, dass den Schreibern doch mal ein Licht aufgehen möge, wie unhöflich solche Anfragen eigentlich rüberkommen. Obwohl ich gerade einen Wurf ganz bezaubernder Jungtiere abzugeben hatte (aber nur an echte und vor allem sympathische Interessenten - meine Website heißt nicht umsonst "liebe Kätzchen für liebe Menschen"), antwortete ich der "Bankanfrage" also per Betreffszeile "Nein", im Textfeld mit "Grüße", nur meine Absenderangaben fielen etwas kürzer aus, 11 Zeilen bringe ich nicht zusammen.
inmal hat sich eine Züchterin aber dann doch hinreißen lassen, der Anfragenden - "haben sie ragdoll kitten? bräuchte einen kater mit zucht bzw. show qualität", wie üblich ohne Anrede und Unterschrift - eine zweite Chance zu geben und ihr zu erklären, dass man schon noch gerne diese oder jene zusätzlichen Infos hätte. Das kam allerdings gar nicht gut an und wurde promt mit einer reichlich angesäuerten Mail geahndet: "hallo, was ich sollte und nicht ist meine sache und nicht deine! zukunftsvorstellungen gehen dich eingentlich gar nichts an! an deiner stellt wär ich nicht so überheblich, gibt es doch züchter die wesentlich schöner tiere haben als du! schönen tag noch mfg" Hmm, soooo hässlich können die Katzen doch eigentlich gar nicht gewesen sein, wenn man kurz zuvor glatt noch einen Ausstellungskater aus dieser Cattery gekauft hätte ;-).
nvergesslich auch eine Anfrage, die ich vor vielen, vielen Jahren per Briefpost erhielt. Computer waren in privaten Haushalten noch eine absolute Rarität, Internet und E-Mails so gut wie unbekannt - kaum mehr vorstellbare Zeiten :-). Umso fortschrittlicher das Anschreiben... wohl mit einem der ersten Schreibprogramme hatte man sich eine klasse Massenanfrage gebastelt. Oben über dem Absender prangte ein eindrucksvoller überdimensionaler Löwenkopf, dem Firmenlogo eines internationalen Großkonzerns würdig. Die Empfängeradressen mussten leider noch mit der Hand geschrieben werden, aber dann: Ausschließlich in Großbuchstaben und ohne Komma und wenig Punkte (und reichlichst Rechtschreibfehler) wurde nach einem "KARTER" für die Zucht, keine "MÄDSCHEN" angefragt (auch das waren keine einmaligen Tippfehler, sondern tauchte ständig so im Text auf). Man forderte Stammbäume an - große Erleichterung für den Züchter, als er las, dass man bitte nur Kopien verschicken möge, keine Originale (selbstverständlich war nicht erwähnt, welche Zuchtkatzen die Interessentin denn bereits besitzt oder zu besitzen gedenkt, damit der Züchter ggf. vergleichen kann, ob er ein dazu passendes Katerchen hat). Und schließlich ein herrlicher Abschluss-Satz, der darauf hinwies, dass das Schreiben "MACHINELL" erstellt und daher ohne Unterschrift gültig sei.
eradezu phantasielos nimmt sich da im Vergleich eine etwa in der gleichen Zeit versandte "Brief-Jungtieranfrage" an einen Züchterkollegen aus: Auf ein grob abgerissenes Stück Notiz- oder Rechenmaschinenpapierrolle hatte man in wenigen Worten sein Anliegen mit Bleistift gekritzelt...
ie überall im Leben gilt auch bei Anfragen, der Ton macht die Musik. Eine Mail an mich:
"Liebe Ciara,
Halten Sie ihre Kater getrennt von den Weibchen so daß sie sich nicht einfach so paaren?
Welches Katzenfutter benutzen Sie?
Wie oft gehen Sie mit ihren Ragdoll Babies zum Tierarzt?
Wie viel kosten die Tierarzt besuche alles zusammen?
Wie oft lassen Sie ihre Jungtiere Impfen, untersuchen und entwurmen?
Müssen Erwachsene Ragdolls regelmäßig zum Tierarzt?
Wie viel Kosten ihre Zucht Jungtiere?
Wie viel Kostet ein einzelnes Jungtier in den Zwölf Wochen?
Liebe Grüße
(Vor- und Nachname)"
allo???? Warum will man das wissen? Aus all diesen scheinbar harmlosen Fragen könnte man theoretisch eine ganze Menge versteckte Vorwürfe und Unterstellungen herauslesen - P.S: Es wird wohl nur selten ein Züchter so doof sein, einem Interessenten auf Anfrage wahrheitsgemäß auf die Nase zu binden, sollte man tatsächlich Böses im Sinn haben oder eine schlechte Katzenhaltung praktizieren...
bersetzung 1. Frage (zu der Zeit hatte ich nicht mal einen einzigen potenten Kater, geschweige denn mehrere...): Sollte ich mal bei Ihnen kaufen, riskiere ich da etwa gefälschte Papiere, weil die Babies am Ende gar nicht den richtigen Eltern zugeordnet werden können? Oder: Beuten Sie Ihre Katzen aus, indem Sie zulassen, dass sie ständig gedeckt werden? 2. Frage: Sind Ihnen Ihre Katzen wenigstens ein einigermaßen akzeptables Futter wert? 3. u. 5. Frage: Wenn Sie oft zum Tierarzt müssen, sind Ihre Katzen bestimmt ganz schön anfällig oder chronisch krank - bzw. Wenn Sie kaum zum Tierarzt gehen, vernachlässigen Sie etwa Ihre Katzen? 4. Frage: Aus dieser Antwort kann ich schon mal prima rausfiltern, ob Sie gerade was Schlimmes in Ihrer Cattery haben, denn eine fette Tierarztrechnung lässt doch wohl auf Dauerbesuche schließen (kleine Gegenfrage: Würden Sie eine Ihnen unbekannte Person gleich bereitwilligst in Ihre finanziellen und sonstigen Verpflichtungen und Verhältnisse einweihen???). 6. Frage: Sind Ragdolls eine arg empfindliche Rasse? 7. und 8. Frage: Mal abchecken, ob Sie sich dumm und dämlich verdienen, nämlich wenn die Aufzuchtskosten eines Jungtieres nur ein Bruchteil des Verkaufspreises eines Zuchttieres betragen und Sie möglichst viele Katzen zur Zucht verkaufen (auch hier eine kleine Anmerkung: in bis dato 18 Jahren gingen nur 3 Ciara's Kätzchen in die Zucht, davon eines als Geschenk an eine Freundin. Und ich hätte nicht das geringste dagegen, wenn bei meiner Minizucht endlich auch mal finanziell was hängen bleiben würde...).
mm, und wenn ich es recht bedenke, bin ich doch auch sehr, sehr froh, dass ich mich nicht für einen Catterynamen wie "vom Nymphenburger Schloss" o.ä. entschieden habe. Sonst käme vielleicht noch jemand auf die Idee, mich mit "Liebes Nymphenburger Schloss" anzusprechen/anzuschreiben... ;-).
er eine oder andere Interessent scheint es besonders eilig zu haben, was z.B. aus zwei E-Mails ersichtlich ist, die mit 2 Minuten Abstand verschickt wurden. Die Betreffzeilen - Mail a) "Bitte schnell antworten!", Mail b) "Schnell schreiben!" - ließen auf einen akut lebensbedrohlichen Notfall schließen, der umgehendste Hilfe erforderte! Welch ein Glück, als sich herausstellte, dass es nur um eine Katzenanfrage ging, aber was für eine... :-)))). Mail a) las sich folgendermaßen: "Hallo! Kann man bei euch auch Katzen kaufen? Bitte antwortet schnell! LG (Vorname)!", Mail b) "Wieviel kostet so eine Katze? Bekommt man die in Österreich auch? Schnell schreiben!"
Oder: Eine Interessentenmail wurde zur in deutschen Haushalten üblichen Abendessenszeit abgeschickt, knapp 45 Minuten später, also fast umgehend, hatte sich die Züchterin auch schon telefonisch gemeldet. Da befanden sich die Anfragenden jedoch bereits auf dem Weg zu einer anderen Cattery, um sich dort ein Kätzchen anzusehen und beschieden der zurückrufenden Züchterin lapidar: "Wenn's passt, hat sich's erledigt".
anchmal sind die Anfragen der Interessenten auch etwas verwirrend, wie z.B. diese: "Hallo! Ich wollte mal nachfragen wie sich so der Preis für ein Ragdollbaby beläuft... Da ich aber leider aus Stuttgart komme und als Studentin ein Auto zu teuer ist, werde ich leider weitersuchen müssen :[. Trotzdem vielen Dank. Mit freundl. Gruß (Vorname)" (nachdem ich einige Zeit nachgedacht hatte, was mir diese E-Mail sagen will, war meine Antwort, wenn für die Interessentin nur ein Kätzchen aus dem Raum Stuttgart in Frage kommt, ist es sicher sinnvoll, wenn sie auch nur Züchter von dort nach den Preisen befragt, da die Jungtierpreise je nach Züchter recht unterschiedlich ausfallen können). Oder diese: "Wir hätten gerne zwei Ragdoll Geschwister, wo können wir diese z.Z. bekommen?" (auf der Züchterwebsite steht groß und deutlich, dass gerade Jungtiere abzugeben sind, hmm, aber vielleicht möchte der Interessent doch lieber bei einem anderen Züchter kaufen? - denn es kommt gar nicht so selten vor, dass man um Züchteradressen in dieser oder jener Stadt - vom Züchterwohnort aus garantiert am entgegengesetzten Ende Deutschlands gelegen - gebeten wird, die gerade abgabebereiten Ragdollnachwuchs in einer bestimmten Farbe, Version und Geschlecht haben. Wer solche Auskünfte geben kann, ist entweder übersinnlich begabt oder betreibt eine Jungtiervermittlung :-)))) ]
an wird von einem Unbekannten geduzt [Anmerkung R.W: da frage ich mich immer, würde man das auch tun, stünde man dem bis dato wildfremden Züchter von Angesicht zu Angesicht gegenüber?? ] und ohne weitere Informationen über sich preiszugeben, die den Züchter interessieren könnten [Anmerkung R.W: niemand muss gleich seine gesamte Lebensgeschichte ausbreiten, aber es wäre schön, wenigstens kurz zu erfahren, ob Katzenerfahrung vorhanden ist, ob bereits Tiere im Haushalt leben, wie viel Zeit man zuhause verbringt, wie viele Personen der Haushalt umfasst etc., damit sich der Züchter schon mal überlegen kann, ob evtl. ein bestimmtes Kätzchen in dieses bestimmte Zuhause passen könnte ], kommt man ohne Umschweife zur Kardinalsfrage: "Was kostet die Katze?". Manchmal kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Preis das Einzige ist, was den Käufer tatsächlich interessiert.
[Anmerkung R.W: Einmal bekam ich folgende Anfrage: "Hallo, ich wäre evtl. an Ihrem Ragdoll-Pärchen interessiert. Wie alt sind die beiden? Was würde Sie für die beidne verlangen? Grüße". Nun, diese Fragen sind durchaus berechtigt, aber wenn das alles ist, was der Interessent wissen möchte und die Katzen nur interessant sind, wenn sie z.B. möglichst billig hergehen, hat er die Katzen nicht verdient. Besonders gestört habe ich mich dabei an dem Wörtchen "evtl.". Entweder man hat an den Katzen Interesse oder nicht. Jemand der aus Liebe zu seinen Katzen züchtet, wird sie mit Sicherheit nur in ein Zuhause abgeben, wo man von vornherein nicht nur *eventuell*, sondern von ganzem Herzen Interesse an ihnen hatte.
]
a macht sich der Züchter so seine Gedanken: Immerhin handelt es sich um ein Lebewesen, das täglich Kosten verursacht und auch einmal krank sein könnte. Was dann, wenn sich die erste Frage nur um den Preis dreht, wie geht es weiter?
Wird das billigste Futter, der billigste Kratzbaum gekauft? Ist der Kratzbaum instabil, wird ihn die Katze meiden und an "geeigneterem" Mobiliar ihre Krallen wetzen. Resultat: Die Katze muss aus dem Haus, weil sie alles kaputt macht! Wurmkur und Impfung werden nicht fortgeführt und das Tier bei einer Krankheit gleich eingeschläfert, weil die Heilung zu teuer kommen würde?
n diesem Zusammenhang sind auch Anfragen sehr beliebt, in denen zwar der Interessent zu erkennen gibt, dass er sehr wohl weiß, wie teuer eine Rassekatze ist, er sich diesen Preis aber nicht leisten kann oder will [Anmerkung R.W: Hört man sich einmal unter Züchtern um, scheinen Interessenten-Mails wie, "Ich kann nicht soviel für die Katze ausgeben, denn ich will mir lieber noch einen tollen Kratzbaum und Spielzeug kaufen", gar nicht so selten zu sein... ]. Es wird dann gleich danach gefragt, ob man an dem Preis nicht "was machen" könne...
