liebe Kätzchen für liebe Menschen

 

 

Ausstellungs-Anekdoten, Seite 3

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Gymnastik


Gino v. Wasenwald, seal-mitted Ragdollkater

Regelmäßige Leibesübungen gemeinsam mit seiner Katze...

 

Purrific Ewenna Vadijmas, blue-colourpoint Ragdollkatze

...halten den Aussteller fit und gesund ;-)

 



 

25 Jahre Ausstellungserfahrung


Wie schnell doch die Zeit vergeht, und ohne dass man es bemerkt, ist ein Vierteljahrhundert verstrichen. Viele Ausstellungen haben wir besucht und waren über die Ergebnisse überglücklich oder auch nicht. An die meisten Ausstellungen können wir uns noch gut erinnern, aber am besten noch an die, wo irgend etwas schief ging, oder wo etwas nicht so klappte, wie es hätte klappen sollen.


So ist uns denn unsere allererste Ausstellung von 1975 unauslöschlich im Gedächtnis geblieben, die in Seraing, im tiefsten Kohlenrevier Belgiens, stattfand. Die Ausstellungshalle hatte die anheimelnde Atmosphäre von Draculas Gruft. Höchstwahrscheinlich war das Gebäude zum Abriss bestimmt, aber man wollte es vorher noch einmal nutzen. "Gute Bekannte" hatten uns zu dieser Ausstellung überredet: "So hässlich sei unsere Burma doch nicht, auch wenn ihre unvergleichlich schöner sei." Unsere Bekannten hatten eigentlich nur einen Dummen gesucht, der sie mit zur Ausstellung nehmen sollte, denn ihr Wagen lag flach.


Während der Fahrt erfuhren wir als Neulinge alles Wissenswerte über Ausstellungen und ihre Choreographie. Auch dass, wenn einem Richter zwei Katzen in einer Klasse gleich gut gefallen, er auch zwei CAC's (Anwartschaften auf den Championtitel) vergeben könne. Der Tag neigte sich dem Ende zu, und die Ergebnisse kamen. Der Richter hatte aber nur ein CAC vergeben und dies unserer Katze. Unsere "Freundschaft" war damit dahin, und unsere Bekannten zogen es vor, uns am zweiten Ausstellungstag nicht mehr zu begleiten. Über die Beurteilung waren wir natürlich unendlich glücklich, und uns befiel eine Art Ausstellungssucht.


Auch denkwürdig war eine Ausstellung 1990 in Huizen in den Niederlanden. Statt eines Stadtplanes hatte man uns wohl irrtümlich einen Schnittmusterbogen zugesandt, und man konnte diesen in alle vier Himmelsrichtungen halten, die Halle war nicht auffindbar. Glücklicher Weise fuhr plötzlich ein PKW mit niederländischem Kennzeichen und einem Katzenemblem auf der Heckscheibe an uns vorbei, dem folgten wir und gelangten so zur Halle. Möglicher Weise besitzen unsere holländischen Nachbarn einen inneren Kompass, der sie direkt zur Halle führt. So legten wir uns denn bei den nächsten Besuchen holländischer Ausstellungen direkt hinter dem Ortseingangsschild auf die Lauer, bis ein oben beschriebener PKW vorbei kam, dem wir unauffällig folgen konnten. Dies klappte eigentlich immer, nur einmal landeten wir in der Tiefgarage einer größeren Wohnanlage.


Aber auch unser Verband wartete mit ganz aparten Überraschungen für uns auf. So zum Beispiel Kassel im März 1981. Malerisch an den Hängen des Habichtswaldes und den grünen Auen der Fulda gelegen, wurde diese Stadt schon 913 als fränkisches "Curtis" erwähnt. Aus dieser Zeit stammten wohl auch die hektographierten Stadtpläne, die uns unser Verband liebenswürdiger Weise an die Hand gegeben hatte.


