liebe Kätzchen für liebe Menschen

 

 

FIFe-Weltausstellung Wien/Österreich
(13./14. November 2004)

 

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Vorwort: Eigentlich wollte ich nur die anwesenden Ragdolls auf der FIFe Weltausstellung Wien fotografieren und ein paar zusätzliche Fotos für einen geplanten Artikel über Katzenausstellungen im Allgemeinen aufnehmen. Aber dann ist doch so viel Material zusammengekommen, dass ich folgende Seiten und einen persönlichen Erlebnisbericht zusammenstellen konnte. Leider fehlt nun das eine oder andere Bild, das für die Komplettierung eines Weltausstellungsberichts toll gewesen wäre. Fotos von der Tierarztkontrolle, den anderen Verkaufsständen, lustige oder interessante Schnappschüsse, etc. sind deshalb herzlich willkommen, ich würde mich riesig über entsprechende Zusendungen freuen!

Wegen der vielen Bilder ließ sich eine längere Ladezeit leider nicht ganz vermeiden. Übrigens - wer sich nur für die Ragdollfotos interessiert - einige finden Sie auf Seite 6, und dann alle anderen Raggies ab Seite 9. American Curls sind auf Seite 5 abgebildet.




Wien - Rathaus
Foto: Angela Kalista
Wien - eine faszinierend schöne Stadt und stets
eine Reise wert! Hier ein Blick auf das Rathaus mit dem Christkindlmarkt, der an diesem Ausstellungswochenende eröffnet wurde

Da die einmal jährlich in jeweils anderen FIFe-Ländern stattfindende Weltausstellung doch immer etwas ganz besonderes und Wien von München "nur" ca. 480 km entfernt ist, musste ich nicht lange überlegen, als mich meine Freundin Ellen fragte, ob ich sie zur Ausstellung begleiten würde. Während Ellen ihre beiden blue-bicolour Kater Usti (kürzlich kastriert) und den gerade 6 Monate alten Mickey gemeldet hatte, hatte ich gerade keine für die Ausstellung geeignete Katze und würde daher nur als Besucher mitkommen (wer Ellen nicht kennt - sie ist keine Züchterin, liebt es aber, ihre "Jungs" auszustellen).


Nach einer gemütlichen Autofahrt erreichten wir am Freitag abend unser Hotel, eines der offiziellen Ausstellungshotels. Als Ellen unsere Zimmer gebucht hatte, war ich eher skeptisch. Irgendwie hatte ich das Hotel stets für einen "Luxustempel" gehalten, viel zu teuer für den durchschnittlichen Aussteller. Wann immer ich in Wien war, hatte ich daher stets in einer kleinen Pension gleich neben dem Hotel übernachtet, die aber diesmal bereits ausgebucht gewesen war. Ellen hatte deshalb versucht, mir das Hotel schmackhaft zu machen, indem sie seine im Internet beschriebene Ausstattung anpries und mir insbesondere das Schwimmbad und die Sauna ans Herz legte ("du musst unbedingt deine Schwimmsachen mitnehmen!!"). Aber da man an einem Ausstellungswochenende meist sowieso nicht großartig Zeit für solche Extras hat und ich mir persönlich auch nicht so viel aus Hotelschwimmbäder und -saunen mache, hatte mich eher der Sonderpreis für Katzenaussteller überzeugt.


Teppichboden
Grusel, grusel - der Teppichboden im Hotelzimmer...

Der leicht abgetretene Teppich in der Eingangshalle des total überheizten Hotels war etwas überraschend, und als ich das englischsprachige Schild im Aufzug sah, dass ausgerechnet das Schwimmbad und die Sauna außer Betrieb wären, musste ich doch schmunzeln. Leider hatte ich nur kurz Freude an meinem Zimmer. Nach dem Licht anknipsen sah ich, dass der Badezimmerboden überflutet war, und so zog ich vom 3. in den 1. Stock um, nun weit von Ellens Zimmer entfernt. Aber auch diese Unterkunft wirkte nicht gerade einladend. Ein fleckiger Teppichboden mit abstehender Teppichbodenleiste, ziemlich abgewohnte Möbel, ein defekter Fernseher, eine eher fragwürdig aussehende Badewanne, und ähnliches waren wenig beeindruckend. Zumindest sahen die Betten ziemlich neu aus und waren auch bequem. Das und der schon erwähnte Sonderpreis anlässlich der Katzenausstellung (46 Euro plus ggf. 6 Euro für Katzen, anstatt des normalen Listenpreises von 111 Euro für ein Einzelzimmer), machten das ganze noch einigermaßen erträglich.