[Anmerkung R.W: Eine Züchterin berichtete, dass sie in einem solchen Fall stets dem Interessenten antwortet, wenn er mit ihrem Vermieter, Tierarzt und dem Futterhändler spricht, ob diese mit ihren Preisen runtergehen, könnte man sicher auch "etwas an den Jungtierpreisen machen". Dieser Wink mit dem Zaunpfahl wird i.d.R. auch auf Anhieb verstanden, aber einmal gab es tatsächlich eine Dame, die meinte, "OK, geben Sie mir mal die Telefonnummern, da ruf' ich gleich an!". Die Züchterin hätte es vor Lachen fast zerrissen :-))).
eist geht es aber weit weniger lustig ab. So drückt man gerne mal auf die Tränendrüse und jammert dem Züchter etwas vor, in der Hoffnung, möglichst billig wegzukommen. Ein Züchter hat's erlebt: "Ich bin eine arme, alleinerziehende Mutter mit Kind, das sich sehnlichst ein Rassetier wünscht - denn es soll schon was "Edles" sein, ein Tierheimkätzchen kommt für uns nicht in Frage!". Dann die vermeintlichen "Knapp-bei-Kasse-Rentner" - die schließlich im dicken Mercedes vorfuhren, und schon allein der Friseurtermin der toppgestylten Ehefrau sicher nicht unter 150 Euro zu haben war... Eine schroffe Abfuhr erlebte eine Züchterin, die einem an für sich sehr netten Paar, das allerdings nur den Bruchteil des Kaufpreises eines Jungtieres ausgeben konnte bzw. wollte?, großzügig entgegenkam und ihnen für diesen Betrag ein jüngeres, erwachsenes Tier anbot: "Ihren alten Schrott können Sie behalten, wir wollen ein Baby haben!".
a, da ist man als Züchter schon erst mal sprachlos. Und mal ganz ehrlich - ist es Sache des Züchters, wenn einem Interessenten die Zahlung eines fairen, angemessenen Jungtierpreises unmöglich ist? Schließlich hat auch der Züchter feste Ausgaben, und seine Zuchttiere, die Impfungen, diverse Bluttests, das hochwertige Futter und alles andere bekommt er eben auch nicht zum Sparpreis oder auf Pump.
a ich als Azubi für meine erste Ragdoll/Katze und das nötige Zubehör damals auch fast 1 Jahr lang vorher gespart habe, weil es mir eben wichtig war, habe ich persönlich kein Verständnis für Preisdrücker. Wenn sich z.B. jemand für die gleichzeitige Aufnahme von zwei Wurfgeschwistern entscheidet, gebe ich von Haus aus gerne einen gewissen "Mehrkatzenrabatt", denn ich freue mich sehr, wenn zwei, die sich gut verstehen, zusammenbleiben können. Aber was meine Katzen individuell kosten, sind sie - zumindest für mich - auch wert, Preisverhandlungen gibt es nicht. Allerdings haben bis dato auch nur ganz wenige (vergeblich) versucht, einen Nachlass herauszuschinden, und da musste ich dann schon schwer überlegen, ob ich unter diesen Umständen überhaupt noch ein Kätzchen abgeben möchte. Denn ich stimme Marion zu, der Kaufpreis ist über die durchschnittliche Lebenszeit einer Katze gerechnet nur ein minimaler Anteil aller Kosten. Wenn es schon daran hapert, ist doch stark anzunehmen, dass der Katzenbesitzer in spe sich auch nicht die laufenden Unterhalts- und Tierarztkosten leisten kann oder will - kein geeigneter Kandidat für eines meiner Katzenkinder. ]
...die ganz Forschen setzen ein Preislimit,
[Anmerkung R.W: Vor einiger Zeit wurde einer Züchterin ganze 50 Euro für ein Jungtier geboten, ein anderer Preis entbehre jeglicher Grundlage und habe keinerlei Berechtigung. Natürlich wurde auch gleich eine Begründung mitgeliefert - vor der 6. Woche würde es die Züchterin sowieso noch keinen Cent kosten, weil bis dahin die Babies ja noch bei der Mutter trinken. Danach spart man Katzenfutter, indem man übrige Essensreste reinmixt (funktioniere bestens, das mache er seit 30 Jahren so!), anstatt extra Katzenstreu nimmt man billige Sägespäne. Da die Kleinen schon mit 9 Wochen abgegeben werden könnten, hätte die Züchterin ja nur ganz kurze Zeit minimale Ausgaben, und die Impfung würde der Käufer dann ggf. selbst durchführen. Erst dachte die Züchterin an einen schlechten Scherz, aber dann rief der Mann tatsächlich an und fragte, ob man seine Mail-Anfrage nicht erhalten hätte.
reativen Interessenten fällt eigentlich immer ein Grund für einen Preisnachlass ein: "Sie brauchen uns das Kätzchen nicht zu bringen, wir holen es lieber selbst ab und ziehen dann den Betrag vom Kaufpreis ab, den Sie sich für die Fahrt gespart haben". Oder: "Wenn ich gleich jetzt alles zahle anstatt erst bei der Übergabe, wird's doch sicher um einiges billiger??" Oder: "Da die Kätzchen schon über 12 Wochen alt sind, müssten sie doch ganz billig sein. Andere Sachen, bei denen das Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist, werden ja auch zum Sonderpreis verkauft!" - einleuchtendes Argument, ab sofort sollte doch jeder Züchter regelmäßig kontrollieren, ob bei seinen Jungtieren bereits Schimmel- oder faulige Stellen zu erkennen sind - oder ist frühzeitig kühlstellen besser, damit sie länger frisch bleiben???? ;-)
uch schon vorgekommen: "Hallo, wir suchen einen blue-point-Kater. Machen Sie mir ein Angebot"... Nun, so eine Forderung ist ein zweischneidiges Schwert und sollte gut überlegt werden - es soll geschäftstüchtige Züchter geben, die sich durchaus auf sowas einlassen. Sie fangen bei einem Utopiepreis an und lassen sich dann gerne auf den normalen, angemessenen Jungtierpreis "runterhandeln". Und wenn sie Glück haben, akzeptiert der Interessent in der Euphorie über sein vermeintliches Handelsgeschick sogar einen noch höheren als den üblichen Verkaufspreis...
iesen schönen Standardsatz hat sich vermutlich schon jeder Züchter mehr als einmal anhören müssen: "Da oder dort bekommt man die Kätzchen aber viel billiger!", in der Erwartung, dass sich der Züchter unter Druck gesetzt fühlt und mit seinem Preis runtergeht - Nun, kein Problem, zum Glück leben wir in einer freien Marktwirtschaft. Jeder kann dort kaufen, wo es ihm eher zusagt, also gerne auch bei einem dieser "Billigzüchter" ;-) ]
oder man möchte eine Teilzahlung vereinbaren. Letzteres liegt im Bereich des möglichen, manche Züchter lassen da mit sich reden. [Anmerkung R.W: Allerdings ist dabei auch schon so mancher Züchter schwer reingefallen - und wartet heute noch auf ausstehenden Raten... Auch der eine oder andere Anfragenden selbst scheint seiner eigenen Zahlungsfähigkeit eher zu misstrauen, bzw. hatte offenbar eine gaaanz lange Laufzeit mit klitzekleinen Beträgen geplant. Die lakonische Antwort des Züchters, der sich eigentlich nicht unbedingt als Kreditinstitut sah, "Klar können Sie per Raten zahlen, das Kätzchen bleibt aber dann bis zur Zahlung des letzten Betrages hier", wurde dankend abgelehnt: "Ach nee, lieber doch nicht, dann ist das Tier ja schon so alt bis wir es bekommen!" ]. Aber es ist doch legitim, dass der Züchter sie zuvor persönlich kennenlernen und die genauen Gründe wissen möchte
[Anmerkung R.W: ...was sicher nicht möglich ist, wenn das erste, das man von einem Interessenten mitbekommt, eine Ansage auf dem Anrufbeantworter ist, man hätte gerne eine Ragdoll, ob man diese auch per Ratenzahlung kaufen könnte? Ähnliches erlebte ein Züchter einer anderen Rasse: In einer Jungtieranfrage per E-Mail wurde gleich erwähnt, dass der Interessent gerade kein Geld hätte um zu bezahlen, man wäre aber gerne bereit, den Kaufpreis mit Videoaufnahmen von Hochzeits- und Familienfeiern "abzuarbeiten"... Von solchen "Tauschgeschäften" ist definitiv abzuraten - wie heißt es so schön, nur Bares ist Wahres ;-). So hatte sich z.B. mal tatsächlich ein Züchter darauf eingelassen, ein Jungtier für die Zucht gegen ein gebrauchtes Moped abzugeben. Nur leider stellte sich im Nachhinein heraus, dass es sich dabei um eine absolut fahrunfähige Schrott-Kiste handelte, deren Rücknahme kategorisch verweigert wurde (und das Teil daher auch noch auf Kosten des Züchters entsorgt werden musste), genauso wie die Herausgabe des Kätzchens...
propos Anrufbeantworter... sehr viele Interessenten rufen um die Mittagszeit an, denn vom Büro aus ist ein Gespräch ja meist "kostenlos". Noch besser, wenn der Züchter nicht zu Hause ist, dann wird um Rückruf gebeten. Da kommt ein Züchter, der nur in sehr kleinem Rahmen züchtet und auch gerade und in absehbarer Zeit keinen Katzennachwuchs hat, schnell mal in die Bredouille. Meldet man sich nicht, ist das doch sehr unhöflich. Ruft man dagegen zurück, geht das natürlich auf Kosten des Züchters, der sonst gar nichts davon hat (verständlicherweise sind nur wenige Interessenten bereit, vielleicht 1 Jahr oder gar länger auf eine Katze zu warten). Denn oft werden ja dann nicht nur Kurzinfos ausgetauscht "Habe leider derzeit keine Ragdolljungtiere", sondern man kommt ins Gespräch, berät den Interessenten vielleicht zu diesem oder jenen Thema, gibt Tipps, wo er fündig werden könnte, usw. Das kostet viel Zeit und konnte vor Flatrate-Zeiten auch gehörig ins Geld gehen. Natürlich machen solche Gespräche mit netten Interessenten auch viel Spaß, aber manchmal artet das ganze schon ein wenig aus ]
as Telefonieren mit Interessenten macht auch nicht immer Freude. Da wird bei der Nennung des Kaufpreises (war sowieso die erste Frage) gleich der Hörer auf die Gabel geknallt. Vielleicht könnte ich mit dem kürzesten Telefongespräch der Welt ins Guinness Buch der Rekorde kommen??? Oder ich werde gleich gewarnt, dass der Interessent feilscht wie auf einem Bazar. Als ich ihm sagte, dass er sich den Weg sparen kann, es ginge hier schließlich um ein Lebewesen und nicht um einen Teppich, reagierte er mit Unverständnis. Oder ich werde nach dem Alter der Kitten gefragt. Nachdem ich sagte, die Kätzchen seien im Augenblick 8 Wochen, bekomme ich zur Antwort: "Ich rufe in 6 Wochen noch mal an, dann werden Sie mit dem Preis schon runtergehen!"
[Anmerkung R.W: Ebenfalls sehr "nett": Die Züchterin hatte eine Männerstimme am Telefon, mit der Frage ob noch Katzen da wären und was sie kosten. Nach einer höflichen Nachfrage, mit wem man denn überhaupt spreche, lautete die Antwort: "Ähhm, ein Mann, der wissen will, ob noch Katzen da sind und was diese kosten!".
inst wurde mir von einer wohlmeinenden Seele (übrigens eine Tierärztin, die auf diese Weise schon zu allerlei wertvollen Rassetieren gekommen war) angeboten, man würde mir mein *bereits* 4 Monate altes Ragdollkätzchen gerne *kostenlos* abnehmen, wenn ich es auch weiterhin nicht *losbekäme*... Abgesehen davon, dass 4 Monate immer noch "Babyalter" ist - wird denn ein Kätzchen weniger wert, wenn es älter ist? Ich denke nein. Ganz im Gegenteil, immerhin hat man es noch länger gestreichelt und umsorgt, es hat in dieser Zeit mehr gefressen und Streu verbraucht, es ist noch besser sozialisiert und bereits erzogen... Außerdem will ich meine Katzenschätze nicht auf Teufel komm raus "loswerden", sondern an ein liebe- und verantwortungsvolles Zuhause vermitteln, egal wie lange es dauert. Sollte ich mir diesen Luxus eines Tages nicht mehr leisten können, wird es höchste Zeit, mit der Zucht aufzuhören! ]
ie der Preis einer Rassekatze zustande kommt, ist ein eigenes, umfassendes Thema. Ich möchte hier nicht näher darauf eingehen, da es auf vielen anderen Züchter-Homepages behandelt wird. Nur soviel: Wer billig verkauft, der produziert auch billig! Wo kann ein Züchter Kosten einsparen? Am Futter, Tierarzt und den allgemeinen Haltungsbedingungen! All dies ist der Gesundheit und dem Wohlergehen der Katzen nicht zuträglich. Wollen Sie einen solchen Züchter tatsächlich durch den Kauf eines Kätzchens unterstützen?!
[Anmerkung R.W: I.d.R. hat es auch mit dem Preis zu tun, wenn es am anderen Ende der Telefonleitung plötzlich heißt: "Da muss ich erst mit meinem Mann sprechen" (oder falls der Gesprächspartner ein Mann war: "da muss ich erst mit meiner Frau sprechen"). Bei diesen unheilschwangeren Worten weiß der Züchter gleich was es geschlagen hat - von diesen Leuten hört man nie mehr...
ingegen brachte die E-Mail Frage, "Wieviel Schutzgebühr nehmen Sie für ein Kitten?" den Züchter etwas ins Grübeln. Wollte man hier nur auf elegante Art das i.V.m. einem Lebewesen evtl. als anrüchig empfundene Wort "Kaufpreis" umschiffen, oder schon im Vorfeld dem Züchter unterschwellig zu verstehen geben, er solle nicht mal daran denken, mehr als die bloßen Futterkosten zu verlangen?? P.S.: Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass sich der Begriff "Schutzgebühr" allmählich als Umschreibung für den Schleuderpreis verantwortungslos vermehrter Kätzchen ohne Stammbaum eingebürgert hat... Sorry, aber sowas gibt's bei uns nicht, bei einer seriösen Zucht mit entsprechenden Ausgaben kann man durchaus noch mit gutem Gewissen über "Kaufpreise" sprechen :-).
ie heißt es so schön, "Humor ist, wenn man trotzdem lacht!". So muss man sich nicht wundern, wenn eine Anfrage, die sich ausschließlich auf den Kaufpreis beschränkt oder gleich als erstes mit "Was kost'n die Katz'?" eingeleitet wurde, auch mal entsprechend gekontert wird. Z.B. mit der prozentualen Umrechnung des Kaufpreises zum Gewicht der Babies, wie "80 Cent pro Gramm". Ja, da klackern die grauen Gehirnzellen des Gesprächspartners am Telefon... :-). Züchter, die die Frühkastration praktizieren, können vor der Abgabe natürlich einen Preisnachlass gewähren, sind es nach der OP doch noch ein paar Grämmchen weniger... ]
un zum Besuch beim Züchter... Vielen Interessenten geht das nicht schnell genug, würden am liebsten gleich nach der Geburt aufkreuzen und wollen nicht einsehen, dass es besser ist, noch 6 - 8 Wochen zu warten.