Neben anderen baulichen Sehenswürdigkeiten verfügte Kassel über eine alte und neue Stadthalle sowie über eine alte und neue Messehalle, und alle sahen irgendwie gleich aus. Hinweise und Plakate suchte man auch vergebens. So konnte man in den frühen Morgenstunden in der Innenstadt ein hohes Verkehrsaufkommen beobachten; Kraftfahrzeuge mit auswärtigen Kennzeichen fuhren in großer Hektik hin und her. An einer Kreuzung trafen sich vier untereinander bekannte Aussteller, und ein jeder zeigte heftig gestikulierend in die entgegengesetzte Richtung.


Mehr Glück glaubte ein anderer Aussteller zu haben. Am Eingang einer Halle herrschte große Betriebsamkeit, und er stellte sich brav am Ende einer Menschenschlange an. Die Zeit verstrich, und eine neben ihm stehende Dame fragte ihn, was er denn in seinem Tragekorb hatte. Wahrheitsgemäß antwortete er, einen Burmakater mit der Farbnummer 27 (heute Burma-n). Sie sah ihn etwas irritiert an und fragte ihn abermals, ob er denn wirklich das arme Tier verkaufen wolle. Dieser verneinte entrüstet, er wolle sein Tier nur ausstellen. Abermals gelindes Erstaunen und die erneute Frage, warum er denn damit zum Flohmarkt käme.


Was sich jedoch unser damaliger Vorstand ein viertel Jahr später auf der Wiesbadener Ausstellung einfallen ließ, war ganz exquisit. Nach amerikanischem Vorbild wollte man gleichzeitig 3 Ausstellungen an einem Tag unter einem Dach zelebrieren.

  1. Kitten 3 - 10 Monate
  2. Erwachsene offene Klasse bis Grand International Champion
  3. Kastraten

Soweit so gut, man verfügte auch über drei zusammenhängende Säle, in denen die drei Kategorien jeweils getrennt voneinander untergebracht waren. Jede Gruppe wurde nummeriert von 1 fortlaufend bis XX, erläutern muss man noch, dass zur damaligen Zeit eine Ausstellung mit bis zu 1000 Katzen und mehr keine Seltenheit war. Der arme Steward bekam nun von seinem Richter eine Nummer und lief los, die Katze zu holen, aber welche? So brachte einer ein Kitten mit der Nr. 31, der andere einen potenten Kater mit der Nr. 32 und schließlich der letzte die Nr. 33, einen Kastraten, jeder eine andere Rasse mit einer anderen Farbe. Das Verwirrspiel war enorm.


Ähnlich unterhaltsam war auch die Straßburger Ausstellung im März 1995. Meine Aufgabe war es, mich brav in die lange wartende Schlange einzureihen, während meine bessere Hälfte zurück ins Hotel fuhr, gemütlich unsere Sachen einpackte, ausgiebig frühstückte - es wurde sogar Champagner gereicht - und die Rechnung beglich. Als er zurück kam, stand ich immer noch in der Warteschlange. Dann dekorierte er den Käfig, begrüßte alle Freunde und Bekannte, hielt hier und da ein Pläuschchen. Nach gut zwei Stunden kam er zu mir zurück, als ich gerade zum einzigen Tierarzt vorgelassen wurde. Das Richten begann dann um 11.30 Uhr. Das Chaos ging weiter. Nach der Tierarztkontrolle bekamen wir unsere Käfignummer mitgeteilt, mit dem dazugehörigen Katalog, in dem wie gewohnt die Katzen nach Rassen und Farbvarietäten aufgeführt waren - nur in der Halle waren alle Käfige durcheinander nummeriert. Erfreulich wäre das ja gewesen, wenn man den Ausstellern mit mehreren Katzen verschiedener Rassen und Farbvarianten einen Gefallen hätte tun wollen. Aber weit gefehlt, man wollte nur für die Besucher die Ausstellung ein wenig attraktiver machen. Den Stewards gab man ein Blatt Papier in die Hand, wonach diese den verzwickten Code entschlüsseln konnten. Dem lag noch ein zweites Blatt mit einer Gebrauchsanweisung bei, wie das Blatt 1 zu handhaben sei. Nach Aussagen der Ausstellungsleitung hatte dies lediglich ein Steward verstanden, er studierte Astrophysik. Um 21:17 Uhr war die Ausstellung zu Ende, und wir konnten endlich die Heimfahrt antreten.


