liebe Kätzchen für liebe Menschen

 


© Renate Wald, Ciara's Ragdolls


Katzen baden

 




 

Muss eine Katze überhaupt gebadet werden?


Den meisten Katzenbesitzern würde es wahrscheinlich nicht mal im Traum einfallen, ihren schnurrigen Liebling zu baden. Schließlich sind Katzen von Natur aus sehr reinliche Tiere, auf der anderen Seite - bis auf einige bemerkenswerte Ausnahmen - aber eher wasserscheu. Sicher haben Sie es auch schon einmal erlebt: Nur ein einziger Tropfen Wasser auf ihrem kostbaren Pelz, und die Katze flitzt empört davon!


Normalerweise muss eine Katze auch nicht gebadet werden, es sei denn, sie ist mit einer giftigen oder anderweitig gefährlichen Substanz in Berührung gekommen, hat sich aus irgendeinem Grund so verschmutzt, dass sie selbst nicht mehr mit der Reinigung fertig wird und einfaches Abwaschen nicht aussreicht, oder sie ist von lästigen Parasiten bzw. einer entsprechend behandlungsbedürftigen Hauterkrankung befallen. In einer solchen Situation bleibt einem oft nichts anderes übrig, als die Katze schnellstmöglich zu baden (deshalb schadet es auch nichts, sein Katzenkind auch ohne Not wenigstens einmal zu baden, damit man im Ernstfall gerüstet ist, d.h. die Katze die Badeprozedur bereits kennt. Jungtiere sind Neuem gegenüber oft noch viel aufgeschlossener als erwachsene Katzen und merken sich auch für später, dass das ganze eigentlich gar nicht so schlimm war).


Leider sind nicht nur Freilauf-, sondern auch reine Wohnungskatzen potentielle Badekandidaten aus einem zwingenden Grund. So hatte ich mir z.B. in meinen Anfangsjahren mit einem neuen Kätzchen Hautmilben eingeschleppt, die sich im Nu auf alle anderen tierischen Hausbewohner verbreiteten. Die einzige wirksame Lösung war ein zweimaliges Baden aller Katzen und des Hundes im Abstand von einer Woche. Der Hund war ja kein Problem, aber ich hatte noch nie zuvor eine meiner Katzen gebadet...


Im Geiste stellte ich mir schon vor, wie sie mich fauchend bei ihren Fluchtversuchen zerkratzen, aber zu meiner großen Erleichterung ließen dann doch alle die Baderei erstaunlich gelassen über sich ergehen. Bei dieser Gelegenheit stellte ich auch fest, wie wunderschön das Fell aller Katzen einige Zeit nach dem Baden aussah. Solange ich Ausstellungen besuchte, wurden meine Katzen deshalb je nach Notwendigkeit kurz davor gebadet, mehr dazu im Absatz "Ausstellungstiere - ein Thema für sich".

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Ausstellungstiere - ein Thema für sich


Ehrlich gesagt finde ich es erstaunlich, in welchem Zustand manche Katzen, speziell längerhaarige Rassen, auf Ausstellungen präsentiert werden. Hier wird einem wirklich manchmal der Eindruck vermittelt, der Besitzer hätte sein Tier direkt aus dem Garten geholt, ihm nur kurz den Sand und das Laub aus dem Fell geschüttelt, und das wars dann auch, was die "Ausstellungspräparation" angeht.


Anscheinend gibt es auch heute noch gelegentlich Ausstellungsrichter, die sich nicht daran stören, im Laufe eines Ausstellungstages durch diverse fettige, zottlige und vergilbte Katzenfelle fassen zu müssen. Anders ist es eigentlich nicht zu erklären, dass doch immer mal wieder auffallend ungepflegte Katzen zu höchsten Ausstellungsehren gelangen, was die Besitzer dieser Tiere in ihrer Ansicht, eine spezielle Ausstellungsvorbereitung wäre nicht nötig oder sogar schädlich, bestätigt. Ausstellungen sind jedoch Schönheitskonkurrenzen, und daher sollte es eigentlich Ehrensache sein, seine Katze so gepflegt wie möglich vorzustellen (wer Baden und Co. als "unnatürlich" empfindet, sollte seine Katze auch nicht für die nicht weniger "unnatürlichen" Ausstellungen melden). Bei einer Miss-Wahl hätte man mit fettigen Haaren, gammeligen Klamotten und ausgetretenen Latschen ja auch keine Chancen auf dem Laufsteg. Außerdem repräsentiert man auf Ausstellungen als Züchter auch seine eigene Zucht - oder wollten Sie bei jemandem kaufen, dessen mitgebrachte Katzen so vernachlässigt aussehen??


Aus eigenener (positiver) Erfahrung kann ich bestätigen, dass der Pflegezustand bei gleichwertigen Katzen auf dem Richtertisch das Zünglein an der Waage sein kann. Wie oft haben schon wirklich tolle Katzen verloren, nur weil sie nicht optimal präsentiert wurden. Wirklich schade. Manchmal hört man von einem Aussteller, er habe seine Katze irgendwann mal gebadet, aber danach sah sie ganz genauso aus wie vorher, oder sogar noch schlimmer. Nun, dann wurde beim Baden sicher etwas falsch gemacht (z.B. wurde zu früh oder zu spät vor der Ausstellung gebadet, das Shampoo nicht gründlich genug ausgespült... oder es wurden ungeeignete Präparate benutzt).


Natürlich ist ein Ausstellungsbad auch bei längerhaarigen Rassen nicht immer zwingend nötig - so kann man z. B. Katzen mit hellerer Körperfarbe auch mit Puder oder ähnlichem so stylen, dass sie rein optisch einer gebadeten Katze entsprechen. Aber das Gefühl eines frischgewaschenen, duftigen Fells ist unvergleichlich und hat schon so manchen Richter überzeugt.


Je nach Rasse, Fellfarbe/-struktur, Haarlänge und "Zustand" (kastriert oder nicht kastriert, Jungtier) können die Pflegeanforderungen einer Katze ganz unterschiedlich sein. Wenn Sie sich für die optimale Ausstellungspflege Ihrer Katze interessieren, kann Ihnen sicherlich der Züchter Ihrer Katze weiterhelfen - oder sehen Sie sich einmal auf Ausstellungen um. Falls Ihnen auf einer Show ein ganz besonders gepflegtes Tier Ihrer Katzenrasse auffällt, fragen Sie doch mal den Besitzer, ob er einen Moment Zeit hat (auf Ausstellungen geht es manchmal recht turbulent zu. Speziell wenn die Katze zum Richten muss oder auf der Bühne präsentiert werden soll, hat der Aussteller wahrscheinlich gerade etwas anderes im Kopf, als angeregt über Katzenpflege zu plaudern) und Ihnen den einen oder anderen Pflegetipp verraten würde.


