liebe Kätzchen für liebe Menschen

 

 

Ausstellungs-Anekdoten

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Dass es auf Katzenausstellungen gar nicht immer so eintönig und bierernst zugeht, wie immer behauptet wird, beweisen die kuriosen Anekdoten, die der eine oder andere Aussteller gelegentlich zum Besten gibt. Solche lustigen, aber auch rührenden oder auf andere Art denkwürdigen Geschichten und Fotos rund um's Ausstellungsgeschehen (Vorbereitungen wie Katzenbad, Nähen der Käfiggarnitur etc., auf dem Weg zur Ausstellung und zurück, im Ausstellungshotel oder in der Ausstellungshalle selbst) möchte ich auf dieser Seite sammeln.


Wenn Sie selbst schon einmal etwas in der Art erlebt haben, schreiben Sie mir doch einfach. Diese Seite ist offen für alle Katzenfreunde und rassenunabhängig. Jeder Beitrag wird unter Angabe des Autors und, falls vorhanden, seines Catterynamens, seiner Katzenrasse und der Webadresse veröffentlicht (oder - wenn gewünscht - selbstverständlich auch ohne Angaben/Namensnennung). Alle nicht gekennzeichneten Texte oder Fotos sind selbst erlebt bzw. selbst verfasst/fotografiert.


 


Überraschung

 

Ich muss mal nachsehen, was da draussen los ist...








Purrific Amaya Sparkle, blue-mitted Ragdoll, Züchter: L. Durand

 

Purrific Amaya Sparkle, blue-mitted Ragdoll, Züchter: L. Durand ups, früher waren die Käfigtürchen irgendwie höher!

 

Leckerbissen


Vor einigen Jahren stellte ich eine meiner Katzen in der Schweiz aus. Eine Freundin von mir, die in der Nähe der Ausstellung wohnt, nahm ihre damals ca. 12-Jährige Tochter Guiliana mit, damit sie die Katzen im Ausstellungskäfig unterhält. Guiliana saß nun also vor den Käfigen und spielte mit den Katzen. Dabei hatte sie eine wunderschöne kleine Dose in der Hand, woraus sie ununterbrochen naschte. Ich hatte mir nichts dabei gedacht, bis ihre Mutter mit strengem Blick und im breitesten luzerner Dialekt zu ihr sagte: "muscht nicht so viel von dem Katzefuttre esse, die Katzen haben ja sonst nichts mehr...". Ich bin schier vom Hocker gefallen, hat doch Guiliana die ganze Zeit "Iams" geknabbert.

Lilo Durand, Purrific Ragdolls, Ettenheim, Deutschland

 


 

Taschengeld


Eine Ausstellung in Österreich. Lange Zeit standen zwei etwa 10-Jährige Buben vor dem Käfig meiner Chayene und sahen dabei immer wieder auf ihre Käfignummer 210. Dann flüsterten die beiden miteinander, wühlten in ihren Hosentaschen, und schienen etwas zu zählen. Schließlich fasste sich einer der zwei ein Herz und fragte mich, ob sie die Katze gleich mitnehmen könnten. Die 210 ÖS (etwa 15 Euro) hätten sie in bar dabei. Die Enttäuschung war groß, als sie hörten, dass Chayene leider nicht zu verkaufen und das Käfigschild keine Preisauszeichnung, sondern die laufende Käfignummer ist.


 

 

XYZ, die Erlebnisstadt


Damals fanden wir, d.h. meine Freundin Marion und ich, diese Auslandsausstellung im Winter 1991 gar nicht so lustig (das Land, die Stadt und der ausrichtende Verein sollen hier ungenannt bleiben). Aber nach einer Weile konnten wir über all die kleineren und größeren Katastrophen doch schon wieder herzlich lachen. Eines ist sicher, diese Ausstellung wird uns stets unvergesslich bleiben!


Zum besseren Verständnis ein paar Erklärungen vorab: Ragdolls sind in der FIFe zu der Zeit noch nicht anerkannt, und es gibt noch keine Handys ;-). Bei dieser Ausstellung werden die Rassen getrennt gerichtet, d.h. am Samstag sind die Kurzhaar- und Halblanghaar-Rassen, und am Sonntag die Langhaarkatzen (Perser) und Orientalen an der Reihe.


