liebe Kätzchen für liebe Menschen

 


© Renate Wald, Ciara's Ragdolls


Haarballen, Katzengras, Malzpaste...

 

 

 

Allgemeine Infos zu Haarballen


Ragdoll-Haarballen (helles Fell)
Zwar nicht sehr appetitlich, aber auch das gehört zur Katzenhaltung! Bei diesem mit einem trockenen Haarballen "verzierten" Teppich hatte der Katzenbesitzer übrigens noch Glück - nicht selten ist nämlich eine ganze Menge "Soße" mit dabei (Magensaft, Futterreste, gerade getrunkenes Wasser)... Je nach Fellfarbe ist auch der Haarballen unterschiedlich gefärbt. Hab' ich mich erschrocken, als ich das erste Mal einen Haarballen unseres schwarz-weißen American Curl-Katers fand! :-)

Wahrscheinlich wird jeder Katzenbesitzer früher oder später mit einem von seiner Mieze ausgewürgten Haarballen (Fachausdruck: "Bezoar") konfrontiert werden, zumindest bei einer reinen Wohnungskatze. Dabei scheint es eine Art Naturgesetz zu sein, dass der Haarballen stets so platziert wird, dass man garantiert strumpfsockig oder gar barfuß hineintritt! Ebenfalls sehr beliebt: Der Haarballen landet genau zwischen den Teppichfransen, mitten auf der (vor 10 Minuten frisch überzogenen) Bettdecke, oder an anderer exponierter Stelle - eben da, wo es die Katze gerade überkommt, sich zu erbrechen. Aber auch wenn es vielleicht nicht sonderlich erhebend sein mag, diverse "Hinterlassenschaften" aufputzen zu müssen, sollte man sich immer bewusst machen, dass man eigentlich froh sein kann, wenn es der Katze gelungen ist, ihren Magen auf diese Weise zu reinigen. Denn ein größerer Haarballen ist eine echte Belastung für das Tier, außerdem hat es schon Fälle gegeben, wo der Magenausgang oder Darm durch einen solchen Fellpfropfen so verstopft wurde, dass ein chirurgischer Eingriff nötig wurde. Das Erbrechen eines Haarballens ist also vollkommen normal und somit auch kein Grund zur Besorgnis.


P.S. Aufgrund einer entsprechenden Anfrage möchte ich noch schnell der Vollständigkeit halber erwähnen, dass es jedoch *nicht* normal ist, wenn eine Katze ständig würgt oder sich erbricht. Sowas hat i.d.R. nichts mit einem Haarballen-Problem zu tun und sollte schnellstmöglich von einem kompetenten Tierarzt abgeklärt werden (krankhafte Ursachen für permanentes oder zumindest häufiges Würgen/Erbrechen können z.B. sein: Magen-/Darmerkrankungen, Hals-/Rachenentzündung, Nierenerkrankungen, Fremdkörper im Magen/Darm, Störungen beim Abschlucken des Futters durch die Speiseröhre, etc., etc. Aber auch dauergestresste oder nervöse Katzen neigen dazu, sich regelmäßig zu erbrechen. Und es gibt Tiere, die sich direkt nach dem Fressen, insbesondere von Trockenfutter, erbrechen, wenn sie vorher "schon zu lange" einen leeren Magen hatten - da reicht oft schon ein ausgedehntes Nickerchen über ein paar Stunden).


Naturgemäß haben Langhaarkatzen i.d.R. häufiger mit Haarballen zu tun als Kurzhaarkatzen. Das Auftreten hängt auch von der Jahreszeit ab - während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst findet man öfter einen Haarballen als in den anderen Monaten. Aber wie bildet sich nun überhaupt ein Haarballen?