Außerdem ist es wichtig, eigene Erfahrungen zu sammeln. Was für andere Katzen ideal ist, muss auf die eigene nicht unbedingt genauso zutreffen. Probieren Sie ggf. verschiedene Pflegemittel und -methoden für Ihre Katze aus (aber bitte nicht kurz vor der eigentlichen Ausstellung, fehlgeschlagene Tests sind für Ihre Katze auf einer Show nicht besonders hilfreich), und notieren Sie sich, wann das Fell nach dem Bad am schönsten war. Manche Katzen sehen nach knapp einer Woche am besten aus, andere wiederum dürfen erst ein oder zwei Tage vor der Ausstellung gebadet werden, damit ein optimaler Effekt erzielt wird.

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Badetipps mit vielen Fotos





Ein ganz dickes Dankeschön an Lilo Durand, die mir schon öfters superklasse beim Fotografieren assistierte, und natürlich speziell an unser vierbeiniges Fotomodell Europa Champion Ciara's Brandon O'Connor, ein damals unkastrierter 2-Jähriger blue-colourpoint Ragdollkater.




Die Vorbereitung:


Vor dem Baden die Katze nochmals gründlich von oben bis unten durchkämmen, um möglichst viele lose Haare aus dem Fell zu entfernen. Evtl. vorhandene Fellknötchen unbedingt herauskämmen oder -schneiden, verfilzte Partien lösen sich im Wasser nämlich nicht auf, sondern werden höchstens noch größer.

 

Krallenschneiden - besonders wichtig bei einer Katze, die vorher noch nie gebadet wurde und Sie somit nicht wissen, wie sie reagieren wird (hier finden Sie eine Anleitung zum Krallenschneiden). Eine Katze mit gekürzten/stumpfen Krallen gibt Ihnen Sicherheit und richtet im Ernstfall nur wenig Schaden an. Außerdem ist in einigen Katzenvereinen eine Ausstellungsteilnahme der Katze sowieso nur mit geschnittenen Krallen erlaubt - was Sie dann bei dieser Gelegenheit bereits erledigt haben. Ich klippe meinen Katzen vor dem Baden die Krallen, seit sich eine meiner Fellträger ganz cool mit einer Kralle im Abfluss verhakte und ich schon befürchtete, ich müsste den Klempner holen. Glücklicherweise hatte die Katze aber nach einigen Schreckminuten meinerseits ein Einsehen und "enthakte" sich wieder...

 

Heizen Sie den Raum, in dem die Katze gebadet werden soll (z.B. Bad oder Küche) speziell in der kalten Jahreszeit vor, ansonsten alle Türen und Fenster schließen, keine Zugluft! Legen Sie genügend Handtücher zum späteren Abtrocken der Katze bereit (wenn möglich, auf dem Heizkörper anwärmen). Auch alles andere, das Sie für das Katzenbad noch benötigen werden - wie Shampoo, Bürste, Kamm, Föhn - sollte sich in greifbarer Nähe befinden.

 

Falls die Katze in der Badewanne gebadet werden soll, empfiehlt sich ein kleines, selbstgebautes "Podest", auf das die Katze während des Waschens gestellt werden kann - sehr Rücken schonend! Unser Podest besteht zuunterst aus einem Kunstoffkennel, sprich Katzen - Tragekorb. Ein Handtuch zwischen Kennel und dem umgedrehten Unterteil eines Katzenklos gibt dem Aufbau Halt, ein zweites, oben darübergelegtes Handtuch verhindert, dass die Katze später beim Baden rutscht (manche Katzenbesitzer haben auch mit einer standfesten Babybadewanne inkl. stabilem Ständer gute Erfahrungen gemacht).


Prima für die "Katzenwäsche" geeignet sind auch große Wasch-/Spülbecken in Arbeitshöhe, mit Schlauchbrause oder einem anderen flexiblen Wasserhahn (wie Sie gleich sehen werden, handelt es sich beim "Katzenbad" viel eher um eine sanfte Dusche. Denn während die meisten Katzen wohl in echte Panik verfallen würden, wenn man sie bis zum Hals komplett ins Wasser tauchen würde, so nach dem Motto, "Hilfe, meine Menschenmami will mich ertränken!!!", ist ein freistehendes Einshampooniert und Abgeduscht werden doch unvergleichlich angenehmer und akzeptabler).

 

  

Besonders unkastrierte Katzen/Kater neigen verstärkt zu fettigen Fellpartien, speziell auf der Schwanzwurzel (der bereits erwähnte sog. "Fettschwanz"), hinter den Ohren, an den Innenschenkeln und unter den Achseln. Erfahrene Aussteller greifen hier gerne zu einer amerikanischen Waschpaste namens "Goop", die an diesen Stellen pur in das noch trockene Katzenfell eingerieben wird und dort ein wenig einwirken soll. Dieses Mittel ist für Katzen sehr gut verträglich und wird gelegentlich auf Katzenausstellungen verkauft oder kann über das Internet, z.B. bei Beautyful Cats, bestellt werden. Sollten Sie einmal nach Amerika kommen - Goop ist in den Autozubehör-Regalen von Wal Mart, Winn Dixie und K-Mart zu finden. Unsere Reinigungspasten hierzulande sind mit Vorsicht zu genießen, nicht selten enthalten sie Schmirgelstoffe oder andere Reinigungszusätze, die für die empfindliche Katzenhaut vollkommen ungeeignet oder sogar giftig sind.

 

 

Nun wird es ernst:


Bei badeunerfahrenen Katzen sollten Sie sicherheitshalber alles in unmittelbarer Umgebung entfernen, das von der Katze heruntergezogen oder umgeworfen werden könnte (besonders zerbrechliche Gegenstände oder Handtücher über der Wanne, wie auf diesem Bild). Wie Sie sehen, hat sich inzwischen auch Connors Frauchen etwas Luftigeres angezogen; die durch das Vorheizen/das Baden entstehende Raumtemperatur läßt einen nämlich über kurz oder lang ganz schön ins Schwitzen geraten. Falls Sie befürchten, dass Ihre Katze während des Badens einige Fluchtversuche unternehmen könnte, sollten Sie zum eigenen Schutz besser ein langärmeliges Oberteil wählen.


Um eine angenehme Atmosphäre zu schaffen, kann man im Hintergrund leise Radiomusik laufen lassen, evtl. bringt es auch etwas, einen mit dem "Badeopfer" befreundeten Katzenkumpel mit in den Raum zu nehmen. Sprechen Sie beruhigend und liebevoll mit Ihrer Katze. Eigene Ungeduld und Nervosität überträgt sich schnell auf das Tier, kein Wunder, wenn sich die Katze dann ängstigen würde. Testen Sie die Wassertemperatur auf der empfindlichen Innenseite Ihres Handgelenks (nicht zu heiß und nicht zu kalt), bevor Sie beginnen, die Katze mit einem gemäßigten Strahl Wasser abzubrausen. Ggf. können Sie auch einen Eimer oder eine große Schüssel voll warmen Wassers vorbereiten und vorsichtig mit einem Becher Wasser daraus auf das Fell der Katze schöpfen, damit sie sich erst mal ohne großes Wassergeplätscher an die Nässe gewöhnt.