 


Noch ein paar Hotelzimmer-Eindrücke:

Lüftung im Bad über dem Waschbecken Wand parallel zum Bett
Zimmerfenster Lampe neben dem Bett

 



Heizkörper im Zimmer
Meine "Klimaanlage"  :-)))

Außerdem war ich im Gegensatz zu anderen Hotelgästen auch in der glücklichen Lage, meinen anfangs bullernden Heizkörper komplett abdrehen zu können. Ellen z.B. musste mehrfach während der Nacht aufstehen, um wenigstens für ein oder zwei Minuten das Fenster zu öffnen, sonst wäre die Hitze im Zimmer nicht auszuhalten gewesen (wegen der Katzen und einem ziemlich heftigen kalten Wind draußen konnte man nicht dauerhaft lüften). An meinem Zimmerfenster prangten übrigens zwei vergilbte Aufkleber mit der Bitte, die Fenster geschlossen zu halten, damit a) keine Insekten in den Raum gelangen, und b) die Klimaanlage richtig arbeiten kann. - Klimaanlage???? Auch andere Kleinigkeiten waren bemerkenswert, wie z.B. das Schild an den Lifts, man solle bitte nur den Knopf der Richtung drücken, in die man fahren möchte - witzigerweise gab es aber nur einen einzigen Knopf, und zwar in Richtung nach unten. Alles in allem strahlte das Hotel einen verwelkten Charme der späten 70er/frühen 80er aus - einmal gebaut und nichts mehr daran gemacht, und man fragt sich, wie und vor allem wann es wohl zu seinen 4 Sternen gekommen sein mag...


Mittlerweile waren auch Nadja und Olaf, Mickeys Züchter, per Flugzeug aus der Schweiz angekommen. Auch sie hatten keine eigene Katze dabei, sondern kamen nur als Ausstellungsbesucher und zur "moralischen Unterstützung" :-). Wer zum ersten Mal nach Wien kommt, sollte es sich keinesfalls entgehen lassen, diese faszinierend schöne Stadt ausgiebig zu erkunden. Aber zumindest Ellen und ich waren ja schon mehrfach in Wien gewesen, außerdem war es bereits relativ spät. Daher waren wir alle damit zufrieden, das Abendessen gemütlich im Hotel einzunehmen - großer Fehler! Ich will Ihnen die Details ersparen, nur soviel: der Service war mehr als bescheiden, und auch die Gerichte ließen aus den verschiedensten Gründen zu wünschen übrig, gekrönt von kleinen, grünen Krabbeltierchen in Nadjas Salat.


Kennen Sie die Realityshow aus dem Fernsehen "Ich bin ein Star, holt mich hier raus"? Die Teilnehmer der Dschungelshow wären wahrscheinlich vor Dankbarkeit auf die Knie gefallen, hätten sie es nur mit Salat-Läusen zu tun gehabt, anstatt mit fetten Maden und ähnlichen "Köstlichkeiten"... . Uns war es aber spätestens da zuviel, und noch am Restauranttisch sitzend reservierte Olaf per Handy für den nächsten Abend in einem nahegelegenen "Kellerstüberl" Plätze für uns. Dieser Tipp kam von Ellens Nachbar zuhause, der einige Monate vorher aus beruflichen Gründen eine Woche in unserem Hotel gewohnt, und der sie allerdings auch gleichzeitig vorab vor dem Hotelessen gewarnt hatte (warum hatte uns Ellen das nicht schon eher gesagt??). Olaf war so enthusiastisch, dass er die Adresse des Stüberls auf dem Weg in unsere Zimmer gleich an mehrere andere Katzenleute weitergab, die wegen ihres Abendessen ebenfalls nicht sehr glücklich aussahen (einige waren aus ihrem Frust heraus sogar ganz ohne Bezahlung aufgestanden und gegangen, was allerdings auch nicht ganz korrekt war. Es war ja nicht alles schlecht gewesen, wir hatten deshalb unsere Rechnung nur entsprechend gekürzt).