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Die Entstehung eines Haarballens


Ciara's Bahari-Alexandria, seal-colourpoint, 3 1/2 Monate alt. Besitzer u. Foto: M. Corti/C. Krause
Die mit rauhen Hornpapillen besetzte Zunge ist zwar ideal für die Fellpflege der Katze geeignet, allerdings wirkt sie für ausgeputzte Haare auch wie eine "Einbahnstraße" in den Magen

Die Katzenzunge ist an der Oberseite mit unzähligen kleinen, nach hinten gerichteten Hornpapillen ausgestattet, die beim Fressen die Ablösung von Fleisch vom Knochen unterstützen. Das bedeutet, wenn sich die Katze ausgiebig das Fell putzt, bleiben die dabei aufgenommenen Haare in diesen Häckchen hängen und können nicht mehr ausgespuckt, sondern nur noch abgeschluckt werden. Leider werden angesammelte Haare im Magen nicht verdaut, sondern müssen auf andere Weise ausgeschieden werden. Das gilt übrigens nicht nur für Katzen, sondern auch für Menschen... vor einiger Zeit konnte man in der Zeitung die weniger schöne Geschichte eines jungen Mädchen lesen, das schon von Klein auf ständig an ihren Zöpfen genagt und gelutscht hatte. Im Laufe der Jahre hatten sich so viele verschluckte Haare im Verdauungsapparat gesammelt, dass das Mädchen irgendwann notoperiert werden musste...

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Haarballen verhindern bzw. loswerden

 

- ausgewogene Ernährung


Zum Glück gibt es einige wirksame Methoden, die Haarballen-Bildung zumindest stark einzuschränken und der Katze zu helfen, vorhandene Haarballen loszuwerden. Sehr wichtig ist zunächst einmal eine ausgewogene Ernährung mit genügend hochwertigem Protein, was dazu beiträgt, den jährlichen Fellwechsel deutlich zu verkürzen und ein ganzjähriges Haaren zu minimieren. Leider hält die Qualität vieler handelsüblicher Katzenfuttermarken nicht, was die Werbung verspricht. Wenn Sie sich einmal näher über ideale Katzenernährung informieren möchten, wie man Katzenfutteretiketten richtig interpretiert, etc., kann ich Ihnen einen Besuch bei Cats Country wärmstens empfehlen.

 

 

- regelmäßiges Kämmen


Dandenong Tora-Rhianne, seal-mitted. Z: R. Howarth
Ausgekämmter Winterpelz mehrerer Katzen - wenn das alles in den Katzenmägen gelandet wäre...

In der Übergangszeit vom Herbst in den Winter und vom Winter ins Frühjahr (einige Katzen warten allerdings mit dem Abhaaren des Winterfells bis Ende Mai, Anfang Juni) sollten insbesondere Langhaarkatzen regelmäßig gekämmt werden. Damit wird gleichzeitig verhindert, dass zu viele lose Haare in der Wohnung verteilt werden und das Fell der Katze verfilzt.

 

 

- Haarballen-Spezialfutter


Wer sich nicht scheut, einmal genauer im Katzenklo nachzusehen, wird feststellen, dass auch bei der Fütterung mit normalem Trockenfutter ab und zu eine ganze Menge Haare mit dem Kot abgehen. Trotzdem kamen in den letzten Jahren einige neue Trockenfuttersorten auf den Markt, denen zusätzliche Pflanzenfasern und andere Stoffe beigefügt wurden, die für den Transport der Haare durch den Verdauungstrakt sorgen sollen, ohne dass sie vorher verklumpen. Für Katzen, die immer wieder große Probleme mit Haarballen haben, kann ein solches Spezialfutter recht nützlich sein. Allerdings möchte ja nun nicht jeder Katzenbesitzer nur wegen Haarballen gleich das ganze gewohnte Futter umstellen, außerdem scheint es, als würde einigen Katzen dieses Futter auch nicht so gut bekommen.