Wenn das Wasser anfangs abperlt und das Katzenfell überhaupt nicht richtig nass zu werden scheint, kann man dem Fell die Spannung nehmen, indem man etwas Shampoo zwischen den Händen verteilt, damit kurz über die gesamte Felloberfläche streicht und das ganze mit ein bisschen Wasser aufschäumt.

 

  

Überhaupt sollte man Shampoo möglichst niemals direkt ins Katzenfell geben, sondern immer erst zwischen den Händen verteilen, da es sonst sehr lange dauern kann, bis am Schluss wieder alles ohne Rückstände ausgespült ist. Bis auf den Kopf der Katze, der stets trocken bleiben sollte, den gesamten Körper einschäumen - d.h., auch Pfoten, Bauchunterseite, Achseln, Schenkelinnenseite, die Kehle und den Schwanz nicht vergessen.


(noch etwas zum "richtigen" Shampoo: Normalerweise sollte man davon ausgehen können, dass alle auf dem Markt erhältlichen speziellen Katzenshampoos auch für alle Katzen geeignet sind. Aber Vorsicht und Augen auf! Zu einer Zeit waren z.B. Teebaumöl-Präparate als natürliches Ungeziefer-Repellant total "in", wurden bis zum Abwinken beworben und in allen möglichen Katzenzeitschriften wärmstens empfohlen, bis man entdeckte, dass viele Katzen Teebaumöl schlecht vertragen, ja sogar daran sterben können. Einige Katzenhalter haben sehr negative Erfahrungen mit Shampoos gemacht, die eigentlich auch nur für die Pflege von Menschenhaar gedacht sind. Eine auffallend grün- oder gelbstichige Verfärbung des Katzenfells war hier noch eine der harmloseren Nebenwirkungen. Man sollte immer daran denken, dass Katzen auf viele chemische Zusammensetzungen empfindlicher reagieren als wir Menschen)


Zum anschließenden Ausspülen des Schaums gründlich alle Stellen abbrausen. Shampoo-Rückstände lassen das Fell stumpf und strähnig aussehen, verursachen Juckreiz oder Schuppen. Ein Spruch besagt: Wenn man glaubt, man wäre mit dem Spülen fertig, die Katze *nochmals* einem Spülgang unterziehen.


Entscheidet man sich für einen zweiten Waschgang, einfach obige Beschreibung wiederholen. Bei der Anwendung einer speziellen Fellkur sollte die empfohlene Einwirkzeit eingehalten werden. Gerade bei längeren Wartezeiten ist unbedingt darauf zu achten, dass es der Katze dabei nicht kalt wird. Damit die Katze nicht auskühlt und die Kur gut einwirken kann, ggf. in der Zwischenzeit um den ganzen Katzenkörper (der Kopf bleibt immer frei) eine Plastikfolie - z. B. einen aufgeschnittenen Beutel - legen, ein oder zwei Handtücher fest darüberwickeln, und die Katze am besten auf dem Schoß halten. Auf diese Weise bekommt man schnell mit, wenn die Katze zu frieren beginnt, außerdem kann man seinen Liebling bei dieser Gelegenheit gleich ein bisschen trösten, dass es ja bald geschafft ist und loben, wie brav er die ganze Zeit war.

 


 

Das Finale:


Nach dem Ausspülen des Katzenfells den Schwanz, die Pfoten und das Fell am Bauch behutsam "ausdrücken", so dass hier schon einmal das meiste Wasser abläuft.

 


  

Je sorgfältiger und intensiver man die Katze vortrocknet, desto schneller geht es später beim Föhnen. Also in punkto Verwendung der Handtücher ruhig großzügig sein und auch die Unterlage, auf der die Katze während des Föhnens sitzt oder steht, öfters wechseln. Die Feuchtigkeit mit dem Handtuch eher aus dem Fell drücken als rubbeln. Spezielle, extrem saugfähige Trockentücher - siehe die Katzenunterlage auf dem nächsten Bild - (wird im Fachhandel meist als Hundezubehör angeboten) sind zum Vortrocknen ganz besonders gut geeignet.

 

Während die meisten Katzen das eigentliche Baden relativ relaxed über sich ergehen lassen, graust es vielen geradezu vor dem Föhnen. "An der Luft trocknen lassen" würde ich selbst in der warmen Jahreszeit nicht empfehlen, da sich eine nasse Katze sehr leicht eine Erkältung einfangen kann. Deshalb hat es sich bewährt, eher sensible, ängstliche Katzen bereits einige Zeit vor dem geplanten Badetermin einem "Föhntraining" zu unterziehen, um sie an das Betriebsgeräusch (je leiser der Föhn arbeitet, desto besser) und den warmen Luftstrom des Gerätes zu gewöhnen:


Lassen Sie die Katze mehrmals zusehen, wie Sie sich selbst die Haare föhnen. Schließen Sie dabei die Türe, damit Ihrer Katze gar nichts anderes übrig bleibt, als sich im selben Raum mit dem angeschalteten Föhn aufzuhalten. Bleibt sie eines Tages ohne Fluchtgedanken sitzen, können Sie sich ihr langsam mit dem Föhn nähern. Sprechen Sie beruhigend mit der Katze und streicheln Sie sie mit einer Hand, in der anderen Hand den Föhn. Zuckt sie nicht zurück, ist es schon fast geschafft. Beim nächsten Mal lässt sie sich vielleicht schon kurze Zeit vom Föhn am Rücken anblasen (anfangs auf kleinster Stufe und nie zu heiß, den Luftstrom bitte niemals direkt auf den Kopf oder ins Katzengesicht richten). Noch ein-, zweimal üben, dann sollte das Föhnen eigentlich kein Problem mehr sein.

 

Das Fell während des Föhnens gelegentlich vorsichtig mit einer Bürste oder einem grobzinkigen Kamm auflockern/teilen, dies trägt erheblich zu einer verkürzten Trocknungszeit bei (Achtung: nasses Fell ziept sehr leicht).


Kleiner Tipp am Rande: Falls Sie in der Nähe des Bade-/Föhnplatzes ein Katzenklo aufgestellt haben, sollten Sie dessen Eingang an die Wand drehen oder die Katzentoilette bis zum Ende der Badeprozedur ganz aus dem Raum verbannen. Schon so manch frischgebadete Katze kam nach einem ungewollten Klobesuch "frisch paniert" wieder zum Vorschein...