Ragdolls laufen zwar noch offiziell als "andere Langhaar", aber es hat sich längst (fast...) überall eingebürgert, dass die Ragdoll als Halblanghaarkatze eingeteilt wird. Deshalb bin ich sehr erstaunt, dass Marion für ihre Britisch Kurzhaar eine Anmeldebestätigung für Samstag, ich für meine Ragdolls aber eine für Sonntag erhalte. Das ist schlecht, sehr schlecht sogar. Denn eigentlich hatten Marion und ich geplant, gemeinsam auf diese Ausstellung zu fahren.


Also mehrere teure Telefonate ins Ausland, aber leider kann ich keine Änderung erwirken. Allerdings schlägt mir der Verein vor, doch einfach am Samstag mit den Katzen zu kommen. Nur würden sie an diesem Tag nicht gerichtet werden. Das ist mir auch recht - in erster Linie stelle ich ja aus, damit möglichst viele Ausstellungsbesucher die Rasse Ragdoll kennenlernen.


Der große Tag ist gekommen - Marion holt mich und meine Katzen ab, hat aber ihre Anmeldebestätigung zu Hause liegen lassen. Deshalb noch einmal ein kleiner Abstecher zurück in ihre Wohnung. Während ich im Auto auf sie warte, versuche ich, meine erst am Vortag gekaufte, nagelneue Handtasche zu öffnen. Ich möchte vorsichtshalber nachsehen, ob ich nicht auch noch etwas vergessen und insbesondere alle Papiere für den Grenzübertritt parat habe. Doch es ist nichts zu machen, der Reißverschluss klemmt. Ein Ruck, noch ein Ruck - schließlich ist die Tasche offen, aber der Reißverschluss kaputt...


Eine wunderschöne, gemütliche Fahrt auf der Autobahn, kein Problem an der Grenze. Endlich - vor uns das Ortsschild mit der Beschriftung "XYZ, die Erlebnisstadt". Ich flachse gerade, so groß werden die Erlebnisse wohl nicht werden, da fängt der Motor zu stottern an. Wir schaffen es noch auf einen Randstreifen, dann geht der Motor aus. Totenstille. Marion macht sich auf die Suche nach einer Notrufsäule. Im Wagen wird es kalt und kälter. Wenigstens sind unsere Katzen im Kennel auf dem Rücksitz warm eingepackt und fühlen sich wohl. Meine Kirsty beginnt zu schnurren und ich fühle mich gleich ein wenig getröstet.


Nach etwa einer Viertelstunde kommt zufällig ein Streifenwagen der örtlichen Polizei vorbei. Ein prüfender Blick unter die Motorhaube, aber die Polizisten sind ratlos. Weitere 20 Minuten später ist Marion zurück, mit dem Pannennotdienst im Schlepptau. Eine kurze Reparatur, und wir sind um einige hundert Mark ärmer, können aber endlich die Fahrt fortsetzen.


Wir sind spät dran. Weit und breit ist kein Parkplatz frei, Marion läßt mich mit den Katzen vor der Halle raus. Ich hetze mit den Kennels durch den Eingang, Gott sei dank, die Tierärzte sind noch da. Also alle Katzen im Eiltempo durch die Tierarztkontrolle, weiter zur Katalogausgabe. Hier erfahre ich, dass meine Katzen NICHT in die Ausstellungshalle dürfen, da sie ja erst für morgen im Katalog stehen...


Man weist mir einen Doppelkäfig in einem kleinen Vorraum der Halle zu. Das ganze ähnelt einem Schaufenster, mit großer Fensterfront vom Boden bis zur Decke. Vor der Halle findet ein Flohmarkt statt. Ein paar Verkäufer und einige Kinder drücken von außen ihre Nase an die Scheiben. Sie möchten sehen, was ich auspacke. Dem ersten "Besucher", der sich in mein Schaufenster verirrt, sieht man seine durchzechte Nacht deutlich an. Er lallt und schwankt und ist ganz grün im Gesicht. Ich bin froh, als ihn jemand zum Ausgang führt.