Eine Katzenbesitzerin, die zwei Ragdollgeschwister aus meiner Zucht beherbergt, berichtete mir, dass der Kater auf ein Haarballen-Spezialfutter Bauchweh und Verdauungsprobleme (Verstopfung) bekam. Ihre Recherchen im Internet ergaben, dass dieses Problem bereits bekannt ist, tatsächlich gab es Hinweise, dass vereinzelt Katzen nach Fütterung sogar einen Darmverschluss erlitten und operiert werden mussten. Da die Schwester des Katers das Futter einwandfrei vertrug, aber die beiden völlig unterschiedliche Fressgewohnheiten haben (der eine frisst pro Tag nur wenige Mahlzeiten, aber dann gleich größere Mengen, während der andere über den Tag verteilt viele kleine Häppchen zu sich nimmt), könnte ich mir vorstellen, dass die Bekömmlichkeit auch davon abhängt, wie viel auf einmal und in welchem Zeitintervall von diesem Futter aufgenommen wird. Außerdem sollte vielleicht zur Sicherheit darauf geachtet werden, dass sich bei Erstfütterung kein aktueller Haarballen mehr im Magen befindet. Nicht dass dieser ggf. noch durch die Pflanzenfasern in den Darm weitergeschoben wird, obwohl er für einen problemlosen Durchgang eigentlich schon zu groß ist.

 

 

- Katzenmalzpaste / Katzenmaltpaste


Ciara's Shenandoah-Neala, blue-colourpoint
Auch wenn die Katze die Malzpaste am liebsten gleich aus der Tube schleckt, sollt man Katzenmalt aus Hygienegründen besser vom Finger oder auf einem Tellerchen anbieten

Malzpaste wird in Kunststoff-, Metalltuben oder im praktischen Dosierspender angeboten. Durch einen hohen Ballaststoffanteil und die Bildung eines Art Gleitfilms im Verdauungstrakt werden einzelne Haare und kleinere bereits verfilzte Haarwürste auf natürlichem Weg über den Darm ausgeschieden. Begeisterte Katzenbesitzer, die ihren Tieren regelmäßig Malzpaste geben, berichten übereinstimmend, dass dies das Erbrechen von Haaren fast vollständig verhindert.


Wie der Name schon sagt, besteht Malzpaste hauptsächlich aus Malzextrakt, diversen Ölen und Fetten. Aber trotzdem kann die Zusammensetzung der verschiedenen Marken recht unterschiedlich sein. Ein Blick auf die Zutatenliste gibt weitere Auskünfte, wobei man leider nicht unbedingt mit allen Angaben etwas anfangen kann. Unter "pflanzliche Nebenerzeugnisse" kann sich theoretisch alles mögliche verbergen, sowohl wertvolle, als auch ggf. schwer verdauliche oder sogar allergieauslösende Stoffe. Aufmerksam sollte man auf jeden Fall bei den sog. "E-Nummern" werden. Die meisten gelten als unbedenklich, die synthetischen Konservierungsstoffe E 320 oder E 321 gehören jedoch zu den Bestandteilen, über die man durch Tierversuche oder andere Methoden herausgefunden hat, dass sie ggf. Überempfindlichkeitsreaktionen und Allergien hervorrufen können. Bei Tieren haben sich diese Stoffe im Körper angereichert und Lebervergrößerungen verursacht, manche Berichte erwähnen auch Krebsgeschwülste im Magen von Versuchsratten.


Keine Ahnung, ob es wirklich zutrifft, aber eine Theorie besagt, dass zusammen mit Malzpaste auch das Futter schneller ausgeschieden wird und deshalb bei regelmäßiger Gabe nicht genügend Vitamine und Mineralstoffe verwertet werden können (vielleicht sind deshalb einige Katzenmaltpasten mit zusätzlichen Vitamin- und Mineralstoffen angereichert???). Tatsache ist, dass Maltpasten recht kalorienhaltig sein können ("fördert die Energieversorgung"), d.h., während übliche Mengen bei normalaktiven Katzen buchstäblich nicht ins Gewicht fallen dürften, sollte man diese Zusatzkalorien bei stark übergewichtigen Katzen doch besser vom Normalfutter abziehen, um eine weitere Gewichtszunahme zu verhindern.