 



Halleneingang
Willkommenschild über dem Halleneingang

Nadja und Olaf schliefen noch, sie wollten später mit dem Taxi nachkommen, als wir - Ellen und ich - uns am Samstag Morgen ins Auto setzten. Ellen lässt sich die Fahrtbeschreibungen sonst immer vom ADAC erstellen, diesmal hatte sie die Route "vom Hotel zur Ausstellungshalle" von einer österreichischen Website ausgedruckt. Vermutlich haben wir eine Anweisung falsch interpretiert, denn nach einem perfekten Fahrtbeginn standen wir plötzlich vor einer Sackgasse. Nur Fußgängern und Radfahrern wäre es möglich gewesen, dem vorgegebenen Weg zu folgen. Eine ganze Weile versuchten wir, um diese Sackgasse herumzukommen, doch ohne Erfolg. Ellen wurde langsam nervös, und zum ersten Mal vermisste ich meine Katzen nicht, sondern war froh, dass sie gemütlich und sicher zu Hause saßen. Endlich, nach etlichen Irrungen und Wirrungen, war die Halle in Sicht. Wir erwischten einen der letzten Parkplätze, ein ganzes Stück von der Halle entfernt, deshalb beschlossen wir, nicht nur die Katzen, sondern auch gleich den anderen Ausstellungskram mitzuschleppen (inkl. der beiden Stühle, denn eine alte Ausstellerregel besagt "gehe niemals ohne Stühle, du weißt nicht, was dich auf der Ausstellung erwartet"). Der kalte Wind war noch immer ziemlich unangenehm, und wir waren froh, als wir endlich die Halle erreichten.


Richterlisten
Gedrängel am Morgen vor den Richterlisten

Obwohl wir schon recht spät dran waren, lagen wir doch noch in der Zeit. Ich bin mir in punkto Tierarztkontrolle nicht ganz sicher, aber ich habe um die 10 Tierärzte gezählt. Die Untersuchung der Katzen und Kontrolle der Impfpässe ging flott voran (ob ausländische Tiere gechippt waren - seit 1. Oktober 2004 zumindest bei Grenzübertritt Pflicht - wurde dabei, soviel ich mitbekam, nicht überprüft). Bei der Aushändigung der Ausstellungsunterlagen wurde Ellen gesagt, sie solle nach den deutschen Fähnchen auf den Käfigen Ausschau halten, denn die Aussteller seien nach Ländern aufgeteilt.


Besucherkasse
   Wo vorher die Tierarztkontrolle stattfand, war nun die Besucherkasse

Die erste Enttäuschung... Es ist sicherlich sehr ausstellerfreundlich, wenn alle Katzen eines Besitzers nebeneinander untergebracht sind, egal welcher Rasse oder Farbe sie angehören. Aber ich hörte mehr als eine Stimme, dass man die meisten anderen Aussteller aus seinem Land normalerweise bereits kennt und es gerade bei einer Weltausstellung viel mehr Spaß macht und interessanter ist, auch etwas von ausländischen Ausstellern seiner Rasse mitzubekommen (wobei auch längst nicht alle Katzen einer Rasse aus einem Land nebeneinander in der jeweiligen "Landesreihe" platziert waren).


Ausstellungsbesucher
Die ersten Ausstellungsbesucher

Vielleicht wäre es im Zuge der Computertechnik ein machbarer Kompromiss, grundsätzlich alle Katzen einer Rasse nacheinander zu platzieren, dabei aber nicht nach Farben und Versionen aufzuteilen. So hätten die Aussteller von Katzen einer Rasse in unterschiedlichen Farben immer noch die Möglichkeit, ihre Tiere nebeneinander zu haben, wären aber trotzdem im unmittelbaren Umfeld (fast) aller anderen Aussteller der gleichen Rasse. Sollte jemand verschiedene Rassen ausstellen, könnte der Aussteller auf seiner Meldung entweder ankreuzen, bei welcher Rasse er mit seinen Tieren sitzen möchte, oder es entscheidet die Zahl der Katzen, die überwiegt (bei einer Maine Coon und zwei Ragdolls ist der Aussteller mit all seinen Katzen bei den Ragdolls platziert).


Vorbereitungen vor dem Richten
Letzte Vorbereitungen vor dem Richten (Alva Uddin/S und... ?)