[Anmerkung R.W: Vor diesem Alter hat ein Interessent sowieso noch nicht allzuviel von den Kätzchen, da sie sich bis ca. der 6. Woche doch noch vorwiegend in der Wurfkiste aufhalten, weniger aktiv sind und sich der individuelle Charakter und das rassetypische Aussehen erst noch entfalten muss. Außerdem besteht auch eine gewisse Gesundheitsgefahr für die Kleinen, insbesondere wenn sie noch ungeimpft sind. Nicht zu unterschätzen ist dabei die Ansteckungsgefahr durch bereits vorhandene, evtl. erkrankte Tiere des Interessenten, oder eine Erkrankung des Interessenten selbst.
o habe ich einmal nur zufällig, aber glücklicherweise gerade noch rechtzeitig während eines nochmaligen Telefongesprächs zur Bestätigung des Besuchstermins erfahren, dass die beiden Katzen der Interessenten, die erst vor kurzem aus dem Tierheim gekommen waren, noch an einem echten Virusschnupfen laborierten. Kaum auszudenken, was da mit meinem Wurf, der für eine Impfung noch zu jung war, hätte passieren können. Ob in diesem Fall die bereits nachlassenden Antikörper der Mutter bei den Katzenkindern ausgereicht hätten - ich wage es zu bezweifeln. Und es war sicher auch kein Zufall, als ich nach einem Besuch, der allerdings noch ein wenig herumschnupfte (die Reste einer wochenlangen Erkrankung), am nächsten Tag eine wirklich üble Erkältung bekam, und eines meiner Katerchen, der besonders süß und deshalb am Vortag auch besonders innig geknuddelt worden war, eine einseitige eitrige Augenentzündung entwickelte. Leider war das Augenproblem ziemlich hartnäckig und erst auskuriert, als der Kleine 7 Monate alt war. Natürlich konnte ich ihn in dieser Zeit auch nicht abgeben, und auf die Tierarztrechnung hätte ich auch gerne verzichten können (Homöopathie, mit der ich sonst immer recht erfolgreich arbeite, hatte in diesem Fall gar nichts genutzt, da musste schon ein Antibiotika-Hammer her).
eine Katzen sind ganz sicher nicht aus Zucker, aber seit diesen Vorfällen bin ich in punkto Interessentenbesuche doch ein bisschen vorsichtiger geworden und frage insbesondere in der kalten Jahreszeit lieber nochmal nach, ob auch alle Familienmitglieder gesund sind. Es gibt Studien, die beweisen, dass Krankheiten durchaus vom Menschen oder über den Menschen aufs Tier übertragen werden können. Jedenfalls sollte es selbstverständlich sein, dass man einen Besuch beim Züchter zur Sicherheit verschiebt, solange jemand in der engeren Familie oder ein Haustier an einer Krankheit leidet, die ansteckend sein könnte ]
der sie stehen einfach vor der Tür, so nach dem Motto: "Ich war gerade in der Gegend und dachte, ich schau mal auf einen Sprung vorbei...". Nicht dass wir Züchter etwas zu verbergen hätten, aber wir haben auch noch ein Leben neben den Katzen wie z.B. Familie und Beruf.
[Anmerkung R.W: Wenn ich Katzen abzugeben habe, ist mir Besuch von ernsthaften Interessenten herzlich willkommen. Natürlich nicht nur in der Hoffnung, dass sich dabei ein ideales Plätzchen für meine Tiere herauskristallisiert :-), sondern auch zur Sozialisierung meiner Kätzchen. Je mehr "Umweltkontakte", desto besser. Solche Besuche gehen aber nicht husch, husch (und sollen sie auch nicht!), gerade in diesem Jahr hatte ich einige Besucher, die nicht nur ein Stündchen, sondern fast den ganzen Tag geblieben sind. Ich freue mich wirklich riesig darüber, zeigt es mir doch, dass man sich hier bei uns wohlfühlt und meine Katzen und die Umgebung sympathisch ist. Allerdings würde es mir wirklich zu viel werden, auch alle Interessenten zu empfangen, die "nur mal so zum Katzengucken" kommen wollen, da sie noch nie eine Ragdoll live gesehen haben.
ei der folgenden Mail war ich aber wirklich baff - obwohl auf meiner Website deutlich und unübersehbar vermerkt war, dass ich keine Jungtiere habe und auch in absehbarer Zeit nichts zu erwarten ist, hat man sich hier quasi selbst eingeladen - da kommt man sich als Züchter schon ein bisschen vor wie ein Zoo...: (Ohne Anrede) "Wir sind durch das Internet auf sie aufmerksam gemacht worden und wollten uns gerne bei ihnen die Katzen ansehen. Für uns würde nur eine Wohnungskatze in frage kommen. Wir hätten gerne einen Termin wenn es geht für Samstag 21.1. oder Sonntag den 22.1. Mit freundlichen Grüßen" (immerhin mit vollständigem Namen unterschrieben, aber auch da keine weiteren Angaben wie Wohnort, Kontakt-TelefonNr. oder ähnliches).
ürden Sie so einfach jemand Wildfremden in den eigenen vier Wänden, Ihrer Privatsphäre willkommen heißen, von dem Sie nur eine Mailadresse haben und nicht mal wissen, ob überhaupt der angegebene Name stimmt? Ich bin der Meinung, eine Einladung ins Züchterzuhause ist ein großer Vertrauensbeweis, da möchte ich schon noch ein bisschen mehr Infos über diese Menschen haben und vor allem selbst entscheiden können, wen ich empfange und wen nicht.
ass eine gewisse Vorsicht durchaus angebracht ist, davon kann der eine oder andere Züchter bereits ein Liedchen singen. Wild durch die Wohnung tobende, auf eigene Faust alle Zimmer des Hauses erkundende, oder die Katzen am Schwanz ziehende Kinder, die in keinster Weise von ihren Eltern zurückgepfiffen werden, sind da noch das kleinste Problem. Tatsächlich gab es schon verbale Ausfälle, echte Bedrohungen und sogar körperliche Angriffe, und noch so einiges andere mehr, von dem man lieber verschont bleiben möchte. Etliche Züchter sind daher dazu übergegangen, Katzenbesuche nur noch in Anwesenheit anderer Familienmitglieder, Freunde oder Nachbarn zu akzeptieren, oder haben sich extra einen großen Wachhund angeschafft.
enauso sollte jeder Verständnis dafür haben, wenn ein Züchter auf das Mitbringen von bereits vorhandenen Haustieren, vor allem Hund oder Katze, des Interessenten dankend verzichtet. Auf diese Weise lässt sich garantiert nicht antesten, "ob sich Bello oder Mieze mit einem neuen Kätzchen vertragen würde". Abgesehen von der Gesundheitsgefahr durch solche Besuchertiere ist - ganz im Gegenteil - die Wahrscheinlichkeit sogar ziemlich groß, dass es zwischen den Tieren zu bösen Aggressionen und Angriffen, zumindest aber zu deutlichen Spannungen und Stress kommt, die man allen Beteiligten wohlweislich ersparen sollte. Wohl nur in Ausnahmefällen kann man ungestraft ein fremdes Tier so mir nichts dir nichts mitten in einen Mehrkatzenhaushalt hineinsetzen. Die Vorstellung und das Zusammengewöhnen von einander unbekannten Katzen bzw. Katze und Hund braucht selbst mit Vorbereitung und Geduld üblicherweise wenigstens ein paar Tage, für nur eine ein- oder zweistündige Begegnung wäre so eine Konfrontation ohne Not grob fahrlässig. Außerdem wären es auch völlig andere als die tatsächlichen Voraussetzungen und damit nicht mit der späteren Situation vergleichbar, nämlich das Besuchertier als Eindringling in den Züchterhaushalt, anstatt das neue Tier als Eindringling in das Revier der/des Interessenten-Katze/Hundes.
s soll übrigens auch Leute geben, die sich ein Hobby daraus gemacht haben, jahrein, jahraus an den Wochenenden Katzenzüchter in ganz Deutschland zu besuchen. Sie geben sich als Katzeninteressenten aus, ohne jemals wirklich ein Kätzchen kaufen zu wollen und finden wohl die oft mit einer Kaffee-Einladung verbundenen Pläuschchen mit den Züchtern und das Katzenstreicheln toll... (die Steigerung: man kauft das Kätzchen quasi per Telefon/Internet, da man im Moment aus den verschiedensten Gründen - angeblich Auto defekt, Arm gebrochen, kranke Schwiegermutter muss versorgt werden - leider vorher nicht selbst beim Züchter vorbeikommen kann. Macht aber nichts, man hat sich schließlich schon unrettbar in die Fotos des Katzenkinds verliebt, findet den Züchter von den Gesprächen her höchst sympatisch, außerdem wird man sich ja spätestens persönlich kennenlernen, wenn der Züchter das ausgesuchte Kätzchen vereinbarungsgemäß in seinem neuen Zuhause abliefert. Aber siehe da, die angegebene Adresse gibts überhaupt nicht, die "Käufer" sind in der Gegend unbekannt, d.h. der Züchter ist all die vielen km umsonst gefahren. Später stellt sich heraus, dass die Leute diese linke Tour unter falschem Namen schon mehrere Male durchgezogen haben...).
achdem "nur mal schauen, aber nicht kaufen" durchaus Volkssport geworden zu sein scheint, haben viele Züchter die Bewirtung ihres Katzenbesuchs inzwischen auf kalte Getränke beschränkt. Allerdings scheinen manche Interessenten die Wohnung des Züchters doch eher mit einem öffentlichen Restaurant oder Cafe zu verwechseln. Diesen Eindruck hatte zumindest eine Züchterin, als die bereits reichlich verspätet ankommende Familie für die hungrigen Kinder erst mal etwas zu essen und zu trinken forderte. Als die Züchterin Kekse und Saft reichte, meinte die Mutter, für die Kinder wäre wohl Kakao besser, und ihr wäre ein Cappuccino recht, während ihr Mann gerne einen normalen Kaffee hätte... ]
ie anderen Interessenten kommen also zum vorher telefonisch vereinbarten Termin um die Kätzchen anzusehen. Ja, wenn sie denn nur kommen würden...! Wenn ich für jede Stunde, die ich vergeblich auf Interessenten gewartet habe, einen Euro bekommen würde, wäre ich eine reiche Frau. Wenn man einen Termin nicht wahrnehmen kann, dann sagt man ihn ab. Das gebietet die Höflichkeit. Der Züchter wird Ihnen nicht den Kopf abreißen. Ganz im Gegenteil, so kann er diesen Termin anderweitig verplanen.
[Anmerkung R.W: Als Anfänger-Züchter im Vor-Handy-Zeitalter habe ich mal zwei geschlagene Stunden vergeblich in einer zugigen Bahnhofshalle gewartet, um eine Interessentin abzuholen, die mit der Bahn anreisen wollte. Später auf das Nichtauftauchen bzw. Nichtabsagen angesprochen, kam die Antwort: Man könne sich überhaupt nicht an eine solche Verabredung erinnern, außerdem hätte man vor ein paar Tagen schon bei einem anderen Züchter gekauft...
s gibt aber auch Leute, die sich die abenteuerlichsten Geschichten ausdenken, warum sie das Treffen absagen müssen, anstatt einfach kurz anzurufen: "Tut mir leid, aber ich habe es mir inzwischen anders überlegt". Sehr beliebt sind Ausreden wie, "Uns ist gerade ein armes Hauskätzchen zugelaufen, da haben wir leider, leider keinen Platz mehr für eine weitere Katze". Oder es ist von Autopannen die Rede, einmal wurde sogar ein schlimmer Unfall des Ehemannes vorgeschoben (ich glaube, in diesem Fall ging es sogar um ein bereits fest reserviertes Kätzchen, das an diesem Tag abgeholt werden sollte). Hier hat der Züchter dann kurze Zeit später erfahren, dass das "Unfallopfer" am gleichen Tag des abgesagten Termins kerngesund und fidel in einer anderen Zucht gekauft hat... allerdings durfte das nun ausgewählte Kätzchen auch nicht allzu lange bleiben, nach nur 2 Wochen wurde es wieder zurückgegeben, wegen "Nicht-Eingewöhnens".
uweilen hat man es mit recht wankelmütigen Kandidaten zu tun. So rief ein Interessent mehrmals kurz hintereinander an und bettelte geradezu um einen Besichtigungstermin für die Kätzchen noch heute. Trotz etliche anderer, wichtige Pläne für diesen Tag stimmte die Züchterin schließlich zu - dreimal dürfen Sie raten, wer zum verabredeten Zeitpunkt 2 Stunden später *nicht* erschien und auch Tage danach nicht mehr ans Telefon ging...
öllig unverständlich sind auch jene Interessenten, die vorgeben, sie hätten noch nie Ragdolls in natura gesehen, dabei weiß der Züchter ganz genau, dass ebendiese Leute nur einen Tag vorher bei einem Züchterkollegen zu Besuch waren und sich dabei ausführlich informierten. Es ist absolut in Ordnung, wenn sich jemand bei verschiedenen Züchtern umsieht. Lügen sind deshalb wirklich überflüssig, außerdem - die Katzenwelt ist seeehr klein - und ich persönlich gehöre auf jeden Fall zu den Menschen, die der Ansicht sind, wer wegen einer solchen Kleinigkeit schon die Unwahrheit sagt, denkt sich sicher nichts dabei, mich auch in anderer Hinsicht kaltlächelnd anzulügen. Keine geeignete Basis für einen Katzenverkauf.
och merkwürdiger finde ich allerdings, dass es immer wieder Leute gibt, die sich für ein neues Kätzchen interessieren, *obwohl* sie gerade kurz vorher eine andere Katze abgesägt hatten - und sich die Ursache für die Abgabe in keinster Weise geändert hat. Z.B. eine Katzenallergie oder ein Haustier, das sich mit einer neuen Katze überhaupt nicht verträgt, oder auch ein Ehepartner, dem Katzen ein echtes Gräuel sind.