Manche Katzen bekommen durch Malzpaste einen etwas weicheren Kot (was nicht unbedingt negativ sein muss - gerade Tiere, die ständig an Verstopfung leiden und sich sonst im Katzenklo sehr plagen, fühlen sich dadurch geradezu erleichtert). Durchfall ist allerdings nicht erwünscht, kann aber im Einzelfall auftreten, besonders wenn Milchzucker im Spiel ist. Die klebrige Malzpaste besser nicht auf die Kleidung oder den Teppich kleckern, Flecken gehen nur schwer raus.


Die meisten Katzen sind ganz versessen auf Malzpaste und können gar nicht genug davon bekommen (deshalb verstecken einige Katzenbesitzer auch kleine Tabletten oder andere Medikamente für ihre Tiere darin - ob die Wirkung so in "Fett/Öl eingepackt" dann allerdings die gleiche ist??). Einigen wenigen graust es aber geradezu, wozu auch unsere Tora gehört. Da helfen auch keine Tricks, wie "Malzpaste auf Pfoten oder auf den Brustbereich schmieren, damit die Katze beim Sauberlecken auf den Geschmack kommt", es sieht wirklich so aus, als würde es Tora schon beim Geruch der Malzpaste schlecht. Man kann Katzenmalz natürlich auch ins Futter mischen, allerdings bevorzugen es viele Katzen pur. Wahrscheinlich gilt es für alle Malzpasten, zumindest aber für die Sorte, die wir ab und zu verwenden: die geöffnete Packung immer im Kühlschrank aufbewahren, damit die Inhaltsstoffe nicht verderben und sich die Öle nicht abspalten und auslaufen.


Offiziell wird meist die tägliche Gabe eines ca. 5 cm langen Strangs empfohlen. Katzenbesitzer, die ihren Katzen jedoch nur 2 - 3 x wöchentlich oder seltener je 2 oder 3 cm Katzenmalz anbieten, sind i.d.R. aber auch so mit der Wirkung zufrieden. Wer Katzenmalt ausprobieren möchte, sollte vielleicht erst mal nur eine kleinere Packung kaufen, um zu sehen, ob es von seinem Tier überhaupt akzeptiert wird. Der Preis dieses Produktes ist manchmal schon recht happig, da wäre es doch sehr schade, wenn man das meiste davon wieder wegwerfen müsste. Übrigens lohnt sich ein Preisvergleich, je nach Bezugsquelle gibt es hier teilweise große Unterschiede.

 

 

- Katzengras


Kirsty, blue-mitted Ragdoll
Ein Topf frisches Zyperngras lässt das Katzenherz höher schlagen!

Auch Wohnungskatzen, die noch nie nach draußen kamen, scheinen instinktiv zu wissen, dass Pflanzenfasern grundsätzlich eine prima Verdauungshilfe sind. So vergreifen sich einige Katzen gerne an den Zimmerpflanzen ihres Besitzers oder knabbern sogar an künstlichem Grünzeug (unsere Neala liebt hier besonders Deko-Efeu mit Blättern aus Stoff - was ich allerdings weniger schätze), wenn sie einen Haarballen loswerden möchten und kein Katzengras zur Verfügung steht. Grashalme wickeln sich um das Haarknäuel im Magen, was einen Würgreiz auslöst. So lässt der "Erfolg" normalerweise nicht lange auf sich warten... oft schon wenige Minuten, manchmal aber auch erst ein paar Stunden nach Verzehr entledigt sich die Katze eines nun meist grüngefärbten Haarballens (oder es wird erst mal nur ein bisschen Magensaft mit ein oder zwei Halmen garniert ausgespuckt), man sollte also gewappnet sein...




Katzengras aus der Natur


Blue Bayou Chica, blue-colourpoint, u. Blue Bayou Chippa, seal-bicolour. Z.: S. Röthlisberger. B. + Foto: L. Durand

Manche Katzenbesitzer pflücken ihren vierbeinigen Lieblingen regelmäßig im eigenen Garten oder auf einer Wiese (möglichst weit von der Straße - Autoabgase! - und vom Wegrand - Hundeurin, Wurmeier! - enfernt) ein Büschel frische Grashalme, das ins Wasser gestellt gut ein paar Tage aushält. Oder es wird ein Stückchen Rasen gestochen und mit etwas zusätzlicher Erde in einen Blumentopf gepflanzt (wer seiner Katze bei dieser Gelegenheit gleich ein bisschen Liegewiese gönnen möchte, kann ein etwas größeres Rasenteil bzw. ein Stück Rollrasen z.B. in eine leere, frische Katzenklo-Unterschale einpflanzen).