Ciney liegt im Herzen von Belgien, und dort richtete der belgische Verband 1989 in einem der heißesten Sommer des letzten Jahrhunderts eine unvergleichliche Ausstellung aus. Schon um 7.30 Uhr in der Frühe zeigte das Thermometer 31 o und dies im Schatten. Der Katzenausstellung war noch eine riesige Tierschau angeschlossen. Vom turkmenischen Sumpfrohrhuhn über die chinesische Blattschwanznatter bis zur usbekischen Hafergrasmücke konnte man alles bewundern, was unser Herrgott in sechs Schöpfungstagen so erschaffen hat. Zwei Lamas kreuzten unseren Weg zur Halle, und es muss unser flehentlicher Blick gewesen sein - bitte nicht - und sie ließen uns unbehelligt ziehen. Apropos Halle! Diese entpuppte sich als großes Zelt, einem Bierzelt auf dem Münchner Oktoberfest absolut ähnlich, nur ohne Bier. Die Temperatur war hier noch um etliches höher und steigerte sich noch im Laufe des Tages, so dass man außerhalb des Zeltes bei 41,8 o Kühlung verspürte. Gut beraten waren die Aussteller, die kühlende Getränke mitgebracht hatten, diese in sich hineinfüllten und die Kühlakkus in die Käfige legten, damit ihre Katzen sich darauf ausbreiten konnten.


Aber auch in jüngster Zeit war in manchen Dingen der Wurm drin, oder nach dem "Murphischem Gesetz" zu sagen: "Wo viele an einer Sache arbeiten, wird mit absoluter Sicherheit etwas in die Hose gehen". So mit der Ausstellung Friedberg im September letzten Jahres. Bereits im Januar lasen wir in unserem Clubmagazin, den Burmanotizen, dass eine Ausstellung am 2. und 3. September dort vorgesehen sei, genauere Angaben dazu aber nicht. Da wir aber am 3. September bereits eine andere Verpflichtung hatten, riefen wir Anfang Juni in der Geschäftsstelle unseres Verbandes an, wie die Ausstellung denn geplant sei. Dort erfuhren wir, die Ausstellung findet am 9. und 10. September statt, und an beiden Tagen wären alle Rassen zugelassen. Ende Juni erhielten wir die "Edelkatze", dort stand dann wieder als Termin der 2. und 3. September, und zwar eine 2 x 1-Tages-Ausstellung, bei der die Rassen aufgeteilt werden. Wir waren etwas traurig, weil wir nun keine zwei Zertifikate bekommen konnten, aber Gott sei Dank, die Kategorie Kurzhaar war für samstags vorgesehen. Wir meldeten uns sofort an, und bekamen auch die Bestätigung für Samstag den 2. September. Erst durch Zufall erfuhren wir, dass Kurzhaar erst sonntags gerichtet werden sollte. Darauf stornierten wir wieder. Im Nachhinein hätten wir eigentlich fahren sollen, ein Allroundrichter war sicherlich anwesend, der in der Lage der Dinge unsere Katze auch gerichtet hätte, und zwangsläufig wäre unser Kater "Kierkegaard" an diesem Tag "Best Kurzhaar Kastrat" der Ausstellung geworden. Dies hat er in Deuschland, obwohl er des öfteren nominiert war, bisher nicht geschafft.

Nein - lassen Sie uns nicht lügen, einmal schaffte er es doch und zwar in Lübeck 1999. Wir hatten ihn gemeldet, konnten aber aus einem unvorhersehbaren Grund nicht fahren. Wie erstaunt waren wir, als wir in der "Edelkatze", Heft 5/99 lasen: Ausstellung Lübeck - Best in Show Kurzhaar - Kierkegaard von Chalumeaux.

Sigrun Schaeffner, Burma von Chalumeaux, Meerbusch, Deutschland

 



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