]
anche Interessenten betreiben auch eine Art "Züchterhopping". Ich meine damit, dass sie am selben Tag mehrere Züchter besuchen. Im Interesse der Katzen [Anmerkung R.W: und auch in Ihrem eigenen Interesse - denn sicherlich wünschen auch Sie sich ein gesundes Kätzchen... ] sollten Sie das unterlassen, denn es ist durchaus möglich, dass sich in einem Zwinger eine ansteckende Krankheit befindet, die vielleicht der Züchter selbst noch nicht bemerkt hat. Aber Sie können diese Krankheit an Ihren Schuhen und an Ihrer Kleidung weiter zum nächsten Züchter tragen. Seien Sie also nicht überrascht, wenn der Züchter Sie bittet, vor der Haustür die Schuhe auszuziehen und dann ihre Hände desinfiziert. Aus dem selben Grund sollten Sie auch auf einer Katzenausstellung nie ein Tier ohne Erlaubnis des Besitzers anfassen.
[Anmerkung R.W: Die Bitte, besonders im Winter die Straßenschuhe auszuziehen, hat auch noch andere Gründe. Erstens haben einige Züchter empfindliche Parkettböden oder ähnliches, die Oberfläche dankt :-). Zweitens finde ich es viel bequemer - und sicherer!, wenn man sich ohne Schuhe an den Füßen auf Kätzchenebene begeben kann (bei einem Ragdollzüchter in den USA soll es schon mal vorgekommen sein, dass ein Kätzchen von einem Interessenten versehentlich totgetreten wurde, Horror!!!!). Ich erinnere mich da noch etwas ungern an eine 3-köpfige Familie, wovon jedoch nur die Mutter und der Sohn auf meine Bitte hin recht zögerlich und murrig ihre extra voluminöse Straßenkleidung ablegten. Der Vater blieb jedoch eisern und stand nun während des ganzen Besuchs (der sich zum Glück nicht allzulange hinzog) in seiner megadicken Daunenjacke und den massiven Tretern mit mehrerer Zentimeter starken Profilsohle mitten im Wohnzimmer, denn hinsetzen wäre in dieser Kluft wohl auch nur schlecht möglich gewesen. Sehr gemütlich... und garantiert eine prima Möglichkeit, die Kätzchen in aller Ruhe kennenzulernen.
berhaupt weiß man als Züchter vorher nie genau, was einen erwartet, wenn man den Interessenten die Türe öffnet. Oft ist man sich auf Anhieb sympathisch (denn i.d.R. hat man ja vorher schon miteinander telefoniert und konnte bereits abchecken, ob man einen guten Draht zueinander hat), aber manchmal merkt man auch gleich, oh je, das wird nix. Besonders schwierig ist es jedoch in solchen Fällen, wo die Leute eigentlich wahnsinnig nett sind, prima mit den Katzen umgehen, aber es gibt etwas, mit dem man irgendwie nicht klarkommt...
azu fällt mir der Besuch einer anderen 3-köpfigen Familie ein, es war wohl irgendwann in der Übergangszeit, also Herbst oder Frühjahr. Bereits als die drei die Wohnung betraten, schlug mir ein penetranter Schweißgeruch entgegen, und die Kleidung sah aus, als hätte sie schon Wochen vorher einer Reinigung bedurft. Hier war ich echt ratlos. Die Leute waren gebildet, schienen auch nicht arm zu sein, aber der Geruch!!!! Als die Interessenten nach ca. 1 Stunde gegangen waren, stank die ganze Wohnung und ich musste für längere Zeit auf Durchzug lüften, sonst wäre es nicht auszuhalten gewesen.
.S: Besonders - aber nicht nur - weiblicher Interessentenbesuch hüllt sich auch gerne mal von Kopf bis Fuß in eine Duftwolke. Während dies je nach Parfümqualität bzw. persönlicher Vorliebe für Menschennasen durchaus angenehm sein kann, finden die meisten Katzen sowas buchstäblich "zum Davonlaufen". Intensive, künstliche Gerüche - wenn nicht daran gewöhnt, also ggf. auch Nikotingeruch - sind für empfindliche Katzennasen deutlich abstoßend. Aber auch "billige Katzenanbiederungs-Tricks" können sich bitter rächen... :-). Einmal kam ein befreundeter Katzenzüchter vorbei, der sich gaghalber zu Hause seine Fußsohlen mit Katzenminze eingerieben hatte. Jaaaa, besonders unsere Omakatze Neala war schier begeistert und rieb sich ausgeflippt gnadenlos sabbernd und mit ausgefahrenen Krallen an den strumpfsockigen Füßen... Autsch! Sprich, wem es wichtig ist, während des Katzenbesuchs sowohl bei Mensch als auch Vierbeinern gut anzukommen, sollte möglichst "neutral" erscheinen.
ei einem anderen Besuch erlebte ich etwas ganz erstaunliches... Obwohl ich eigentlich sonst nicht "übersinnlich" veranlagt bin, spürte ich direkt beim Öffnen der Tür vor dem Mann einen Widerstand, wie eine dicke Mauer, nicht aber vor seiner Partnerin. Dieses Gefühl war für mich sehr überraschend und ziemlich unangenehm. Später habe ich erfahren, dass der Mann - dem man sonst äußerlich nichts anmerkte - erst vor kurzem einen Hörsturz erlitten hatte und noch gar nicht richtig fit war, aber er wollte sich das Kätzchen-Anschauen nicht entgehen lassen - wahrscheinlich war wohl tatsächlich das der Grund für das seltsame Gefühl. Jedenfalls war ich doch irgendwie ziemlich erleichtert, dass in beiden Fällen ein Verkauf aus anderen Gründen im Sande verlief, somit blieb mir eine finale Entscheidung erspart.
nsonsten muss man als Züchter lernen, ggf. auch mal Nein zu sagen (Züchterneulingen fällt das oft besonders schwer), zum Wohle der Kätzchen und um sich selbst unnötigen Ärger und ernsthafte Probleme zu ersparen. Denn ich glaube schon, eine Mischung aus "Bauchgefühl" und einer Portion gesunder Menschenverstand kann einem vor so manch unangenehmer Situationen bewahren (und auch den Interessenten vor einer falschen Entscheidung, mit der er sehr unglücklich werden könnte), man muss während der Gespräche mit den Interessenten nur gut hinhören und auch mal zwischen den Zeilen lesen.
ei Bemerkungen wie den folgenden sollte man schon hellhörig werden: "Kann man einer Ragdoll beibringen, allenfalls auf der Sofalehne zu liegen, nicht aber auf dem Sofa selbst? Wir grausen uns nämlich vor Katzenhaaren auf den Möbeln!", oder ein ähnlicher Fall: "Wir suchen eine möglichst helle Katze, damit man die Haare auf unserem weißen Sofa nicht so sieht!". Hier kam erschwerend hinzu, dass wohl nur ein Kätzchen für die beiden Kinder angeschafft werden sollte, damit sie nach der Schule nicht so alleine sind, solange die Eltern noch arbeiten - denen es ganz eindeutig lieber gewesen wäre, es würde überhaupt keine Katze einziehen. Aber dummerweise hatte man sich schon zu einem Versprechen den Kindern gegenüber hinreißen lassen... Nachdem ich jedoch meine Kätzchen nur abgebe, wenn die ganze Familie dahintersteht, wurde - so habe ich jedenfalls gehört - schließlich eine Zuchtstätte von (zum Sofa passenden) weißen "Angorakätzchen" aufgesucht. Da sich aber bei dieser Gelegenheit herausstellte, dass eines der Kinder auf Katzen hochallergisch reagierte, wurde flexibel auf "Landschildkröte" umdisponiert. Auf Bedenken, dass die fachgerechte Überwinterung so eines Tieres schwierig sei, wurde mit einem hoffentlich nicht ernsthaft gemeinten "Bei einer Schildkröte ist es ja nicht so schlimm, wenn sie eingeht" gekontert...
der: "Unser Hund hat letzthin wieder mal ein Kind gebissen, deshalb ist uns eine zweite Katze lieber. Aber es sollte eine noch ganz junge sein, damit unser Kater, der andauernd in die Badewanne macht, abgelenkt wird" (diese Leute hätten von mir sowieso nie ein Kätzchen bekommen, denn selbst unser allerschmusigstes, schnurrigstes Katerchen im Wurf, der sonst auf Anhieb *alle* Menschen mochte, fing sofort an zu schreien, sobald die Interessenten den Kleinen in die Hand nahmen. Übrigens riefen die Leute am nächsten Tag an um mir zu sagen, dass sie sich nun doch gegen eine weitere Katze und für einen zweiten Hund entschieden hätten...), "Glauben Sie mir, Freilauf ist bei uns in der Gegend absolut ungefährlich, da gibt's nur Felder und Wälder rundherum. Ach übrigens, wenn Sie Zeit haben, schalten Sie doch mal das Radio ein. Da bringen die gleich eine Suchmeldung, einer unserer Pflegehunde ist seit gestern abend beim Gassigehen verschwunden", oder: "Bei uns wäre noch locker Platz für eine Ragdoll. Von unseren 6 Maine Coon Katzen bekommen wir sowieso nicht viel mit, die sitzen nie bei uns sondern am liebsten draußen im Garten".
iemlich eindeutig war für mich allerdings die Reaktion eines Interessenten aus dem Ausland, als ich ihm während unseres Telefongesprächs sagte, dass ich das oder die Kätzchen selbstverständlich auch in diesem Fall in ihr neues Zuhause bringen würde. Damit hatte er wohl nicht gerechnet und darauf spekuliert, dass bei so einer Entfernung der Züchter mit einer Abholung mehr als zufrieden wäre. Mit allen Mitteln wurde nun versucht, mich von meinem Entschluss abzubringen - aha, da hatte man also etwas zu verbergen! Das Katerchen sei ein Überraschungs-Geburtstagsgeschenk für seine Frau (darauf stehe ich gar nicht, ich bin der Ansicht, der zu Beschenkende muss sich das Tier selbst aussuchen. Tiere sind Lebewesen und keine toten Gegenstände, da spielt Sympathie eine ganz große Rolle), deshalb dürfte ich nicht vorbeikommen, sonst würde es ja seine Frau merken.
orher hatte er mir die Abgabe auf verschiedene Weise schmackhaft zu machen versucht. Das Katerchen hätte einen ganzen "Schlosspark" zur Verfügung - und als er merkte, dass das nicht zieht, meinte er, er würde auch gerne zwei Kätzchen gleichzeitig kaufen, d.h. nicht nur den Kater, sondern wenns wäre auch seine Schwester. Nachdem ich mich nicht erweichen ließ, wurde das Gespräch abrupt beendet, und dieser Interessent begann nun alle anderen Ragdollzüchter in unserer Gegend abzuklappern. Manchmal veränderte er seine Stories ein bisschen, aber der Grundtenor war doch, er möchte einen Kater, und den bitteschön selbst abholen. Ja, die Katzenwelt ist klein, und so stellte sich zum Schluss doch heraus, warum dieser Mensch so versessen darauf war, dass der Züchter nicht zu ihm nach Hause kommt: Der Mann besaß bereits ein paar Mischlingskatzen und wollte nun unbedingt einen Ragdollkater, um mit ihm unter der Hand "besonders große" Jungtiere zu produzieren (ich hatte den Anrufer übrigens gleich am Anfang unseres Gesprächs extra darauf hingewiesen, dass das Katerchen nicht zur Zucht geeignet wäre...)
ußerst aufschlussreich auch die Reaktion eines kleinen Mädchens, das lt. Anpreisung des stolzen Papas unglaublich gut mit Katzen umgehen könne. Schon gleich nach dem ersten halbherzigen Katzenstreicheln mit zwei spitzen Fingern wischte sich die Tochter verstohlen, aber für mich trotzdem unübersehbar, mit leicht angeekelter Miene die Hände an der Hose ab. Und als die Katzenwelpen mit ihr spielen wollten, zuckte sie ständig entsetzt zurück. Nach ca. 15 Minuten begann die Kleine dann auch noch herzhaft zu niesen. Auf meine Frage, wie es denn mit Katzenallergie aussehe, wurde mir versichert, dass das überhaupt nicht sein könne! Aber da war mir schon klar, dass zumindest meine Katzen für dieses Mädchen nicht in Frage kommen. Der Vater war über meine Absage total perplex, hatte er doch überhaupt nicht mitbekommen, was seine Tochter wirklich über die Katzen dachte. Übrigens stellte sich im Nachhinein heraus, dass das auch dieses Kind sehr wohl an einer starken Katzenallergie litt.
efinitiv abgeblitzt eine Interessentin, die am Telefon die gar traurige Geschichte ihrer einzigen Katze - ein angeblich 12 Jahre altes Tier - zum Besten gab, die tagsüber soooo allein wäre. Deshalb suche man nun eiligst ein Liebhaber-Katerchen zur Gesellschaft, das gerne auch schon ein wenig älter sein könne. Im Hintergrund hörte ich jedoch das unverwechselbare Gejaule einer hochrolligen Katze, die sich durchaus in der Blüte ihrer Jahre zu befinden schien... Auch in diesem Fall war man offenbar darauf erpicht gewesen, möglichst billig und schnell an einen deckungsfähigen Kater zu kommen, um illegal zu züchten.
eider sind Lügengeschichten in dieser Art kein Einzelfall. Besonders gruselig sind Interessenten, die versuchen, ihre neuen Kätzchen unter falschem Namen zu kaufen. Da fragt man sich schon ziemlich besorgt, *was* genau hier verschleiert werden soll/was ein solcher Mensch letztendlich mit dem Tierchen vorhat, das man als Züchter nicht wissen darf... Oftmals ist es da nur aufgrund eines gut funktionierenden Info-Netzwerks zwischen Katzenzüchtern möglich, gerade noch rechtzeitig die Notbremse zu ziehen und zu verhindern, dass man an einen Betrüger oder gar Katzenquäler gerät.
arunter solche mit einem krankhaften sog. "Münchhausen Syndrom" (die Tiere werden z.B. absichtlich vergiftet, um sich dann umso "liebevoller" um sie kümmern zu können, und aller Welt, inkl. der Tierklinik und allen Freunden und Verwandten zeigen zu können, wie schwer man es doch mit diesem armen, kranken Kätzchen hat, aber man alles dafür tut, damit es ihm wieder besser geht), Leute mit einer ziemlichen Katzenfluktation, bei denen der Verdacht sehr groß ist oder es ihnen sogar schon nachgewiesen werden konnte, dass sie ihre Tiere entweder absichtlich oder fahrlässig umbringen..., oder Käufer, die angeblich noch niemals vorher ein Kätzchen hatten, Recherchen ergeben jedoch, dass man bereits seit mindestens 15 Jahren unter stets unterschiedlichen Decknamen andauernd kleine Katzen kauft. Einige Wochen später, d.h. wenn sie einem nicht mehr in den Kram passen, da nicht mehr so süß, oder wenn man wieder mal Geld braucht, werden sie ohne Papiere weiterverkauft (sobald es finanziell wieder etwas rosiger ausschaut, wird dann schon mal ein Billigtier von einem Schwarzzüchter gekauft und damit unter dem echten Stammbaum des bereits längst abgesägten Rassekätzchens ein Wurf produziert...). Aufgrund solcher Vorfälle verlangen viele Züchter inzwischen routinemäßig die Einsicht in den Personalausweis eines jeden Käufers, die Ausweis-Nr. wird ganz offiziell in die Käuferdaten des Kaufvertrags eingetragen.