 



Selbst ausgesätes Katzengras


Aussaat-Schale mit Katzengras
6 Tage nach Aussaat hat sich bereits ein dichter "Rasen" gebildet und kann der Katze zum Fressen angeboten werden

Eine weitere Möglichkeit ist die Aussaat von Grassamen, Getreidekörnern (Hafer oder Weizen), oder Vogelfutter für Wellensittiche bzw. Kanarienvögel in einer flachen Schale mit Erde. Im Fachhandel gibt es fertige Katzengras-Schnellkeimer- /Samenmischungen zum Selbstanbau. Diese Granulatmischung muss angefeuchtet ca. 1 Woche warm und hell stehen, bis das Gras aufgegangen und so gewachsen ist, dass es der Katze serviert werden kann. Das Gras bleibt länger frisch, wenn man es nach dem Fressen an einem etwas dunkleren, kühleren Ort aufbewahrt und hält ungefähr 2 Wochen. Ist die Schale zu feucht, siedeln sich gerne winzige Fruchtfliegen an, die bald die ganze Wohnung bevölkern, oder der Inhalt beginnt zu schimmeln. Für eine einzelne Katze ist die abgepackte Portion meist zu groß, bis das Gras vollständig verbraucht wäre, sind die Halme längst verwelkt. So teilen viele Katzenbesitzer das Granulat in mehrere kleine Portionen auf, die erst nach und nach in einem größenmäßig angepassten Schälchen oder in einen normalen Blumentopf mit Erde eingesät werden.


 

Zyperngras


Unsere Katzenfamilie beim "Grasen"

Einige Katzen bevorzugen jedoch deutlich das etwas knackigere Zyperngras (Cyperus), wovon es weltweit über 600 Arten gibt, die alle zur Familie der Ried- oder Sauergräser gehören. Das in Zoohandlungen oder Gartencentern ebenfalls meist unter der schlichten Bezeichnung "Katzengras" angebotene Zyperngras zeichnet sich durch viele lange, buschig gewachsene Halme aus. Die eigentlich für Zyperngras typischen, oben mit Blattrosetten und den kleinen sternförmigen weißen Blüten besetzten, dicken Stiele bilden sich meist erst längere Zeit nach dem Kauf. Da so ein Zyperngras nur ein paar Euro kostet, sehen es viele Katzenfreunde als eine Art Wegwerfartikel an und tauschen den Topf spätestens alle paar Wochen aus, was eigentlich schade ist. Zyperngras hält nämlich "ewig", wenn man es richtig pflegt und den Topf so aufstellt, dass er von der Katze wirklich nur zum Gras fressen aufgesucht wird (sonst werden die Halme schnell plattgedrückt oder spielerisch ausgerissen, so dass man den ganzen Topf tatsächlich in kürzester Zeit vergessen kann).