 

  

Etwas Puder - reines Talkum, z.B. Johnson's Babypuder (aus den USA, nicht die Version aus England, die in chinesischen Talkum-Gruben abgebaut wird), auf Katzenausstellungen, in Katzenboutiquen oder übers Internet, z.B. bei Beautyful Cats, erhältlich - in die Bauchunterseite längerhaariger Katzen eingerieben/eingekämmt unterstützt eine rasche Trocknung und gibt dem Katzenfell von Anfang an ein unnachahmlich flauschiges Aussehen (bei dunklen Tieren nur bedingt einsetzbar, da weißer Puder dunkles Fell schnell mit einer Art Grauschleier überzieht).

 

Ein letztes Durchkämmen, und es ist geschafft! Eine gewisse Restfeuchte im Fell ist durchaus akzeptabel (zu intensives Föhnen oder zu heiße Föhntemperaturen könnten die Katzenhaut austrocknen, was die Bildung von unerwünschten Schuppen fördert), deshalb sollte die Katze so lange in dem aufgeheizten Raum bleiben, bis das Fell nachgetrocknet ist und sich die Luft von selbst ein wenig abgekühlt hat. Die Katze wird sich vermutlich in der Zwischenzeit von oben bis unten die restliche Feuchtigkeit aus dem Fell schlecken... und hat sicher nichts dagegen, wenn man ihr nach dem erfolgreich abgeschlossenen Bad ein oder zwei Belohnungs-Leckerli zusteckt :-). Außerdem sollte sie bis zum nächsten Tag keinen kühleren Temperaturen oder gar Zug ausgesetzt werden, d.h. kein Freiauslauf, Aufenthalt auf dem Balkon oder am geöffneten Fenster.


Leider kann ich Ihnen kein abschließendes Foto von Connor präsentieren, das ihn nun "aufgestylt" zeigen würde, denn ich musste unmittelbar nach dem Fototermin wieder nach Hause reisen. Aber das Ausstellungsbad hatte sicher seinen Sinn, denn ich kann mit großer Freude berichten, dass die Katzenschau eine Woche später mehr als erfreulich verlief.

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Katze baden bzw. einpudern -
Tierquälerei oder ganz normale Pflege??


Diese Seite über das Katzenbad gab es ja schon ewige Zeiten, ich glaube, 10 Jahre reichen gar nicht. Etwaiges Leser-Feedback fiel auch stets positiv aus - bis eines Tages ein Gästebucheintrag hereinkam, der mich dazu bewogen hat, den Artikel entsprechend zu ergänzen.


Eine gewisse "Anja, Katzenverhaltenstherapeutin" schrieb folgendes:


"Zufällig kam ich auf diese Seite und las Ihren Bericht über das Baden von Katzen. Und ich bin einfach nur fassungslos und traurig, was Menschen ihren Katzen für Leid zufügen können. Eine Katze solch einer (völlig unnötigen!) grausamen Prozedur zu unterziehen, kann man nur als Tierquälerei bezeichnen. Und dann auch noch in vermenschlichter Art und Weise allemöglichen Fremdstoffe und Düfte ins Fell zu geben von Shampoo bis Puder, ist einfach nur abartig und krank. Der individuelle Eigengeruch der Katze wird dadurch überlagert, mit dem Katzen mit Artgenossen kommunizieren. Außerdem zwingen Sie die Katze, sich diese fremden Gerüche in mühsamer Arbeit wieder wegzulecken. Und wofür das alles? Nur um Ihren Egoismus zu befriedigen! Mit Tierliebe hat so ein Verhalten nicht das geringste zu tun. Als ich das las, mußte ich nur noch weinen.
Liebe Katzen, ich fühle von ganzem Herzen mit Euch und werde für Euch beten - für Liebe, Schutz und Achtung Eurer Würde und Bedürfnisse."



Ehrlich gesagt bin ich mir immer noch nicht so ganz sicher, ob das ganze wirklich ernst gemeint oder eher als schlechter Scherz oder absichtliche Provokation gedacht war. Ich hätte gerne persönlich geantwortet, aber wie in solchen Fällen üblich, war man so feige (oder schämte man sich insgeheim doch seiner Worte...?), nur anonym zu schreiben. Man weiß ja nie, es gibt die ungewöhnlichsten E-Mail Adressen. Aber ich habe es getestet, die extra im Gästebuch hinterlassene "ohne.Angabe@web.de" existierte tatsächlich nicht. An anderer Stelle hatte ich es bereits erwähnt: ich bin sehr gerne offen für konstruktive Kritik - aber dann sollte man bitte auch zu seiner Meinung stehen


(P.S: ca. ein Jahr nach Anjas theatralischer Nachricht und nachdem dieser Absatz "Katze baden bzw. einpudern - Tierquälerei oder ganz normale Pflege??" längst eingefügt war, bekam ich 2 Tage vor Weihnachten einen Gästebucheintrag von Herrn oder Frau "unbekannt ": "eine selten dämliche tierquälerin bist du.Katzen baden!!bist du völlig verblödet?Deine tiere haben die hölle auf erden du dumme drecksau!!! "
Hmm, solche Ausbrüche lassen tief, gaaanz tief blicken - und sind für die Beurteilung des Niveaus und der Glaubwürdigkeit des Verfassers recht aufschlussreich... ).


Trotzdem habe ich mich entschlossen, diesen dubiosen Gästebucheintrag nicht einfach zu löschen, sondern ganz im Gegenteil, ihn an dieser Stelle zu besprechen. Denn es ist absolut verständlich und natürlich auch völlig ok, wenn sich jemand weder vorstellen kann noch zutraut, das eigene Tier jemals zu baden. Aber dass es tatsächlich Leute gibt, die Baden & Co geradezu als Verbrechen an der Katzenwelt ansehen könnten, hat mich wirklich überrascht. Insofern hat mir "Anja" sogar einen Gefallen getan, denn ihr Eintrag ist ein prima Anlass, einmal die Hintergründe dieser Pflegemaßnahmen ausführlich zu erklären, für alle, die möglicherweise ähnliche Bedenken hegen.


Nun würde es mich nicht wundern, wenn der eine oder andere Leser erst mal spontan gedacht hätte: "Katzenverhaltenstherapeutin - - Wer sich beruflich mit dem kätzischen Seelenleben befasst, muss eine ganze Menge Ahnung von der Materie haben, da ist an den Anschuldigungen doch sicher etwas Wahres dran...". Aber ist es wirklich so? Jedenfalls ist es schon mal sehr schade, dass man nicht weiß, aufgrund welcher Ausbildung oder anderer Befähigung sich "Anja" mit diesem nicht geschützten Titel auszeichnet - oder ob sie sich diesen Zusatz vielleicht nur ausgedacht hatte, um ihren Worten mehr Gewicht zu verleihen.