anche dieser Interessenten haben nicht mal von vornherein böse Absichten, sie wissen allerdings sehr genau, dass ihre Chancen auf ein Kätzchen eher schlecht stehen und basteln daher höchst kreativ ganze Lügengebäude zusammen, wo fast gar nichts mehr stimmt. Wie der Mann, der mit falscher Freundin im Schlepptau ankam, dem Züchter Bilder von Katzen zeigte, die er gar nicht besaß, usw. Alles nur, weil er in Vollzeit berufstätig war, genauso wie seine richtige Freundin und ihm schon vorher - und zurecht - kein anderer Züchter ein Tier in Einzelhaltung geben wollte, da es den ganzen Tag auf sich alleine gestellt gewesen wäre. Dabei sollte sich jeder Interessent klarmachen, dass man sich selbst keinen Gefallen tut, wenn man dem Züchter die tatsächlichen Lebensumstände verschweigt oder anderes vorgaukelt. Ein Züchter, dem das Wohlergehen seiner Kätzchen sehr am Herzen liegt, wird versuchen jedes einzelne der Kleinen stets so zu platzieren, damit es ideal in die jeweilige Familie passt. Denn ein unglückliches Kätzchen macht Probleme, kann sogar krank oder verhaltensgestört werden - jedenfalls alles Dinge, die ein Katzenbesitzer nicht braucht und die ganz fix dazu führen können, dass das Kätzchen nicht lange behalten werden kann/man es so schnell wie möglich wieder loswerden möchte.
.h. auch wenn es noch so schwerfällt, manchmal muss man einfach auf ein eigenes Haustier verzichten, wenn es die Umstände nicht zulassen. Aber gar nicht so selten lässt sich der Katzenwunsch durchaus erfüllen. Entweder mit dem "richtigen" Kätzchen - hier muss man manchmal ein wenig länger warten, bis solch ein Katzenkind für einen im Wurf ist. Oder - im Fall des berufstätigen Katzenbesitzers - z.B. durch die Adoption von zwei Kätzchen, die sich prima verstehen und bei Abwesenheit ihres Besitzers auch mal gegenseitig Gesellschaft leisten können. Es lohnt sich also wirklich, sich eingehend vom Züchter beraten zu lassen - und dann aber auch dessen Tipps zu beherzigen!
ine nicht weniger harte Nuss sind Interessenten, mit denen einfach kein Gespräch in Gang kommt. Extreme Schüchternheit oder ganz einfach mundfaul? Da läuft eine "Unterhaltung" in etwa so ab: Züchter meldet sich am Telefon mit Namen, und - da wir in Bayern sind - einem herzlichen "Grüß Gott". Interessent: "Es geht um die Katzen...". Züchter: "Sie rufen an, weil Sie sich für Ragdolls interessieren? Sind Sie gerade auf der Suche nach einem Jungtier?". Interessent: "Ja". Züchter: "Wir haben zwar derzeit keinen Ragdollnachwuchs, aber evtl. erwarten wir demnächst einen Wurf. Haben Sie denn bestimmte Vorstellungen, wie ihr neues Familienmitglied aussehen sollte?". Interessent: "Nein". Züchter versucht nun auf diesem und jenen Weg dem Anrufer wenigstens ein paar aufschlussreichere Worte zu entlocken, bzw. aus irgendwelchen Äußerungen herauszuhören, wie man dem Interessenten weiterhelfen kann, aber vergeblich...
och komplizierter wirds, wenn so ein Interessent bereits auf dem Sofa im Züchterzuhause sitzt und man schweigt sich an, weil auch dem Züchter irgendwann nichts mehr einfällt. So ein einseitiger Monolog ist ganz schön anstrengend und es braucht schon eine Prise Fingerspitzengefühl, wie man sich von solch einem "sprachlosen" Besuch wieder verabschiedet, ohne unhöflich zu wirken.... (übrigens ist auch ein Züchter nicht immer gleich gut drauf. Mir ist es z.B. auch schon passiert, dass ich an bestimmten Tagen einfach kein gutes Gespräch zusammengebracht habe. Aber dann hatte man schlichterdings keinen Draht zueinander, es passte nicht, aber zum Glück gibt es ja noch viele andere Züchter, bei denen sich ein Interessent umschauen kann).
st der Kennenlernbesuch dagegen besonders nett verlaufen und sind auch die Katzenkinder bei den Interessenten so richtig gut angekommen, wird ja oftmals gescherzt, "Dieses oder jene Kätzchen würde ich am liebsten gleich einpacken". Tja, leider hat es schon Leute gegeben, die dies wörtlich genommen haben. Vor einigen Jahren ging eine verzweifelte Suchanzeige durch die Katzenwelt. Eines der Kleinen war während der Verabschiedung in einem unbeobachteten Moment vermutlich unter den Mantel gesteckt und aus der Wohnung gebracht worden, jedenfalls war das Kätzchen nach dem Interessentenbesuch verschwunden und tauchte auch nie wieder auf. Da der Züchter vorab versäumt hatte, irgendwelche Kontaktdaten der Interessenten zu erfragen, gab es auch keine Spuren, die weiterverfolgt werden konnten.
nscheinend sind solche Vorfälle mittlerweile gar nicht mehr so selten, leben wir denn in "Little Chicago"??? Ein besonders krasser Fall: Ein Mann und drei Frauen aus dem benachbarten Ausland besichtigten einen Wurf. "Versehentlich" stieß der Besuch eine Vase um, die Züchterin lief los, um einen Aufwischlappen zu holen. Zufällig war eine Freundin der Züchterin anwesend, die gerade noch sah, wie der Mann mit einem Kätzchen im Arm aus dem Haus rannte, gefolgt von dessen Partnerin. Die anderen Frauen drohten Schläge an. Der kleine Kater saß bereits im Fußraum des Autos, von da konnte er gerade noch rausgeholt werden. Die alarmierte Polizei holte diese Leute dann auf der Autobahn ein und lotste sie wieder zurück...
esondere Kundenwünsche, speziell wenn sie auch dem oder den Kätzchen zugute kommen, wird man als Züchter nach Möglichkeit nur zu gerne erfüllen. Z.B. macht es mir persönlich überhaupt nichts aus, eines meiner verkauften Katzenkinder noch um einiges länger zu behalten, ganz im Gegenteil. Ich finde es sogar äußerst sinnvoll, wenn unser Ragdollnachwuchs erst *nach* einem demnächst noch bevorstehenden Urlaub des neuen Besitzers oder sonstigen Großereignis, das für das Kleine zu stressig werden könnte, wie Umzug, Renovierung, Feier mit Dutzenden von Gästen, ins neue Zuhause umzieht. Auch zusätzliche Bluttests, Impfungen oder ähnliches sind i.d.R. kein Problem - wenn routinemäßig nicht nötig, dann allerdings zu Lasten des Käufers. Nichtsdestotrotz gibt es Dinge, mit denen man sich als Züchter nicht identifizieren kann.
nfang der 1990er Jahre bekam ich einen Anruf, die Dame bestand darauf, dass ihr zukünftiges Ragdöllchen einem bestimmten Bluttest unterzogen wird, der "100%ig garantiert" anzeigen würde, ob das Kätzchen FIP-frei wäre (FIP = Feline Infektiöse Peritonitis oder Bauchwassersucht ist eine letztendlich immer tödlich ausgehende Erkrankung, deren Übertragung bzw. die Ursache für einen Krankheitsausbruch trotz aller weltweiter Forschung immer noch nicht gänzlich geklärt ist. Ein an für sich harmloser Coronavirus - jede Katze, die irgendwann mal in ihrem Leben Durchfall hatte, dürfte wohl Corona-positiv getestet werden, also so ziemlich jedes Tier - mutiert aus irgendwelchen Gründen plötzlich zum gefährlichen FIP-Virus. Zum Glück beschränkt sich der Krankheitsausbruch meist auf ein einzelnes Tier, was man zu früheren Zeiten jedoch nicht erkannte - und auch heute noch gibt es allerlei unwissende Leute, die total falsch reagieren, inkl. Tierärzte. Jahrzehntelang wurden daher massenweise völlig gesunde Katzen eingeschläfert/umgebracht, nur weil sie einen bestimmten Coronavirus-Titer, sprich ein bestimmtes Maß an Coronavirus-Antikörper, aufwiesen...).
a, überhaupt würde sie nur bei mir kaufen, wenn auch gleich all meine erwachsenen Katzen diesen Test hätten. Da musste ich die Dame leider enttäuschen und wünschte ihr viel Glück bei der Suche nach einem anderen willigen Züchter, der sich darauf einlässt. Da ich auf Nummer sicher gehen möchte, haben meine Katzen vor dem Zuchteinsatz selbstverständlich von Haus aus jeden sinnvollen Gesundheitstest, die Betonung liegt auf "sinnvoll". Dieser gefordete Test gehörte ganz sicher nicht dazu und mir war auch klar, aus welcher Richtung dieses Ansinnen wehte. In der aktuellen Ausgabe einer Katzenzeitschrift war nämlich gerade ein Artikel erschienen, wo dieser "wissenschaftliche Durchbruch" in glühenden Worten vorgestellt wurde. Tja, und das war auch das erste und letzte Mal, dass man hierzulande in der Öffentlichkeit von diesem Test gehört hat. Da nicht wirklich aussagefähig, ist er sang- und klanglos wieder in der Versenkung verschwunden, und bis zum heutigen Tage, also mehr als 20 Jahre später (!), gibt es leider immer noch keinen verlässlichen Test, mit dem man am lebenden Tier FIP zweifelsfrei ausschließen oder nachweisen könnte.
ber auch sonst machen sich aktuelle Themen aus Katzenmagazinen immer wieder bei Jungtieranfragen bemerkbar. Nun, ob es Sinn macht, sein neues Kätzchen nach Sternzeichen oder Numerologie zu kaufen, ist Glaubenssache (ich kenne jedoch mindestens einen Fall, wo das Wunschkätzchen sich seltsamerweise doch total gegensätzlich entwickelt hatte, obwohl es am richtigen Tag zur richtigen Stunde geboren und auch mit dem genau dazu passenden Namen ausgestattet war - nicht zu viel von dem einen und die richtige Menge von den anderen Buchstaben... ;-). Genauso sollen zwei meiner Katzen lt. eines kürzlich gelesenen Katzenhoroskops angeblich "herrschsüchtig" oder "eigensinnig" sein. Komisch, irgendwas muss da bei meinen Ragdollmädels schief gegangen sein, denn ich kann mir keine lieberen, sanfteren und verträglicheren Tiere vorstellen, die beiden sind meine absoluten Katzenschätze).
in Artikel behauptete sogar allen Ernstes, man könnte den Charakter eines Katzenbabys vorhersagen, einfach anhand dessen, welches Geschlecht es hatte, wieviel weibliche und männliche Babies es insgesamt waren, und in welcher Kombination diese in der Gebärmutter gelegen hatten. Z.B. Kater zwischen zwei Mädchen, oder Kater zwischen Bruder und Schwester, nur Kater, nur Mädchen, usw. Je nachdem wären die Kätzchen eher mutig oder schüchtern, dominant oder besonders verträglich. Da die Katzengebärmutter jedoch zwei Hörner hat, würde ich meine Züchterhand nicht ins Feuer legen, ob die gerade auf die Welt gekommenen Kätzchen abwechselnd, d.h. einmal von rechts und einmal von links, oder erst mal alle linken und dann die rechten Kätzchen bzw. umgekehrt geboren wurden.
ibt es tatsächlich jemanden, der - wenn überhaupt, noch dazu über einen längeren Zeitraum - akribisch überprüft hat, ob an dieser Theorie wirklich etwas dran ist/ob sich diese m.E. reichlich dubiosen Charaktervorhersagen auch im Erwachsenenalter langfristig bewahrheiten? Aber Papier ist bekanntlich geduldig, irgendwie muss man die Seiten ja voll bekommen - und offenbar gibt es in der Tat Leute, die an sowas glauben, siehe all die Anfragen bis eine ganze Weile nach Erscheinen diesen Artikels nach Kätzchen, die ganz genau so oder so in der Gebärmutter gelegen haben sollten... Ich glaube, da ist es doch erfolgversprechender, wenn man sich auf die Angaben des Züchters verlässt, der seine Kätzchen am besten kennt und ab ca. der 8 Woche aufwärts bezügl. der zukünftigen Persönlichkeits-Tendenz schon ganz gut Auskunft geben kann.
m Laufe der Jahre lernt man als Züchter viele nette Menschen kennen, manchmal entwickelt sich zwischen Käufer und Züchter sogar die eine oder andere echte Freundschaft. Allerdings gibts ein Problem, wenn der Käufer nicht nur ein neues vierbeiniges Familienmitglied sucht, sondern automatisch auch vollen Anschluss an die Familie des Züchters erwartet. Anfangs mag es ja noch ganz nett sein, wenn solche Leute, meist alleinstehende Katzenfreunde, den Kindern ab und zu Süßigkeiten und kleine Geschenke schicken, den Katzen Leckerlies und Spielzeug mitbringen. Wenn der Postbote jedoch pünktlichst zu jedem Wochenanfang mit einem großen Paket vor der Tür steht, oder sich die Leute regelmäßig zum Wochenende selbst zum Kaffee einladen bzw. erwarten, dass man mindestens 1 x im Monat das verkaufte Kätzchen besuchen kommt, und wenn nicht, sauer werden, oder ungefragt gar eine Erbschaft in Aussicht stellen (man hätte ja ansonsten keine Angehörigen) - dafür aber auch gleichzeitig energisch entsprechende Beachtung einfordert, wirds doch langsam unheimlich.