Leider fehlt mir heute der geeignete Stellplatz, aber früher war ich mit der folgenden Methode erfolgreich: Ich pflanzte zweimal je zwei Töpfe Zyperngras in einen neuen Topf zusammen und stellte das ganze in wasserdichte, mindestens zwei bis drei Nummern zu große Übertöpfe, damit viel Wasser hineinpasst. Die Töpfe wurden nun rechts und links auf ein Fensterbrett gestellt, und eben nur von den Katzen aufgesucht, wenn sie tatsächlich das Bedürfnis nach Grünzeug hatten. Da es gleich zwei große Töpfe waren, wurde keiner davon je richtig abgefressen, so dass das Zyperngras nach einiger Zeit zwar vielleicht nicht mehr so schön und lang war, aber doch immer grün und saftig blieb und stets neue Triebe nachkamen. Tatsächlich knabberte unsere Chayene am Morgen gleich nach dem Aufstehen und noch vor dem Frühstück regelmäßig an einem der Töpfe, interessanterweise hat sie die gefressenen Halme nie ausgebrochen. Man sagt jungen Triebspitzen ja nach, dass sie viele wertvolle Stoffe wie z.B. Folsäure beinhalten, die eine Schlüsselrolle bei lebenswichtigen Vorgängen im Körper spielen, daher nehme ich an, dass Chayene einfach die Inhaltsstoffe brauchte (oder sie sah das bisschen Grün am Morgen als eine Art Vorspeise an, wer weiß...).


Das Zyperngras ist eine Sumpfplanze, d.h. es muss ordentlich im Wasser stehen. Der Pflanzenballen darf nie austrocknen, vertrocknete Blattspitzen weisen überdies auf eine zu trockene Luft hin. Ideal ist entkalktes Gießwasser, außerdem ab und zu mit einer Pflanzenspritze besprühen. Zyperngras fühlt sich an einem halbschattigen bis leicht sonnigen Plätzchen am wohlsten. Normalerweise wird empfohlen, Zyperngras in der Wachstumsphase ca. 1 x wöchentlich zu düngen. Wenn man sich tatsächlich dazu entschließt, trotz Katze zu düngen (ich hatte ein und dieselben Töpfe oft bis zu 2 Jahre, da wird doch irgendwann mal eine Düngung fällig), ausschließlich einen Marken-Flüssigdünger verwenden, der auch für Gemüse geeignet ist. Und unbedingt darauf achten, dass die Katze nichts vom Dünger selbst erwischt oder das Düngewasser aus dem Übertopf schlabbern kann, schließlich soll sie sich ja nicht vergiften! Wer ein Aquarium mit Süßwasserfischen besitzt, ist fein raus: Das abgesaugte Wasser aus dem wöchentlich notwendigen Teil-Wasserwechsel ist meist von Haus aus relativ kalkarm und eignet sich auch sonst super als Gießwasser, zusätzliches Düngen ist nicht mehr nötig. Aber bitte nie mit Aquariumwasser gießen, wenn sich gerade Medikamente im Becken befinden! Zyperngras kann übrigens auch direkt an den Hintergrund oder die Ränder des Aquarium gepflanzt werden. Vermehrt wird Zyperngras entweder durch eine Teilung des Ballens, oder einfach einen der Stiele mit den Blattrosetten umgedreht (also mit den Blättern nach unten) ins Wasser stellen und warten, bis sich Wurzeln bilden, danach einpflanzen.


Eine Gefahr des Zyperngrases und einiger anderer härterer Gräser überhaupt darf jedoch nicht verschwiegen werden: die Scharfkantigkeit der Halme! Hier haben sich tatsächlich schon einige Katzen innerlich oder äußerlich verletzt, Gott sei Dank blieben meine Katzen bis dato davon verschont.


Mit viel Pech kann sich auch ein Grashalm in den Rachen-/Nasenraum schieben, der sich dann ggf. für lange Zeit nicht mehr von der Stelle rührt, in Einzelfällen sogar operativ entfernt werden muss. Vor vielen Jahren habe ich so etwas selbst einmal bei einer Katze erlebt, die wochenlang ab und zu nieste, aber zum Glück ansonsten topfit war. Ich dachte, mich trifft der Schlag, als irgendwann eine grüne Blattspitze aus einem Katzen-Nasenloch rausschaute. Schließlich kam ein mehrere Zentimeter langer Halm zutage, der so frisch aussah, als wäre er erst gerade eben abgepflückt worden. Andere Katzenbesitzer berichteten von Fällen, wo die Katzen richtige schwere Katzenschnupfensymptome zeigten und sogar ein verändertes Blutbild aufwiesen. Natürlich schlugen hier sämtliche Behandlungsmethoden fehl, und erst als das Corpus Delicti entdeckt und entfernt war, ging es wieder aufwärts. Also wenn Ihre Katze die Möglichkeit hat, Gras zu fressen (das gilt auch für Freilaufkatzen!), bei Niesen und ähnlichen Symptomen stets auch an die Möglichkeit denken, dass evtl. ein Grashalm im Rachen-/Nasenraum festsitzt.