Bitte schauen Sie sich die Fotos doch selbst noch einmal genauer an. Also wenn Connor, der Ragdollkater auf den Badebildern, irgendwie "gequält" aussieht - relaxter gehts ja gar nicht, dann weiß ich auch nicht mehr. Wer eine solche Situation so falsch einschätzt, bereits bei der Vorstellung einer angemessenen Katzenpflege in Tränen ausbricht (da möchte ich mir nicht ausmalen, wie erst die Reaktion ausfällt, sollte man es mal mit *echtem* Leid und Misshandlungen zu tun bekommen), und wenn man auch die Besitzer der tierischen Patienten auf die gleiche Weise angreift und mit solch harschen Worten verurteilt wie gerade mich mit diesem Gästebucheintrag, bei dem muss man sich doch ernsthaft fragen, ob da die eigene Berufung als "Katzenverhaltenstherapeutin" nicht deutlich fehlinterpretiert wurde. Es ist allgemein bekannt, dass meist weniger das "verhaltensgestörte" Tier behandelt werden muss als dessen Frauchen oder Herrchen, damit sich die Umstände ändern, die das vermeintliche Fehlverhalten erst ausgelöst haben. Würden *Sie* einsehen, dass Sie sich bzw. den Umgang mit Ihrem Tier ändern müssen, nachdem Ihnen jemand an den Kopf geworfen hat, "Sie sind ein egoistischer, abartiger und kranker Tierquäler!"???


Ein geeignetes psychologisches Händchen kann ich jedenfalls nicht erkennen. Und bei all diesen Anschuldigungen könnte man fast glauben, die Katzen würden auf Teufel komm raus mindestens 1 x pro Woche durch die Wanne gezogen und anschließend mit Puder überschüttet oder gar noch extra einparfümiert werden. Doch die (langweilige) Wahrheit ist - ein normaler Züchter/Aussteller/Katzenhalter würde schon allein aus "Faulheits-" bzw. Zeitgründen nicht mal daran denken, auch nur ein Quäntchen öfter als unbedingt nötig oder gar ohne Grund zu Shampoo oder Puder zu greifen. Ich z.B. habe ca. im Jahr 2001 das letzte Mal eine Katze gebadet (aber selbst bei ausnahmsweise mehreren Ausstellungen innerhalb eines gewissen Zeitraumes überlegte ich damals stets: gehts noch vom letzten - oder vorletzten - Mal?), und eine 500 g Packung Puder reicht hier im Mehrkatzenhaushalt inkl. unkastrierter Tiere für X Jahre. Trotzdem gibt es Situationen, wo man unbedingt "etwas tun muss".


Denn welche Vorkenntnisse auch immer bestehen mögen, aus dem Gästebucheintrag lässt sich zumindest rauslesen, dass "Anja" definitiv keinerlei Erfahrungen mit Langhaarkatzen haben kann. Besonders bei längerem Fell mit einer bestimmten Haarstruktur ist Kämmen und Bürsten alleine nicht immer ausreichend. Da kann gelegentliches, leichtes Einpudern (oder in extremen Fällen eben ggf. auch Baden, da es auf einen Schlag eine ganze Menge bereits loser, aber noch nicht ausgefallener Haare entfernt, die man gar nicht so gründlich auskämmen könnte) ein echter Segen sein, und das hat in keinster Weise etwas mit "Egoismus" zu tun, ganz im Gegenteil. Ein lockeres, seidiges Haarkleid empfinde ich doch als wesentlich "tierlieber", als zuzulassen, dass sich schmerzhafte Knoten bis hin zu undurchdringliche Filzplatten bilden, die die Haut ernsthaft schädigen können.


Während meiner damaligen Ausbildung in einer Tierklinik habe ich reichlich Langhaarkatzen erlebt, die regelmäßig 1 - 2 x pro Jahr in Narkose mühselig geschoren werden mussten, da ihre Besitzer mit der Fellpflege total überfordert waren bzw. sich erst gar nicht richtig rantrauten. Und nicht zu vergessen: bei jedem Schnitt durch irgendwelche Fellknoten oder bei jeder Schur heißt es höllisch aufpassen, damit die zarte Katzenhaut nicht verletzt wird. Ich kann mich noch gut an die klaffende Triangel erinnern, die wir in der Praxis bei einer Katze nähen mussten, nachdem sich der Besitzer versehentlich "verschnitten" hatte... Ich würde sagen, dass eine Narkose - die der Körper danach auch erst mal wieder verarbeiten muss - und die anschließende Aufwachphase in der Klinik wesentlich traumatischer ist, als es ein gelegentlicher Hauch Puder oder Baden je sein könnte. Ein erhebender Anblick ist so eine frischgebackene "Nacktkatze" auch nicht gerade, abgesehen von der Erkältungsgefahr, bis das Fell wenigstens wieder bis zum Mindestmaß nachgewachsen ist, was Wochen und Monate dauern kann.


Wer nun argumentiert, dass man dann eben keine Langhaarkatzen züchten oder halten sollte, wenn die Tiere ohne menschliche Unterstützung in der Fellpflege nicht leben können, der sei daran erinnert, dass das Langhaar-Gen in der weltweiten Katzenpopulation so weit verbreitet ist, dass es mittlerweile selbst bei Bauernhof- und Streunerkatzenwürfen auftritt. Soll also auch diesen oder wirklich ganz allgemein allen Langhaarkatzen ein gutes Plätzchen verwehrt bleiben, nur aufgrund ihrer Haarlänge? *Das* erscheint mir nicht sehr tierlieb. Und wenn denn langhaarigen Kätzchen (oder zumindest denjenigen, deren Erwachsenenfell sich leider nicht als ganz so pflegeleicht herausgestellt hatte, wie man es eigentlich anhand der Struktur des Kittenfells erwartet hätte) die Daseinsberechtigung abgesprochen wird, was soll dann mit ihnen geschehen - aussetzen, umbringen...? Ein kleines Kuriosum am Rande - ich bekam auch schon mal eine Anfrage, wie man Fellknoten bei einer *Kurzhaarkatze* rausbekäme... solch ein Pflegeproblem ist also nicht zwangsläufig nur auf Langhaarkatzen beschränkt.


(vielleicht wäre es in diesem Zusammenhang eine Überlegung wert, mit einer simplen Maßnahme auch gleich unser eigenes Leben radikal zu vereinfachen: Langhaarfrisuren konsequent abschaffen, ein praktischer Bubikopf für alle tuts auch, den man sich mit Hilfe eines Topfes auf dem Kopf problemlos selbst schnippeln kann. Würde pro Jahr allein hierzulande tonnenweise spezielle Pflegeprodukte sowie regelmäßige, teure Friseurbesuche einsparen, kein lästiges Fönen oder aufwändiges Styling mehr ;-) ).