]
un möchte ich aber endlich zur Hauptsache kommen: die Kätzchen. Um sich selbst ein Urteil über den Charakter jedes einzelnen Kitten bilden zu können, sollten Sie sich mindestens eine Stunde Zeit nehmen. Bei einem 10-Minuten-Aufenthalt können Sie nur eine Momentaufnahme sehen. Bei solchen Stippvisiten bekomme ich dann folgende Kommentare zu hören:
"
ie sind aber scheu", wenn die Katzen nicht wie junge Hunde gleich auf jeden Menschen zulaufen, "Die sind aber lahm", wenn die Babies gerade schlafen, "Sind die krank, weil die soviel schlafen?", "Bleiben die so lebhaft?", wenn die Kleinen gerade spielen, und dazu dann: "Sehr menschenbezogen sind die aber nicht", wenn sie in dieser Situation kein Interesse an fremden Leuten zeigen.
er Gipfel mangelnden Einfühlungsvermögens bot mir folgende Situation: Die Interessentin saß auf einem Sessel, das Kitten lag zu ihren Füßen und drehte sich auf den Rücken, damit sie ihm den Bauch kraulen konnte. Da klopft die Dame mit der flachen Hand auf ihren Schenkel und sagt: "komm, hopp!". Ich fragte sie, ob sie schon mal eine Katze hatte und sie meinte sie hätte schon immer von Kindesbeinen an Katzen gehabt (kann ich irgendwie nicht so ganz glauben). Natürlich hat sie das Kitten nicht gekauft, weil es nicht schmusig genug war...
[Anmerkung R.W: Auch ich hatte mal die "Ehre" einer solchen Stippvisite. Damals war ich noch recht unerfahren, trotzdem wunderte ich mich schon etwas, dass man sich für ein erstes Kennenlernen so wenig Zeit nahm (die Interessentin war im Trainingsanzug aufgekreuzt und machte sich dann auch tatsächlich nach höchstens 15 Minuten wieder auf den Weg zum Sporteln). Trotzdem rief sie mich am nächsten Tag an, sie wäre begeistert und wolle unbedingt zwei meiner Katzen haben. Da sie nicht weit von mir entfernt wohnte, lud sie mich ein, ich solle sie doch am nächsten Wochenende besuchen und vor dem Einzug der Katzen ihre Wohnung anschauen. Der Termin passte mir eigentlich gar nicht so recht, denn schon seit langem war da der Besuch einer Freundin von auswärts geplant. Aber die Interessentin bestand darauf, ich solle meine Freundin mitbringen und sie wollte unbedingt wissen, was wir denn trinken würden, damit sie uns auch so richtig verwöhnen könne.
ja, aber als ich dann eine genaue Zeit mit ihr ausmachen wollte, war sie nicht mehr zu erreichen. Ich versuchte es tagelang (würde mir heute im Traum nicht mehr einfallen, Nachlaufen gibts nicht. Wer echtes Interesse hat, der meldet sich schon selbst wieder - was ich leidvoll auch aus anderen Interessentenbegebenheiten lernen musste, wie z.B.: 2 Wochen vor dem erwarteten Wurf bekam ich einen Anruf, man wünsche sich unbedingt ein Katzenkind in der Farbe "blue". Wir einigten uns, dass ich den Interessenten gleich anrufe, wenn ich so ein Kätzchen im Wurf habe. Aber als ich mich dann tatsächlich bei ihm meldete, wurde ich angepflaumt, was ich denn wolle, schließlich hätte man letzte Woche ja schon ein Kartäuserkätzchen gekauft...), aber es ging niemand ans Telefon. Nun ja, offensichtlich hatte es sich die Interessentin anders überlegt, was absolut ok ist, nur hätte man das ganze auch abkürzen können.
enn die Geschichte ist noch nicht zu Ende... Ein *halbes Jahr* später erhielt ich eine Postkarte, mit einer kurzen Entschuldigung, man hätte sich damals wegen eines Todesfalls in der Familie leider nicht mehr bei mir melden können. Doch da hatte ich längst erfahren, dass die autolose Interessentin, lange bevor sie mich damals aufgrund meiner Zeitungsannonce "heimsuchte", bei einem ca. 250 km entfernt wohnenden Ragdollzüchter per Telefon ein Kätzchen gekauft hatte und wohl einfach mal Ragdolls in natura sehen wollte, bevor dieses Kätzchen vom Züchter gebracht wurde... ]
at sich der Interessent ein Kätzchen ausgesucht, kommt es zur vertraglichen Seite des Katzenkaufs. In der Regel ist es so, dass ein Kaufvertrag unterschrieben, eine Anzahlung geleistet und ein Übergabetermin vereinbart wird. Auch in dieser Situation habe ich schon die kuriosesten Dinge erlebt:
in junger Mann schaute mich mit ganz großen Augen verwundert an: "Die Katzen kosten was??? Ich dachte die werden verschenkt!", nur weil ich anstatt "zu verkaufen" unvorsichtigerweise "abzugeben" formuliert hatte. Dass diese Anzeige in der Süddeutschen Zeitung über 30 Euro gekostet hatte, gab ihm nicht zu denken.
[Anmerkung R.W: Ja, sowas habe ich auch schon erlebt... Ein junges, schüchternes Mädchen stand mit einem leeren Transportkorb vor der Türe, um mein inseriertes Kätzchen gleich mitzunehmen. Auch ich hatte den Fehler gemacht, "sucht neues Zuhause" zu schreiben, anstatt "zu verkaufen"... Das Mädchen, das gerade mit einem Hauskätzchen ihre erste eigene Wohnung bezogen hatte und nun einen kätzischen Spielgefährten suchte, tat mir richtig leid. Draußen regnete es in Strömen, und da sie ohne Schirm zu Fuß gekommen war (zum Glück wohnte sie nur 2 Straßen weiter), hingen ihr die Haare in Strähnen ins Gesicht. Behutsam erklärte ich ihr den Unterschied Kätzchen vom Bauernhof und Rassekätzchen vom Züchter und den Grund, warum das inserierte Ragdollkätzchen leider nicht kostenlos abzugeben sei. Still wanderte sie wieder mit leerem Transportkorb in der Hand durch den Regen nach Hause... (heute fällt mir ein, dass ich ihr wenigstens einen Schirm hätte leihen können, aber wahrscheinlich war ich damals ebenso überrascht wie sie und habe einfach nicht daran gedacht). Seitdem frage ich im Zweifelsfall lieber nochmal am Telefon nach, ob sich der Interessent auch bewusst ist, mit welchem Preis er rechnen muss.
uch aus anderen Gründen empfiehlt es sich, die Texte genau zu überdenken, mit denen man seine Katzen anbietet. So hatte z.B. mal eine Burmazüchterin durchaus korrekt in der Rubrik "Tiermarkt" inseriert, allerdings ihre Lieblinge nicht als Burmakätzchen, sondern als Burmamädchen bezeichnet, damit der Katzeninteressent gleich weiß, um welches Geschlecht es sich handelt. Offensichtlich weckte diese Beschreibung aber auch noch andere Assoziationen. Ein männlicher Anrufer wollte wissen, wann und wo man sich mit diesen Burmamädchen treffen könnte, und wieviel man denn für so ein heißes Date anlegen müsste...
anchmal stutzt man schon ein bisschen, bis man checkt, dass man verkohlt werden soll, so z.B. bei einem Anrufer namens "Alf", der sich erst mal ausgiebig nach den Gewichten der angebotenen Kätzchen erkundigte und dann des Rätsels Lösung preisgab: Seine Leibspeise seien bekanntlich Katzen, und da wolle er sich doch einen besonders saftigen Brocken sichern...
ei Vorfällen wie dem folgenden kann man sich aber nicht so ganz sicher sein, ob es sich dabei wirklich nur um einen Scherzanruf handelt, obwohl es auch da um das "Kätzchengewicht" ging. Zur Sicherheit wurden nach diesem Anruf auch alle Tierheime in der Nähe informiert:
Anrufer: Hallo, Sie haben kleine Kätzchen?
Züchterin: Ja...
Anrufer: Wie viele sind's denn?
Züchterin: Es sind zwei Mädchen und zwei Jungs...
Anrufer: Ach, nur vier also.
Züchterin: Ja, vier.
Anrufer: Wie alt sind die denn?
Züchterin: Erst vier Wochen.
Anrufer: Und die geben sie schon ab, gell? Wieviel wiegt denn so ein Ding?
Züchterin: Nein, die geben wir erst mit 13 Wochen ab, und jetzt wiegen die Kätzchen je ein halbes Kilo.
Anrufer: Ach so. Die sind nur ein halbes Kilo schwer? Die werden aber noch sicher etwas zunehmen bis 13 Wochen, wieviel wiegen die dann?
Züchterin: Ich weiss nicht so genau, aber jedenfalls sind sie alt und kräftig genug, um ohne der Mutter leben zu können.
Anrufer: Und die geben sie nicht schon mit 3/4 Kilo ab?
Züchterin: Nein, warum denn?
Anrufer: Wissen Sie, mein Jagdhund ist mit einer 3/4-Kilo-Mahlzeit zufrieden, ausserdem mit 3 Monaten sind die Kätzchen schon ein bisschen wild, und könnten ihn verletzen...
er Mann hatte so schnell gesprochen hätte, dass die Züchterin gar keine Chance hatte, ihn nach seinem Namen zu fragen. Die Nummer blieb aber in ihrem Handy, und sie hat später erfahren, dass er es noch bei ein paar anderen Züchtern versuchte, die aber auch nur seinen Vornamen erfahren haben. Die sind dann beim Gespräch weiter gekommen, er wolle unbedingt Jungtiere vom Züchter, weil er sich aus dem Tierheim "schon mal Hautpilz geholt hat"...
enauso unschön und überflüssig sind Anrufe wie: "Mann, Sie haben vielleicht hässliche Katzen!" (hier hat die Züchterin allerdings super reagiert und den Anrufer spontan ausgelacht, denn sie wusste genau, dass ihre Tiere ganz und gar nicht hässlich waren, im Gegenteil. Der Anrufer war wohl so verdattert, dass er gleich wieder aufgelegt hat. Allerdings fragt man sich da schon, haben die Leute nichts besseres zu tun??), oder wirklich obszöne Telefonate, wie der Mann, der für seine Frau eine Ragdoll kaufen wollte. Er erkundigte sich, was man einer Katze so alles beibringen kann und schließlich kristallisierte sich heraus, dass er wahrhaftig eine Katze für seine Frau suchte, die Liebesspiele mit ihr macht... Als die Züchterin verständlicherweise nicht darauf einging, wurde sie auch noch aufs Übelste beschimpft
]
in anderes Mal ging es darum, dass die Käufer den Betrag für die Anzahlung weder in bar, noch einen Scheck dabei hatten. Also ließen sie sich den Weg zum nächsten Bankautomaten erklären. Leider haben sie den Weg zurück nicht mehr gefunden...
[Anmerkung R.W: Aber auch bei etwaiger Geldübergabe ist zuweilen Vorsicht geboten. So ist mir ein Fall bekannt, wo der vereinbarte Kaufpreis in einem zugeklebten Briefumschlag an den Züchter übergeben wurde, der den Betrag vertrauensvoll und aus Höflichkeit (es soll ja nicht so aussehen, als würde man dem Käufer misstrauen - was man auch nicht tut, sonst hätte man ihm das Kätzchen gar nicht anvertraut...) erst überprüfte, als der Käufer mit Katze im Gepäck nach Hause abgereist war. Dumm gelaufen, dass sich in dem Umschlag tatsächlich 150 Euro weniger befand, der Käufer aber später Stein und Bein schwor, er hätte den Gesamtbetrag hineingelegt und könne somit für das Fehlen nicht verantwortlich gemacht werden. ]
a ich ein seriöser Züchter bin, will ich den Interessenten die Kätzchen nicht schönreden. Das Katzenbaby muss allein für sich überzeugen. Es soll ja schließlich für viele Jahre ein Weggefährte werden. Wenn ich merke, dass sich die Leute unsicher sind, sage ich oft: "Schlafen sie eine Nacht drüber." Dass diese Situation von Interessenten auch ausgenützt werden kann, musste ich auch erfahren. Da hieß es dann am Telefon: "Ich habe den Kaufvertrag und den Scheck vorgestern weggeschickt. Der muss in der Post verloren gegangen sein!". Also wurde von mir noch mal ein Vertrag geschickt, der dann wieder nicht zurückgeschickt wurde. Aus dieser Nacht wurden zwei Wochen in denen man sich anderweitig umgesehen hat...
nwesentlich zu erwähnen, dass ich das ausgesuchte Kitten in diesen zwei Wochen mehrmals hätte verkaufen können und danach sich eine ganze Zeit niemand dafür interessiert hat.