 

Zimmerbambus


"Zimmerbambus"

Diese Pflanze (Pogonatherum paniceum) wird zwar gerne unter dem Namen Zimmerbambus, Minibambus oder Bambusgras verkauft, tatsächlich handelt es sich aber um ein Seychellengras aus Asien, mit einer engen Verwandschaft zum Zuckerrohr. Mit dieser Pflanze habe ich zwar selbst keine Erfahrung, aber Katzen sollen es mit Begeisterung fressen, und oft wird es in Katzenboutiquen und Gartencentern gleich neben dem Zyperngras angeboten.


Zur Pflege habe ich folgende Infos gefunden: Anscheinend fängt das Seychellengras schnell an zu blühen und wird dann - sofern es bis dahin sowieso nicht schon von den Katzen restlos abgefressen ist - gerne gelb und unansehlich. Rettungsmaßnahmen: den Blätterschopf beherzt abschneiden, die Erde etwas düngen (bitte beachten Sie auch hier die Dünge-Hinweise, s. Absatz Zyperngras), eine durchsichtige Plastikfolie mit einigen kleinen Löchern darüber, damit die Luft rund um den Topf feucht bleibt, die Pflanze aber noch atmen kann, und abwarten, bis sich die ersten frischen Neu-Triebe zeigen. Bei guter Pflege (heller Standort, höhere Luftfeuchtigkeit - also öfters mal besprühen - den Ballen nie austrocknen lassen, im Sommer regelmäßig düngen und einmal jährlich umtopfen) sowie Schutz vor "Katzenfraß" :-) kann diese attraktive, elegante Pflanze bis zu 80 cm hoch werden.


 

Grünlilie


Grünlilie, gestreift. Foto: L. DurandWer kennt sie nicht, die unverwüstliche Grünlilie (Chlorophytum)! Eine Zeitlang als altmodische "Omapflanze" geschmäht, hat sie doch in Büros und anderen schwierigen Umgebungen tapfer überlebt und kommt nun langsam wieder in Mode. Die Sorten mit einem weißen oder gelben Mittelstreifen sind meist etwas verbreiteter als die einfarbig grüne Form, insgesamt gibt es um die 100 verschiedene Arten, die ursprünglich in Amerika und in den Tropen Afrikas beheimatet sind. Da die Grünlilie schnell wächst und an langen, grazil herabhängenden Trieben viele kleine Ableger bildet (die Katzen sowieso dazu animieren, mit der Pfote danach zu hangeln und hineinzubeißen :-)... ), kamen Katzenfreunde bald auf die Idee, ihren Miezen die grundsätzlich ungiftige Grünlilie als "Grünfutter" anzubieten.


Man sagt der Grünlilie allerdings nach, dass sie durch ihre Blätter die Luft von Schadstoffen wie Nikotin und sogar Formaldehyd reinigen kann. Besonders in der heutigen Zeit eine eigentlich recht positive Eigenschaft, gleichzeitig aber auch der Knackpunkt, warum man meiner Meinung nach die eventuell mit Gift aus der Umgebung angereicherten Grünlilienblätter nicht unbedingt bewusst seiner Katze geben sollte, ganz besonders in einem Raucherhaushalt. Sicher schadet es nichts, sollte die Katze mal beim Spielen ein Häppchen erwischen, aber wahrscheinlich ist es besser, wenn man sich an der Grünlilie lieber nur als dekorative Zimmerpflanze erfreut und den Topf so aufstellt oder hochhängt, dass die Katze nicht hinkommt. Grünlilien kommen in einer Blumenampel sowieso am besten zur Geltung.