Zum Glück sind Ragdolls von Haus aus eine recht gesunde und pflegeleichte Rasse, doch wie jedes Lebewesen kann es natürlich auch mal eine Ragdoll treffen. Einst musste ich über Wochen rund um die Uhr eine schwerstkranke, ältere Katze päppeln. Aufgrund ihres schlechten Allgemeinzustandes war ihr Fell innerhalb weniger Tage so struppig geworden, dass es quasi schon verknotete, wenn man nur mal genauer hinsah. Und ihre Haut schien schrecklich empfindlich geworden zu sein, pures Kämmen wäre in diesem Fall reine Folter gewesen. Auch da hat eine behutsam ins Fell eingearbeitete Portion Puder wahre Wunder bewirkt (macht das Haarkleid "geschmeidiger") und verhindert, dass ich nach ihrer Genesung mehr als nur ein paar Knoten herausschneiden musste, die schon wegen ihres einwöchigen Tierklinikaufenthaltes ganz zu Anfang einfach nicht zu vermeiden waren.


Aber es muss ja nicht gleich ein Notfall sein. So kann es immer mal vorkommen, dass eine Katze aus irgendeinem Grund eine schlechtere Verdauung als sonst hat und sich beim Klobesuch am Hinterteil ankleckert. Unangenehm für das Tier (was man speziell bei "größeren Portionen" daran merkt, dass die Stelle nicht selbst saubergeschleckt wird), und unangenehm für den Besitzer, der, wenn er Pech hat, hinterher auch noch die ganze Wohnung von hinterlassenen "Stempelabdrücken" oder "Schleifspuren" säubern darf, die entstanden sind, wann immer sich die Katze irgendwo hingesetzt oder durch Popo-rutschen versucht hatte, die Verschmutzung loszuwerden. Auch wenn vermutlich (und verständlicherweise) keine Katze besonders scharf darauf ist, so weiß ich doch ganz genau, dass zumindest meine Tiere in so einem Fall ein bisschen Puder im Popofell mit anschließendem Auskämmen, und schwupps, weg ist der Stinke-Klecks, einem "unter den Wasserhahn oder unter die Brause gehalten werden" (bloßes Abputzen mit einem feuchten Tuch ist da oft ungenügend) oder dem kompletten Abschneiden der beschmutzen Haarsträhnen deutlichst vorziehen. Und ich auch :-).


Oder ein anderer, eigentlich total verrückter Vorfall... Eines Morgens nach dem Aufstehen stellte ich entsetzt fest, dass unsere "Omakatze" Neala einen feuchten, leicht müffelnden und deutlich braun verfärbten Latz hatte. Es wirkte so, als hätte sie sich gerade übelst angekotzt, so was hatte ich ja noch nie gesehen! Oh Gott, da musste es ihr wirklich extremst schlecht gehen, warum hatte ich von all dem überhaupt nichts mitbekommen??? Als ich hektisch die Wohnung nach dem eigentlichen Kotzfleck absuchte, um feststellen zu können, was genau da rausgewürgt worden war, lief Neala kerngesund und quietschfidel neben mir her. Wahrscheinlich wunderte sie sich, warum ich gerade so einen Aufstand machte. Und da war das wahre "Corpus Delicti" auch schon gefunden - mir fielen vor Erleichterung gleich ganze Felsbrocken vom Herzen. Mitten auf dem Wohnzimmerteppich lag eine total durchweichte Stoffmaus mit Katzenminze-Füllung, die Neala wohl irgendwann in der Nacht selbst aus einem Tütchen Katzenspielzeug (ein Mitbringsel eines Gastes am Abend vorher) herausgeangelt und sich vor Begeisterung sabbernd ausgiebigst daran gerieben hatte.


Sicher hätte man Nealas Fell-Latz nun auch problemlos naturtrocknen lassen können, und gut ist. Aber ich gebe es gerne zu - ich liebe meine Katzen wirklich, vor dem konzentrierten Müffel-Mix aus Katzensabber und Catnipsoße grauste es mir allerdings schon ein bisschen. Auch hier hat etwas ins Hals- und Brustfell ein- und wieder ausgekämmter Puder wunderbar den Sabber samt Geruch und Verfärbung neutralisiert - und Neala war wieder "knuddelknutsch- und kopfkissenfähig" sauber.


Überhaupt ist ein geeigneter Puder in der Katzenpflege ein echtes Multitalent, unsere deutschen im Supermarkt erhältlichen Produkte sind für die Katzenpflege dagegen meist weniger empfehlenswert. Jeder Puder hat einen gewissen Rückfettungsfaktor, was durchaus erwünscht ist, aber auch nicht übermäßig stark ausfallen sollte. Manchmal wird Kartoffelmehl o.ä. als eine mögliche Alternative zu Puder empfohlen (wobei auch Kartoffelmehl als "Fremdstoff" im Katzenfell anzusehen ist. Außerdem wird Kartoffelmehl/Kartoffelstärke anscheinend aus rohen Kartoffeln gewonnen, und ich frage mich, ob das für Katzen nicht unverträglich bis je nach Menge, die durchs Putzen des Fells aufgenommen wird, sogar giftig sein könnte... denn bekanntlich enthalten rohe Kartoffeln wie alle Nachtschattengewächse Solanin, ein giftiges Alkaloid, das erst durchs Kochen weitgehend unschädlich gemacht wird). Somit hat es schon seine Gründe, dass die meisten Katzenleute bestimmte Spezialpuder eindeutig bevorzugen.


Fassen wir mal zusammen: Neben dem Reinigungseffekt bei kleineren Verschmutzungen, was sicher so manches Bad oder Abwaschen erspart, trägt er speziell bei Langhaarkatzen dazu bei, dass es beim Kämmen weitaus weniger ziept und daher selbst empfindliche Katzen sehr viel leichter und angenehmer knotenfrei gehalten werden können. Strähnige Stellen, die nicht nur unschön aussehen, sondern eben auch zu vermehrter Knotenbildung neigen und besonders gerne an Brust, den Flanken, der Unterseite und hinter den Ohren auftreten, werden im Nu wieder seidig-plüschig. Und noch etwas... wer bereits längere Zeit ein erwachsenes, unkastriertes Tier beherbergte, der hatte vielleicht auch schon mal mit einem sog. "Fettschwanz", auch bekannt als "Katerschwanz", zu tun = eine übermäßige Talgproduktion an der oberen Schwanzwurzel. Dieses Phänomen zeigen jedoch nicht nur Kater, sondern auch so manch potente Katzendame oder sogar Kastraten, kann jedoch i.d.R. super mit etwas Puder nach Bedarf unter Kontrolle gehalten werden. Unbehandelt droht dagegen je nachdem Ekzembildung bis hin zu schwersten Entzündungen, Juckreiz, sowie teilweiser bis vollständiger Haarausfall.


Ich würde jetzt zu gerne erfahren, was "Anja" in all diesen Fällen jeweils als Ersatz für den "Fremdstoff Puder" empfiehlt. Und da sie Baden grundsätzlich als "völlig unnötige, grausame Prozedur" ablehnt, müsste sie auch für jegliches anfallende Problem, das ein Katzenbad eigentlich unverzichtbar macht, ihre eigenen Geheimrezepte in petto haben - doch welche??