[Anmerkung R.W: Manche Interessenten haben in der Tat eine besondere Begabung, Züchter hinzuhalten - und wider besseren Wissens fällt man darauf rein... Eines Tages bekam ich einen Anruf eines Ragdollbesitzers. Einer seiner Kater war leider verstorben, der andere trauere sehr und nun suche man ein neues Kätzchen zur Gesellschaft. Tatsächlich hatte ich gerade ein Katerchen, das als neues "Ragdollbrüderchen" in Frage kommen könnte. Wir tauschten Bilder aus, und kurze Zeit später trafen wir uns auch persönlich auf einer Katzenausstellung. Ich fand die Familie sehr nett und katzengeeignet und hätte mit Freuden mein Katzenkind in dieses Zuhause gegeben. Die Familie erschien mir auch ernsthaft interessiert, deshalb wischte ich die Zweifel mehrerer anderer Ragdollzüchter beiseite, die erzählten, dass dieser Interessent auch mal "ernsthaft" an einem *ihrer* Kätzchen interessiert gewesen wäre, aber letztendlich nie etwas dabei rausgekommen sei.
un stand nur noch ein persönliches Kennenlernen des Katerchen aus, denn "ungesehen" möchte ich kein Kätzchen verkaufen. Und auch der Interessent erklärte, dass es ihm ausgesprochen wichtig sei, dass *alle* Familienmitglieder vorab den Kleinen kennenlernen könnten. Dummerweise ließ sich kein Termin finden, wo auch *alle* seine Angehörigen Zeit hatten. Entweder war stets einer verreist oder konnte aus diesen oder jenen Gründen nicht kommen. Wochen und Wochen gingen ins Land. Mittlerweile war mein Katerchen abgabebereit, und ich hatte in meiner damaligen Naivität schon mehreren anderen Interessenten abgesagt. Nun, eines Tages kam ein kleines Schreiben, man hätte sich in der Familie inzwischen geeinigt, mit der Aufnahme eines neuen Kätzchens noch etwas zu warten, ob man sich denn in ein oder zwei Jahren noch mal an mich wenden dürfte... Ich habe es dann vorgezogen, lieber nicht zu antworten, und seither sind meine Kätzchen erst fest reserviert, wenn auch der Kaufvertrag unterschrieben und ggf. eine entsprechende Anzahlung geleistet ist.
ls kleiner Gag am Rande möchte ich noch erwähnen, dass dieses Katerchen zusammen mit seiner Schwester später noch einige andere "Anwärter" hatte. Wie z.B. den weiter oben erwähnten Anrufer aus dem Ausland mit "Schlosspark"... Danach wurde ich mit einem anderen Interessenten einig, doch ein paar Tage später erhielt er vom Arzt das Testergebnis seines Sohnes: Katzenallergie! Damit wurde der Traum "Ragdolls" leider unmöglich. Anschließend gab es eine angehende Schauspielschülerin... Bei ungewöhnlichen/"exotischen" Lebensverhältnissen der Interessenten bin ich von vornherein immer ein bisschen vorsichtig und eher ablehnend eingestellt. Doch die Katzenhaltungsplanung der Interessentin erschien mir durchaus ok und katzengerecht, außerdem verlief der Kennenlerntermin sehr angenehm, ja dahin würde ich das Ragdollpärchen herzlich gerne abgeben. Doch als die Besitzerin in spe ein zweites Mal vorbeikam, um die Verträge zu unterschreiben - ich hatte schon gelernt!!! :-), war plötzlich alles anders. Sie nahm sich nicht mal die Zeit, ihren Mantel auszuziehen, die Unterschrift wurde zwischen Tür und Angel geleistet, ihre zukünftigen Kätzchen nur von weitem beachtet. Außerdem hieß es plötzlich, wenn es nicht klappt, springt gerne mein Papa ein, der nimmt dann die Kätzchen auf.
e - so war das nicht geplant! Wenn ich meine Kleinen an ihren Vater hätte abgeben wollen, hätte ich mit ihm den Vertrag abgeschlossen. Außerdem schrillten angesichts des plötzlichen Desinteresses auch sonst alle Alarmglocken und so kam der Verkauf dann doch nicht zustande. Ja, und von den nächsten Interessenten bekam ich nach Vertragsunterschrift erst mal wieder eine Absage, da der Fernseher kaputt gegangen und kein Geld mehr für die Kätzchen übrig sei... Aber ich denke, bei ihrem jetzigen Frauchen sind die beiden Ragdollgeschwister doch sehr, sehr glücklich und ihr Frauchen ist es mit ihnen, manchmal dauert es eben länger, wie auch Marion festgestellt hat... :-) ]
anche Züchter können einem Eskimo einen Kühlschrank verkaufen. Ich gehöre nicht zu diesen "Verkaufsgenies". Schon aus diesem Grund bleiben bei mir auch manchmal Kitten bis sie schon fast keine Jungtiere mehr sind. Aber bis jetzt hat noch jedes Tier ein gutes Plätzchen gefunden. Meistens sind es sogar die besten Plätze auf die ein Tier länger warten muss.
eider ist es so, dass einem die schlechten Erfahrungen besser im Gedächtnis haften bleiben, obwohl sich die meisten Leute als nette, normale Tierfreunde entpuppen. Jede Medaille hat ihre Kehrseite, deshalb muss diese aber nicht zwingend schlechter sein. Denken Sie daran, wenn Sie das nächste Mal Kontakt zu einem Züchter aufnehmen.
ch hoffe, ich konnte mit den von Marion und mir geschilderten kleineren und größeren Geschichten auch mal aufzeigen, dass das Züchterleben nicht immer so rosig ist, wie sich das ein Außenstehender vielleicht vorstellen mag - und man vor Überraschungen jeglicher Art nie sicher ist (siehe z.B. den Vorfall in einer Tierarztpraxis, wo ein Unbekannter seine Mischlingskatze auf den Namen und die Rechnung eines Züchters behandeln ließ. Der Züchter fiel aus allen Wolken, als er die Zahlungsaufforderung der Praxis im Briefkasten fand...). Und dabei ist der Umgang mit Katzeninteressenten ja nur ein kleiner, wenn auch sehr wichtiger Teil der Katzenzucht, es gibt noch soviel mehr, was dazugehört, von dem der Züchter Ahnung haben bzw. sich damit auseinandersetzen muss (* und **)... Aber ich glaube es ist nicht übertrieben zu sagen, mit der Auswahl der richtigen neuen Katzeneltern steht und fällt der Zuchterfolg. Denn was nutzen einem die tollsten, liebsten und schönsten Kätzchen der Welt, wenn man sie nicht an geeignete, liebevolle Plätzchen abgeben kann? Leider kann man nicht alle behalten...
* Nur mal einen Wurf... oder: Wir wollen auch mal züchten
**
ls im Internet vertretener Katzenzüchter bekommt man z.B. nicht nur Jungtieranfragen, sondern wird auch häufig wg. diverser Katzenprobleme oder Haltungsfragen kontaktiert. Wenn die Zeit reicht, hilft man gerne (das ist quasi der "Nebenjob" eines Züchters, der allerdings außer viel zusätzlicher Arbeit und Zeitaufwand nichts einbringt, meist nicht mal ein Dankeschön). So auch einer gewissen Fam. Matriacher aus Österreich, wie ich herausgefunden habe, steckt Martin Kosch, ein österreichischer Kabarettist dahinter... (das war mal ein echtes Highlight, ich habe mich köstlich über dieses Schreiben amüsiert und hatte großen Spaß, meine Antwort zu verfassen):
"Sehr geehrte Damen und Herren !
Mein Frau und ich haben vor 4 Tagen von einem Bekannten eine Katze geschenkt bekommen. Sie ist 1 Jahr alt, hat er gemeint. Ein Katzenclo hat er uns auch dazugeschenkt. Mittlerweile sind wir ziemlich ratlos mit dem kleinen Willi. Er will nämlich nicht aufs Clo gehen, sondern macht prinzipiell vor das Clo hin. Wir haben schon versucht ihn hineinzuheben, da hat er uns gekratzt. Irgendwie haben wir das Gefühl, er fühlt sich nicht wohl. Jetzt haben wir mal geschaut, ob bei ihm alles in Ordnung ist und da haben wir ein paar körperliche Mängel entdeckt. So fehlt z.B bei seinem rechten vorderen Fuß ein Kralle, auf seiner linken Seite neben der Nase hat er 3 lange Haare und rechts nur 2 und auf seinem Rücken ist ein größerer Fleck, wo er kein Fell hat. In unserer Not wenden wir uns an sie, ein Firma mit Katzenzubehör. Wir würden diese Teile die unserem Willi fehlen, gerne bei ihnen Kaufen. Also 1 langes Haar, 1 Kralle und ein wenig Ersatzfell. Bitte teilen sie uns mit, wieviel so etwas kostet, ob man diese fehlenden Teile selbst anbringen kann, oder ob das lieber ein Tierarzt machen sollte. Wir danken im Voraus für ihre Hilfe und würden sie bitten, uns rasch zu antworten, damit es unserem Willi bald wieder gut geht.
Die liebsten Grüsse
Rudolf und Josefa Matriacher"
+++++++++++++++++++++++++++++
Meine Antwort:
"Sehr geehrte Fam. Matriacher,
es tat mir sehr leid, von den Unsauberkeitsproblemen mit Ihrem Willi zu lesen. Ihr Vertrauen ehrt mich sehr, nur zu gerne wäre ich Ihnen behilflich. Leider haben wir als Ragdoll-Züchter inzwischen unser Zubehör-Sortiment gestrafft, Katzenersatzteile führen wir schon seit 01. April 2006 nicht mehr. Aber anhand Ihrer eMail-Adresse habe ich gesehen, dass Sie in Österreich wohnen, wenden Sie sich doch einfach mal an die Kleintierpathologie in Wien. Dort wird man Ihnen sicher unbürokratisch und schnellstmöglich mit einer Kralle, einem langen Haar, sowie ein wenig Ersatzfell aushelfen können. Über die genauen Kosten kann ich Ihnen natürlich keine Auskünfte geben, aber mit so um die 5.372,84 Euro plus MwSt. werden Sie doch rechnen müssen. Allerdings muss ich Sie darauf hinweisen, dass Sie für diesen Preis natürlich nur Second Hand- oder runderneuerte Ersatzteile erwarten dürfen. Hochwertige Neuware ist heutzutage kaum mehr erschwinglich, wenn man nicht seinen gesamten Immobilienbesitz und alle anderen Vermögenswerte wie Gold, Weihrauch oder Myrrhe einsetzen möchte. Aber angesichts der besonderen Dringlichkeit Ihres Falles (eine fehlende Kralle sowie ein Rückenfleck ohne Fell stimmen äußerst bedenklich und bedürfen umgehender Handlung) müsste Ihr Willi seine sanitären Anlagen eigentlich auch mit gebrauchten Teilen wieder problemlos benutzen können.
Die Anbringung der Ersatzteile ist eine verantwortungsvolle und diffizile Aufgabe, hier muss ich dringend von Selbstversuchen abraten und Sie an einen erfahrenen Fachmann verweisen. Um zu gewährleisten, dass die Tierarztpraxis auch entsprechend qualifiziert ist, lassen Sie sich vom ausführenden Veterinär unbedingt vorher einen Abschluss in Klebologie vorlegen.
P.S: Ein kleiner Hinweis: Das fehlende Haar auf der rechten Seite würde ich keinesfalls ersetzen. Denn tatsächlich ist es kein Mangel, sondern es handelt sich hierbei um eine ausgesprochen seltene und daher auch sehr gefragte genetische Besonderheit, meine herzlichsten Glückwünsche zu dieser wertvollen Rarität! Es wäre jammerschade, wenn Sie die Gelegenheit verpassen würden, in Zusammenarbeit mit einem seriösen Katzenverein ein sorgfältiges, auf Jahre angelegtes Zuchtprogramm zur Entwicklung einer neuen Katzenrasse auszuarbeiten. Solch eine einmalige Mutation darf der Nachwelt einfach nicht verloren gehen!
Die allerbesten Wünsche für Sie und Ihren Willi.
Herzliche Grüße von den Ciara's Ragdolls,
Renate Wald (nach Diktat verreist)
http://www.ciara.de"
llgemeine Fragen - da ich eine zweisprachige Website habe, auch auf englisch - wie "Was ist das beste Futter für meine Katze, geht es nicht auch billiger?", "Wo gibt es dieses oder jenes Zubehör?", "Wie bekomme ich die Knoten aus dem Fell meiner Langhaarkatze?" (auch schon dagewesen "Wie bekomme ich die Knoten aus dem Fell meiner *Kurzhaarkatze*?"), "Ich habe Fotos von meiner Katze angehängt, die ich auf einem Bauernhof gefunden habe. Ist das eine Ragdoll oder ein Ragdoll-Mix?", "Ich möchte meiner Katze zum Geburtstag einen Kuchen backen, kennen Sie ein Rezept, das für Menschen und Katzen geeignet ist?", "Ich habe letzthin ein Ragdollkaterchen gekauft und versucht, seine Farbe und Version herauszufinden. Inzwischen bin ich mir sicher, dass er ein Mitted ist, aber welche Farbe? Können Sie mir weiterhelfen?" (offenbar wurde hier ein Katzenkind ohne Stammbaum gekauft, bei einem "Züchter" oder besser Vermehrer, der es wohl mit der Zucht und dem Verkauf nicht so genau nimmt), "Gibt es ein Buch über blue-mitted Ragdolls?", usw. usf. werden mehr oder weniger so nebenbei beantwortet. (allerdings wundert es mich da schon immer wieder, warum man zumindest als Rassekatzenbesitzer nicht zuallererst den Züchter seiner Katze befragt. Wenn man kein Vertrauen zu diesem Züchter hat, warum hat man dort überhaupt gekauft??). Das ist auch einer der Gründe, warum ich auf meiner Website Artikel zur Katzenhaltung veröffentliche, spart eine Menge Arbeit :-). Denn dann kann ich die Anfragenden direkt an diese Seiten verweisen, wenn sie die Infos dort nicht schon selbst durch eine Suchmaschine oder auf Empfehlung entdeckt haben.
ei Fragen wie "Wie bringe ich meiner Katze dieses oder jenes bei?" (z.B. Gewöhnung an ein Katzengeschirr oder Autofahren) oder "Wir planen eine Party für 60 Gäste, was können wir tun, damit es für unsere schüchternen herzkranken Hauskatzen aus dem Tierheim nicht zu stressig wird?", wird es schon aufwändiger. Besonders heikel sind Anfragen zu Gesundheitsthemen (ich bin kein Tierarzt!), Beschwerden über andere Züchter (hier halte ich mich absolut raus, ich werde mich hüten, mich in Dinge einzumischen, die lediglich den entsprechenden Züchter und Käufer angehen. Sollte es mal zu Unstimmigkeiten zwischen mir und einem meiner Käufer kommen, würde ich auch nicht wollen, dass das in der Öffentlichkeit breitgetreten wird. Kann man sich als Käufer auch mit bestem Willen nicht mit dem Züchter einigen, bleibt immer noch, den Verein des Züchters zur Vermittlung einzuschalten) und echten Verhaltensproblemen der Katze, die ein friedliches Zusammenleben von Mensch und Tier ernsthaft gefährden.