Jedenfalls wartete ich mit Usti und Mickey und dem Ausstellungsgepäck am Ende der deutschen Reihe, während Ellen nach ihren beiden Käfigen suchte. Da alle Käfignummern bunt durcheinandergewürfelt waren, war dies verständlicherweise kein so leichtes Unterfangen, aber ich konnte es kaum glauben, dass Ellen einfach nicht fündig wurde. So machte ich mich schließlich selbst auf die Suche, aber tatsächlich, keine Käfige mit ihren Nummern im deutschen Karree. Nach einiger Zeit vergeblicher Suche war Ellen verzweifelt und den Tränen nahe, kurz davor, ihre Katzen zu nehmen und wieder heimzufahren. Ich konnte ihr absolut nachfühlen und tat mein Bestes, sie davon zu überzeugen, dass sich bestimmt bald alles in Wohlgefallen auflösen würde. Und wieder war ich happy, dass ich keine eigene Katze dabei hatte.


Ellen beim Einrichten ihrer "Notkäfige"
Gleich dürfen Mickey und Usti *endlich* aus ihren Kennels

Selbst die Ausstellungsleitung konnte Ellens Käfige nicht finden. Schade, dass kein Hallenplan zur Verfügung stand, sonst hätte man gleich nachsehen können, an welcher Stelle die beiden Käfige eingezeichnet waren. Vielleicht war ja jemand anderer mit seinen Katzen darin eingezogen, irgendwo mussten sie doch sein?! Alles in allem hatten wir nun fast eine Stunde nach Ellens Käfigen gesucht - eine Stunde, in denen Usti und Mickey inmitten des ganzen Ausstellungstrubels in ihren Kennels ausharren mussten. Schließich brachte jemand einen der kleineren Doppelkäfige, so wie sie in den Richterbereichen vorbereitet waren, und platzierte ihn vor einem Reiheneingang. Ellen konnte sich nun endlich an die Käfigeinrichtung machen, begleitet von den teils mitleidigen, teils zweifelnden/seltsam faszinierten Blicken der anderen Aussteller in dieser Reihe.


Ausstellungskatalog
Austellungskatalog Wien

Im Moment konnte ich mich nicht weiter nützlich machen, deshalb begann ich die Halle zu erkunden und mich nach einem eigenen Ausstellungskatalog umzusehen. Da ich vorhatte, alle anwesenden Ragdolls mit ihren Besitzern zu fotografieren, war der Katalog unverzichtbar, um überhaupt erst mal alle Raggies zu finden und zu notieren, wer wer auf den Filmen ist. Obwohl der Katalog 8 Euro kostete, war er, soweit ich hörte, bereits frühzeitig am ersten Ausstellungstag ausverkauft (leider machte mein Exemplar wegen extremer Nutzung :-) schon am Samstag abend schlapp, und ich hatte die Ragdoll-Seiten einzeln in der Hand).

 

Ellen total geschafft!
Ein redlich verdientes Erholungspäuschen

Als ich nach dem Katalog-Kauf den Gang entlangschlenderte, fand ich eine ziemlich geschafft aussehende Ellen mit einem Abkühlungsgetränk und einer Nervenberuhigungszigarette in der Hand in einer stillen Ecke. Ellen war gerade vorhin nochmal mit ihren Katzen umgezogen, und zwar diesmal in ihre richtigen Käfige... Aber weder sie noch die Ausstellungsleitung hatten ihre Käfige gefunden, sondern es war Doris, einer befreundeten Ragdolllzüchterin aus der Schweiz, zu verdanken. Doris hatte bemerkt, dass ihre Nachbarkäfige noch immer leer waren und sich nach einem Blick in den Katalog - wem gehören die Katzen? - auf die Suche nach Ellen gemacht. Doris, du bist ein Schatz!


Einsames deutsches Fähnchen...
    Lokalpatriotismus  ;-)
Zusammen mit zwei weiteren deutschen Ausstellern war Ellen nun zwischen norwegischen und Schweizer Ausstellern platziert, deutlich entfernt von der offiziellen deutschen Reihe. Damit man dazwischen nicht total unterging, hatten die benachbarten Maine Coon-Züchter ein deutsches Fähnchen aufgetrieben...




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