Mich würde z.B. brennend interessieren, wie man ohne eine Katze zu baden schnellstmöglich und restlos Giftstoffe aus dem Katzenfell bekommt (sagen wir mal, Katze hat mit einer umgefallenen Duftlampe Bekanntschaft gemacht, das Öl ist ihr dabei über das ganze Fell gelaufen und bis zur Haut eingesickert...). Oder was hätte der Katzenhalter machen sollen, dessen Freilaufkater sich eine Schürfverletzung am Vorderbein zuzog, die vom Tierarzt fatalerweise mit einer fast flüssigen Salbenemulsion eingeschmiert wurde? Jedesmal, wenn sich der Kater nun mit der Vorderpfote putzte, wurde das ganze über den Kopf und Körper verteilt, bis das komplette Tier ein einziger Schlatz war und schließlich gnadenlos auch anderer Dreck wie Staub und Erde im Fell kleben blieb. Der arme Kerl sah am Ende aus wie ein wandelndes Elend, und in diesem Fall versagte sogar normales Katzenshampoo. Nach verschiedenen vergeblichen Versuchen, das Zeugs anderweitig aus dem Pelz zu bekommen, half - Shocking! - nur noch ein "Entfettungsbad" mit mildem, aber hoch fettlösendem Geschirrspülmittel. Oder was tun bei bestimmtem Parasitenbefall, einer Pilzinfektion oder anderen Hautproblemen, die unbedingt ein medizinisches Bad erfordern...?


Zum Thema Duft bzw. die kritisierten "fremden Gerüche", die wir bösen Tierquäler unseren armen Katzen "in vermenschlichter Art und Weise ins Fell geben"... Nun ist es ja nicht so, dass man seine Tiere absichtlich "einduftet". Aber wann immer es um das Thema Reinigung oder Pflege geht, egal in welchem Bereich, kommt man - abgesehen vielleicht von Produktlinien speziell für Allergiker - gewissen Duftzusätzen einfach nicht aus. Denn die Hersteller wissen ganz genau, dass ideal an das jeweilige Produkt angepasste Düfte das Gefühl von "Sauberkeit", "Frische", und ja, manchmal auch "Luxus" unterstützen (was allerdings nicht immer klappt. Ich habe mich schon öfters gewundert, wie die "Duft-Designer" besonders in der Hautpflege wohl auf diesen oder jenen Geruch gekommen sein mögen... würg). D.h., letztendlich zählt nicht nur der Anwendungserfolg, sondern es kauft auch das Auge und die Nase mit. Denken wir doch mal an uns selbst, wer von uns wäscht sich nur mit neutraler Kernseife oder erfreut sich an völlig duftlosen Wasch- Putz- oder sonstigen Pflegemitteln? Und nicht umsonst haben teure Parfüms und andere Duftwässerchen nicht nur zu Festtagen Hochkonjunktur. Die Frage ist, inwieweit sich unsere Katzen tatsächlich von irgendwelchen Düften belastet fühlen bzw. diese möglicherweise sogar in echte Quälerei für sie ausarten.


Sicher kommunizieren Katzen auch mittels Geruch untereinander, sind aber längst nicht so nasenorientiert wie Hunde. Und es wird offenbar nicht jeder "Fremdgeruch" als störend bzw. gleich störend empfunden, auch abhängig von der individuellen Sensibilität der betroffenen Katzen. So habe ich es durchaus schon erlebt, dass eine Etepetete-Katze den Heimkehrer von einem Impftermin mit Grummeln und Fauchen empfing, da sie sich vom anhaftenden Tierarztgeruch bedroht fühlte, kann mich aber nicht daran erinnern, dass eine meiner Katzen eine andere schon mal angegiftet hätte, die plötzlich nach Katzenshampoo oder Puder roch. Den meisten war es total wurst, oder man hat allenfalls kurz gestutzt, und das wars dann schon (beim Einzug einer neuen Katze in einen bestehenden Katzenhaushalt ist es sogar erwünscht bzw. von Vorteil, mit einem "Fremdgeruch", z.B. ein bisschen Babypuder ins Fell, allen Vierbeinern kurzfristig einen ganz neuen, einheitlichen Gruppengeruch zu verpassen. Gleich erscheint der "Neue" gar nicht mehr so bedrohlich und wird viel schneller in die bestehende Katzenfamilie aufgenommen).


Genauso hatte ich schon putzfaule Katzen, die 3 Wochen und länger mit Puder im Fell rumgelaufen wären, hätte ich ihn nicht selbst wieder ausgekämmt. Anscheinend hat dort weder der Puder selbst noch dessen Geruch gestört. Die meisten anderen waren zwar nicht allzu begeistert, haben es aber hingenommen, so nach dem Motto, die Oberkatze wird schon ihre Gründe haben, wenn wir gerade etwas Puder abbekommen. Und nur die oben erwähnte Etepetete-Katze ist vor dem Eingepudert werden geflüchtet wie der Teufel vor dem Weihwasser, was natürlich entsprechend berücksichtigt wurde. Denn *selbstverständlich* sollen sich die Katzen nicht gequält fühlen, ein verantwortungsbewusster Katzenbesitzer hat immer das Wohlergehen seiner Tiere im Hinterkopf - um welche Maßnahme es auch immer gehen mag, alles soll für die jeweilige Katze noch zumindest annehmbar bleiben.


Da wir die Katzen nicht befragen können, bleibt es also nur Spekulation und menschliche Eigeninterpretation, ob sie sich nun intensiv nach dem Baden putzen, weil sie sich tatsächlich so vor dem Shampoo-Duft grausen, dass sie ihn möglichst schnell wieder loswerden möchten, weil sie sich nur die Restfeuchte aus dem Fell schlecken, oder, oder... Wer so sehr Angst hat, seine Katze mit irgendwelchen Gerüchen zu belasten, wird hoffentlich auch in anderen Bereichen strikt darauf achten. D.h. falls die Katze mit ins Bett darf, ja kein Waschmittel oder Weichspüler mit Duftzusatz zu benutzen (bestimmt haben Sie es auch schon bemerkt - mindestens 1, 2 Tage nachdem das Bett neu überzogen wurde, duftet auch die Katze wie frisch gewaschen), gleiches gilt natürlich auch für jegliche Katzenbetten, -decken und dergleichen. Sicher ist man auch kein Raucher, denn es bleiben Zigarettengeruch samt der entsprechenden Schadstoffe im Fell hängen, die das Tier also nicht nur aus der Luft einatmet, sondern auch beim sich Putzen aufnimmt und die sich dann im Organismus einlagern. Schält bzw. isst man Zitrusfrüchte, hat man hoffentlich vorher seine Katze aus dem Zimmer gesperrt, denn den meisten Katzen sind Zitrusgerüche ein Graus. Keine Textilerfrischer, Raumsprays, Duftöle, Duftkerzen, Räucherstäbchen o.ä. (all denen man überdies so einige gesundheitlich ziemlich bedenkliche Inhaltsstoffe nachsagt). Usw. usf.