uch und gerade letzter Punkt ist eine große Verantwortung, und ehrlich gesagt möchte ich diese Verantwortung bei fremden Katzen und Katzenbesitzer nicht unbedingt tragen. In punkto "Katzenunarten" ist ja manchmal ein kleiner Gedankenanstoß oder Tipp zur Lösung ausreichend, aber es gibt auch Fälle, wo die Sache mit ein paar Sätzen nicht abgehakt werden kann, oder wo ich echt überfordert bin und eigentlich ein Katzenpsychologe ran müsste, der sich ausgiebig mit dem Tier und vor allem auch mit dessen Besitzer beschäftigen kann, aber das ist ja viel zu kompliziert und teuer... Die Unvernunft und Gefühllosigkeit mancher Leute könnte einem wirklich die Tränen in die Augen treiben. Ich hoffte immer, mit meiner Antwort wenigstens ein bisschen den betroffenen Katzen helfen zu können (obwohl ich KEINE hauptberufliche Tierpsychologin bin, sondern nur eine Hobby-Katzenzüchterin, die auch noch etwas anderes zu tun hat als unentgeltlich mir völlig unbekannte Katzenbesitzer zu beraten...), und kann nur beten, dass die Besitzer letztendlich doch noch ein Einsehen hatten und "katzengerecht" handelten (einige Fälle sind mir hier besonders im Gedächtnis geblieben, siehe weiter unten).
ber irgendwann wird es ganz einfach zu viel, deshalb habe ich inzwischen speziell auf den "Verhaltensproblem-Seiten" unübersehbar darauf hingewiesen, dass ich keine weiteren individuellen Beratungen mehr vornehmen kann, auch nicht ausnahmsweise. Trotzdem kommen regelmäßig entsprechende Problemberichte herein, in der Erwartung eines fundierten Lösungsvorschlags. Dabei muss man leider feststellen, dass die Leute nicht nur geflissentlich meinen Hinweis ignoriert, sondern sich meist nicht mal die Mühe gemacht haben, meine Artikel zu lesen, denn das hätte sicher schon die eine oder andere Frage beantwortet. Die Krönung ist allerdings, wenn man - wie ich es schon ein paar Mal erleben musste - in seiner Anfrage zuerst betont, wie ätzend man Katzenzüchter und Rassekatzen findet (ich dachte eigentlich immer, ein echter Katzenfreund liebt bzw. respektiert zumindest alle Katzen, egal ob mit oder ohne Stammbaum...), daher hätte man sich natürlich eines armen, heimatlosen Hauskätzchens angenommen, im gleichen Atemzug aber eine Beratung von mir erwartet. Äußerst inkonsequent. Wenn man schon durch die Bank alle Rassekatzenzüchter verteufelt, sollte man auch keine Hilfe von ihnen einfordern. Und ich muss es an dieser Stelle nochmal betonen: Würde ich keine Katzen züchten, gäbe es auch meine zahlreichen Artikel zu verschiedenen Themen wie Katzenkastration, Pflege, oder Verhaltensprobleme nicht, die ich - ganz selbstverständlich - stets so versuche zu verfassen, dass sie auch für Haus-, Tierheim- bzw. Freilaufkätzchen interessant sind. Ja, auch das musste ich jetzt bei dieser Gelegenheit einfach mal loswerden.
ber zum Schluss nun die vorher erwähnten Beispiel-Fälle:
in Katzenbesitzer klagte mir per E-Mail sein Leid. Seine Frau hätte ihn verlassen, ihm blieben nur ihre Katzen, die das ganze Sofa und die Sessel zerkratzten. Ich bemühte mich sehr - um Verständnis für die Tiere zu wecken, erklärte ich ihm ausführlich, warum die Katzen kratzen und was man dagegen tun könne. Doch die erneute Antwort des Katzenbesitzers machte echt sprachlos... Man hätte die Mistviecher sowieso noch nie leiden können, die schon immer die ganze Wohnung verkratzt hätten, und man würde nicht mal im Traum daran denken, sich noch weiter mit den Biestern zu beschäftigen, die Katzen müssten nun endlich aus dem Haus! Ich habe mir dann den Katzen zuliebe eine erneute Antwort verkniffen, die vermutlich nicht so nett ausgefallen wäre. Aber ich hätte den Besitzer doch gerne gefragt, warum er mich dann überhaupt angeschrieben und mir die Zeit gestohlen hat, wenn er sowieso nie die Absicht gehabt hatte, wenigstens zu versuchen, mit den Katzen ins Reine zu kommen.
inmal wurde ich direkt angesprochen, ob ich jemanden wüsste, der einen 10-jährigen schwarzen Hauskater nehmen würde... Als dieser Kater noch klein war, wurde er zusammen mit seinem Wurfbruder ins Haus genommen. Doch im Gegensatz zu dem aufgeschlossenen, sehr verschmusten Bruder war der nun abzugebende Kater eher zurückhaltend und begann unsauber zu werden, als nach ca. 1 Jahr ein weiteres extrem menschenbezogenes Katzenmädchen einzog und sich mit dem Schmusebruder verbündete, worauf der schüchterne Kater plötzlich ganz alleine dastand. Natürlich hätte man es nicht übers Herz gebracht, das supersüße Katzenbaby wieder zurückzugeben - dafür aber akzeptiert, dass der vereinsamte Kater nun regelmäßig in der Wohnung herumpisste, bis man ihn in die Küche verbannte. Der Kater hause nun mehr oder weniger auf dem Küchenschrank, die Pinkelstellen beschränkten sich zwangsweise auf die Küchenwände und -möbel. Nun stünde aber die Taufe des neugeborenen Sohnes bevor wo auch viele Gäste erwartet würden. Die Küche wurde deshalb frisch renoviert, man wolle jetzt keinesfalls neue Verschmutzungen und der Kater müsse nun dringend weg...
uch in diesem Fall blieb mir erst mal die Luft weg. Katzen können ja bekanntlich nicht sprechen, und das einzige Mittel auszudrücken, dass sie mit einer Situation nicht klarkommen und leiden, ist oftmals eine Verhaltensänderung wie z.B. Unsauberkeit. Hätte man damals gleich nach Auftreten der Unsauberkeit eingegriffen, hätte das Problem vielleicht ruckzuck geklärt werden können. Aber so lange mit einem herumpissenden Kater leben zu können, und dann plötzlich nicht mehr, wegen einer Familienfeier??? Wer nimmt schon einen 10 Jahre alten Hauskater, der bereits seit 9 Jahren das Katzenklo nicht benutzt? Das ist echt schwierig und hier war ich auch überfordert. Ich konnte dem Katzenbesitzer nur erklären, wie es wohl zu der Unsauberkeit gekommen ist, dass ihm vielleicht ein örtlicher Tierschutzverein weiterhelfen könnte (ich glaube nicht, dass der Besitzer die professionelle Hilfe eines Katzentherapeuten in Anspruch genommen hätte), und falls er doch noch selbst etwas gegen die Unsauberkeit des Katers unternehmen wolle, könnte er ggf. auf meiner Seite Unsauberkeit bei Katzen fündig werden.
ehr traurig auch diese Geschichte: In den schillerndsten Farben hatte man mir das Krankheitsbild einer Katze beschrieben, die schon seit Wochen kaum mehr fraß, sich ständig erbrach und nur noch aus Haut und Knochen bestand, mit der abschließenden Frage, "Was sollen wir tun??". Ganz klar, ein absoluter Notfall für den Tierarzt! Doch da bekam ich zu hören, "Tierarzt? Nee, das ist uns zu teuer. Außerdem kommt meine Frau vom Land, da macht man um die Katzen kein so großes Tam-Tam und wir holen uns dann lieber wieder ein neues Tier..."
her kurios nimmt sich dagegen das Anliegen einer Katzenbesitzerin aus, die sich ebenfalls von ihren beiden Hauskatzen trennen wollte und mir nun per E-Mail ihre Tiere anbot, da ich ihr als geeigneter Katzenhalter erschien, bei dem es ihren Katzen so richtig gut ginge. Natürlich fühlt man sich bei einem solchen Angebot sehr geehrt, aber leider muss man sich als Züchter schon von Haus aus gut überlegen, welche Katzen man aus eigener Zucht behält oder von außerhalb aufnimmt, damit es inkl. Kastraten (aus der Zucht genommene Katzen oder als Liebhabertier behaltene Tiere) nicht zu viele werden, die dann vielleicht zu kurz kommen. Da fehlt doch der Platz und es ist leider nicht möglich, auch noch für ein fremdes Hauskatzenpärchen die Verantwortung und Kosten zu übernehmen. Außerdem könnte man speziell erwachsene Katzen nicht einfach so mir nichts dir nichts in eine bestehende Zuchtkatzenfamilie integrieren, das gäbe wohl Mord und Totschlag und wäre eine absolute Zumutung sowohl für die alteingesessenen Katzen als auch für die Neuzugänge.
rstaunt war ich auch über eine Anfrage, ob 12-jährige Katzen noch werfen können. Meine etwas vorsichtige Antwort, da ich den Grund des Schreibens noch nicht kannte: "...wie ich bereits auf meiner Website erwähnt habe, können theoretisch auch ältere bzw. alte Katzen Nachwuchs bekommen. Die Frage ist, ob man es soweit kommen lassen sollte. Eine 70-Jährige Frau wollte sicher auch nicht mehr schwanger werden. Außerdem - je älter eine Katze ist, desto größer ist die Gefahr von Problemen bei der Geburt oder der Aufzucht. Zuchtkatzen werden deshalb i.d.R. bis spätestens zum 6. Lebensjahr aus der Zucht genommen, oft aber schon viel eher. ..."
ntwortmail des Anfragenden - wieder mal ein deutliches Argument *für* die Unfruchtbarmachung im geeigneten Katzenalter, d.h. spätestens nach Eintritt der Geschlechtsreife, siehe auch meinen "Kastrationsartikel": "...herzlichen Dank für Ihre schnelle Antwort vom Wochenende. Leider muss ich gestehen, dass ich nach Ihrer Mail nun auch die Antwort bereits auf Ihrer Webseite finden konnte. Dennoch - Ihre weiteren Punkte haben mir sehr geholfen. Wir müssen momentan nämlich leider zwei Heilige Birmas abgeben, 12 Jahre alte Schwestern aus gleichem Wurf eines Züchters. Dabei kommt unweigerlich die Frage von Interessenten, ob sie denn sterilisiert sind - was nicht der Fall ist. Sehr viele Antworten gibt es nicht, und momentan das stärkste Interesse hat eine Familie mit "Deckinteresse" für ihren jungen Birma Kater. ...".
eine Abschlussantwort (ich hoffe, sie war den Katzen tatsächlich hilfreich): "...ich weiß, dass es meist schnell gehen muss, wenn man plötzlich aus irgendeinem Grund ein neues Zuhause für seine Katze(n) sucht. Ich will Ihnen auch keinen Vortrag halten, ich denke, Sie haben sich zu diesem Thema schon viele Gedanken gemacht. Aber da ich sicher bin, dass Sie für Ihre Katzen nur das Allerbeste wollen, möchte ich noch ein paar Gedankenanstöße
nachschießen.
Bestimmt würden Sie Ihre Lieblinge nicht wirklich jemanden
anvertrauen wollen, der offensichtlich vorwiegend eine "Brutmaschine"
sucht? Jemand der tatsächlich auf eine 12 Jahre alte "Zuchtkatze"
zurückgreifen wollte, Hauptsache "billig" (ich vermute mal, dass Sie Ihre
Katzen kostenlos bzw. allenfalls für eine Schutzgebühr abgeben wollten), der
kann kein wirklicher Tierfreund sein. Und was passiert, wenn Ihre Katzen
doch schon zu alt sind, um Babies zu bekommen, bzw. Zysten an den
Eierstöcken oder ähnliches verhindern, dass sie erfolgreich aufnehmen?
Werden die Katzen dann wieder zurückgegeben oder landen im Tierheim?
Der Verlust der vertrauten Menschen und des gewohnten Zuhauses ist für jede
Katze schlimm, ganz besonders aber für ältere Tiere. Allein schon die
Konfrontation mit einem unbekannten jungen, potenten Deckkater wäre
horrormäßiger Stress für eine Seniorenkatze, insbesondere wenn sie es nicht
gewöhnt ist. Meiner Ansicht nach ist es in einer solchen Situation besonders
wichtig, ein einfühlsames Zuhause zu finden, wo es dem neuen Besitzer nur
darum geht, ein Schmusetier zu bekommen und der sich gerne die Mühe macht,
den Katzen einen Platzwechsel so gut es geht zu erleichtern.
Haben Sie schon einmal versucht, den Züchter Ihrer Katzen zu kontaktieren?
Vielleicht züchtet er ja noch und kann Ihnen bei der Vermittlung behilflich
sein. Falls Sie Ihre Katzen mit Vertrag gekauft haben, haben Sie zum Schutz
der Katzen evtl. sowieso ein Vorkaufsrecht des Züchters unterschrieben, das
Ihnen untersagt, die Tiere ohne Wissen des Züchters weiterzugeben. Der
Züchter ist Ihnen bestimmt nicht böse, wenn Sie Ihre Katzen abgeben müssen,
die Lebensumstände können sich im Laufe der Zeit eben unvorhergesehen
ändern.
Falls der Züchter zwischenzeitlich umgezogen ist, kann Ihnen ggf.
der entsprechende Katzenverein (siehe Stammbaum) mit einer aktuellen Adresse
weiterhelfen. Viele Züchter haben heute eine eigene Homepage, auch auf
diesem Weg könnte man einen Züchter aufspüren. Und wenn alle Stricke reißen,
wäre es einen Versuch wert, sich an eine Birma-Interessengemeinschaft
zu wenden, z.B. über http://www.birma-club.de, die nicht nur Jungtiere,
sondern auch ältere Katzen vermitteln.
Ganz bestimmt bedeuten Ihnen die Katzen so viel, dass Sie sich
auch die Mühe machen, ein ideales Zuhause für sie zu finden und sie nicht
nur an den nächstbesten Platz abgeben, Hauptsache "weg". Vielleicht wäre
es auch zu überlegen, die Katzen erst einmal sterilisieren zu lassen, das
würde die Suche nach einem neuen Zuhause bestimmt um einiges erleichtern.
Ein "altes" Katzenpärchen aufzunehmen ist eine Sache, aber sich auch noch
mit gelegentlichen Rolligkeiten herumschlagen, bzw. die
Überlegung, die Katzen nach der Übernahme selbst noch operieren lassen zu
müssen, kann für einen "Normal-Katzenfreund" verständlicherweise schon ziemlich abschreckend sein. ..."