Die Sonne steigt höher, es wird unangenehm warm. In der großen Ausstellungshalle ist es dagegen schön kühl, dort sind auch noch einige Käfige frei. Aber die Ausstellungsleitung bleibt hart, meine Katzen müssen draußen bleiben. Mit einigen Helfern versuche ich, meine Katzen ein Stück an die Wand zu rücken, wo es noch etwas schattiger ist. Leider haben wir die Bilderrahmen mit Ragdollfotos übersehen, die ich zur Information für etwaige Besucher auf die Käfige gestellt habe. Die Rahmen fallen herunter, das Glas zerspringt in tausend kleine Stücke. Die nächste halbe Stunde bin ich mit Aufkehren beschäftigt.


Schließlich wird es doch noch ein netter Tag. Marion leistet mir in meinem "Exil" immer wieder Gesellschaft, und mehr und mehr Ausstellungsbesucher finden den Weg zu mir und meinen Katzen.


18 Uhr - Ausstellungsende. Marion hat das Auto am Morgen in einer öffentlichen Tiefgarage geparkt. Während sie sich aufmacht, den Wagen zu holen, warte ich mit den Katzen in der Vorhalle. Das Gebäude leert sich, es wird ruhig. 10 Minuten vergehen, 15, dann 20. Schließlich warte ich schon eine halbe Stunde, aber Marion taucht nicht auf. An meinem geistigen Auge ziehen die verschiedensten Schreckensvisionen vorbei. Die harmloseste ist noch die einer erneuten Panne mit dem Auto. Aber vielleicht liegt Marion auch schon dahingemeuchelt in irgendeiner finsteren Straßenecke???


Ich halte es nicht mehr aus, suche jemanden, der mir helfen kann. Ich habe nicht einmal Geld dabei, denn Marion hat meine (kaputte) Handtasche mitgenommen. In einem kleinen Raum brennt noch Licht. Einige Männer vom Sicherheitsdienst sitzen beim Abendessen, der Fernseher läuft. Sie raten mir, doch noch ein bisschen zu warten, dann könne man immer noch die Polizei rufen. Sie kümmern sich rührend um mich, bieten mir ein Stück Pizza an und setzen mich zur Ablenkung vor den Fernseher. Aber vor Aufregung bringe ich keinen Bissen herunter. Und die Nachrichten vom aktuellen Weltgeschehen tragen auch nicht gerade zu meiner Nervenberuhigung bei.


Endlich, endlich - nach fast zwei Stunden steht Marion vor dem Halleneingang. Sie sieht genauso fertig und aufgelöst aus wie ich. Alle Katzen, das restliche Gepäck und wir rein ins Auto und nur noch ab nach Hause! Nun erfahre ich, dass die Tiefgarage bereits um 14 Uhr geschlossen hatte. Weit und breit war niemand zu finden, der aufsperren hätte können. Also mußte Marion erst mal eine Polizeiinspektion suchen, und auch von da aus dauerte es eine Ewigkeit, bis man jemanden aufgetan hatte, der (gegen ein erkleckliches Sümmchen, versteht sich) das Auto freigab.


Kaum sind wir auf der Autobahn, da macht es BLITZ - eine Radarfalle! Aber das kann uns nun auch nicht mehr großartig erschüttern. Wir sind nur froh, die "Erlebnisstadt" hinter uns gelassen zu haben.


Übrigens haben wir unsere Katzen einige Wochen später in einer Weinstadt ausgestellt - erstaunlicherweise ist uns kein Weinfass auf den Kopf gefallen oder sonstiges Ungemach zugestoßen, das uns Tränen in die Augen getrieben hätte... ;-)



Ausstellungs-Anekdoten, Seite 2



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Text, Fotos und Gestaltung von Renate Wald, außer anders angegeben. Illustrationen von L.allas C.ountrystyle und R. Wald, sowie C.ountry Patch C.ollections. Alle Ragdoll-Illustrationen, Texte, usw. wurden jeweils in stunden-, teilweise tagelanger Arbeit speziell für diese Website gefertigt, andere Illustrationen z.T. käuflich erworben; die Veröffentlichungsrechte der Fotos liegen bei den jeweiligen Fotografen. Bitte haben Sie deshalb Verständnis, dass es nicht gestattet ist, Bilder oder andere Elemente dieser Website ohne ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung herunterzuladen und auf anderen Websites, in Chatrooms, Diskussionsforen oder ähnlichem zu verwenden/zu verbreiten. Disclaimer