Grünlilie, grüne Form. Foto: L. DurandAnsonsten ist die Grünlilie von der Pflege her, wie schon oben erwähnt, recht genügsam. Ein heller Standort ohne direkte Sonnenbestrahlung ist ideal. In praller Sonne bleichen die Blätter dagegen aus, und in zu trockener Wohnungsluft werden die Blattspitzen oft braun, obwohl die Grünlilie dank ihrer dickfleischigen Wurzeln auch mal einige Zeit ohne Wasser auskommt. In der Wachstumszeit ab und zu düngen (kleine Anmerkung am Rande: ich habe mal von einer Katze gelesen, deren Leber vollkommen zerstört wurde, nachdem sie eine stark mit Eisen angereicherte Grünlilie gefressen hatte. Der Katzenbesitzer berichtete, dass die Pflanze mit einem Billig-Dünger mit extrem hohen Eisenanteil gedüngt worden war, den die Grünlilie offensichtlich gespeichert hatte. Also auch in dieser Hinsicht besser vorsichtig sein!). Die Vermehrung ist denkbar einfach: die Ableger von der Mutterpflanze abtrennen und ins Wasser stellen, nach ca. 14 Tagen haben sich genügend Wurzeln gebildet, so dass die Jungpflanzen eingepflanzt werden können.


 

Schnittlauch


Schnittlauch

Auch wenn Schnittlauch irgendwie grasähnlich aussieht und von manchen Katzen sogar gerne und ohne negative Folgen geknabbert wird, ist er doch besser im Salat als im Katzenmagen aufgehoben. Schnittlauch als solcher ist zwar nicht giftig für Katzen, sein scharfer Pflanzensaft kann die Magen- und Darmschleimhäute jedoch so reizen, dass man sich nicht wundern darf, wenn ein Tier daraufhin unter Durchfall oder ernsthaftem Erbrechen leidet, oder sich überhaupt langfristige Verdauungsprobleme einstellen. Deshalb meine Empfehlung: zur Sicherheit jegliche Fressversuche der Katze unterbinden bzw. am besten Schnittlauch-Töpfe gleich außer Katzenreichweite aufstellen.


 

Hinweise zum Kauf


Da man nie weiß, ob eine Pflanze - auch wenn sie speziell zum Verzehr durch die Katze angeboten wurde - nicht doch mit irgendwelchen Pflanzenschutzmitteln oder ähnlichem in Kontakt kam, gleich nach dem Kauf alle Blätter und den Topf gründlich mit Wasser abduschen! Bevor Sie eine neue Pflanze mit nach Hause nehmen, sollten Sie die Pflanze und die Erde am besten überhaupt erst mal auf Spuren von Schädlings- oder Schimmelbefall überprüfen. Es schadet auch nichts, wenn man ein wenig auf den Stellplatz der Katzengras-Töpfe achtet. Letzthin kam ich an einer Katzenboutique mit einer wegen der draußen herrschenden sommerlichen Temperaturen von früh bis spät offenen Ladentüre vorbei. Gleich neben dem Eingang war das Regal mit dem Zyperngras und Zimmerbambus aufgestellt, die somit voll den Autoabgasen der vielbefahrenen Straße davor ausgesetzt waren. Sorry, aber das würde ich für meine Katzen nie kaufen!

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Text, Fotos und Gestaltung von Renate Wald, außer anders angegeben. Illustrationen von Lallas Countrystyle und R. Wald, sowie C.ountry Patch C.ollections. Alle Ragdoll-Illustrationen, Texte, usw. wurden jeweils in stunden-, teilweise tagelanger Arbeit speziell für diese Website gefertigt, andere Illustrationen z.T. käuflich erworben; die Veröffentlichungsrechte der Fotos liegen bei den jeweiligen Fotografen. Bitte haben Sie deshalb Verständnis, dass es nicht gestattet ist, Bilder oder andere Elemente dieser Website ohne ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung herunterzuladen und auf anderen Websites, in Chatrooms, Diskussionsforen oder ähnlichem zu verwenden/zu verbreiten. Disclaimer