Ach ja, und eines der meistverkauften, erfolgreichsten Katzenstreus auf dem Markt, Kompaktstreu mit *Babypuderduft* (!), ist natürlich auch verboten. Nur zur Info - ich persönlich bin auf Düfte recht empfindlich, finde z.B. gerade Babypuderduft ziemlich öde und gehe dieser Duftrichtung auch möglichst aus dem Weg (hat eigentlich schon mal jemand erforscht, inwieweit *Babys* Babypuderduft mögen...?). Deshalb ist es für mich selbstverständlich, auch nur ein duftneutrales Katzenstreu zu verwenden - mit dem positiven Nebeneffekt, dass ich gleich merke, sobald das Streu trotz tägliches Ausschaufeln der benutzen Stellen leicht zu müffeln beginnt und vollständig ausgetauscht werden muss. Parfümiertes Katzenstreu überdeckt dagegen die Gerüche noch eine ganze Zeit lang für unsere Menschennasen, was für die Katzen selbst nicht unbedingt so angenehm ist, die sich vor eigentlich überfälligem Streu durchaus ordentlich grausen können.


Was aber die zahllosen Fans des Babypuderduftstreus wahrscheinlich ganz anders sehen dürften. Denn geht man mal im Internet diverse Produkt-Bewertungen durch, stößt man immer wieder auf enttäuschte Kommentare, sollte das Babypuder-Aroma aus irgendwelchen Gründen nicht mehr so intensiv sein, wie man es gewohnt war. D.h. je stärker der Geruch, desto lieber wird das Katzenstreu offenbar gekauft. Ist aber auch ok, denn m.E. muss und darf jeder für sich selbst entscheiden - oder was meint "Katzenverhaltenstherapeutin Anja" dazu? Da es von ihr ja schon als übelste Tierquälerei verteufelt wird, wenn im Höchstfall alle paar Wochen bis Monate - oder je nachdem auch nur ein, zwei Mal im Jahr etwas Babypuder- oder sonstiger "Pflegeduft" im Fell einer Katze landet, der nach ein paar Tagen vollständig verschwunden ist, was mag sie dann erst davon halten, wenn die Tiere bei jedem Klobesuch, d.h. jahrein, jahraus mehrmals täglich zwangsweise mit Babypuderduft konfrontiert werden...??


Ich stimme absolut zu, Katzen sollen nicht vermenschlicht werden. Aber genausowenig ist es angebracht, in ihnen immer noch das ursprüngliche Wildtier zu sehen, dem man ja nicht zu nahe treten darf. Immerhin leben wir mit unseren Katzen heute in einer mehr oder weniger engen Gemeinschaft, sind verantwortlich für ihr Wohlergehen. Und dazu gehört für mich definitiv der Zustand gepflegt und sauber, was auch immer jeder einzelne darunter verstehen mag - und natürlich abhängig von der jeweiligen Lebenssituation.


Bei einer Stall- oder Draußenkatze, die höchstens mal zum Fressen ins Haus kommt, wird man es vermutlich nicht krumm nehmen, wenn sie mal gelbe Pfoten hat oder dezent nach Misthaufen duftet. Bei einer Wohnungskatze, die mit ins Bett darf, wäre sowas dagegen wahrscheinlich ein K.O.-Kriterium. Auch sind so manche Ansichten von anno dazumal mittlerweile einfach überholt, sowohl in der Katzen- als auch in der Hundehaltung. Blättert man z.B. in alten Hundebüchern, stößt man unweigerlich auf die Warnung, "Bade nie einen Hund, sonst wird die wertvolle Schutzschicht der Haut zerstört, was zu Hautkrankheiten führen kann und das Tier in der kalten Jahreszeit viel schneller frieren lässt!". Heutzutage kann man aber speziell auf Hunde abgestimmte, hautschonende und rückfettende Shampoos kaufen (gleiches gilt natürlich auch für Katzen).


D.h. man *darf* Hunde inzwischen ohne schlechtes Gewissen baden. Trotzdem gibt es natürlich immer noch überzeugte Anhänger der "ja nicht baden"-Theorie, wohl hauptsächlich im Hundesport angesiedelt. Und dort mag es auch durchaus Sinn machen. Arbeitshunde, die ihr ganzes Leben mehr oder weniger im Freien verbringen, müssen ganz anderen Anforderungen entsprechen als ein durchschnittlicher, in der Stadt lebender Begleit- oder Schoßhund. Und in der Stadt hat man normalerweise auch keinen Wildbach oder ein anderes fließendes Gewässer mit frischem, gesunden Wasser in der Nähe, wo man mal schnell seinen Hund durchjagen kann, wenn das Fell zu speckig wird oder das Tier sich irgendwo frisch gewälzt hat. Also wird man bei einem Stadthund schon zwangsweise eher mal zur Brause, und wenn nötig, auch zum Shampoo greifen (müssen), möchte man beim Hundestreicheln keine braunen Röllchen auf den Handflächen bekommen oder vermeiden, dass die Nachbarn beim Vorbeigehen an der Wohnungstür noch riechen, dass der Hund 20 Minuten vorher den Eingang passiert hatte... (ich kenne einen solchen Fall... und frage mich, wie die Hundebesitzer so ein Tier in der Wohnung bloß aushalten).


Ich möchte an dieser Stelle nochmal betonen, niemand wird dazu gezwungen, seine Katze zu baden, Puder zu verwenden, oder sonstiges. Ich denke, jeder Katzenhalter sollte in der Lage sein, die Notwendigkeit oder Machbarkeit dieser oder jener Maßnahme bei seinem Tier selbst einzuschätzen. Natürlich gibt es Katzen, speziell wenn sie wenig menschenbezogen aufgewachsen sind oder gehalten werden, die sich vor Baden, Föhnen, usw. buchstäblich zu Tode fürchten oder panikartig ihren Besitzer samt der Umgebung in Streifen schneiden würden (manche Katzenhalter, besonders Männer, scheinen seltsamerweise auch noch stolz darauf zu sein, wenn sich das eigene Tier kaum händeln lässt und so ein "ursprüngliches Verhalten" zeigt - was das Zusammenleben von Mensch und Tier im Alltag sicher nicht unbedingt vereinfacht...). Dann wäre es tatsächlich Tierquälerei und ein wahres Verbrechen, so ein vorbelastetes Tier auf diese Weise zu stressen. Im Fall des Falles müsste halt dann der Tierarzt ran und eine Narkose setzen oder zumindest ein wirksames Beruhigungsmittel verabreichen, bevor irgendeine Behandlung oder eine unverzichtbare Pflegemaßnahme durchgeführt werden kann. Vielleicht kennt "Anja" ja nur solche Tiere, aber dann sollte man auch nur die eigenen Katzen und deren Verhalten beurteilen, nicht aber diejenigen anderer Leute.

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